Sonntag, 31. Januar 2016

Eschi Fieges Mittagstisch

Eschi, ich lade mich zum Essen ein! 

Eschi Fieges Kochbuch heißt Mittagstisch – Leidenschaftlich vegetarisch und feiert das Revival des Mittagessens. Das wunderbare Buch erscheint im Brandstätter Verlag


 

Meistens zweimal in der Woche lädt die Autorin Freunde, deren Freunde und Bekannte zum Mittagstisch in ihre gemütliche Wohnung am Wiener Naschmarkt ein. Hier wird bei einem 3-gängigen vegetarischen Menü die Lust am Mittagstisch wiederentdeckt. Vegetarische Küche schmeckt nicht nur wunderbar, sie macht satt und glücklich. Die Autorin ist Köchin aus Leidenschaft und beeindruckt mit ihrer großherzigen Gastfreundschaft. 

Zur Aufmachung des Buches:
Mit einem an die 60er Jahre erinnernden grauen Einband mit rosafarbenen Obst- und Gemüsesorten kommt dieses Buch flott daher. Um das Buch herum ist eine rosakarierte gefaltete Papiertischdecke gebunden. Das ist mal eine ganz besondere Idee.


Das Buch ist nicht zu schwer, liegt aber gut in der Hand und hat ein praktisches Lesebändchen. Natürlich auch in rosa! 
Die Aufteilung der Rezepte im Buch erfolgt ganz klassisch in Vorspeisen, Hauptspeisen und Nachspeisen. Hier hat jeweils ein Rezept eine Doppelseite und ein Foodstylist hat ansprechende Fotos dazu beigesteuert. 

Das Besondere an Eschis Kocherei scheinen die kreativen Zusammenstellungen ihrer Rezepte und auch Menüs zu sein. Sie ist mit Liebe und Ideenreichtum bei der Sache und das merkt man den Gerichten auch an. Zur Auflockerung hat sie kleine Anekdoten eingebaut, die einfach Spaß machen und die Küche zur Spielwiese erklären.

Die Rezepte können durch kreative Köche mit eigenen Ideen verändert werden und dazu dienen auch Eschis "Spielanleitungen", die als Ratschläge dienen sollen.

Besonders gelungene und nachkochbar klingende Rezepte sind für mich:


- Erbsensuppe mit Ingwer und Minze, dazu Blätterteigstangen
- Kohlrabivitello mit Dillsauce
- Karottenhumus
- Gemüsecurry
- Parmigiana
- Birnen, Bohnen und Kartoffelpüree
- Quarkauflauf mit Zitrussalat
- Kirschkuchen (ohne Backpulver)

Im Anschluß folgen einige Grundrezepte, die im Buch schon verwendet wurden und zum Schluss gibt es noch ein alphabetisches Rezeptregister.

Hier vertraut man der Autorin mit ihren Vorschlägen für gelungene und ungewöhnliche 3-Gang-Menüs. Die Schwierigkeitsstufen muss man selber einschätzen, dazu gibt es keine Angaben. Ebenso gilt das auch für die Zeit der Zubereitung. Die Koch-, Back- und Garzeiten sind natürlich vorhanden.
Was ich ein wenig kritisiere, sind einige exotische Gewürze (wie Kurkuma, Koriandersamen oder Orangenblütenwasser) die man zwar besorgen kann, aber sicher nicht so häufig verwendet. 

Bei der Auswahl der Gerichte möchte ich besonders die außergewöhnlichen "Experimente" und die vielseitige Auswahl an vegetarischen Köstlichkeiten lobend erwähnen.  Da gibt es Zusammenstellungen, die ich nie probiert hätte, wie z. B. Bohnenparfait mit Joghurtsauce oder gemischter Bohnentopf mit Bratapfel.
Die Kalorienangaben fehlen gänzlich, was in meinen Augen aber kein Nachteil ist. Hier soll ja auch gegessen, nicht gerechnet werden!


Dieses wunderschöne Buch verspricht vegetarische Leidenschaft in den Gerichten und ich denke, die Rezepte machen da wirklich mit! Sicherlich werde ich den ein oder anderen Vorschlag nachkochen und freue mich schon auf kommende Gaumenfreuden und neue Ideen in meiner Küche!
Eine gelungene Hommage an das Kochen für Freunde und Familie!



Freitag, 29. Januar 2016

Das Haus des Windes - Louise Erdrich

      

Ergreifender Roman über menschliche Schicksale im Indianerreservat! Traurige und lustige Szenen geben Tiefgang und wirken noch lange nach!

Louise Erdrich ist Halbindianerin und schrieb 2012 den Roman Das Haus des Windes für den sie mit dem National Book Award ausgezeichnet wurde. Der Roman ist jetzt als Taschenbuch vom Aufbau Verlag erhältlich.


Sommer 1988 in North Dakota
Ein altes Haus, eine ungesühnte Schuld und die Brüste von Tante Sonja – Louise Erdrich führt uns nach North Dakota. Im Zentrum ihres gefeierten Romans steht der 13jährige Indianer Joe, der ein brutales Verbrechen an seiner Mutter rächt und dabei zum Mann wird.


                                   


"Wir hatten beide das Gefühl, dass sie einem Ort der äußersten Einsamkeit entgegenging, von wo sie vielleicht nie mehr zurückkommen würde." (Joe über seine Mutter Zitat: S.58)


Diesen hochgelobten Roman wollte ich ihn unbedingt lesen. Jetzt bin ich total ergriffen, fast sprachlos, so intensiv hat mich dieses Buch gepackt.

Der junge Joe lebt mit seinen Eltern in einem Indianerreservat. Seine Mutter Geraldine arbeitet im Büro für Fragen der indianischen Stammeszugehörigkeit und sein Vater ist Stammesrichter.
Joe erzählt aus seiner jugendlichen Sicht in zwar einfacher, aber recht eindringlicher Sprache, manchmal humorvoll, dann wieder traurig und immer auf eine realistische, ehrliche Art, wie das Schicksal ihm und seiner Familie in diesem Sommer 1988 mitgespielt hat.
Denn seine Mutter wurde Opfer einer brutalen Vergewaltigung, der Tatort ist aufgrund territorialer Landesgrenzen mit verschiedenen Rechtsbehörden nicht juristisch eindeutig zuordnungsfähig, alte Gesetze machen die Verurteilung Weißer schwierig und Joe macht sich mit seinen Kumpels selbst auf die Tätersuche.

Es ist ein ergreifend geschriebenes Buch und zeigt nicht nur eine furchtbare realistische Geschichte einer Familie, sondern auch ein vielschichtiges authentisches Bild der indigenen Bevölkerung und deren Leben in den Reservaten mit Alkohol, Arbeitslosigkeit und staatlicher Abhängigkeit. Der Leser lernt viel über die Traditionen und mystischen Riten der Indianer, und erkennt betroffen die ziemlich willkürliche Art der Rechtssprechung, die man so eigentlich nicht für möglich hält. Aber man hat auch Einblick in die Denkweise Jugendlicher, die mit Star Trek ihre Idole leben und erwachsen werden, manchmal schneller als normal.

Die Geschichte handelt von einem grausamen Verbrechen, an dem eine harmonische Familie fast zerbricht und der jugendliche Sohn sich zwischen katholischer Religiösität und spiritueller Naturreligion die Absolution für eine sühnende Tat sucht. Es ist ein Coming-of-age Roman, der die aufkommende Sexualität der Jugendlichen deutlich macht und auch mit anderen Figuren gerade körperliche Gefühle vorführt. So steht Tante Sonja als weibliches Traumbild der Jungen dar, aber auch die alte Grandma Thunder hat einige unerhörte Sprüche auf Lager, die den Jungen rote Köpfe beschert und den Leser amüsiert. Eine humorvolle Person, die auch im hohen Alter für aufregende Stimmung sorgt.
Diese skurrilen Figuren nehmen den Leser gefangen und bringen Einblick in traditionelles Leben der Indianer und ihre mystischen Erzählungen wie die über die Wiindigos, die Seelenfresser, die über Menschen herfallen wie vielleicht auch über Joes Mutter. 


Findet Joes Mutter ins Leben zurück? Wie kann ihr Sicherheit zurückgegeben werden? Das sind die zentralen Fragen, die sich mir stellten. Am Ende gibt es so etwas wie eine ausgleichende Gerechtigkeit, aber mit einem klaren Rechtsbruch. 
 


Dieser Roman ist eine eindringliche Schilderung mit vielen Facetten: indianische Traditonen, Freundschaft und ein schlimmes Verbrechen werden hier mit viel Einfühlungsvermögen zu einer komplexen Handlung verwoben, die den Leser mitnimmt und noch lange nachhallt. Höchste Leseempfehlung von mir!


  ***Leserundenexemplar von lovelybooks - Vielen Dank
             an den Aufbau Verlag für die Bereitstellung des Buches

                               und die nette Leserunde!***

 

Donnerstag, 28. Januar 2016

Wunderschöne Buchpost

Auch die letzten Tage erreichten mich wieder ein paar wunderschöne Bücher, auf die ich mich sehr freue!

 

Bei Lovelybooks habe ich aus dem Aufbau Verlag den Roman "Das Haus des Windes" für eine Leserunde bekommen. Es ist sehr vielschichtig und hat so mich gepackt, dass ich die Geschichte über Indianer und ihr Leben in Reservaten am Beispiel des Protagonisten Joe verschlungen habe. Die Rezension kommt demnächst.  









Ebenfalls aus dem Aufbau Verlag stammt der Roman "Der Sommer der Schmetterlinge" von Adriana Lisboa. Dies ist ein Buchgewinn von Lovelybooks und handelt von der Unmöglichkeit des Vergessens. Ein fesselnder, poetischer Roman über große Gefühle und dunkle Leidenschaften, der in Brasilien spielt.










Mit der lieben Petra habe ich für unsere Krimileidenschaft dieses Buch eingetauscht: hier geht es um den Beginn einer Krimiserie im mörderisch heißen Cartagena im spanischen Hochsommer. Auf den mir bisher unbekannten Autor Ulrich Brandt bin ich schon sehr gespannt.

"Danke liebe Petra und wir tauschen gerne mal wieder!"






Aber nun zu meinem "optischen" Highlight der Woche! Sieht dieses Buch nicht wunderschön aus?


"Rotwein für drei alte Damen" stammt von der finnischen Autorin Minna Lindgren und erscheint bei Kiepenheuer & Witsch. 
Das Lovelybooks Team ist auch für diesen Neuzugang verantwortlich.  

Herzlichen Dank! 
Ich geh dann mal lesen! :-) 




Mittwoch, 27. Januar 2016

Deine Briefe lege ich unter die Matratze. Sara Schwardt/Astrid Lindgren

Ein Briefwechsel, der zeigt wie liebenswürdig und großherzig Astrid Lindgren war!

 

"Deine Briefe lege ich unter die Matratze. Ein Briefwechsel 1971-2002", so heißt die Veröffentlichung der Briefsammlung zwischen Astrid Lindgren und Sara Schwardt aus dem Oetinger Verlag.

Die zwölfjährige Schwedin Sara Ljungcrantz richtet 1971 einen Brief  an die Kinderbuchautorin Astrid Lindgren. Sara will Schauspielerin werden und erhofft sich dabei Unterstützung. Die Schriftstellerin, die es sonst bei einem kurzen Brief an ihre Fans belässt, antwortet - und schreibt Sara immer wieder. In 30 Jahren kommen über 80 Briefe zusammen. 



"Life is not so rotten as it seems" - das Leben ist nicht so mies, wie es erscheint.
 

Astrid Lindgren ist für mich der Inbegriff einer Autorin. Ihre Figuren, allen voran Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga trugen mich durch meine Kindheit. Ihr verdanke ich meinen Leseeifer, Phantasie und viele Geschichten, an die ich mich auch heute noch gern erinnere. Welches Bild zeigt sich nun in den Briefen über die Person Astrid als Mensch?

Sara, 12 Jahre alt, schwänzt und ist unbeliebt in ihrer Schule. Sie  möchte Schauspielerin werden. In ihrem Brief an Astrid Lindgren bittet sie sie um Hilfe für eine Hauptrolle und kritisiert gleichzeitig die schauspielerische Leistung von Annika und Thomas in der Pippi Verfilmung. Die Absage Lindgrens ist scheinbar überdeutlich ablehnend und Sara entschuldigt sich für ihr Anliegen. Diese erste Antwort Lindgrens ist nicht mehr existent, zu eindeutig war vielleicht die Kritik. Jedenfalls schweigt sich Schwardt über den Inhalt aus, angeblich aus Rücksicht auf die Autorin. Was sie aber nicht davon abhält, diese Briefe zu veröffentlichen, die auf Wunsch Astrid Lindgrens unter Geheimhaltung fielen. Waren es finanzielle Gründe oder der Reiz auch berühmt zu sein?

Doch etwas an ihrem Entschuldigungs-Brief rührt die Autorin und es entsteht ein tieferes Interesse für das sprachgewaltige, aber auch schwierige Kind. in den folgenden Jahren gibt es einen regen Briefwechsel, der zeigt wie Astrid Lindgren dem Mädchen Mut zuspricht und sie zu einem positiven Selbst aufbaut, sie immer wieder motiviert. Manchmal kommt mir das Ganze wie eine psychologische Hilfe vor, denn Astrid Lindgren hielt an diesem Briefwechsel trotz eigener Probleme oder Zeitmangel fest.
Ich glaube, Astrid Lindgren ist wohl wirklich so ein liebenswürdiger und herzlicher Mensch gewesen, wie es aus den Briefen zu ahnen ist.
Sie mischte sich immer wieder in aktuelle politische Debatten ein und kämpfte bis zu ihrem Tod 2002 für die Rechte von Kindern. 

Doch nun zu Sara! Sie ist ein schwieriger Typ und wurde von Astrid Lindgren stets respektiert und wiederholt ermutigt, ihr Leben in den Griff zu bekommen und auf einen guten Ausgang zu hoffen. Ob es das Schwänzen war, die Raucherei oder ihr angeblich geringes Selbstbild, Astrid fand die richtigen Worte, um dem Kind Verständnis und Nähe zu spenden. Auch als Teenie zeigt Sara wie sie um Aufmerksamkeit buhlt. Sie bezeichnet sich als häßlich, um von ihrer Brieffreundin das Gegenteil zu hören/lesen. Sie bekam stets eine liebevolle Antwort, auch wenn Astrid selbst Sorgen hatte. Wie es Astrid ging, dafür hat sich Sara aber nie wirklich interessiert.
Denn als wirklich Trost nötig war, Lindgren hatte ihren Bruder und die Haushälterin verloren, kam von Sara kein Brief, keine Anteilnahme. 



Diese Brieffreundschaft ist in meinen Augen eine sehr einseitige und zeugt von dem selbstlosen Einsatz einer wunderbaren Frau und einem großherzigen Menschen, Astrid Lindgren. Inwieweit die Briefe von Sara ehrlich waren, bleibt für mich fraglich. Mich hat die Bettelei nach Jobs und Geld unangenehm berührt und besonders die Veröffentlichung der Briefe unter Missachtung des Geheimhaltungswunsches erscheint mir suspekt.
 

 

Montag, 25. Januar 2016

Auch morgen werden Rosen blühen - Clara Sternberg

Gefühlvoll und mitreißend geschriebener Roman über einen Neuanfang!

Clara Sternberg schrieb den Roman Auch morgen werden Rosen blühen. Das Buch erscheint 2016 im Aufbau Verlag.



Alma ist Mitte 50, hat einen sie erfüllenden Job, liebt Gartenarbeit und hat wunderbare Freunde. Als sie einen Herzstillstand erleidet, wird sie zwar gerettet, doch danach stellt sie ihr bisheriges Leben in Frage. Was ist aus ihren Träumen geworden, wo ist die Familie, die sie sich gewünscht hat und was braucht sie, um glücklich zu sein? Kann man verpasste Chancen auch nachholen? Sie sucht nach Antworten und findet... Neuen Lebensmut.





"Man sieht nur mit dem Herzen gut,
das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

(Antoine de Saint-Exupéry)


Diesen Roman habe ich sehr genossen. Es geht um die Aufarbeitung einer Nahtoderfahrung, die das Leben der Protagonistin Alma aus der Bahn wirft. Nicht nur ihr Herz kommt aus dem Gleichgewicht, auch sie selbst schwankt, fühlt sich kraftlos und leer und fragt sich, was ihr wichtig und ob sie auch glücklich ist. Auch ihre Kinderlosigkeit macht ihr zu schaffen. Sie hinterfragt ihr Leben, ihre Wünsche und Gefühle und wagt schliesslich einiges.

Es ist eine Geschichte, die tief in die Emotionenkiste hinein greift, ohne kitschig zu wirken. Denn die Gefühle, Ängste und Gedanken Almas sind authentisch dargestellt und zeigen, wie die Wege im Leben nicht immer geradlinig verlaufen, sondern auch mal Tiefen aufweisen, aus denen man gestärkt und glücklicher als bisher hervor gehen kann. Denn auch jenseits der 50 kann man noch eine neue Liebe finden. Man muss nur seinem Herzen vertrauen und etwas Mut haben.
Wie Alma von ihren Freunden Unterstützung und Hilfe bekommt, ist sehr mitfühlend beschrieben. Hier kommen einige empathische Figuren zu Wort und man fühlt sich in ihrer Gemeinschaft einfach wohl. 
Die Charaktere sind detailreich gezeichnet und zeigen in ihrem Leben verschiedene Entwicklungen, die interessant zu beobachten sind. Die Figur der Katrin wird mir besonders in Erinnerung bleiben. Auch sie hat ihr altes Leben umgekrempelt und wagt Neues.

Clara Sternberg erschafft mit ihren Beschreibungen der bunten Blumenwelt, schönen Gärten und anderen Schauplätze Berlins eine tolle Atmosphäre und bringt Stimmung und Farbe in den Roman, in den man als Leser versinkt. Gern möchte man die Örtlichkeiten besuchen und die Situationen im Roman nachempfinden.

Einen Punkt muss ich noch erwähnen: die Erste Hilfe spielt im Roman eine entscheidende Schlüsselrolle, die man auch im richtigen Leben Wert schätzen sollte. Jeder, Helfer und Geretteter, weiß das zu bestätigen. Daher sehe ich im Buch die unterschwellige Mahnung an alle, die Ersthelferausbildung ernst zu nehmen und gegebenenfalls aufzufrischen. 


"Auch morgen werden Rosen blühen" ist eine stimmungsvolle Liebesgeschichte, die flüssig und mitreißend zu lesen ist. Neue Chancen gibt es für jede Alterklasse, man muss nur offen dafür sein! 


    ***Leserundenexemplar von lovelybooks - Vielen Dank
             an den Aufbau Verlag für die Bereitstellung des Buches und 

          an die Autorin für die nette Leserundenbegleitung!***


Samstag, 23. Januar 2016

Das verlorene Dorf - Stefanie Kasper

Geheimnisvoll, düster und unheimlich erscheint diese Dorfgemeinschaft. Fesselnd geschrieben, dennoch vorhersehbar!

Stefanie Kasper schrieb den historischen Mystik-Roman Das verlorene Dorf, der im Goldmann Verlag erscheint. 

Oberbayern 1844: Rosalie ist eine Waise, sie hat Leukopenie und wird mit ihrer hellen Haut und den leicht rötlichen Augen von den anderen Kindern ausgegrenzt. Sie verliebt sich in Romar, der aus
einem einsamen Walddorf stammt, um das sich unheimliche Gerüchte ranken. Allen Warnungen zum Trotz heiratet Rosalie Romar und folgt ihm in die merkwürdige Dorfgemeinschaft. Kurz nach ihrer Ankunft bemerkt sie schaurige Anzeichen für ein gruseliges Treiben im Dorf.   



Stefanie Kasper verbindet in ihrem atmosphärisch düsteren Roman die mystische Legende der Weißen Frau im Sachsenrieder Forst mit dem Dorf Haberatshofen in Bayern, welches Mitte des 19. Jahrhunderts von seinen wenigen Bewohnern unter anderem aus Wasserknappheit aufgegeben wurde. Heute erinnert ein Gedenkstein an die ehemalige Kapelle des Dorfes.
Dabei bedient sie sich einer Handlung, die Fiktion mit der geheimnisvollen Geschichte mischt und erzeugt mit ihrem dichten Erzählstil eine gruselige Stimmung, die mit schlimmen Ereignissen mehr und mehr bedrohlich wird.
Die Landschafts- und Stimmungsbilder haben mich tief mit in den Wald hineingenommen und die unheimliche Situation unter den Dorfbewohnern wirkten recht bedrückend und bedrohlich.
 
Anfangs verstehe ich die Außenseiterin Rosalie, die als Nachtmensch verschrien ist und ihr Glück bei ihrem Mann Romar sucht. Aus Liebe zu ihm folgt sie ihm in dieses mysteriöse Dorf, in dem Menschen mit Handicap und wahre Sonderlinge leben. Sie hat ihnen gegenüber keine Vorbehalte und arrangiert sich damit.

Als jedoch erste Anzeichen von Bedrohung auftreten, wird sie zwar misstrauisch, will aber die Wahrheit nicht erkennen. Zu glücklich ist sie mit Romar und eine Freundin hat sie ebenfalls gefunden. Hier wird die Geschichte etwas überzogen.
Die tragischen Ereignisse nehmen zu und sie reagiert immer noch nicht. In der Mitte des Buches war mir eindeutig bewusst, was in diesem Dorf passiert. Damit nahm automatisch die Spannung ab, ich habe aber dennoch die unterhaltsame Geschichte wegen der wunderbar schaurigen Atmosphäre und des lebendigen Schreibstils gern weiter verfolgt.

Die große Auflösung war keine Überraschung, die Gründe für die Gruseltaten sind abstrus und befremdend. Trotzdem ist dieser Roman durch die bildhafte Beschreibung von Wald, Stimmung und Geschehnissen etwas ganz Besonderes. 


Das verlorene Dorf enthält einen Hauch von Mystery, etwas Fantasy und auch reale Züge, die mit einem interessanten Schreibstil eine düstere Atmosphäre aufbauen. Ein unterhaltsamer Roman, für alle, die sich gern einer schaurigen Stimmung aussetzen wollen. 




Freitag, 22. Januar 2016

Schon wieder Buchpost!

Hallo meine Lieben!

Auch in dieser Woche hat mir der Paketbote wieder eine Überraschung vorbei gebracht! 

Auf Facebook habe ich beim Beck Verlag bei einem Gewinnspiel kommentiert und ...gewonnen!  

Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag!



Das sind die Bücher im Überblick und ich muss sagen, hier steht mir eine tolle Mischung zur Auswahl.  


Blaue Blumen von Carola Saavedra


Wie wunderbar dieses Cover hier genau zur Bettwäsche passt, das kann kein Zufall sein, sondern Schicksal!  


Der Mann, der das Glück bringt von Catalin Dorian Florescu:
 

Dieses Buch erscheint im Februar 2016 und führt den Leser in eine Familiengeschichte in die Welt New Yorks vor hundert Jahren und in das magische Universum des Donaudeltas. 

Euphoria von Lily King



Von diesem Buch habe ich bisher einige Rezensionen gelesen und bin schon sehr gespannt darauf. Das Cover zieht mich schon einmal magisch an!

Die Japanische Tasche von Adolf Muschg:

 

Ein echter Wälzer von fast 500 Seiten, der laut Inhaltsangabe von einer großen Liebe und ihrem tragischen Verlauf erzählt. 

Der Autor ist ein Schweizer Professor für deutsche Sprache und Literatur und er wurde mit verschiedenen Buchpreisen ausgezeichnet. 

Jetzt verabschiede ich mich ins Wochenende und lese mal, ihr seht ja, ich habe wieder ordentlich Nachschub zu "bearbeiten"!

Sonnige Wintergrüße und ein schönes Wochenende wünscht euch


sommerlese!