Sonntag, 24. Mai 2015

Die letzten Tage von Rabbit Hayes - Anna Mc Partlin

Jugendroman über Sterben und Leben

                               

So spielt das Leben

 

"Alles, was ich möchte, ist, dass ihr offene Worte findet, dass ihr lacht, Geschichten erzählt und mich in guter Erinnerung behaltet."  S. 438

                 




In diesem Roman geht es um die krebskranke Rabbit Hayes, 40 Jahre alt und Mutter der 12jährigen Juliet, die in ein Hospiz gebracht wird, um zu sterben. Dabei lernen wir ihre Kranken- und Leidensgeschichte, ihre Familie und Freunde, aber auch ihr Leben kennen.







 

 
Anna Mc Partlin hat einen berührenden und emotionalen Roman geschrieben, der tiefe Einblicke in die Seele der todkranken Rabbit gibt, einer tapferen Frau, die trotz ihres schweren Schicksals sehr stark ist und ihre Familie in ihren letzten Lebenstagen enorm zusammen schweißt.  
 
Bei dieser Geschichte überwiegen nicht die traurigen Seiten der sterbenden Frau. Die Einblicke in ihr Leben und ihre Vergangenheit machen auch ein erfülltes Leben und erlebtes Glück bewusst. Außerdem erlebt man hier auch eine Familie, die mutig zusammen hält, die der Kranken mit Nähe und auch Humor über die schwere Zeit hinweg hilft und Hoffnung gibt. Denn die große Sorge der Rabbit Hayes gilt ihrer geliebten kleinen und dennoch sehr fürsorglichen Tochter, die sie verlassen muss. Ihre Zukunft liegt Rabbit am Herzen und sie möchte sie nach ihrem Tode gut versorgt wissen.

Die Charaktere sind in diesem Roman die großen Highlights. Sie werden mit vielen Stärken und Schwächen versehen und man lernt sie im Verlauf der Geschichte sehr gut kennen. Dabei hat mir besonders der humorvolle Umgang innerhalb der Familie gefallen. Dieser Humor, diese Liebe und Anteilnahme gibt selbst dem Leser Kraft und Stärke mit auf den Weg und das macht diesen Roman so außergewöhnlich eindrucksvoll und interessant.

Auch wenn der Tod von Rabbit von Anfang an dem Leser bewusst ist, so wird das Ende doch mit Spannung und Interesse erwartet. Dieser Roman reflektiert das Leben mit all seinen Höhepunkten und Schattenseiten. Er zeigt welch hohe Wertstellung Liebe, Freundschaft und ein enger Familienzusammenhalt im Leben haben. Das auch über den Tod hinaus ein geliebter Mensch nicht in Vergessenheit gerät, sondern das gemeinsam Erlebte in den Erinnerungen weiter lebt. 

Dieses Buch rührt zu Tränen, wenn man sich die Hilflosigkeit der Situation vor Augen führt, aber es weckt auch die Hoffnung auf ein "in der Liebe getragen sein-Gefühl" und das macht Mut auch über den Tod hinaus.


Ein außergewöhnlicher, bewegender Roman, der mich tief beeindruckt hat und ein ganz besonderes Leseerlebnis darstellt. Für mich eine ganz klare Leseempfehlung über ein dramatisches Schicksal und eine tolle Familie.

 

                
                        

 

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