Donnerstag, 13. August 2015

Lotusblut - Judith Winter

Das rätselhafte asiatische Kind

 

Lotusblut ist der zweite Fall der Autorin Judith Winter um die Ermittlerinnen Capelli und Zhou nach Siebenschön . Der Thriller erscheint 2015 im dtv. 

 

Emilia Capelli und Mai Zhou werden an den Tatort eines mysteriösen Doppelmordes gerufen: in einem Luxuszimmr eines Frankfurter Hotels liegen die Leichen des Unternehmers Peter Klatt und seiner Frau Ramona.
Beide wurden durch einen gezielten Schuss in die Stirn getötet. Das etwa zehnjährige asiatische Mädchen, das sie bei sich hatten, ist seit der Bluttat spurlos verschwunden. Noch im Hotel findet Emilia das verstörte Kind. Sie ist eine eventuelle Zeugin des Doppelmordes, doch sie spricht nicht. Als sie entwischt, ist sie in großer Gefahr und eine spannende Jagd beginnt.


Das ungewöhnliche Ermittlerinnenduo ist interessant zu beobachten, zwar ziehen sie in ihren Ermittlungen an einem Strang, auch wenn ihnen der Fall offiziell entzogen wird, aber persönlich sind sie sich noch nicht viel näher gekommen. Sie siezen sich sogar noch, versuchen sich gegenseitig zu durchschauen und bleiben sich irgendwie fremd. Dabei finde ich sie beide sehr sympathisch und ich hätte gern gesehen, wenn sie sich freundschaftlich näher gekommen wären.
 

Die Handlung ist schlüssig aufgebaut, die Einbeziehung von asiatischen Figuren und deren intuitivem Verhalten bei Flucht oder Verstecken erstaunen und bringen eine neue Sichtweise mit ein.
Allerdings fehlt mir für einen Thriller der wahre Thrill-Moment. Es wird zweifelslos Spannung aufgebaut, jedoch fehlt mir persönlich der Nervenkitzel und das Spiel mit der Angst des Lesers. 


Die wechselnden Perspektiven zeigen die Sichtweisen der Protagonisten und geben damit tiefen Einblick in ihr Innerstes und ihre Gedanken. Dadurch lernt man die Ermittlerinnen noch besser kennen. So erfährt man wie Emilia als Kind einen toten Jungen gefunden hat und noch heute häufig daran erinnert wird. Aber auch Mais Probleme mit ihrer asiatischen Andersartigkeit und der daraus resultierenden Ausgrenzung kommt offen zum Ausdruck. Sie kann sich scheinbar nur mit aussergewöhnlich guten Leistungen etablieren. 

Die Handlung hatte ich mir mehr spektakulärer erhofft, irgendwie mit noch mehr asiatischen Einflüssen. Da hat mir der erste Band um Längen besser gefallen. Auch werden Tatmotive vorzeitig bekannt, die dadurch alles ein wenig spannungsmäßig abflachten.
Das Ende erscheint dann sehr logisch und man nimmt mit Freude den Ausgang der Story hin.

Der Schreibstil gefällt mir wieder ausnehmend gut, er ist angenehm und sehr flüssig zu lesen. Die Beschreibungen der jeweiligen Szenerien sind sehr bildlich, man hat alles gut vor Augen.
Ein Spannungsbogen ist auf jeden Fall vorhanden, ich musste das Buch einfach schnell lesen. Aber leider ist es mit der Spannung doch sehr unterschiedlich, es gibt auch Phasen, die mich nicht mitziehen konnten.  


Lotusblut zeigt erneut eine packende Story um die tollen Ermittlerinnen Capelli und Zhou und das Rätsel um das unbekannte asiatische Mädchen wird von beiden unter großen Arbeitseinsatz gelöst. Ein Muss für die Fans der Reihe, aber auch eine interessante Geschichte für Neueinsteiger.  


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