Mittwoch, 26. August 2026

Ein weites Leben - M. L. Stedman

Einfach ein großartiges Leseerlebnis! 

Der Roman Ein weites Leben von M. L. Stedman erscheint bei Blanvalet

1958: Auf der entlegenen Schaffarm Meredith Downs im trockenen Westen Australiens lebt die Familie der MacBrides. Ihr tägliches Leben ist geprägt von harter Arbeit, weiten Fahrten zu den Schafherden, extreme Trockenheit und Hitze und dem ständigen Kampf gegen die Naturgewalten im australischen Outback. Vater Phil kümmert sich um die Farm und den Verkauf von Wolle und Tieren, Mutter Lorna um den Haushalt und ihre Kinder Warren, Rosie und Matthew. Ein tragischer Unfall reißt eine große Lücke in die Familie und verändert die Familie von Grundauf.


 

"Wir glauben, zu wissen, wer wir sind und dass wir jeden Morgen, wenn wir die Augen aufschlagen, mehr oder weniger dieselbe Person sind. Doch so wie selbst ein Felsen nach und nach verwittert, werden auch wir vom Lauf der Zeit und von dem, was wir erleben, geformt und verändert, bis wir diese Welt schliesslich verlassen..." Zitat S. 86 

Bei manchen Büchern weiß man schon nach dem ersten Kapitel, dass es ein ganz besonderes und echtes Leseerlebnis sein wird. Dies ist so ein Roman, den ich in ungewöhnlich langsamem Tempo gelesen habe, um die Geschichte möglichst lange auszukosten. Die schicksalshafte Geschichte der Familie hat mich tief berührt, ich bin eingetaucht in das australische Outback und lernte viel über die Arbeit mit Schafen und welche Risiken der Markt für Wolle birgt.  

Der Familienroman startet 1958 und zeigt das abgeschiedene, aber zufriedene Leben der MacBrides inmitten ihrer Schaffarm. Dann geschieht ein tragischer Unfall dessen Folgen das weitere Leben der Familie maßgeblich beeinflusst und mich immer tiefer in die Geschichte hinein gezogen hat. Vater und Sohn Warren versterben bei dem Unfall, während Sohn Matt schwerverletzt und mit Folgen seiner Kopfverletzung überlebt. Von nun an übernehmen Lorna und Rosie für die Farm Verantwortung.  

Die Zeit vergeht und in den 60er Jahren suchen Bergbauunternehmen nach Rohstoffen unter der Erde, die den Farmern nicht gehört. Dadurch stoßen weitere Figuren ins Handlungsgeschehen, lernen die Familie kennen und sorgen für herzzerreißende Momente, aber auch für Glück und Freundschaft.   

Ganze zehn Jahre hat die Autorin an diesem Werk gearbeitet und besondere Schicksale, Familienglück, Tragödien und Naturschilderungen in einer bildhaften, flüssigen Sprache zu einem großartigen Ganzen verknüpft. Die Zeichnung der Charaktere mit ihren jeweiligen Eigenarten, die Abgründe der menschlichen Psyche und die persönliche Entwicklung der Figuren sind der Autorin ganz hervorragend gelungen. Sie schildert absolut nachvollziehbar und völlig wertungsfrei die Gefühle und Emotionen wie Hass, Schuld und Vergebung, sodass mir die Personen sehr vertraut wurden und ich Anteil nahm an den Leben von Lorna, Rosie, Matt und Andy und weiteren Nebenfiguren. Der kleine Andy hat in diesem Buch eine tragende Rolle, er hält die Familie zusammen und übernimmt  

Ein großartiger Roman über eine vom Schicksal gebeutelte Familie, die uns das Leben im trockenen Westen Australiens vor Augen hält.  

***Herzlichen Dank an das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar!***



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