Samstag, 19. Mai 2018

Kluftinger - Klüpfel/Kobr

Auch wenn ich ein Fan von Opa Klufti bin, so ist dies leider nicht der stärkste Band der Reihe.


"Kluftinger" von Volker Klüpfel und Michael Kobr ist der 10. Band der Krimireihe aus dem Ullstein-Verlag

An Allerheiligen begleitet Kommissar Kluftinger seine Familie mit den neuen Enkelkind auf dem Friedhof und entdeckt zu seinem großen Schrecken auf einem Grab ein Holzkreuz mit seinem Namen. Ist das nur ein schlechter Scherz oder hat es jemand wirklich auf ihn abgesehen? Die Familie und die Kollegen sind alarmiert und Klufti begibt sich auf eine Gedankenreise in seine Vergangenheit. 


Ich bin bekennender Fan des granteligen Kommissars aus dem Allgäu und finde die Reihe einfach hervorragend. In diesem Band lernt man den Kommissar noch besser kennen, besondere Umstände einer Morddrohung sorgen für eine Gedankenreise in die Vergangenheit Kluftis. 

Denn Klufti versucht, dahinter zu kommen, wer es auf ihn abgesehen haben könnte und lässt dazu verschiedene Phasen seines Lebens Revue passieren. Wer könnte aus einem alten Fall noch so einen Haß auf sich geladen haben, um ihm nach seinen Leben zu trachten?

Dank der Rückblenden erfährt der Leser einige private Details wie seinen lange als Geheimnis gehüteten Namen, den er nur zu gern verschweigt. Nun wissen wir, wie die Vorstellung seiner Erika  bei seinen Eltern vonstatten ging und wie er gemeinsam mit seiner Jugend-Clique ein schreckliches Erlebnis hatte, das für ihn das prägende Schlüsselerlebnis für seinen Berufswunsch wurde. 
Aber auch die familiären Erlebnisse der Gegenwart mit seinem ihm doch sehr ähnlichen Vater und mit seinem Enkelkind gehören für mich zu den besten Stellen des Buches, denn sie sind machen es zu einem humoristischen Lesevergnügen. 
Hier möchte ich den Autokauf, die Einschlafszene mit dem Enkelkind und das Hüten des Hundes erwähnen, die mich sehr zum lachen gebracht haben. So kennt und liebt man Klufti. Er ist und bleibt ein Familienmensch, dem seine Lieben am wichtigsten sind, auch wenn er das so nie offen zugeben würde. 

Aber von der kriminellen Handlung her gesehen hebt sich dieser Krimi entscheidend von den bisherigen ab. Die Spannung ist nur unterschwellig vorhanden, man versucht, einen bestimmten Täter hinter dieser Drohung auszumachen und ist dazu nicht in der Lage. Zu difus tauchen die möglichen Verdächtigen z.B. aus dem Schutzpatron-Fall auf und man kann sich keinen Reim darauf machen.  

Auch wenn dieser Krimi flüssig zu lesen ist, er den gewohnten Humor beeinhaltet und mit den persönlichen Beziehungen des Kommissars gut unterhält, der entscheidende Funke hat gefehlt. Genau wie der Kommissar irrt man durch ein verwirrendes Durcheinander und kann die Bedrohung nicht real erfassen. Es geht in einen Geheimgang in der Kirche, man sieht die verbrannte Leiche einer Lehrerin auftauchen und erhält mit dem Hinweis auf den Monstranz-Fall auch keine erhellende Lösung. Ganz im Gegenteil, es entstehen gleich mehrere Punkte, die für einen neuen Band die Grundlage bilden können. So endet das Buch auch mit einem neuen Cliffhanger, das Geschlecht und der Name des Enkelkindes ist ebenfalls noch ein Geheimnis, dass dieses Buch nicht aufgedeckt hat. 


Der als Jubiläumsband hochgelobte Krimi ist meiner Meinung nach in der Reihe der Krimi mit der geringsten Spannung und konnte mich nicht überzeugen. Doch als Klufti-Fan werde ich diese Reihe weiter verfolgen und freue mich auf Folgebände, denn die sind uns bei dem Ausgang wohl sicher.
 


***Herzlichen Dank an den Ullstein Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!** 




[Werbung nach § 2 Nr. 5 TMG]


Bücher der Kluftinger-Reihe:   

Kommentare:

  1. Huhu Barbara,
    ich bin auch ein Klufti-Fan - diesen Band habe ich noch nicht gelesen, freue mich aber schon sehr darauf, wenn er bei mir einziehen darf.
    Aber ich fand auch 'Grimmbart' von der Spannung her, was den Kriminalfall betrifft, echt lasch, dabei hätte da einiges Potential geherrscht.
    Da war ich von Himmelhorn im Gegenzug richtig angetan.

    Liebe Grüße,
    Linda

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    1. Liebe Linda,

      bei so vielen Bänden können eben nicht alle gleich richtig gut sein. Dieser hat viele sehr gute Bewertungen bekommen, was mich wundert, denn einige andere Bände sind eben wirklich besser. Das liegt sicherlich daran, dass die Leser noch nicht in deren Genuss gekommen sind. Grimmbart fand ich auch etwas langatmig.

      Liebe Grüße und danke fürs Reinschauen,
      Barbara

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  2. Liebe Barbara,

    ich mag den Klufti auch, muss aber Himmelhorn erst noch lesen, bevor ich mir eine Meinung zum aktuellen Buch bilden kann. Bei einer Buchreihe, die es über Jahre hinweg gibt, sind eben nicht alle gleich gut. Wenn sich die Tendenz aber weiterhin eher nach unten bewegt überlege ich mir meist, ob ich die Reihe weiterverfolge.

    Hab ein schönes Wochenende!

    Liebe Grüße
    Kerstin

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