Bewegende Reise zu den Spuren der Vergangenheit
Der Roman Ist doch schön hier von Miriam Burdelski erscheint im Blessing Verlag.
Drei Generationen von Frauen leben unter einem Dach. Liesel wurde von ihrer Oma Emmi groß gezogen, die sich rührend um sie kümmerte, während ihre Mutter Melanie eher unselbständig war und kaum Gedanken an das eigene Kind verschwendete. Inzwischen ist Emmi dement und lebt in einem Seniorenheim. Liesel ist 19 Jahre alt und überlegt, was sie mit ihrem Leben anfangen soll, doch zuerst möchte sie mehr über die Wurzeln ihrer Familie und über Emmis Vergangenheit und deren Flucht aus Ostpreußen herausfinden. Gemeinsam mit ihrer Oma und dem polnischen Altenpfleger Jascha unternehmen sie einen Roadtrip in Emmis alte Heimat, die nicht ganz glatt läuft, aber doch viele Erkenntnisse mit sich bringt.
"Heimat ist kein Ort auf der Landkarte, Heimat sind die Menschen, die bleiben." Zitat
In diesem Roman haben mich die Beschreibungen über Emmis Demenz sehr berührt. Diese Krankheit verändert Menschen und oft lassen sie ihre Ängste an denjenigen aus, die sich doch am meisten lieben. Miriam Burdelski lässt uns die Tragik der Krankheit nachspüren, doch sie lässt auch humorvolle Töne einfließen und zeigt, wie geschickt Pfleger Jascha mit den Emotionen und Bemerkungen der dementen Emni umgehen kann.
Es hat mich interessiert, wie die Reise der drei Figuren abläuft, ob sich Emmi an Dinge in der alten Heimat erinnern kann und was Liesel mit dem Wissen über ihre Familienwurzeln anfangen kann. Es stellt sich heraus, dass Emmi und auch Melanie ihre Tochter ohne Mann aufgezogen haben und Liesel entdeckt Schuldgefühle, weil sie schon sehr früh ihre eigene Mutter als unzuverlässig abgestempelt hat.
Ich mochte die anrührende Herzlichkeit, die Emmi ihrer Enkeltochter Liesel schenkte, aber ihrer eigenen Tochter verwehrte. Die Gründe werden im Laufe der Handlung deutlich. Jascha war eine besondere Figur, in gewisser Weise ein Mittler zwischen den Familienmitgliedern.
Der flüssige und lebendige Erzählstil von Miriam Burdelski hat mich gut durch die Geschichte geführt und sie stellte mir die Protagonisten und ihre Lebenswege sehr berührend vor, sodass ich ihnen sehr nahe kam.
Die Reise in die ehemalige Provinz Ostpreußen bringt Antworten auf die offenen Fragen, die Emmi nicht mehr beantworten kann. Und sie verändert Liesels Sichtweise auf ihre eigene Familie und bringt auch noch unerwartete Überraschungen mit sich.
In diesem Roman geht es um schwerwiegende Themen wie Demenz, Depression, alte Familiengeheimnisse und enge Familienbande, die zeigen, wie Generationen füreinander einstehen. Das Ganze wird nicht belastend erzählt, sondern mit einer Spur von Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit, die mir gut gefallen hat.
Eine bewegende Geschichte über eine alte Heimat, Flucht und vom Erinnern und Loslassen!
***Herzlichen Dank an das Bloggerportal und den Blessing Verlag für das Rezensionsexemplar!***


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Ab dem 25. Mai tritt die neue Verordnung der DSGVO (Datenschutzgrundverordung) in Kraft.
Mit Absenden eines Kommentars erklärst Du Dich einverstanden, dass personenbezogene Daten (z.B. IP-Adresse, Standort des Logins etc.) abgespeichert und für Statistiken von Google weiterverarbeitet werden .
Weitere Informationen von Google und die Datenschutzerklärung findest Du hier :
https://policies.google.com/privacy?hl=de