Schöne Beschreibung einer zwar erfüllenden, aber auch arbeitsintensiven Lebensaufgabe einer bibliophilen Familie!
Petra Hartlieb erzählt in Meine wundervolle Buchhandlung aus ihrem eigenen Leben. Das Buch erschien 2014 im DuMont Verlag.[Werbung]
Petra Hartlieb und ihr Mann leben in Hamburg, lieben Bücher und führen
dort ein ruhiges angenehmes Familienleben. Die Leidenschaft für Bücher
war allerdings ausschlaggebend für ein großes Wagnis. Aus einer Laune
heraus bieten sie bei einer Versteigerung im Internet auf eine zum
Verkauf stehende ältere Traditionsbuchhandlung in Wien. Sie bekommen den
Zuschlag und stehen plötzlich vor ungeahnten Problemen, aber auch vor
ihrer eigenen Buchhandlung. Sie kündigen ihre Jobs, ziehen nach Wien und
wohnen erst provisorisch bei Freunden, später über der Buchhandlung.
Doch was so einfach klingt, ist mit Krediten, Trennungsschmerz vom Sohn,
unternehmerischen Sorgen und ganz viel Arbeit verbunden.
Petra Hartlieb berichtet mit einer lebendigen, ehrlich klingenden Art
von ihrem Traum von der Verwirklichung einer eigenen Buchhandlung.
Dabei ist sie durchaus selbstkritisch und stellt mit einigen Anekdoten
positive als auch negative Erlebnisse ihres Traumes realistisch dar.
Denn dieser Sprung ins kalte Wasser hat schon ein wenig
Abenteuercharakter und war für ihre Familie ein anstrengender Weg. Im
Umfeld ihres Ladens hat sie viele Freunde und Buchliebhaber getroffen
und kennen gelernt, die hilfsbereit und uneigennützig häufig zur Stelle
waren, wenn sie gebraucht wurden. Diese Tatsache hat mir sehr gut
gefallen und mich durch das ganze Buch hindurch mit einem zufriedenen
Gefühl begleitet.
Bei diesem Buch kann man keine spannende
Unterhaltung erwarten, es ist vielmehr eine Hommage an die Welt der
Bücher und ein Beispiel dafür, dass man mit viel Herzblut auch unmöglich
wirkende Dinge schaffen kann. Hier wird deutlich aufgezeigt, wie
schwierig es kleine private Unternehmen im bibliophilen Umfeld zur Zeit
der großen Online-Buchhändler haben. Der Konkurrenzkampf ist groß, die
Bequemlichkeit spielt eine Rolle, aber die persönliche Ansprache und die
Empfehlungen von echten Buchhändlern vor Ort sind immer noch Gold wert.
So hat es auch Petra Hartlieb erfolgreich geschafft, sich mit ihrer
Buchhandlung erfolgreich zu etablieren.
Sie leben in und über dem Geschäft und dieses bestimmt von Beginn an
nun ihr Leben als Familie. Es gibt keine gemeinsamen Ferien, die Kinder
müssen sich unterordnen und Familienleben findet häufig im Laden statt.
Der Leser bekommt einen Eindruck von den vielen Schwierigkeiten, die
das Geschäft mit den Büchern begleitet. Hier wird keine gemütliche
Lesezeit mit Leseexemplaren und Neuerscheinungen im eigenen Geschäft
beschrieben, es gibt Unmengen von angelieferten Büchern zu bearbeiten,
Bestellchaos, stressige Weihnachtsgeschäfte, Probleme mit
Computersystemen und auch schwierige Kunden. Das Alles ist mit viel
Arbeitseinsatz und Stress verbunden.
Die Hartliebs haben allerdings mit viel Eifer und Herzblut diese
Aufgabe angenommen und die Schwierigkeiten gemeistert. Es ist schlicht
und einfach ihr Leben als bibliophile Lebensaufgabe. Nur so können sie
Rückschläge und finanzielle Durststrecken überstehen und auf lange Frist
hin ein erfolgreiches Unternehmen aufbauen, das sie sogar noch auf ein
weiteres Geschäft ausweiten.
Dieses Buch ist eine wundervolle Lektüre für Bücherfreunde. Auch
macht es sehr deutlich wie wichtig persönliche Ansprache oder Beratung
im Buchgeschäft vielen Menschen noch heute ist. Es ist damit auch eine
Mahnung an alle Online-Käufer, die damit den Erhalt kleiner
Buchhandlungen sehr gefährden.
So friedlich das Meer ist der neue Roman von Autorin Brigitte Beil. Er erscheint im Mai 2015 im btb Verlag. [Werbung]
Nach der Lektüre von Das Ende der Regenzeit und Eiswinter bin ich ein Fan der Autorin und musste dieses Buch unbedingt lesen. Ich wurde nicht enttäuscht und fand ihren unnachahmlichen Erzählstil wieder ganz wunderschön.
Eifersucht ist Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.
Camilla Costa ist 24, lebt im italienischen Vicenza und beginnt ihre
berufliche Laufbahn in einer Werbeagentur. Ihr Chef Paolo ist bekannt
für seine Frauengeschichten und entdeckt schnell die neue Mitarbeiterin.
Es kommt zu einer heißen Affäre, die aber ebenso schnell wieder endet.
Das wird in Italien als eine alltägliche Sache angesehen, die Camilla
locker sehen soll, so sagt sogar ihre Mutter. Camilla fühlt sich zwar
etwas gekränkt, nimmt es aber als gegeben hin.
Später ist
Camilla glücklich verheiratet, hat zwei Kinder und liebt ihren Gianni
über alles. Bis sie Paolo wiedersieht. Sofort fällt ihr die Kränkung
wieder ein und sie befürchtet, dass Gianni ebenfalls wie Paolo ein
großer Schürzenjäger sein könnte.
Brigitte Beil entführt in ihrem neuen Roman gefühlsmäßig so genau in
die Welt der Eifersucht, dass man mit der Protagonistin Camilla sofort
mitfühlt. Auch wenn man ihr Misstrauen gegen ihren Mann für grundlos und
übertrieben hält, wird man unweigerlich mitgenommen auf eine Reise nach
Vicenza und München und versinkt im Sog dieser Geschichte. Das liegt
einerseits am wunderbaren Schreibstil der Autorin und andererseits an
den liebenswürdig angelegten Charakteren, die einem schnell ans Herz
wachsen. Aber auch die landestypischen Besonderheiten wie zum Beispiel
die italienische Lebensfreude und die kulinarischen Genüsse verlocken
zum Verschlingen der Lektüre.
Mit ganz viel italienischer
Leidenschaft, Familienzusammenhalt und dramatischen Ereignissen wird
man von der Geschichte angezogen und sieht wie die ziemlich spröde
wortwitzige Camilla zunächst recht unbedarft in die Affäre mit Paolo
hineinschlittert und es dann auch genießt. Einmal auf den Geschmack
gekommen, lernt sie die Liebe ihres Lebens kennen.
Doch aus ihrer Sicht
könnte auch ihr Mann Gianni zu solchen treulosen Taten fähig sein. Mit ihren
haltlosen Verdächtigungen, beginnend durch ihre Einsamkeit und das
Warten auf den Ehemann, steigert sich Camilla in regelrechte
Eifersuchtsdramen hinein, die letztendlich die Ehe zerstören. Das
Vertrauensverhältnis ist zerrüttet und Gianni geht. Camilla wagt einen
Neuanfang in München. Erst diese Zeit lässt Camilla reifen und ihre
Fehler einsehen und verstehen.
Diesen Erfahrungsprozess fängt Brigitte
Beil mit Menschenkenntnis und überzeugenden Worten gut ein und gibt den
Gefühlen einen Raum für Melancholie, Einsamkeit, Kränkung, aber auch für
Freude in einer Ehe oder Familie.
Es ist ein warmherziger Roman, der
die Entwicklung einer jungen Frau zeigt. Ein Roman, der durch Gefühle
gefangen nimmt und gut unterhält. Das Einzige was mich gestört hat, sind
einige Längen im Mittelteil, die sich um Randfiguren drehen. Ansonsten
habe ich den wunderbaren Erzählstil der Autorin wieder sehr genossen.
Ein
schön erzählter Roman mit viel italienischer Atmosphäre, echten Machos
und einer Frau, die auf Irrwegen ihren Platz im Leben findet.
***Rezensionsexemplar vom Bloggerportal - Vielen Dank für die Bereitstellung des Buches!***

Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr!
Der heitere Frauenroman Männer sind die besseren Väter ist das
Erstlingswerk von Autorin Beatrix Mannel, der im Juli 2015 erstmalig
im dotbooks Verlag aufgelegt wird.
Eva und Nick haben ein Baby bekommen und nun ist die Kunst des
Papa-Seins für Nick das große Ereignis. Seine Rolle als stolzer Vater
von Max nimmt er sehr ernst. Er schreibt Eva sogar vor was sie essen
und trinken soll, damit der Stammhalter ja keinen Schaden nimmt. Das
geht Eva dann doch zu weit. Sie möchte trotz Kind weiterhin in ihrem
Wäscheladen arbeiten. Ihre Krankenhausfreundin Carla ist ebenfalls
Mutter eines Sohnes und ihr eine große Stütze als Tagesmutter. Doch
wieso verstehen sich Nick und Carla so gut? Und warum sehen sich Max und
Joshua eigentlich so sehr ähnlich?
Diese Geschichte ist sehr erfrischend geschrieben, es gibt viele lustige
Szenen über die man schmunzeln kann und die Probleme und Erlebnisse von
jungen Müttern sind anschaulich beschrieben. Hier findet sich jede
Mutter in Bezug auf einige Erlebnisse aus ihrer eigenen Baby-Pause
wieder. Sei es der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel mit blähender
oder wund machender Wirkung, der Kräfte zehrende Schlafentzug oder die
unstylische Schlabberkleidung einer stillenden Mutter. So oder so
ähnlich hat es jeder mal erlebt der Kinder hat.
Doch bei Eva und
Nick stecken noch mehr Dinge dahinter. Die möchte ich aber nicht
verraten, sonst ist die ganze Spannung dahin. Ich kann aber versprechen,
dass es zu turbulenten Aktionen kommt, einer spontanen Reise nach
Amerika und im Baby-Chaos immer wieder Überraschungen folgen, die man so
nicht erwartet.
Die Charaktere unterhalten ungemein gut. Da
gibt es einerseits schräge Typen, über die man eher den Kopf schüttelt
und dann eben Eva, die sehr natürlich erscheint und als sympathische
Protagonistin einfach gut gefällt, weil sie es allen recht machen will.
Besonders
genossen habe ich den schönen Schreibstil, der locker und mit viel
Humor durch die Geschichte führt. Hier erlebt man hautnah mit, wundert
sich über manche Personen oder freut sich einfach nur über die jeweilige
Situation im Buch.
Ein heiterer Roman, der den Leser in
die schwierige Phase der Familiengründung führt und Problematiken
aufzeigt, die vielleicht nicht jeder schon einmal erlebt hat. Gute
Unterhaltung ist vorprogrammiert!
***Rezensionsexemplar von lovelybooks - Vielen Dank für die schöne Leserunde mit der Autorin!***
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Friedrich Ani begibt sich in seinem Kriminalroman Der namenslose Tag auf die Suche nach dem wahren Grund einer angeblichen Selbsttötung. Der Krimi erscheint 2015 im Suhrkamp Verlag.
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Anspruchsvoll geschriebener Kriminalroman mit melancholischer Sicht auf das Leben!
Kurz nach seiner Pensionierung erwacht in Ex-Kommissar Jakob Franck
wieder sein ureigener Ermittlerinstinkt. Eigentlich will er jetzt nichts
mehr mit Toten zu tun haben, denn seine berufliche Aufgabe, Familien
Todesnachrichten zu überbringen verfolgt ihn gedanklich noch immer. Doch
gerade jetzt holt ihn ein alter Fall von vor 20 Jahren ein. Der Vater
eines erhängten Mädchens, Ludwig Winther, meldet sich bei ihm und bittet
ihn um erneute Untersuchung des Todesfalles. Er glaubt nicht an
Selbstmord. Wie geht es nun weiter? Kann sich Franck noch einmal mit dem
Tod auseinandersetzen? Oder geniesst er lieber seine wohlverdiente
Ruhe?
Friedrich Ani hat in diesem anspruchsvollen Krimi mit seinem
Ex-Kommissar Jakob Franck eine ungewöhnliche Figur beschrieben, die
besondere Charakterzüge und Angewohnheiten besitzt. Franck, seit 2
Monaten pensioniert, ist jemand, der von Berufs wegen den Tod der Opfer
übermittelte und den Angehörigen in ihrer Trauer beistand, indem er
einfühlsam ihren Geschichten zuhörte.
Er nennt es
Gedankenfühligkeit, wenn er die Gedanken der Täter oder Opfer
nachvollzieht. Ich würde es Bauchgefühl nennen und vielleicht eine
psychologische Aufarbeitung der Geschehnisse. Auf jeden Fall verfolgen
ihn diese Gedanken über die Todesfälle bis in sein Heim, seine Ehe ist
seit längerer Zeit geschieden und richtige Hobbies hat Franck bis auf
Internet-Poker auch nicht. So hat er viel Zeit und schnell erwacht sein
Ermittlerinstinkt und sein Interesse an dem Fall und er nimmt die
Nachforschungen im Fall der 17jährigen Esther Winther auf.
Mit
Einfühlsamkeit und Fingerspitzengefühl kommt Franck an Wahrheiten heran,
die eigentlich verschwiegen wurden, baut Barrieren ab, wenn Angehörige
die Mauern ihres Schweigens nicht brechen wollen. Er fühlt tief in ihr
Innerstes, ohne auszufragen oder zu bedrohen. Manchmal ist er einfach
nur da und die Personen öffnen sich ihm.
Auch im vorliegenden
Fall von Esther gibt es viel Schweigen und den Verdacht eines sexuellen
Missbrauchs als Motiv für den Selbstmord. Feinfühlig werden auch nach
20 Jahren in den Beteiligten Erinnerungen geweckt und so kommt langsam
Licht ins Dunkel.
Der Erzählstil des Autors ist sprachlich
brillant und zeigt deutlich seine literarischen Fähigkeiten. Er
verwendet eine unaufgeregte Sprache und füllt die Geschichte mit einer
melancholisch wirkenden Atmosphäre. Ruhig, mit tiefgründigem Blick auf
und hinter die Fassade der Menschen und mit fast philosophischen
Betrachtungen ergründet der Protagonist den vorliegenden Fall. Dazu gibt
es lange verschachtelte Sätze, es werden Personen befragt, die in
irgendeiner Form mit der Toten zu tun hatten. Diese Fülle ist manchmal
etwas erschwerend zu lesen, denn nicht alle Befragten haben Kenntnis von
weiterführenden Spuren. Aber so ist die Realität bei Ermittlungen nun
mal.
Jakob Franck wird mir mit seiner Art wie er auf fremde
Menschen zugeht und für sie da ist, sympathisch. Man bewundert ihn für
diese Fähigkeit. Dabei ist er kein fröhlicher oder positiv wirkender
Mensch, sondern einfach ein ruhiger Zuhörer. Eigentlich wünscht man ihm
privates Glück, doch das passt stilistisch nicht in die düstere Szenerie
der Mordermittlungen des Friedrich Ani hinein. Hoffen wir auf weitere
Fälle, die Licht in dunkle Geheimnisse bringen.
Dieser
außergewöhnliche Krimi besticht durch den speziellen Ermittler und
seine beeindruckende individuelle Sprache. Ein Hauch von Melancholie
schwebt über der Geschichte, auf die man sich lesetechnisch einlassen
sollte.
***Rezensionsexemplar von vorablesen - Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Buches!***
Witzig, unterhaltend und eine Menge Chaos mit dem unvergleichlichen Sams und seinem Papa!
Gestern habe ich in einer Kinderbuchkiste beim Aufräumen dieses wunderbare Buch wieder entdeckt. Meine Kinder hatten damit viel Spaß und wir waren alle Fans vom Sams.
Paul Maar hat mit der Folge Am Samstag kam das Sams zurück einen weiteren lustigen Band seiner erfolgreichen Reihe geschrieben. Das Kinderbuch erscheint im Oettinger Verlag. [Werbung]
Das Sams kehrt zu Herrn Taschenbier zurück, natürlich an einem Samstag, der Name sagt es ja schon!
Das
Glück ist auf beiden Seiten spürbar, wie Vater und Sohn kommen sie
wieder zusammen und haben Spaß miteinander. Wie gut, dass das Sams eine
Wünschmaschine hat, die es mit seinem Papa munter nutzt. Aber leider
verpuffen wieder viele Wünsche im Nichts und so reiht sich eine
Katastrophe an die andere. Ich will nur so viel verraten, sie landen auf
einer einsamen Insel.
Mit dieser Geschichte ist Paul Maar
erneut eine witzige Fortsetzung seines Sams-Klassikers gelungen, der Alt
und Jung gleichermaßen begeistert. Die unmöglichen Dinge zu lesen oder
vorgelesen zu bekommen, macht unheimlich viel Spaß und vergnügt die
ganze Familie.
Beste Unterhaltung ist garantiert!
Mordsgaudi mit Sofie
Blaues Blut ist der dritte Band nach Die kalte Sofie und Vogelfrei von Felicitas Gruber. Hinter diesem Pseudonym verbergen
sich die Autorinnen Brigitte Riebe und Gesine Hirsch. Der Krimi
erscheint 2015 im Gmeiner Verlag. [Werbung]
Es ist Hochsommer in München und der Asphalt glüht. Genauso wie die neu
erwachte Liebe zwischen der Rechtsmedizinerin Dr. Sofie Rosenhuth und
Hauptkommissar Joe Lederer.
Leider platzt der Leichenfund einer
Adligen in diese Romanze. Nun ist erst einmal arbeiten angesagt. Zu den
Angehörigen gehört auch noch ausgerechnet Sofies Verehrer, Charly
Loessl. Er war der Ex-Gatte der Toten und steht nun dringend unter
Mordverdacht.
Warum versteckt sich der smarte Polizeireporter, hat er noch mehr zu verbergen als seinen Adelstitel?
Dieser Fall belastet Sofie wirklich: einerseits sind die Mordfunde
wirklich ziemlich grausam, andererseits steht sie mal wieder zwischen
mehreren Männern. Joe, ihr Ex-Mann, für den sie im Moment wieder tiefe
Liebe empfindet, Charly, der ihr auch sehr sympathisch ist und den sie
für unschuldig hält und dann auch noch ein Schwarm aus ihrer Berliner
Zeit, Erik, ebenfalls Arzt und Pathologe. Für wen soll sie sich jetzt
entscheiden und wie geht die Aufklärung des Falles vonstatten?
Dieser
dritte Band ist mal wieder gespickt mit interessanten pathologischen
Untersuchungen, viel bairischer Mundart und flotten Sprüchen. Dabei sind
die Erlebnissen von Sofie, ihrem halben Mops Murmel (die andere Hälfte
gehört Kollegin Elke) und anderen Charakteren des Buches erheiternd und
unterhaltend.
Die Figuren dieser Reihe wachsen einem wirklich ans Herz.
Besonders
gefreut habe ich mich über Sofie mit ihrer sie ermahnenden inneren
Stimme, die für eine Gewichtsabnahme durch Bewegung und Zurückhaltung
bei Kalorienbomben sorgen will.
Das gelingt Sofie natürlich nicht
sehr gut, den für gute ländlich bayrische Küche sorgt mal wieder Tante
Vroni, die gute Seele dieser Krimireihe und Helferin von Mensch und
Tier.
Die Autorinnen präsentieren mal wieder eine humorvolle,
aber dennoch spannende Geschichte, die Rätsel aufgibt. Alle Spuren
deuten ganz klar auf Charly hin, der ein echter Adeliger ist und laut
Ausweis Karl Maria Ritter zu Loessl heißt. Die Sache klärt sich
allmählich auf und man ahnt schon die näheren Zusammenhänge und damit
den Täter. Das tut der Spannung aber keinen Abbruch, die Lösung gefällt
trotzdem und die Unterhaltung ist mal wieder eine Mordsgaudi.
Die
Münchner Schauplätze und der Dialekt machen den Krimi zu einem
regionalen Erlebnis. Die Dialoge sind gut verständlich, sind mir aber
einen Hauch zu viel.
Schön eingebaut sind aber auch die
Tiergeschichten und die amorösen Abenteuer Sofies und anderer Figuren.
Dabei gelingt die Schilderung in amüsanter und unterschwelliger Weise,
die die Geschichte angenehm bereichert und belebt.
Der Humor kommt auch dieses Mal nicht zu kurz und so liest man gern und geniesst.
Ein
unterhaltsamer Krimi mit viel Lokalkolorit, einer sympathischen
Pathologin, Tierfreunden und Einblicken in die Welt des Adels. Gelungene
Fortsetzung einer tollen Krimireihe!
***Rezensionsexemplar vom Bloggerportal - Vielen Dank für die Bereitstellung des Buches!***