Freitag, 15. Mai 2015

 

Der letzte Heuler - Christiane Franke & Cornelia Kuhnert


 Ostfriesisches Trio ermittelt wieder

 

Das Autorenduo Christiane Franke & Cornelia Kuhnert hat seinen zweiten Regionalkrimi geschrieben. "Der letzte Heuler" spielt in Ostfriesland und erscheint im "rororo Verlag".


Rosa lebt als Lehrerin in Neuharlingersiel und hat schon viele Freunde gefunden. Es ist Sommer und sie beginnt mit einem figurverbessernden Laufprogramm. Als sie so über den Deich joggt, entdeckt sie einen Heuler, der eventuell von seiner Mutter verlassen wurde. Sie will Hilfe bei der Tierärztin holen, findet aber statt dessen die Leiche deren Ehemanns.
Er wurde mit einer russischen Waffe erschossen, deshalb glaubt die Kripo Wittmund an einen Täter mit Ostwurzeln. Rosa, Polizist Rudi und Postbote Henner halten das für Blödsinn und nehmen auf ihre spezielle Weise die Ermittlungen auf. Das geht nicht immer korrekt zu, führt aber dennoch zum Ziel. 

Nach dem 1. Band "Krabbenbrot und Seemannstod" geht es schon wieder munter weiter mit dem originellen Dreiergespann: Rosa, Rudi und Henner. Und wieder sorgen sie mit ihren speziellen urigen Charakteren für heitere Unterhaltung mit regionalem Flair. Einzelne plattdeutsche Dialoge zeigen gut verständlich den Stil der typisch ostfriesischen Unterhaltung.

Besonders gut gelingt den Autorinnen in diesem Buch die Schilderung der Natur, die mit Heckenrosenduft , frischer salziger Luft und lauen Sommerabenden lockt und die Beschreibung der örtlichen Köstlichkeiten wie frische Kutterscholle, Bratkartoffeln mit Krabben, Majestopf und Ostfriesentorte. Das macht echt Appetit und verlockt zu einem Kurzurlaub an der Nordsee. 
Auch Rosas Ausflug mit ihrer Schulklasse in die Aufzuchtstation der Seehunde verleiht der Geschichte den entsprechenden Regionalcharakter.

Dieser Krimi macht einfach Spaß, weil die Charaktere überaus humorvoll angelegt sind und auch ihre Ermittlungsmethoden nicht immer normal erscheinen. Rosa ist da eine ganz spezielle Person, die sich gern einmischt, überall dabei sein möchte und sich bei Männerabenden ziemlich aufdringlich einlädt. Doch es kann ihr niemand böse sein und so erfährt sie mit ihrer Neugier doch den einen oder anderen entscheidenden Hinweis zur Lösung des Falles.

Die Handlung wird durch Wendungen und Ermittlungsirrläufer interessant gestaltet und der Leser kann munter mitraten. Nun läuft das natürlich nicht so rasant ab wie in einem amerikanischen Krimi, in Ostfriesland ticken die Uhren halt noch langsam und bedächtig. Aber die gute Unterhaltung ist auf jeden Fall garantiert und erhält schon allein durch die Szenerien von Campingplatz mit Dixiklos, Fischereigenossenschaft und Dorfkneipenidylle einen unnachahmlich friesischen Touch.   

Wer die Nordsee liebt, gern Krimis mit regionalem Bezug liest und eine humorvolle Unterhaltung sucht, ist mit "Der letzte Heuler" gut beraten. Ein Krimi, der wirklich Spaß macht und ein originelles Ermittlertrio besitzt, das richtig süchtig macht auf nachfolgende Bände.

 

                 


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