Dienstag, 19. Januar 2016

Liebster Blog Award

Ich wurde nominiert von der lieben Anja von mein kleines Bücherzimmer
Vielen lieben Dank und dann mache ich mich gleich mal ans Werk!


Mal wieder habe ich eine Nominierung erhalten und freue mich darüber sehr, macht es doch immer wieder Spaß, die Fragen zu beantworten.
Diese Aktion hilft außerdem kleineren Blogs, bekannter zu werden und anhand der Antworten lernt man den Blogger besser kennen. Doch vorher gibt es noch einige Regeln, die ich auch kurz erwähnen möchte:



I. Den Blogger verlinken, der einen nominiert hat.
II. Die Fragen beantworten
III. Selber mehrere Blogs verlinken, die unter 200 Follower haben.
IV. Und diesen Bloggern deine 11 Fragen stellen.
V. Informiere die nominierten Blogger über die Nominierung und Deinen Beitrag.

Und hier meine Antworten zu den Fragen:

1. Magst du Indie Autoren?
   - Manchmal hat man Glück und findet tolle Schriftsteller, aber ich war auch schon ziemlich enttäuscht. Es wird schon einen Grund haben, dass Verlage die Skripte nicht auflegen wollen.

2. Welche Träume aus deiner Kindheit lebst du heute?
   - Ich habe eine Familie, die genauso ist wie ich sie mir früher gewünscht habe.

3. Welches sind die für dich drei wichtigsten Werte im Leben?
     - Liebe, Gesundheit und Humor

4. Wohin würdest du gerne reisen? 
    -  Ich war noch nie auf Island und die Vielfalt der Natur stelle ich mir wunderschön vor.

5. Was ist dein Lieblingsplatz zum lesen?
   -  Mein Bett oder mein Gartenstuhl auf der Terrasse, je nach Jahreszeit. 

6. Wie würdest du jemandem, der Blogs nicht kennt, erklären, was das ist?
   -  Es ist eine Art Tagebuch auf dem Computer mit einer persönlichen Seite einer Person, die von sich etwas mitteilen will oder über bestimmte Themen informieren möchte.

7. Hast du schon mal einen Blog wieder beerdigt? 
 -  Ganz einfache Antwort: Nein.

8. Was war dein schlimmster Tag beim Bloggen?
-  Ein Update des Computers, wobei einiges Geschriebene in den unendlichen Weiten des Computeruniversums verschwunden ist. Hat mich echt Nerven gekostet.

9. Hast du schon ein Ereignis, auf das du dich 2016 freust?
 - Oh ja, da gibt es so einige Sachen, auf die ich mich schon sehr freue. Eine Reise nach Italien, ein Besuch des Feuerwerkwettbewerbs in Hannover-Herrenhausen und private Feiern in meiner Familie und mit Freunden. 

10. Buchmesse - ja oder nein und wenn ja welche?
 -  Ich mag diesen Rummel nicht so und bin lieber in kleinen Buchläden unterwegs. Da kann ich in Seelenruhe stöbern, mich beraten lassen und mit anderen Kunden ins Gespräch kommen.

11. Was motiviert dich und lässt dich dranbleiben?
  -  Mein persönlicher Ehrgeiz und mein Durchhaltevermögen, aber auch Freude und Spass an vielen Dingen. 

Nun nominiere ich Jane, Nisnis , Nicoles Bücherwelt und Andrea von Karminrot Lesezimmer

Meine Fragen lauten:
1. Wo bewahrst du deine Bücher auf und wie viele besitzt du?
2. Hast du noch andere Hobbies ausser Lesen? :-))
3. Welches Genre liest du am liebsten und gib bitte den Lieblingsautoren an!
4. Liest du mehrere Bücher nebeneinander oder verwirrt dich das?
5. Welches war dein allererstes Lieblingsbuch?
6. In welchem Buch würdest du gern die Hauptrolle spielen/sein?
7. Welche Challenge hat dir bisher am meisten Spaß gemacht? 
8. Auf welches Buch oder Buch-Neuerscheinung freust du dich am meisten?
9. Liest du im Urlaub mehr als zu Hause?
10.Wie beurteilt deine Familie deine "Leseleidenschaft/L.-Macke"?
11.Kaufst du Bücher lieber online oder im Laden?

Nun wünsche ich viel Spaß beim Beantworten und sage: 


Ich bin dann mal lesen! 

     

Sterneneis - Kristin Marja Baldursdottir

Literarisch brillant erzählte Sozialkritik!

Der Roman Sterneneis schrieb die isländische Autorin Kristin Marja Baldursdottir 2011. Er erscheint im Fischer Verlag.

Gunnur ist um die 50 und Psychiaterin. Bei einem nächtlichen Einbruch werden Schmuck und technische Geräte gestohlen. Betroffen beschließt sie über das Wochenende in ihr Sommerhaus zu fahren. Doch statt sich von der bösen Überraschung zu erholen, wird ihr eine echte Herausforderung aufs Auge gedrückt: Ihre Innerarchitektin überlässt ihr unangemeldet die 14-jährige pubertäre Tochter Hugrún zur Betreuung. 
Als der DVD-Spieler nicht funktioniert, langweilt sich das Mädchen schnell. Gunnur beschliesst sie zu unterhalten, kocht mit ihr, geht Schlittschuhlaufen und macht Ausflüge zu einem bekannten Geysir im winterlichen Island.


Dieser Roman zeigt zwei sich fremde Frauen, die auf engstem Raum miteinander auskommen müssen. Gunnur erkennt, dass Hugrún von ihrer Mutter vernachlässigt wird, weil sie durch lange Arbeitstage kaum Zeit miteinander verbringen können. Gunnur beginnt aus ihrer eigenen Kindheit zu erzählen und Hugrún fordert es schliesslich regelrecht ein.
Gunnur sieht in Hugrún ein Reh. Meiner Meinung nach ist sie eher wie ein Elefant, denn sie ist taktlos und frech und benutzt Kraftausdrücke ohne mit der Wimper zu zucken. Man hat nicht den Eindruck, dass sie einen guten Eindruck hinterlassen will oder sich irgendwie erkenntlich zeigt, dass sich jemand ihrer annimmt.

So machen wir mit der Ich-Erzählerin Gunnur eine Zeitreise in die Vergangenheit. Auch Gunnur hatte keine leichte Kindheit, sie musste als Kind arbeiten, wurde die vier langen Sommermonate jedes Jahr zu einer Bauernfamilie zum Arbeiten geschickt und ihr wurde stets von ihrer Mutter nur Missachtung und keine echte Nähe geboten. Eine Ausbildung war für sie nicht vorgesehen. Der spätere Werdegang bringt ebenfalls schwierige Lebensbedingungen mit sich und man leidet mit ihr. Mit Disziplin und innerer Stärke erreicht sie jedoch ihre gesteckten Ziele. Richtig sympathisch wird sie mir jedoch nicht. Zu distanziert und teilweise hilflos steht sie der pubertären Hugrún gegenüber und lässt sich von ihr einwickeln. Dabei ist sie psychologisch ausgebildet, vermag aber nicht, ihr Grenzen zu setzen. 


Baldursdóttir geht es aber gar nicht um Sympathie für ihre Figuren, sondern sie möchte ein Gesellschaftsbild Islands aufzeigen.
Sie lässt hier ein Stimmungsbild entstehen und zeigt die sich verändernden Generationen, den Wandel in der weiblichen Sozialisation in Island. Diese unterschwellig eingebrachte Sozialkritik ist ihr gut gelungen. Aber auch die landschaftlichen Schönheiten Islands werden im Roman deutlich.


Dieses Aufeinandertreffen und die erzwungene Annäherung zweier Charaktere hat mich gut unterhalten und bot einige Denkanstösse. Der Autorin ist es literarisch wunderbar gelungen, isländisches Leben früher und heute anschaulich zu machen.


 
 

Montag, 18. Januar 2016

Jagdrevier - Helene Tursten


Elchjagd, Mordaufklärung und dazwischen etwas Liebe

 
Der Kriminalroman Jagdrevier ist der erste Fall der neuen Embla Nyström Serie von der schwedischen Autorin Helene Tursten und erscheint im btb Verlag

Im Spätsommer beginnt die Jagdsaison und so veranstaltet in einem entlegenen Wald in der Nähe von Göteborg alljährlich eine Gruppe von Freunden eine Elchjagd. Auch die 28-jährige Polizistin Embla Nyström und ihr Onkel Nisse gehören schon seit Jahren zu den Dauerteilnehmern und Embla hat sich extra dafür Urlaub genommen. Es gibt einen neuen Teilnehmer Peter Hansson, der Embla schnell sympathisch wird. Allerdings schlägt die fröhliche Stimmung der Truppe bald in Angst um, denn es gibt seltsame Vorfälle und ein Teilnehmer wird tot aufgefunden. Embla Nyströms Urlaub ist beendet und sie ermittelt. Wem kann sie trauen und wer lügt?

Der Krimi beginnt mit dem frisch errungenen Sieg Embla Nyströms als nordische Box-Meisterin im Halbweltergewicht.
Danach folgt eine ausführliche Einführung der Personen und einiger Schauplätze, wie dem Jagdlager, einem Jagdschloss und anderen Unterbringungsorten der Teilnehmer. Hier fehlte mir etwas der Überblick, aber man liest sich allmählich ein und kann dem Inhalt gut folgen ohne die Örtlichkeiten genau vor Augen zu haben.

Helene Turstens Schreibstil finde ich sehr flüssig, sie beschreibt die Charaktere sehr ausführlich und auch die Natur und das Setting werden bildhaft deutlich gemacht. 

Die Erzählperspektive erfolgt aus der Sicht Emblas und aus dem Blickwinkel der Kommissarin gewinnt der Krimi an Authenzität. Schön ist auch die Sicht der nicht im Dienst stehenden Embla, hier sieht man den Wechsel zwischen beruflicher Sichtweise und Urlaubsgeschehen sehr schön. Denn Embla verliebt sich in Peter und möchte eigentlich mit ihm den Urlaub und die Jagd geniessen. Schnell wird sie jedoch von den Geschehnissen eingeholt und muss ihrem Arbeitsalltag nachgehen. Man sieht ihren inneren Widerspruch hier sehr deutlich und kann sie gut verstehen. 
Ich bin mit Embla allerdings nicht warm geworden, zu sehr widerstreben mir Boxsport und Waffeneinsatz sowie die Jagd, wie man sich inmitten solcher Stimmung verlieben kann, ist mir ein Rätsel.

Über die Elchjagd gibt es detaillierte Informationen. Man erfährt Infos über verwendete Waffen und Abschussmodalitäten und auch die Ausweidung der Tiere und der Abtransport des Fleisches werden erklärt. Die Jagd ist eigentlich nicht mein Interessengebiet, aber im Rahmen der Handlung wurde recht sachlich darüber berichtet und ich konnte es gut lesen. Wobei mir die abendliche Stimmung durch das gemütliche Beieinander und das gemeinsame Essen gut gefallen haben.

Als dann nach der ausführlichen Einführung die Krimihandlung startet, geschehen bedrohliche Dinge und der Mordfall eines Teilnehmers, sowie die Suche nach einem vermissten Jagdteilnehmer bringen endlich die benötigte Spannung.
Leider weiß der Leser immer mehr als die Polizei vor Ort und so erkennt man zwischen den vielen Verdächtigen schon bald den Täter. Er wird lange vor Ende des Buches offensichtlich und danach folgt im Epilog eine ausführliche Erklärung des Motivs in Form eines Berichtes aus der Vergangenheit. Wer es bis jetzt noch nicht verstanden hat, warum der Täter so handelte, kann sich hier nochmal aufklären lassen.

Der Krimi hat mich nicht so sehr mitgerissen, Embla hat auch noch mit einigen Albträumen zu kämpfen, die sie nachts aufgrund der Geschehnisse heimsuchen. Sie ist eine gewaltbereite Person, lügt als Polizistin und ich komme mit ihr nicht so zurecht. 


Ein etwas enttäuschender Krimistart mit interessanten Infos zur Elchjagd und einer Mordaufklärung mit viel Waffengewalt. 


 ***Rezensionsexemplar vom Blogger-Portal - Vielen Dank
           für die Bereitstellung des Buches!***



 

Sonntag, 17. Januar 2016

Isegrim - Antje Babendererde

Tolle Einblicke in die Natur, schöner Erzählstil und eine interessante Aufklärung einer Kriegstat!


Isegrim ist ein Jugendroman von Antje Babendererde aus dem Jahr 2013, der im Arena Verlag erscheint.


Die 16-jährige Jola lebt in einem Dorf in Thüringen. Mit ihrem Vater, der dort Förster ist, teilt sie die Liebe zur Natur und treibt sich deswegen stundenlang im Wald herum. Die Ruhe und die idyllischen Tierbeobachtungen geniesst sie und entgeht so ihrer übervorsichtigen Mutter und dem dörflichen Alltagsklatsch. Doch in letzter Zeit fühlt sie sich im Wald beobachtet und kommt einem Rätsel auf die Spur, das ihr nicht nur die erste Liebe, sondern auch einige Abenteuer beschert.  


Dieses Buch schneidet neben der Rückkehr wilder Wölfe in deutsche Wälder auch die deutsche Geschichte an, die sich im Buch wie ein Krimi entwickelt. Allerdings ist die Entwicklung von Jola vom Kind zur Frau in den Vordergrund gestellt. Die Autorin beweist mit ihrer detailgenauen Schauplatz- und Personencharakterisierung ein sicheres Händchen. Die verschiedenen Erzählstränge sind geschickt miteinander verbunden und lassen eine interessante und komplexe Geschichte entstehen, die auch mir als Erwachsene gut gefallen hat.

Gerade die vielen Gefühle, Hoffnungen und Ängste der Figuren gehen mir sehr nahe und machen dieses Buch so lebendig, bildhaft schön und sehr realistisch erzählt. Weil hier auch noch in die Zeit des Kriegsendes eingetaucht wird, kommt Spannung in die Handlung, die manchmal schon recht angsteinflössend aus der Sicht von Jola erzählt wird. Als Leser verfolgt man neugierig die Recherche über den Mord an einem amerikanischen Soldaten und den verdächtigten Zwangsarbeiter und sucht gespannt mit nach dem wahren Täter. Dabei kommt man einem Geflecht von Verdächtigungen, Vertuschungen und neuen Geheimnissen auf die Spur, die atemlos lesen lassen. Die Fremdenfeindlichkeit der Dorfbewohner wird erkennbar und nur wenige möchte an dieser alten Geschichte rühren. Aber die Schuld von damals kommt ans Tageslicht und wird von mehreren Seiten beleuchtet. Diese Aufarbeitung weckt Verständnis und ist nicht nur mahnend beschrieben.

Antje Babendererde hat einen ruhigen, unverwechselbaren Schreibstil. Trotz einfacher Sprache nimmt die Geschichte mich mit einer gewissen Melancholie gefangen und die Personen habe ich bildhaft vor Augen.

Jola ist eine besondere Persönlichkeit, denn sie zieht dem in ihrer Altersklasse üblichen Partyleben und der Sucht für soziale Netzwerke die Ruhe im Wald vor. Sie hat einen Sinn für die Natur und den Erhalt von ökologischem Gleichgewicht und setzt sich mit dieser Meinung selbstbewusst gegenüber ihren Freunden auch durch, wobei sie ihr Gemeinschaftsleben eher als Zwang von sozialem Beieinander sieht.

Die Charaktere sind alle sehr detailliert beschrieben und man hat das Gefühl, sie alle gehören zu dieser Geschichte. Niemand fällt als unnötig heraus und so entsteht ein rundes Bild des Dorflebens.

Die angeschnittenen Themen habe ich gern gelesen, manchmal hatte ich aber den Eindruck, dass hier zu viel angesprochen werden sollte. 


Mit "Isegrim" von Antje Babendererde bin ich in den Wald abgetaucht, habe eine Mordaufklärung mitgemacht und eine Liebesgeschichte mit Geheimnissen miterlebt. Die Autorin hat hier eine komplexe Erzählung hingelegt, die nicht nur Jugendliche gerne lesen werden.  


  *** Buchgewinn bei Books and Shoes auf FB - Vielen Dank! ***
  

Samstag, 16. Januar 2016

Der Pfau - Isabel Bogdan

Hier werden menschliche Schwächen mit britischem Humor genial dargestellt! Ein wunderbare kurzweilige Komödie mit britischem Charme!

Der Roman Der Pfau ist das Debüt der preisgekrönten Übersetzerin englischer Literatur, Isabel Bogdan
Er erscheint 2016 bei Kiepenheuer & Witsch.


Schottland: Lord und Lady MacIntosh vermieten Cottages und Teile ihres Landsitzes, die zum Teil renoviert sind, aber auch noch den alten Charme vergangener Zeiten versprühen. Als eine Gruppe Investmentbanker dort ein Seminar für teambildende Massnahmen abhalten, spielt ein Pfau plötzlich verrückt. Er hält alles was Blau ist für potentielle Konkurrenten und wird aggressiv. Um Schäden bei seinen Gästen abzuwenden, schafft der Lord schliesslich rigoros Abhilfe und opfert den Pfau. Es kommt zu einigen Verwicklungen unter den Bewohnern, plötzlich hat jeder etwas zu verschweigen.


"Einer der Pfauen war verrückt geworden. Vielleicht sah er auch nur schlecht, jedenfalls hielt er mit einem Mal alles, was blau war und glänzte, für Konkurrenz auf dem Heiratsmarkt." (Zitat S. 7)

Während eines Seminares zur Teambildung einer englischen Banker-Gruppe auf dem schottischen Land spielt ein Pfau verrückt und sorgt für Ärger. Die Teilnehmer des Seminares bekommen davon jedoch nichts mit und fühlen sich in der schottischen Einöde ein wenig ausgesetzt und versuchen, sich mit der durchdringenden Kälte, ihren zu bewältigendenTeamaufgaben und den Folgen ihrer spartanischen Unterkunft ihres gemeinsamen Aufenthaltes zu arrangieren.

Dieser Roman ist eine wunderbare britisch anmutende Komödie, die mit raffinierten Verwicklungen begeistert. Die Autorin erzählt pointenreich, heiter und mit einem sehr charmanten Schreibstil, den man einfach geniesst.
Im Mittelpunkt steht ein Pfau, der mit seinem Ableben eine spektakuläre Handlung in Gang setzt, die seinesgleichen sucht. Denn den genauen Tathergang seines Todes kennt nicht jeder der Anwesenden, aber die geheimen Schuldzuweisungen treffen fast jeden.
Im Sinne eines harmonischen Wochenendes und eines erfolgreichen Gruppenseminars versuchen die Teilnehmer auch, ihre jeweiligen Kenntnisse zu verschweigen und verstricken sich dabei in ein verworrenes Netz aus Verdächtigungen.

Die Charaktere sind absolut unterschiedlich angelegt und sehr liebevoll dargestellt, auch die Tierwelt zeigt sich in vielfältiger Pracht und Spezies. Eine große Faszination machen die Gespräche und der Umgang der Personen untereinander aus, aber auch die gelungene kulinarische Versorgung der Gruppe hat ein gewisses Flair, dem man sich nicht entziehen kann.

Das Ende ist eine große Überraschung und zeigt eine gewisse Ironie des Schicksals auf.


Dieses Debüt ist sehr gelungen! Die tollen Charakteren und die komödiantische Handlung sind über die Maßen unterhaltsam und bringen eine turbulente Handlung in Gang, die dem Leser Genuss bereitet. Dieser Roman lohnt sich zu lesen!
 
 
 ***Mein Wunschbuch als Monatsleserin bei vorablesen - Vielen Dank
          an den Verlag für die Bereitstellung des Buches!***



Freitag, 15. Januar 2016

Das Perlenmädchen - Barbara Wood

Schöne Beschreibung der mexikanischen Kultur, aber naive Charaktere und zähe Geschichte!

Barbara Wood zeigt in ihrem Roman Das Perlenmädchen einen Einblick in die frühen Kulturen Mexikos. 


Tonina ist die beste Perlentaucherin ihres Stammes. Aber sie muss von ihrer Perleninsel fort, allein aufs Festland, um dort eine heilbringende Pflanue zu suchen, die das Leben ihres Großvaters retten kann. Sie kommt in die Hauptstadt des Maya-Reiches und trifft in den berühmten Gärten des Palastes den Wettkämpfer Chac. Chac und Tonina werden ausgesucht, am heiligen Ort Chichen Itza als Gottesopfer zu sterben. Doch Tonina gelingt die Rettung Chacs und die Flucht aus der Mayastadt und erfährt auf diesem Weg das Geheimnis ihrer eigenen Herkunft.  


 

Sehr interessant werden mit großer Detailvielfalt die Kulturen der Mayas und Azteken beleuchtet und man taucht ein in eine längst vergangene Kultur. 
Hier werden berühmte Bauwerke und deren Bedeutung für die Mayas, sowie frühe Heilmethoden und Heilkräuter anschaulich von der Autorin beschrieben. Man erfährt wie die ersten Entdecker, die Wikinger ins Land kamen.   

Soweit so gut: danach entwickelt sich die Handlung eher zähflüssig und wie eine simple Liebesgeschichte gestrickt. Es ist häufig von Vorbestimmung die Rede und die Figuren haben entweder absolut guten Charakter oder sind einfach nur schlecht. Sie entwickeln sich nicht zu wahren Persönlichkeiten. Die Handlung wirkt langatmig und die Geschehnisse zeigen keine große Spannung auf.

Wenn ein Kapitel abrupt endet, hofft man auf fesselnde Weiterführung des Themas, aber es setzt ohne weitere Info über die Zwischenzeit später ein. Leider häufen sich auch Zufälle sehr oft.  

 
Dieser Roman hat mich nicht erreicht und die Handlung um die Liebesgeschichte ist mir zu konstruiert. Ich hatte mehr erwartet und kenne bessere Romane von Barbara Wood.   


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Mittwoch, 13. Januar 2016

Tote Unschuld: Hamburg Krimi - Martin Barkawitz

Unterhaltsamer Hamburgkrimi


Martin Barkawitz hat einen weiteren Fall für seine Kommissarin Heike Stein geschreiben: Tote Unschuld heißt der Hamburg Krimi, der als E-Book bei Book Rix aufgelegt wird. Diesen Krimi habe ich als Gratis Download bei 
Amazon herunterladen können.

Im Stadtpark wird die Leiche von Julia Sander aufgefunden: sie wurde am hellichten Tage ermordet. Heike Stein und Ben Walken nehmen die Ermittlungen auf. Die junge Frau erhielt vor ihrem Tod Morddrohungen und es liegt kein Raub- oder Sexualmord vor. Heike Stein denkt an einen eifersüchtigen Geliebten der umtriebigen Julia, doch ihr Chef geht von einem Serienmord aus. Es kommt zu weiteren Schüssen im Trauns Park und im Bergedorfer Schlosspark. Was verbindet diese Fälle miteinander? 




Heike Stein findet schnell heraus, dass Julia Sander kein Kind von Traurigkeit war. Dabei war sie angeblich mit dem Sohn des einflussreichen Herrn Evermann so gut wie verlobt, obwohl der Vater offen seine Abneigung gegenüber dieser Beziehung vertrat. Eine Ehe zwischen Julia und seinem Sohn hätte er nie akzeptiert.

Unter den Charakteren zeigen sich Mitglieder der gehobenen Gesellschaft Hamburgs, so auch der Innenminister und die bodenständigen Kommissare stechen als Normalos hervor.
Ben Walken ist ein liebenswerter Familienvater, der beflissen seine Arbeit macht. Heike Stein ist wie immer recht intuitiv, beeindruckt mit ihren Kung Fu Techniken und einem Dickkopf für ihre Fallermittlung. Sie lernt einen jungen Mann kennen und auch gleich lieben und wie Pennäler bekennen sie sich gegenseitig ihre Gefühle. Diese Beziehung empfinde ich in diesem Buch etwas überflüssig und ich habe den Verdacht, dass hier etwas "Sex and Crime" die Geschichte aufpeppen sollte.

Dieser Krimi ist nach einem ähnlichen Strickmuster geschrieben wie schon der "Musical Mord", in der Heike Stein ebenfalls ermittelt. In beiden Krimis macht Heikes Chef Dr. Clemens Magnusson, der wie Sherlock Holmes wirken will einen unfähigen Eindruck. Er macht wiederholt Heikes Theorien zum Fall nicht mit und entbindet sie kurzerhand vom Fall. Hier hätte ich gern eine neue Variante gesehen.  

Die Handlung spielt in Hamburg und die Örtlichkeiten lassen sofort Erinnerungen an die schöne Stadt an der Elbe aufkommen. Das vermittelt einen schönen Eindruck von Lokalkolorit und ist ein wichtiger Baustein dieses Krimis, der mir sehr gut gefällt.

Martin Barkawitz hat einen direkten flüssigen Schreibstil, der schnell durch das Buch führt. Auch seine Personenbeschreibungen sind sehr detailliert und bringen sogar den Kleidungsstil deutlich zur Geltung.

Die Fallaufklärung erfolgt ziemlich früh und ist sehr offensichtlich. Viele Tätermöglichkeiten stehen leider nicht zur Auswahl. Ich hätte mich hier gern etwas mehr überraschen lassen.



Ich konnte mit diesem Krimi gut abschalten und hatte damit eine vergnügliche Zeit. Leichte Lektüre für ein paar Stunden.