Mittwoch, 12. August 2015

Fingerfood & Feines - Martina Lessing

Edel aufgemaches Kochbuch mit speziellen, österreichisch angehauchten Leckereien!


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Fingerfood & Feines Raffiniert gekocht für Freunde & Gäste ist ein Kochbuch von Martina Lessing. Herausgegeben wird es von der Braumüller GmbH. Die Fotografien stammen von Simone Leonhartsberger.



Dieses Buch kommt in einer sehr edlen Aufmachung daher. Der Einband ist praktischerweise abwischbar und die weiße Hintergrundfarbe zieht sich durch das gesamte Buch. Die Fotos der geschmackvoll in kleinen Portionen angerichteten Gerichte sind jeweils ganzseitig zu den entsprechenden Rezepten angeordnet, sie wirken sehr gelungen und professionell. Man bekommt schon beim Blättern durch das Buch Appetit, so realistisch und lecker erscheinen die Aufnahmen. 

Martina Lessing stellt in ihrem Vorwort die Behauptung auf, dass Kochen wieder in Mode sei und die Vorbereitung von Essen keinen Stress machen muss. Sie gibt beruflich Kochkurse und hat einen Cateringservice für Fingerfood und andere feine Speisen, also muss sie es ja wissen. 

Der Aufbau des Buches gliedert sich nach einem mehrseitigen Vorwort,  einer Vorstellung der Autorin und einer Gebrauchsanweisung in vier Hauptkapitel. 
- Grundrezepte
- Fingerfood
- Warme Schüsselchen
- Süsses


Den Anfang machen Grundrezepte für Mayonnaise, Mürbeteig, Gemüsesuppe, Nockerln und Serviettenknödel. Man bemerkt schon hier die spezielle österreichische Ausrichtung der Gerichte. 

Das erste Fingerfoodkapitel enthält Rezepte zu diversen Suppen, bei denen mir die Kokossuppe mit rotem Curry sehr gut geschmeckt hat. Allerdings benötigt man Zitronengras, Kaffernlimettenblätter und Wasabi-Erbsen, die einen Gang ins Spezialitätengeschäft erforderlich machen. Die Paprika- und Saiblingsuppe klingen ebenfalls verlockend. Nun stelle ich mir unter Fingerfood allerdings keine Suppen vor, daher war ich sehr überrascht. 

Dann folgen die Dinge, die meiner Meinung nach Fingerfood darstellen: frittierte Blunzenlollis (aus Blutwurstmasse), Weisswurstburger, Miniquiches mit Spinat und Gorgonzola, Strudelteig mit Pecorino und Schafskäse oder mit Zucchini, Blinis mit Lachsmousse, recht aufwändigen Brandteigkrapferl mit Chorizofülle und kleinen Salaten im Glas, für die allerdings wieder ein Löffel nötig wird. 

Die warmen Schüsselchen sind zum Beispiel gefüllt mit Süsskartoffelauflauf (wer besitzt 16 ofenfeste Schüsselchen?), Kohlrouladen mit Steinpilzen, indischen Linsen, Heilbutt mit Ingwer, Lachspäckchen mit Tsatsiki, Kalbssulter mit Morcheln und Marsala und Muscheltopf. Letzterer eignet sich mit den Schalen und der Sauce meiner Meinung nach überhaupt nicht für einen Stehempfang.
 
Den Abschluss bilden die süßem Speisen. Da wären Beerentiramisu, Eierlikörcreme, Kokoskuchen (der auch als große Variante gebacken werden kann), Kürbiskern- und Mohnknödel und Lebkuchentiramisu. Mir hat der Schoko-Mandelkuchen gut geschmeckt, er ist einfach und schnell auch als großer Kuchen zuzubereiten.

Bei den Rezepten fällt die Ausrichtung auf die österreichische Küche sehr ins Auge. Auch wird sehr viel mit Sahne, Schmand und Topfen (Quark) gearbeitet. Die geschmorrten Fleischgerichte sind sicher alle sehr lecker, passen für mich aber eher in die kühle Jahreszeit und an einen schön gedeckten Sonntagsmittagstisch für die Familie.

Diese Rezepte sind schon ein wenig anspruchsvoll, die Zeitangaben für die Zubereitung fehlen und die Gerichte können nicht alle mit den Fingern gegessen werden. 

Das Buch wurde umworben mit folgenden Worten:

Wegbegleiter für alle, die gerne Gäste verwöhnen, aber sich den Stress komplizierter Rezepte, die nur von Profiküchen zu bewältigen sind, nicht antun wollen.

Doch mir erscheinen die Gerichte ziemlich aufwändig, denn mit nur einer Variante möchte ich meine Gäste nicht bewirten. Also wären einige Koch- und Backgänge nötig, die durchaus einige Zeit in Anspruch nehmen würden.
Einzelne Rezepte werde ich sicherlich nachkochen, das Rinderragout finde ich super lecker. Doch welcher Gast würde hier von einem Minischüsselchen schon satt werden? Also doch eine große Portion, dazu Kartoffeln, vielleicht etwas Rotkohl und gut. Die Vorbereitung dafür ließe ich mir gefallen.  

Die Ausrichtung auf die österreichische Küche zieht sich durch das gesamte Buch. Das ist keine Kritik, aber ein kleiner Hinweis dazu wäre hilfreich  für den Käufer gewesen.   

Schön finde ich allerdings die vielseitigen Fischgerichte, hiervon werde ich gewiss Rezepte ausprobieren. 

Ein edel wirkendes Kochbuch mit wunderschönen Fotos zu den entsprechenden Gerichten und reichlich österreichischemn Einfluss. Gut, vielleicht etwas aufwändig nachzukochen, aber dann nur einzelne Gerichte und nicht mehrere für viele kleine Gänge bei Besuch. Dann übernimmt der Stress wieder die Überhand. 
                          
                              
    ***Leseexemplar von vorablesen: Vielen Dank für die Bereitstellung des Buches!***

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