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Mittwoch, 3. Juli 2024

Das Schweigen der Dünen - Kaja Petersen

Ein atmosphärischer Krimi um ein Verbrechen auf Spiekeroog!

Im Emons Verlag erscheint der Küsten Krimi "Das Schweigen der Dünen" von Kaja Petersens (Pseudonym von Katharina Drüppel).

Kriminaloberkommissarin Serafine Küster hat nach einem Schicksalsschlag beruflich eine Pause einlegen müssen und leidet immer noch an ihrem Trauma. Doch nun möchte sie langsam wieder mit der Arbeit starten und reist als Sommerverstärkung bei der Polizei nach Spiekeroog. Sie hofft, hier ausspannen zu können und mit kleinen Aufgaben wieder den Beruf in ihr Leben einbinden zu können. Aber dann sorgt ein rätselhafter Mordfall schon kurz nach ihrer Ankunft für eine neue, fordernde Aufgabe. Mitten in den Dünen eines Naturschutzgebietes wurde ein Skelett entdeckt, das laut rechtsmedizinischer Untersuchung eine Frau ist. Wer ist auf der Insel verschwunden und warum scheint niemand zu wissen, wer das Opfer sein könnte? Serafine ermittelt in alle Richtungen und je tiefer sie in die Vergangenheit eintaucht, umso rätselhafter wird der Fall.
 
 


Der Krimi startet mit einem spannenden Prolog am Strand der Nordseeinsel Spiekeroog, der mich gleich auf den Fall und das Setting eingestimmt und neugierig gemacht hat.  

Kaja Petersen fängt mit ihren bildhaften und authentischen Küsten- und Ortsbeschreibungen das Spiekeroog-Flair wunderbar ein und lässt damit automatisch Urlaubssehnsucht aufkommen. 

Protagonistin Serafine kommt nach einem erlittenen Schicksalsschlag langsam wieder im Leben an und möchte auf der Nordsee-Insel einen ruhigen Polizeidienst starten. Gewaltverbrechen sind auf Spiekeroog nicht üblicher Polizeialltag. Aber Ausruhen ist nicht, Fine wird sofort mit dem Fall eines Skeletts betraut, der sie ziemlich fordert und gemeinsam mit Inselpolizistin Susa Most versucht Fine, den Mörder zu finden.

Der Erzählstil ist flüssig, Petersen zeigt emotionale Ebenen der Personen auf und lässt viele umgangsprachliche Dialoge einfließen, die lebendig wirken und die Lage der Ermittlungen sichtbar machen. Die Figuren wirken authentisch und bekommen ein vorstellbares Profil, zu Fine konnte ich aber keine engere Verbindung aufbauen, sie blieb mir irgendwie fremd.

Durch die tieferen Einblicke in das Leben des Opfers kommt Spannung auf und ich habe gespannt gerätselt, wer von den zahlreichen Tatverdächtigen ein Mordmotiv haben könnte. Die Schilderungen halten jedoch wichtige Informationen bis zum Ende zurück und die Auflösung am Ende hat mich dann schlichtweg überrrascht. 

Die eingebauten Textnachrichten finde ich interessant, sie sind dem heutigen Alltagsleben angepasst. Allerdings konnte ich nicht glauben, dass mehrere Personen hier Jahre alte Nachrichten noch nicht gelöscht haben. 

Der Auftaktband der Küstenkrimi-Reihe um Serafine ist eine echte Urlaubslektüre für den Strandkorb, unterhaltsam, fesselnd und gespickt mit kulinarischen Genüssen, die man an der Nordsee gerne isst. 


***Herzlichen Dank an den Emons Verlag für dieses Rezensionsexemplar!*** 



Freitag, 23. September 2022

Inselstille - Rieke Husmann

Solider Inselkrimi, dem etwas mehr Spannung gut getan hätte

Der Kriminalroman "Inselstille" ist der achte Band der Hella Brandt-Reihe von Rieke Husmann, die im Emons Verlag erscheint.  

Der ehemalige Generalstaatsanwalt Hartmut van Harmel wurde auf Langeoog tot aufgefunden, die nähere Untersuchung zeigt eine Einstichstelle, es könnte sich also um ein Verbrechen handeln. Nun muss Hella Brandt anrücken und herausfinden, wer ein Motiv für eine Tötung gehabt hat. Bei diesem Fall müssen alte Akten gesichtet werden, denn der Staatsanwalt arbeitete schon länger nicht mehr.  
 
 

 
Hella Brandt hat es bei diesem Fall nicht leicht, denn sie muss nicht nur im Bekanntenkreis des Toten ermitteln, sondern auch in der Vergangenheit, bzw. in sehr alten Akten wühlen. Hartmut van Harmel hatte von Berufs wegen sicherlich Feinde, aber auch so einige Menschen, die ihm nicht wohlgesonnen waren. Aber hatte er wirklich so ein reines Gewissen, wie er vermittelt hat?
 
Bei diesem Krimi muss Hella den Spagat zwischen ihrer Mutterrolle und der polizeilichen Arbeit bewältigen. Das ist nicht einfach und ihr Mann Leon fügt sich nun unwillig in die Pflicht. 
In diesem Tötungsdelikt treten einmal ältere Charaktere auf den Plan, die ihre Geheimnisse lieber verschweigen und sie in sich tragen. Dabei kann es sich um rechtes Gedankengut handeln und auch um homophobe Ansichten, die in den 50er Jahren noch in den Köpfen der Menschen feststeckten.

Der Erzählstil ist flüssig und hat mich durch die klaren Beschreibungen gut durch die Handlung und die vielen Befragungen geführt. Doch vom geringen Spannungsaufbau war ich eher enttäuscht, da wäre noch einiges möglich gewesen. Ich vermute mal, dass es der Autorin mehr um die Anprangerung von Intoleranz und bestimmte Denkweisen ging und sie zeigen wollte, dass Vorurteile gegen diverse Ansichten veraltet sind und einfach unnötig. 
Hella gibt sich da sehr offen und erzieht auch ihre Tochter in diesem Stil. 
Die Ermittlungen ziehen sich über viele Mutmaßungen meinerseits hin zur Auflösung, ich hätte gern noch mehr mitgerätselt, leider hat sich mir vieles immer erst im Nachhinein erschlossen. 
 

Dieser Krimi wird solide erzählt und ist logisch aufgebaut, er ist aber nur mäßig spannend und hat wohl mehr den Ansatz, die Leserschaft zum Denken anzuregen und intolerante Denkmuster aufzusprengen.   


***Herzlichen Dank an den Emons Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***                         

                       

Inselfalle 11

Mittwoch, 7. September 2022

Das Böse im Watt - Markus Rahaus

Fesselnder Krimifall aus Cuxhaven

 
Der Küstenkrimi "Das Böse im Watt" ist der vierte Band einer Reihe um das Ermittler-Duo Olofsen/Greiner von Autor Markus Rahaus. Die Reihe erscheint im Emons Verlag. 

Als die Leiche eines Mannes an der Fahrwassertonne gefunden wird, startet das Ermittlerduo Arne Olofsen und Martin Greiner die Nachforschungen in einem Fall, der viele Rätsel aufwirft. Die Vermutung liegt nahe, dass der Tote ein renommierter Architekt war, dessen letztes Projekt ein Luxus Hotel in sensationeller Lage am Ende des Cuxhavener Leitdamms in der Elbe war. Die Spurensuche gestaltet sich schwierig, denn es gibt kaum Hinweise auf den Täter. Es könnte sich aber auch um radikalen Akt von Gegnern des Bauvorhabens handeln. Die Nachrforschungen führen in ein Dickicht aus Intrigen, Missgunst und Geldgier. 
 

 
Der vierte Fall der Cuxhavener Ermittler dreht sich um die Aufklärung eines Mordfalls. Beim Toten scheint es sich um den Stararchitekten Brauker zu handeln, der ein umstrittenes Luxusprojekt in elitärer Lage in Cuxhaven geplant hat. 
 
Die Handlung ist stimmig und interessant aufgebaut. Man begleitet die Ermittlungen und wird immer tiefer in die Story hineingezogen, weil man einige Hintergründe erfährt, die den Ermittlern unbekannt sind. Es ist ein Spiel von Gier und krimineller Energie, das durch Hass und Missgunst angeheizt wird. Ich habe mitgerätselt, konnte mir aber lange Zeit keinen genauen Reim machen, bin aber dennoch in der Geschichte abgetaucht. Die Spannung entwickelt sich immer mehr und endet in einem fesselnden Countdown, allerdings sind dabei wohl mit dem Autor ein wenig die Pferde durchgegangen und er hat ein paar Schippen zuviel Action aufgelegt. 
 
Die Figuren werden vielseitig und lebensnah geschildert, ich konnte von Anfang an mit dem Ermittlerteam sympathisieren und fühlte auch eine gewisse Anerkennung für die gewiefte und scheinbar abgebrühte Charlotte Brauker, die mit ihren Aktionen kriminelle Energie und Planung  beweist. So empfinde ich in Krimis eher selten und lehne sonst instinktiv die böse Seite ab. Hier war die Figur in gewisser Weise eine Bereicherung.   
 
Markus Rahaus hat einen raffinierten und fesselnden Krimi geschrieben, der in Cuxhaven angesiedelt ist und mich bis zum Ende gepackt hat. Er schreibt flüssig, anschaulich und sehr lebendig und bringt gerade in den Dialogen auch mal eine Prise Humor unter. Die Handlung wird logisch aufgebaut. Besonders interessant war für mich, dass hier die Vertuschung eines Todesfalles eine Rolle spielte und warum gerade die Frau des Architekten über so ausgeklügelte kriminelle Logik verfügt. Auch das große Bauprojekt für Gutbetuchte sorgt für interessante Impulse, denn Einheimische sind zwar vom Tourismus abhängig, wollen aber auch kein Spielball der Reichen werden. 

Ein interessanter und spannender Krimi aus Cuxhaven, der gut unterhält und mit seinem Ermittlerteam punkten kann. 
 

***Herzlichen Dank an den Emons Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***


 

Sonntag, 18. April 2021

Der Möwenschiss-Mord - Regine Kölpin

Hier läuft der friesische Küsten-Krimi-Kompass auf Urlaubsmodus

Humorvoller Krimi mit Friesen-Flair, ganz auf Urlaubsmodus und gute Unterhaltung angelegt. 

"Der Möwenschiss-Mord" ist der zweite Band der Reihe "Ino Tjarks & Co ermitteln" von Regine Kölpin aus dem Knaur Verlag. Der Küsten-Krimi spielt in Friesland.

Das kuriose Rentner-Trio hat einen Spionageauftrag erhalten, sie sollen für Falko von Walde herausfinden, ob seine Frau mit ihrem Campingnachbarn Traugott ein Verhältnis hat. Doch ehe sie sich für ihren Auftraggeber ins Zeug legen können, ist Falko tot, erschlagen mit Traugotts Markisenkurbel. Nun ermittelt das Trio undercover auf dem Campingplatz. 


Regine Kölpin hat mit ihrem friesischen Rentnertrio in Horumersiel ein besonderes Ermittlerteam antreten lassen. Der Eigenbrödler Ino Tjarks, seine Haushälterin Gerda, die ein heimlicher Fan von Miss-Marple ist, und die Bäckerin Theda haben immer ein offenes Ohr für die Neuigkeiten ihrer Mitbewohner und nach ihrem letzten Ermittlungserfolg werden sie von Camping-Urlauber Falko von Walde zur Überwachung seiner Frau gebucht. Leider wird aus diesem Auftrag nichts, denn Falko wird kurze Zeit später tot aufgefunden. Doch damit ist der Fall für das Trio noch lange nicht zu Ende, zur Ermittlung müssen sie sich undercover an den Mordschauplatz begeben, den nahe gelegenen Campingplatz namens "Möwenschiss". Zunächst müssen sie aber Sturkopf Ino überzeugen, der weigert sich partout, seine gemütliche Kornmühle mit einem Wohnwagen zu tauschen. Aber das Trio findet einen Weg. Bei ihrer Spurensuche findet Gerda ein mögliches Beweisstück am Tatort, ein Bonbonpapier. Ob das ihnen im Fall weiterhilft, wird man sehen.  

Das kuriose Trio sorgt mal wieder mit lustigen Sprüchen und speziellen Ermittlungsmethoden für kurzweilige und gute Unterhaltung. Der humorvolle Ton zieht sich durch die ganze Geschichte und die drei Friesen-Rentner wachsen mir immer mehr ans Herz und sich selbst auch. Da darf man gespannt sein. 

Diese Krimihandlung stellt leichte Unterhaltung ohne Blutvergießen dar, die Spannungskurve ist moderat mit friesischem Küstenkompass auf Urlaubsmodus eingestellt. Da es recht viele Verdächtige gibt, kann man sich selbst als Ermittler betätigen und lustig mitraten. Für Nordsee 

Ein vergnüglicher, leichter Krimi mit passendem Friesen-Flair für kurzweilige Wohlfühlstimmung. Meine Wertung von 4,5 Sternen runde ich gerne auf.     

 

***Herzlichen Dank an Regine Kölpin für dieses Rezensionsexemplar!***

 


Samstag, 17. Oktober 2020

Kieler Bagaluten - Leymann/Schöttke

Hier darf gelacht werden!

Im Emons Verlag erscheint der Küsten Krimi "Kieler Bagaluten" von Cornelia Leymann und Henning Schöttke.

Dieser Krimi spielt in der Nähe des Nordostseekanals, dort verbuddelt Frau Heerten die Katze Maunzi an der Alten Levensauer Brücke. Nach ein paar Gläschen Eierlikör, leider ein paar zuviel, hat sie das Kätzchen leider mit dem Auto erwischt. Beim Graben findet sie Spuren eines Mordes. Ein zufälliger Fund, der sein Nachspiel hat. 

 

INFO: Als Bagaluten bezeichnet man Radaubrüder oder auch Kleinkriminelle, jedoch mit kameradschaftlicher Note.  

Sabine Heerten ist Witwe, Ende 50 und lebt allein. Sie fühlt sich einsam, denn ihr Sohn Thomas wohnt in New York, zu Tochter Karin hat sie keinen Kontakt, die beiden Enkelkinder hat sie noch nie gesehen. In ihrer Einsamkeit trinkt sie gern mal einen Eierlikör, das beruhigt die Nerven. Leider unternimmt sie unter Einfluss dieses Likörs eine kleine Spritztour, bei der sie die Nachbarskatze überfährt. Sabine buddelt ihr ein Grab und findet dabei die Papiere eines Mannes, dieser Sache muss sie einfach nachgehen. 

Was nun folgt ist eine Serie von schrägen Situationen, einem Mord, kleinkriminelle Energie, amouröse Verhältnisse und einfach jede Menge gute humorvolle Unterhaltung, der man sich beim Lesen wunderbar hingeben kann. Hier darf gelacht werden und auch wenn die Spannung erst allmählich ansteigt, legt Frau Heerten als Spurensucherin so richtig los, dass es eine wahre Freude ist.

Der Leser wird in die Handlung einbezogen, man wird gefragt, so kommt man den Personen sehr nahe und erlebt alles direkt mit. Der leicht ironische Erzählton täuscht über die Tragweite des Kriminalfalls hinweg. Herrlich humorig werden die kleinen Verfehlungen der Menschen aufgezeigt, ihre Charakterzüge offen und der Autoren-Finger voll auf die Wunde gelegt, dass es eine wahre Freude ist.  

Ein raffiniert entwickelter Plot führt die Personenverknüpfungen immer mehr zusammen, am Ende lichtet sich das Dunkel über den Toten und Frau Heerten ist nicht mehr allein. 

Die norddeutsche Krimilandschaft wurde um ein weiteres Highlight erweitert. In diesem Küsten Krimi steckt jede Menge Humor und einige Bagaluten. 

 

***Herzlichen Dank an den Emons Verlag für dieses humorvolle Rezensionsexemplar!***


Donnerstag, 20. Juni 2019

Ins Watt gebissen - Regine Kölpin

Humorvolle Lektüre für den Strandkorb! 

Wenn der Klüntjemörder zuschlägt...

"Ins Watt gebissen" heißt der Auftaktband der Reihe "Ino Tjarks & Co ermitteln" von Autorin Regine Kölpin aus dem Knaur Verlag. Der Küsten-Krimi spielt in Friesland.

Tjarkshusen, Friesland: Ino Tjarks bekommt ungebetenen Besuch, hinter seinem Haus wird die Leiche des Kurdirektors Alois Winterscheid gefunden. Den mochte Ino überhaupt nicht, denn die geplante Touristenattraktion von Alois hätte dem Ort seiner Meinung nach nicht gut getan.
Seine öffentlich bekannte Meinung macht Ino leider verdächtig, er muss also den wahren Mörder finden, um seine Unschuld zu beweisen. Seine Haushälterin Gerda und die Bäckerin Theda sind da die geeigneten Kundschafterinnen, schon bald stossen sie auf eine heiße Spur. 



In diesem Krimiauftakt lässt Regine Kölpin ein ganz besonderes Ermittlerteam antreten, eine Zweckgemeinschaft, die neugierig und dank der nötigen Beziehungen den Dorfbewohnern auf den Zahn fühlen und so einige entscheidende Dinge herausfinden.

Die Liebe der Autorin zur Nordsee-Küste wird in der Geschichte durchgängig spürbar, stets gibt es sichtbare Beschreibungen der Gegend um Horumersiel. Schon allein die Namenswahl der Figuren  wie Ino, Focko, Harm oder Theda ist typisch friesisch und für manchen Leser gewiß ungewohnt. Mit den Landschaftsbeschreibungen, den ortstypischen kulinarischen Köstlichkeiten und einigen friesischen Dialogen oder Floskeln kommt genau die passende Stimmung auf, die man sich für Friesland so vorstellt. Oder hat man anderswo schon mal etwas von einem Klüntjemörder gehört? 

Das Ermittlertrüppchen mit ihrer friesischen Variante von Miss Marple sorgt für heitere Erlebnisse, der humorvolle Ton zieht sich durch die gesamte Story und man kann sich an ihnen regelrecht erfreuen. Wie rührend Gerda Ino umsorgt, ihm liebevoll Essen zubereitet und wie sich dann auch noch ihre Kontrahentin Theda mit ins Ermittlerboot setzt, hat schon eine Menge heitere Ausgelassenheit, die man mit ihnen genießen kann.  

Auch von der Spannung her hat es Regine Kölpin geschafft, die Mordaufklärung kontinuierlich mit neuen Wendungen zu bestücken. Am Ende gibt es dann sogar einen kleinen Showdown, der mit einer besonderen friesischen Waffe beendet wird.


Dieser Krimiauftakt sorgt mit seinem Unterhaltungswert und der Rahmenhandlung für entspannende Lesezeit und eignet sich bestens als Urlaubslektüre. Vergnüglich, leichter Krimi mit ordentlich Nordsee-Stimmung.


***Herzlichen Dank an die Autorin für dieses Rezensionsexemplar!***




 

Weitere Bücher der Autorin:


Sonntag, 24. Juni 2018

Mordsrevanche - Ulrike Busch

Unterhaltsamer Urlaubskrimi mit Küstenflair


Der neue Küstenkrimi von Autorin Ulrike Busch trägt den Titel "Mordsrevanche" und erscheint mit einem entsprechenden Küstenbild-Cover bei Books on Demand. 

Die frisch verheirateten Ermittler Fenna Stern und Tammo Anders haben einen neuen Fall, der ihnen schneller als gedacht wegen Befangenheit entzogen wird. Denn das betreffende Mordopfer ist Franziska Hinrichs, das Patenkind von Tammos Onkel Frido. Besonders tragisch an dem Fall ist die Tatsache, dass die 40-jährige Franziska nach langer Zeit endlich schwanger war. Ihr Mann Bodo ist völlig aufgelöst und Fenna und Tammo ermitteln undercover.




Fenna und Tammo machen aus der Dienstbefreiung das Beste und starten einen vermeintlichen Urlaub in Husum. Doch die Nachforschungen im Fall Franzi stellen sie natürlich nicht ein. Schon bald stellt sich heraus, dass Franziska doch nicht ganz so vorbildlich war wie bisher angenommen. Die Geschäftsführerin einer Ferienhausvermietung verbarg geschickt einige ungeahnte Geheimnisse. Jetzt ist es an Fenna und Tammo, aus den Erkenntnissen die richtigen Schlüsse zu ziehen, denn sie erfahren noch von einem ähnlichen Fall, der auffällige Parallelen zu dem Mordfall Franziska aufweist.  

Mit "Mordsrevanche" zeigt Ulrike Busch einen weiteren Krimi ihres beliebten Ermittlerpaars von der Kripo Greetsiel und es ist auch ein sehr persönlicher Fall, der einige Dinge aus dem privaten Umfeld der beiden aufdeckt. Das Ehepaar harmoniert nicht nur privat, auch ihr berufliches Zusammenspiel bei Befragungen ist klappt wie am Schnürchen gelungen und sorgt besonders durch Fennas Feingefühl für Besonnenheit und die richtigen Fragen zur rechten Zeit.

Neben dem Mordfall gibt es berufliche Veränderungen, die das Privatleben des Paares in eine Fernbeziehung verändern soll. Die Kripo Greetsiel soll anderen Bereichen unterstellt werden und das bedeutet für Fenna und Tammo neue und weit entfernt liegende Arbeitseinsatzorte. Wollen sie sich darauf einlassen oder gibt es Alternativen? 

In diesem Band werden einige Verdächtige präsentiert, die ein Motiv für den Mord hätten und so kann man bis zum Ende miträtseln und sich gemeinsam mit den Ermittlern auf spannende Tätersuche begeben. 
Insgesamt ist der Krimi eher als unterhaltsam einzustufen, die Autorin zeigt das Vorgehen der Ermittler bis ins kleinste Detail akribisch genau. Das lässt jedoch die Spannungskurve etwas absacken. Der Fall ist recht heikel, führt ins Private der Ermittler hinein und Ulrike Busch hat die menschliche Entwicklung ihrer Charaktere in den Vordergrund gerückt.

Der Krimi spielt in diesem Band hauptsächlich an der Nordsee und man erlebt die Gegend authentisch und stimmungsvoll wiedergegeben. Wer Husum und die Halbinsel Nordstrand schon einmal besucht hat, erkennt hier einige markante Punkte wieder. Es gibt ein wenig Leuchtturmromantik zu entdecken, ländliche Idylle mit Schafen auf den Deichen und Einblicke in die Schafzucht sowie die Käserei. Und es wird wieder viel Tee getrunken und auch die Fischgerichte machen Appetit beim Lesen.


Für diese gelungene Krimiunterhaltung mit reichlich Nordseeflair vergeben ich 4 Sterne.


***Herzlichen Dank an die Autorin für die Übersendung eines Rezensionsexemplars! Ich wurde wieder gut unterhalten und war in Gedanken mit an der See!***



Sonntag, 11. Juni 2017

Moin, Moin - Cornelia Leymann

Leichte Krimikost mit humorvollem Unterhaltungscharakter!

Cornelia Leymanns Küstenkrimi "Moin, Moin" erschien 2015 im Emons Verlag.  [Werbung nach § 2 Nr. 5 TMG]

Hertha Enken ist frisch verwitwet und zu Tode betrübt, da kommt ein Tapetenwechsel mit einem Urlaub in Westerland vielleicht gerade richtig. Doch ihre Reise geht weiter nach Laboe, dort lernt sie eine  neue Liebe kennen und erholt sich prächtig. Aber es gibt eine Nebenbuhlerin, Marlene, die mit genau dem Mann ganz eigene Pläne vorhatte. So kommt es, wie es kommen muss, der Wunsch von Hertha kollidiert mit Marlenes Wunsch. Das Ende vom Lied ist Herthas Tod im Standkorb. Aber Marlene kann ihr Glück nicht geniessen, denn Herthas Freundin Edeltraut untersucht die Gegebenheiten vor Ort. Sie kann Herthas Tod nicht einfach so hinnehmen. Sie ermittelt und findet eine heiße Spur. 





Nach "Kieler Sprotte" hat mich Cornelias Leymanns genialer Erzählstil so begeistert, das ich gleich im Anschluss ihr Buch "Moin, Moin" lesen musste.

Das Buch beginnt mit Hertha, die in Laboe gut eingeölt im Strandkorb sitzt und die Schiffe beobachtet. Das tut sie eine geraume Zeit, sogar am Abend sitzt sie noch genauso da und bekommt eigentlich gar keine Sonne mehr ab. Kein Wunder, sie merkt es ja nicht mehr, denn sie ist mausetot.
Ihr Leben hatte mit dem Tod ihres Gatten Heinz eine jähe Wendung genommen und Hertha hat sich in ihrem edlen Zuhause nicht mehr wohlgefühlt. Ihrer Freundin Edeltraut ist es zu verdanken, das Hertha erst mal einen Urlaub unternimmt. Dort soll sie sich erholen und wieder Lebensmut gewinnen. 
Hertha lernt einen netten Mann kennen und gerät damit ihrer Nebenbuhlerin Marlene in die Quere. Auch der ältere Mann Ernst hat ein Auge auf Hertha geworfen. Eigentlich ist er Heiratsschwindler, aber nun hat er sich auch verliebt.

Auch dieser Band ist auf seine Art charmant witzig und hat mich wieder gut unterhalten. Es ist humorvoll, geht auf die menschlichen Vorstellungen von Ehe und Partnerschaft ein und bringt damit eine Krimihandlung in Gang, die mit interessanten Wendungen überrascht. 


Besonders schön sind die Einblicke ins Kreuzfahrtgeschäft und Herthas Ausflüge nach Westerland, Föhr und Laboe sind vergnügliche Erlebnisse, die man gerne miterlebt. Jedoch: das Böse im Menschen ist immer mit dabei. In diesem Fall gibt es mehrere Böse und auch die gute Ehefrau Edeltraut geniesst ihre Freiheit fern von Küche, Haus und Ehemann Rudi. 



Mit vergnüglichen Sprüchen kann man auch dieses Buch geniessen und dem Mörder auf die Spur kommen.  Die "Kieler Sprotte" hatte allerdings noch etwas mehr zu bieten. 
 



Samstag, 10. Juni 2017

Kieler Sprotte - Cornelia Leymann

Wer zuletzt lacht, lacht am besten!


"Kieler Sprotte" ist Küsten Krimi von Cornelia Leymann aus dem Emons Verlag von 2014.
[Werbung nach § 2 Nr. 5 TMG]
 
Frau Wegener ist tot. Das ist blöd, nicht nur für Frau Wegener, sondern auch für ihren Bridgeclub, der sich nun mehr oder weniger kopflos wöchentlich trifft. Dabei hatte alles so hoffnungsfroh begonnen, als Frau Wegener ihren Gatten verließ, um es noch einmal so richtig krachen zu lassen. Aber alles, was am Ende kracht, ist ein Auto – und zwar in Frau Wegener. (Klappentext)






"Zebrastreifen sind ja im Grunde beinahe ausgestorben, auf bundesdeutschen Strassen jedenfalls, die Zebras haben ihre vermutlich noch." Zitat S. 8

Bei diesem Buch habe ich Tränen gelacht, wie hier alles mögliche durch den Kakao gezogen wird, ist zwar bissig, aber wirklich lustig.
Das Besondere an diesem Buch: Der Leser wird direkt angesprochen und man hat das Gefühl, die Autorin steht neben einem und plaudert vor sich hin. Wie eine alte Bekannte, die mit mir klönt. Das ist herrlich!  

Inhaltlich möchte ich nicht zuviel verraten. Im Großen und Ganzen zeigt die Autorin hier zwar klischeehaftes, aber auch typisches Genderverhalten auf. Sozusagen Männerverhalten versus Frauenverhalten. Dabei wird der Kern der Wahrheit wunderbar getroffen und das Rollenverhalten wird sarkastisch und lebensecht auf die Schippe genommen. Frauen lieben ihr sauberes, trautes Heim, Männer lassen sich gern bedienen und für sie ist ihr Auto das Größte. 
Bei dieser Lektüre habe ich mich köstlich amüsiert und es gibt einige Formulierungen, die ich genussvoll zweimal gelesen habe. 

"Der eigentliche Vorteil eines Geliebten gegenüber einem Ehemann ist, dass er nicht bei dir wohnt. Ehemänner müssen bekocht, bewaschen und bebügelt werden, bei den Geliebten bekommt man den Mann fertig geputzt frei Haus." Zitat Seite 129  

Es geht hier nicht nur der Institution Ehe an den Kragen, auch die Straßenplanung, das Beamtentum und die Kieler Woche wird gehörig auseinandergenommen. Ortskundige werden hier sicherlich ganz besonders viel Spaß haben. 

Zu den wundervollen Charakteren zählen die Bridge spielende Frau Wegener, die zunächst ihren Mann verlässt und dannleider verstirbt. Herr Wegener, der in Ermangelung seiner Frau eine neue Putzhilfe sucht und eine neue Frau findet, nämlich Frau Martha. Frau Martha, die sich eigentlich mehr in das Häuschen von Herrn Wegener verliebt als in ihn. Ein schwules Pärchen, das seine Beziehung völlig klischeemäßig lebt und sich ebenso kleidet.  
Die Krimihandlung ist nicht vordergründig angelegt, aber sehr interessant zu verfolgen.

Wer einen echten Krimi sucht, sollte hier die Finger von lassen. Wer aber gerne lacht und satirische Lektüre mag, liegt mit diesem Buch genau richtig. 
Herrlicher Humor, treffend, bissig und böse geht es hier zu! Ein echtes Leseerlebnis! 


Samstag, 22. April 2017

Fisch und fertig - Ute Haese

Gemächliche Ermittlung vor schöner Ostseeatmosphäre, dafür humorvoll ausgearbeitet.

 

"Fisch und fertig" heißt der fünfte Band dieser Küsten Krimi Reihe von Autorin Ute Haese aus dem Emons Verlag, der 2015 erschien. [Werbung]

Selbstmord oder Mord? Das soll Privatdetektivin Hanna Hemlokk nun herausfinden. Ihre Liebesgeschichten schreibt sie weiterhin, aber zum Lebensunterhalt braucht sie halt noch diesen Job als Private Eye. Als ihre Freundin und Restaurantbesitzerin Inge immer mehr Dekogegenstände von den Tischen gestohlen werden, überlegt sich Hanna auch dafür einen Plan, der für schnelle Abhilfe sorgt.  





"Natürlich hatte es einen Höllenärger gegeben. Der Reiseleiter hatte getobt wie Rumpelstilzchen auf Droge, während die Diebin bleich wie ein Grottenolm in sich zusammengesackt war." Zitat Seite 160

Nachdem ich gerade den vierten Band dieser Krimireihe gelesen habe, waren mir die Personen inzwischen sehr vertraut. Es ist jedoch ein eigenständiger Band, für Neueinsteiger werden die personellen Verknüpfungen im Buch gut deutlich.

Wieder sind es die humorvoll bissigen Sprüche und die lockeren Wortspiele, die mir gut gefallen haben. Auch wenn ich die sehr gemächliche Ermittlung der Detektivin als zu kostenintensiv ansehe, so steht doch das Zwischenmenschliche eher im Fokus der Handlung. Miss Private Eye Hanna Hemlokk ist schon etwas speziell, aber sehr sympathisch. Auch ihre Schildkröten sorgen wieder für unterhaltsame Neuigkeiten. 

Hanna Hemlokk ist nicht gerade eine Ermittlerin, die man auf gefährliche Fälle ansetzen würde. Sie beschäftigt sich auch eher mit kleinen Delikten.  Doch mit diesem Todesfall geht sie sogar auf Mörderjagd. Dabei hat sie schon so ihre eigenen, etwas speziellen Methoden, bei denen man als Leser die Augen verdreht und auf guten Erfolg hofft. Ihre Internetrecherche hätte jedes Kind mit PC ebenso erledigen können. Auch schiebt sie ihre Nachforschungen immer wieder auf und verfängt sich in Nebensächlichkeiten oder geht erstmal einer Mahlzeit nach. Doch am Ende findet sie des Rätsels Lösung und enttarnt den Täter. Ein wenig Glück und Mithilfe ihrer Freunde ist da auf jeden Fall hilfreich.

Deswegen ist die Ermittlung auch eher unspektakulär und schon fast nebengleisig. Die Handlung führt durch die schöne Gegend nahe der Ostsee und zeigt die Essleidenschaft der Protagonistin. Dorsch, Aal und Maräne sind die schmackhaften Ergebnisse der Küstennähe und auch sonst ist der Tisch bei Hanna immer reich gedeckt. Das wissen auch ihre Freunde, die ebenso nette Typen sind und genauso zur Beschaulichkeit der Situation beitragen.

Einige Szenen erschienen mir etwas langatmig, die Spannung ist nicht sehr ausgeprägt, doch bei dieser Reihe darf das den Leser nicht stören.  


"Fisch und fertig" hat mich humorvoll unterhalten und daher vergebe ich gute 3 Sterne. Für eine Strandkorblektüre an der See eine geeignete Lektüre, die Appetit auf diverse Fischgerichte macht. 





Donnerstag, 20. April 2017

Grätenschlank - Ute Haese

Zwischen Schampus und Fischbulette


"Grätenschlank" heißt der vierte Band der Küsten Krimi Reihe von Ute Haese um ihre Privatermittlerin Hanna Hemlokk. Dieser Krimi erschien 2014 im Emons Verlag. [Werbung nach § 2 Nr. 5 TMG]

Die schöne Daphne Merkenthal starb während einer Betriebsfeier
der "FettKillerKompagnie" durch einen Champagnersäbel. War es
wirklich nur ein Unfall, der dort im Herrenhaus Hollbakken geschah? Zweifellos ein mysteriöser Fall für Hanna Hemlokk, die selbst ernannte Privatdetektivin und Liebesgeschichtenautorin aus dem hohen Norden. 





"Mit dem richtigen Trommelfeuer an Marketing lässt sich eben alles verkaufen. Auch ein Fettzellenkillergel mit integriertem Hautstraffungsmodul für die jung gebliebene Frau im allerbesten Alter." Zitat Seite 64

Dieser Krimi hat mich anfangs mit seinen kauzigen Figuren, vielen humorvoll bissigen Sprüchen und lockeren Wortspielen sehr für sich eingenommen. Miss Private Eye Hanna Hemlokk ist eine ganz besondere Frau, deren Gedanken man dank innerer Monologe gut mitverfolgen kann. Sie ist häufig ironisch und zeigt ihre Sicht auf hormongesteuerte Männer, diätsüchtige Frauen und andere Unsympathen.

Hinter der Story steckt die ausgefallene Idee, ein weibliches Opfer auf einer Betriebsfeier des FKK durch einen Champagnersäbel umbringen zu lassen. Ob Unfall oder Mord, das muss erst noch geprüft werden.
Die Ermittlungen führen Hanna in das Herrenhaus Hollbakken, in dem sich die FettKillerKompagnie getroffen hat. Es geht jedoch nicht nur um Gewichtsprobleme, sondern auch um andere Vorlieben, die die Teilnehmer hier ausüben.
Ich musste häufig schmunzeln, denn die Autorin legt ihren Figuren schon sehr amüsante Worte in den Mund. Im Ganzen wurde das aber schliesslich auch ermüdend und einfach zuviel des Guten. Ein paar weniger Geschwätzigkeiten bei den Befragungen hätten der Handlung gut getan.

Bei den Charakteren ist eine breite Palette aller Wesenszüge vertreten, ob Dandy, Callboy, blonde Hausfrau oder fürsorgliche Eltern, alles ist vertreten.  
Die Krimiermittlung glänzt nicht durch hohe Spannung oder schwierige Täterfindung, dafür erlebt man aber die Schleswig-Holsteinische Gegend aus nächster Nähe mit, Ostsee, Fischbrötchen, Tee und Bootstour inbegriffen.

Mir haben die unnötigen Nebenhandlungen in Form von Schildkrötenentführung oder Mordversuch durch eine Gräte in einer Fischbulette ein wenig die Lust am Buch genommen, auch wenn ich es eigentlich gern gelesen habe.


 
Als Strandkorblektüre kann ich dieses Buch mit hohen Unterhaltungswert und reichlich Humor empfehlen, als reiner Krimi jedoch eher zu schräg.  



Freitag, 15. April 2016

Dreimal Tote Tante - Krischan Koch

Humorvoller Küstenkrimi mit Sprachwitz, fußkranken Frauen und einer ominösen Sexhotline. Aber für Jugendliche durchaus geeignet!

 

Dreimal Tote Tante von Krischan Koch ist der 4. Band einer Reihe um Ermittler Thies Detlefsen aus Fredenbüll. Der Küsten-Krimi erscheint 2016 im dtv.

Im verschlafenen Fredenbüll in Nordfriesland herrscht große Aufregung, denn im Jauchebecken von Schweinezüchter Schlotfeldt wird eine Frauenleiche gefunden. Dann verschwindet auch noch Pensionswirtin Renate und findet sich angekettet in einem muffigen Kellerloch wieder. Der Mordfall bringt neue Arbeit für Polizist Thies Detlefsen und mit seiner Kollegin Nicole Stappenbek aus Kiel ermittelt er und wird schnell erneut fündig: eine weitere Leiche und ein totes Schwein schwimmen im Güllebecken. Wer steckt hinter dieser Schweinerei?


Schnell wird klar, dass der Leichenfund zwar eine ekelhafte Sauerei ist und leider ein Menschenleben gefordert hat, aber das kleine Polizeirevier von Thies Detlefsen am Leben hält. Denn viel Kriminalität gibt es in diesem friedlich verschlafenen Dorf nicht und man befürchtet schon die Schliessung des Reviers.

Als es dann an die Ermittlungen geht, geraten die Friesen ins Schwitzen. Hier scheint wohl ein völlig Irrer am Werk zu sein, ein Frauenmörder, der die Frauen hasst. Die Dorfgemeinschaft ist beunruhigt und der Tratsch bringt so manche versteckte Wahrheit ans Licht. Da geht es um Schweineseuche, Tote Tante und eine merkwürdige Krawatte in Nordfriesischen Farben. Aber noch mehr erschüttert Thies die Erkenntnis, dass es eine Sexhotline live aus  Fredenbüll gibt.
 
Die Ermittlungen machen beim Lesen Spaß, man lauscht dem Platt der Einheimischen oder dem Sächsisch der zugereisten Mandy, ihrer Zeit erfolgreiche Eiskunstläuferin der DDR. Das bedeutet viel Wortwitz, plattdeutsche Attitüden und wortkarge Dialoge. Man fühlt sich durch die stimmungsvollen Beschreibungen sofort an die Küste "gebeamt". Die Charaktere sind vielfältig, stimmig und voller Ecken und Kanten. Man muss so einige richtig gern haben. 


Das hier viel Rum ausgeschenkt wird, wenn auch versteckt in der Toten Tante, macht den Bewohnern nichts aus. Sie vertragen eine Menge. Dazu gibt es ja auch immer ordentlich Fischbrötchen oder das neue Putenschaschlick Hawaii aus der "Hidde Kist", dem Dorfmittelpunkt sozusagen. Hier wird über das Wetter oder eben über die verschwundenen Frauen geredet. Dorfleben halt!

Dieser unterhaltsame Krimi liest sich so richtig schön - dass die Leichen nach Gülle riechen, bekommt man beim Lesen ja nicht mit. Die Spannung ist vorhanden, man entdeckt den Täter schon recht früh, aber das ist hier auch nebensächlich. Hauptsache, er wird gefunden und die Frauen können wieder freien Fusses durch Fredenbüll spazieren!


Dieser Krimi hat mir schöne Stunden geschenkt. Ich sehnte mich gleich nach der Nordsee, habe die vielen leckeren Fisch- und Krabbenbrötchen vor Augen gehabt, die Tote Tante hat mich völlig kalt gelassen, aber die Protagonisten haben mich unweigerlich mitgerissen in die heitere und ländliche Mordermittlung und das beschauliche Leben in Fredenbüll. Absolute Empfehlung für diesen Krimi, der Urlaubsgefühle weckt.  

 

     ***Leserundenexemplar von lovelybooks - Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Buches und den Autor für die nette Leserundenbegleitung!***