Samstag, 16. Mai 2015

Seegrund - Klüpfel & Kobr

Japanischer Besuch nicht nur auf Schloss Neuschwanstein

 

Das Autorenduo *Volker Klüpfel und Michael Kobr* haben 2008 mit "Seegrund" ihren dritten Fall um Kommissar Kluftinger geschrieben.  Der Kriminalroman erscheint im *Piper Verlag*.











Kluftingers Sohn besucht mit seiner neuen Freundin Yumiko seine Eltern in der Vorweihnachtszeit. Natürlich soll auch das Schloss Neuschwanstein auf dem Besuchsprogramm stehen. Aufgrund der Fülle von Besuchern entschliessen sie sich, den Alatsee bei Füssen anzusteuern. Doch dort entdecken sie am Ufer einen Taucher in einer riesigen roten Lache. Was wie Blut aussieht, entpuppt sich als eine organische Substanz aus dem Bergsee. Schon ist Kluftinger in einen neuen Fall verwickelt.

Auch in diesem Krimi kommt wieder der typische Klufti zum Zuge und damit die gewohnte humorvolle Unterhaltung. Brummelig wie immer und etwas schrullig geht er in die Weihnachtstage, kauft Geschenke und versucht zu der japanischen Freundin seines Sohnes einfach nur nett zu sein. Das gelingt ihm mal wieder nur bedingt, was ja nicht weiter verwundert. Wie es die Autoren immer wieder schaffen, mit diesem Allgäuer Original Humor und gute Unterhaltung zu Papier zu bringen, bewundere ich in vollem Maße.


Nebenbei gibt es wieder einen spannenden Fall, der Wissenschaftlern Rätsel aufgibt und zu einer Spur in die Nazizeit zurückführt. Wurden hier Schätze auf dem Grund des Sees versenkt? Kluftinger hat eine neue Kollegin aus Füssen an seiner Seite, die mit männlicher Stimme und ordentlich Tatkraft den Fall gut unterstützt. Eigentlich ist sie Klufti ein ebenbürtiger Partner und seine zynischen Bemerkungen ihr gegenüber verwundern kaum, lassen aber den Leser schmunzeln.


Die sprachlichen Fähigkeiten der Autoren kommen nicht nur in den Dialogen und dem regionalen Sprachgegebenheiten zum Tragen, dieses Mal gibt es auch wissenschaftliche Informationen rund um das Forschungsteam und Einschübe in die Zeit der NS. Das die Thematik nicht zu kritisch wird, dafür sorgt schon Kluftingers Alltagsleben und seine Ermittlungen. Sein Ski-Ausflug mit der Familie ist lesenswert und die Erfahrungen beim Sushi kann man sich denken. Ich habe mich wieder gut unterhalten, den Fall neugierig verfolgt und tappte lange Zeit im Dunkeln, welche Schätze denn nur so zu finden sind. 

Dieser Krimi ist einfach ein Knaller. Wer Kluftinger noch nicht gelesen hat, sollte das bald nachholen. Der Fall ist in sich abgeschlossen und bietet beste Unterhaltung mit einer spannenden Krimihandlung.




 

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