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Dienstag, 25. Februar 2020

Steirerstern - Claudia Rossbacher

Überzeugender Krimi mit Einblick in die Volx-Musik-Szene

Der Krimi "Steirerstern" ist der 10. Fall aus der Feder von Claudia Rossbacher. Die Reihe erscheint im Gmeiner Verlag. 

Der Tod eines Bandmusikers im Murtal wirkt auf den ersten Blick wie ein Unfall, da man aber einen Mord nicht ausschließen kann, übernehmen die LKA-Ermittler Sandra Mohr und Sascha Bergmann den Fall. Die Bandmitglieder sind zwar geschockt, doch wie es in der Musikbranche so schön heißt: The show must go on". Also tritt die Band nach dem Tod von Luigi beim »Volx Open Air« in Spielberg auf, kurz darauf ist seine Freundin, die erfolgreiche Volkspop-Sängerin Jessica Wind verschwunden. Trägt sie eine Schuld am Tod ihres Freundes oder wurde sie jetzt selbst Opfer eines Verbrechens? 



Der regionale Charakter durch Dialekt und Landschaftsbeschreibungen sorgt wie immer in Claudia Rossbachers Krimis für die besondere Würze. In diesem Fall ist es eine Hommage an den Austropop, eine Art Schlagermusik mit Popmusik-Einflüssen in österreichischem Dialekt. 

Das Musikbusiness ist hart, wer Erfolg haben möchte, muss immer neue Lieder abliefern und sich seinen Fans auf den Bühnen mit großen Shows zeigen. Das lässt natürlich auch Stalker und Paparazzi nicht kalt. Diese negative Seite sorgt in "Steirerstern" für Probleme, denen sich die Sängerin Jessica Wind ausgesetzt sieht. Ein Stalker schickt ihr regelmäßig Briefe, ist er eine Bedrohung für Jessica und hat er etwas mit dem Tod von Luigi zu tun?

Dieser Krimiband ist privater als andere der Reihe, nicht nur Bergmanns Sohn David spielt dieses Mal mit, auch seine Tochter tritt in Erscheinung. Weil David in der Band von Jessica spielt, ist natürlich Bergmann befangen, was ihn aber nicht daran hindert, stets nachzufragen und sich in die Ermittlung einzumischen.  
Eine Erzählperspektive zeigt einen jungen Mann, der unter seiner alkoholkranken Mutter leidet. Er schwärmt für Jessica Wind und ist förmlich besessen von ihr. Er könnte der Täter sein, der Jessicas Freund auf dem Gewissen hat. Dieser Erzählstrang hat mir am meisten gefallen, weil er in die Seele eines Kranken schauen lässt.

Als Teamverstärkung sorgt die schwergewichtige Renate Puntigam für Unterstützung, sie legt einige tolpatschige Auftritte hin, die als Unterhaltungsfaktor zu werten sind. 
 

Die beiden Hauptcharaktere Sascha und Sandra sind inzwischen immer vertrauter miteinander, und  Sascha scheint inzwischen sein Macho-Gehabe etwas abgelegt zu haben. 

Der Krimi endet mit einer logischen Aufklärung und zusätzlich mit einem Cliffhanger. Weiter Fälle sind laut Autorin geplant, darauf freue ich mich.

Auch der 10. Band der Steirerreihe überzeugte mich durch sympathische Protagonisten, eine fesselnde Story und viel österreichisches Flair.


***Herzlichen Dank an den Gmeiner Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***  



Rossbacher, Claudia - Steirerquell 8

Mittwoch, 23. Januar 2019

Steirerquell - Claudia Rossbacher

Unterhaltsamer, aber auch fesselnder Regionalkrimi aus der Steiermark, bei dem es einen Psychopathen zu finden gilt.


"Steirerquell" ist der achte Band der Regionalkrimireihe von Claudia Rossbacher, die in der Steiermark spielt und sich um die Ermittlerin Sandra Mohr vom LKA in Graz dreht. Dieser Band erschien am 07.02.2018 im Gmeiner Verlag.  

LKA-Ermittlerin Sandra Mohr ist durch ihren Beruf einiges gewohnt, doch als ihre Freundin Andrea sie am Handy um Hilfe anfleht, ist sie erst einmal völlig schockiert. Gemeinsam mit ihrem Vorgesetzten Sascha Bergmann startet sie die Suche und beginnt zu ermitteln. Die erste Anlaufstelle ist ein Wellness-Hotel, dort wollte sich Andrea ein Wochenende in der Thermenlandschaft vergnügen. Kurz darauf wird eine verkohlte Frauenleiche gefunden, Sandra befürchtet das Schlimmste. 





Regionalkrimis lese ich immer gern und mit dem sympathischen Duo Sandra und Sascha bin ich der Handlung gern gefolgt und habe sie bei diesem sehr persönlichen Fall begleitet.

Im Laufe der Ermittlungen gelangen einige Geheimnisse an die Oberfläche, die Sandra durchaus so nicht erwartet hätte, obwohl ihr bewusst war, dass ihre Freundin Andrea eine Vorliebe für verheiratete Männer hat. Es ist ein sehr emotionaler Fall, die persönliche Betroffenheit von Sandra und die Sorge um ihre Freundin springen regelrecht auf den Leser über. Es wird schwierig, weil Sandra professionelles Arbeiten über ihre persönliche Befangenheit stellen muss. Doch das gelingt ihr recht gut.
Gleichzeitig sorgen Einblicke in Andreas Gefangenschaft für dramatische Momente, man kann ihrer scheinbar ausweglosen Situation nur tatenlos zusehen. Können Sandra und Sascha sie aus den Händen dieses Psychopathen befreien oder wird Andrea als Brandopfer enden?

Im Verlauf der Handlung zeichnen sich einige Verdächtige ab, doch man tappt im Dunkeln, weil man das Motiv des Täters nicht fassen kann. Auch Sandra und Sascha stochern recht lange ziemlich erfolglos nach einer hilfreichen Spur. Allerdings sind ihre Ermittlungen durch ihre persönlichen Wortspielchen und Neckereien auch sehr unterhaltsam zu lesen.
Dieses Mal erfährt man auch von Sascha Bergmann einige Neuigkeiten aus seinem Privatleben, die ihn in einem besonderen Licht erscheinen lassen. Er ist doch mehr Herzensmensch, als man es bisher vermuten konnte.

Claudia Rossbacher stellt ihren Krimi wieder mit lokalen Besonderheiten detailreich vor die Kulisse der Steiermark und man kann sich die Gegend gut vorstellen. Dieses Mal zeigt sie das Thermenland genauer. Einige österreichische Begriffe sorgen zusätzlich für Lokalkolorit, sie werden in einem Glossar am Ende des Buches näher erklärt.  

Der Krimi zeigt alltägliche Ermittlerarbeit, unwillige Zeugen und lässt durch einige private Einblicke reichlich Spannung und Unterhaltung zu. Aber am meisten konnten mich die Einschübe von Andreas "Behandlung" fesseln, dort liegen die Nerven durch die Ungewissheit förmlich blank.

Nur das Ende wird dann allerdings recht unspektakulär und schnell abgehandelt und wirkt damit nicht sehr überzeugend. 


Insgesamt hat mich dieser Steirerkrimi gut und spannend und mit einem genauen Blick auf die Gegend unterhalten. Auch die Weiterentwicklung der Ermittler hat dazu beigetragen.