Mittwoch, 2. September 2015

Ausgefressen - Moritz Matthies

Frech, witzig und absolut sympathisch: Erdmännchen ermitteln in der Menschenwelt!

 

Mit dem Roman Ausgefressen startete Autor Moritz Matthies seine Reihe aus der Erdmännchenperspektive. Dieses Buch erschien 2012 bei Scherz, einem Unternehmen des Fischer Verlages.

 

Bildergebnis für Ausgefressen buchErdmännchen Ray wohnt mit seinem vielköpfigen Familienclan im Berliner Zoo. Schon immer will er Privatdetektiv werden, denn Schnüffeln und Observieren liegt ihm genetisch im Blut.
Als der echte menschliche Privatdetektiv Phil im Zoo auftaucht und einen verschwundenen reichen Mann sucht, ist Ray mit seinem Spürsinn sofort dabei. Eine unterhaltsame Suche mit dem nicht ganz uneigennützigen Erdmännchenteam beginnt.


Aus der Erdmännchen-Perspektive

 

In erster Linie spielt in diesem Buch die Situationskomik der Tierdialoge die Hauptrolle. Die Krimihandlung ist eher nebensächlich und rückt fast in den Hintergrund.
Aus der Ich-Perspektive beschreibt Erdmännchen Ray herzerfrischend seine Sicht der Tiere im Zoo und auch die Handlungen der Menschen erscheinen wie eine Parodie. Menschliche Verhaltensmuster und Schwächen vergleicht er urkomisch mit denen seiner Zoogenossen. So erscheint dieses Buch wie ein Spiegel, der dem Leser vorgehalten wird. Denn auch die Erdmännchen haben Liebeskummer, buhlen um die ranghöchste Position ihrer Gruppe und unterliegen der Sucht des Konsumrausches.

Die Charaktere sind einzigartig und genial beschrieben. Dabei machen die frechen Sprüche in ihren Dialogen so viel Spaß, dass man dieses Buch innerhalb kürzester Zeit verschlingt und sich köstlich amüsiert.
Ray ist ein absolut sympathischer Tierheld mit kesser Schnauze. Er stellt die typischen Erdmännchenverhaltensmuster vor und erkennt die wichtigen Fähigkeiten seiner artfremden Mitbewohner im Zoo. Dieses Wissen nutzt er zur Ermittlung des Entführungsfalles und um der Dauergraberei der anderen Erdmännchen zu entgehen. Denn zu gern träumt er von seiner unerfüllten Liebe zu Elsa, dem Chinchillaweibchen.

Sein Bruder Rufus ist der Intelligenzbolzen unter den Erdmännchen. Er hat sich selbst das Lesen beigebracht und verfügt über ein Wissen, das selbst einigen Menschen fehlt. Er liebt Technik, kann sie gekonnt einsetzen und wünscht sich ein Smartphone.   

Rocky und Roxane sind Geschwister, die eher minderbemittelt sind, aber dem Clan treu ergeben. Dabei hat der muskelbepackte Macho Rocky echte Stuntmenqualitäten, die Rufus und Ray gezielt für ihren Fall nutzen.

Phil ist häufig alkoholisiert und versteht die Sprache der Erdmännchen. Dadurch gelingt ihm ihre Mithilfe und das Durchgraben des halben Zoos. Gemeinsam mit Ray bilden die zwei ein neues Ermittler-Dream-Team.

Ich habe mich köstlich amüsiert und die gelungene Ironie über das menschliche und tierische Verhalten und ihre Schwächen war wirklich klasse. Die Darstellung wirkt nicht künstlich, hier hat Moritz Matthies einfach gekonnt parodiert.

Dieser Tierkrimi ist Humor, Unterhaltung und Verhaltensstudie in einem. Dabei glänzt er durch freche Dialoge mit lustigen, teilweise leicht frivolen Sprüchen und charmanten Darstellern. Meine Erwartungen wurde übertroffen, so ein lustiges Buch hatte ich nicht erhofft.   


                      

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