Dienstag, 5. Juli 2016

Beichtgeheimnis - Wolf Schreiner

Lange nicht so spannend wie Teil 6 der Reihe!


"Beichtgeheimnis" ist der 1. Band einer Krimireihe aus dem Bayerischen Wald von Wolf Schreiner. Dieser Krimi erschien 2012 im Goldmann Verlag.


In einer kleinen Gemeinde in Niederbayern geht ein Racheengel um.  Baltasar Senner ist der neue Pfarrer in der Gemeinde, ein spezieller Typ, der Bestattungen samt Leichenschmaus liebt, Rockmusik und den Duft von Weihrauch. In seinem Beichtstuhl erfährt er von den Mordabsichten einer Frau. Durch das Beichtgeheimnis ist er zur Verschwiegenheit verpflichtet. Als der Sparkassendirektor getötet wird, gerät er selbst in den Kreis der Verdächtigen und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. 



Nachdem mir "Lammfromm" so gut gefallen hat, habe ich mir den ersten Band dieser Krimireihe aus dem bayrischen Wald vorgenommen.

Baltasar bekommt eine neue Haushälterin, die Polin Teresa. Doch leider sind ihre Kochkünste nicht gerade großartig, die alten Rezepte ihrer Großmutter finden bei Baltasar nicht auf großen Anklang. 
Da geht er lieber zum Leichenschmaus und der wöchentlichen Bibelrunde und hört dem Tratsch und Klatsch seiner Gemeindeschäfchen zu. Als er für den geplanten Jugendtreff ein Haus der Gemeinde erwerben will, macht ihm der Sparkassendirektor Veit einen Strich durch die Rechnung.
Kurz darauf stirbt Veit. 

Diese Krimireihe erinnert an die legendären Fälle des Pater Brown. Auch hier ermittelt ein Pfarrer, steckt seine Nase in die kriminellen Handlungen seiner Gemeinde und wird durch sein häufiges Auftreten am Handlungsort verdächtigt, selbst in die  Kriminalfälle verwickelt zu sein.

Auch wenn Pastor Senner mit seiner Vorliebe für ausgefallene Weihrauchsorten an einen Junkie erinnert, so bleibt doch sein Charakter recht unauffällig und unglaubwürdig gezeichnet. Wie er einem Sterbenden seine Hilfe verweigert und lediglich die Sterbesakramente verteilt, passt nicht zu seinem Amt. Auch die anderen Charaktere haben nicht die Ecken und Kanten, dass sie dem Leser bildhaft vor Augen stehen. 


Mir fehlt auch der regionale Hintergrund und die landschaftliche Schilderung der Umgebung. Es ist mit Straßennamen nicht getan. Man lernt eine Dorfgemeinschaft kennen, die schnell ihre Probleme typisch männlich mit Fäusten ausdiskutiert. Allerdings halten sich die Frauen dabei zurück und agieren mehr im Hintergrund. So ist die Täterin eine gläubige Katholikin, die ihre Mordabsichten in der Beichte ankündigt. Aber ohne Absolution kein Mord. 


Senner erkennt natürlich die drohende Gefahr, recherchiert, um die Täterin zu finden, nicht aber, um weitere Mordfälle zu verhindern.
Daher kommt auch die Spannung nicht so recht in Fahrt. Das ist schade, denn die Geschichte bietet hier eigentlich viel Potential. 



Ein unterhaltsamer, relativ gemütlicher Krimi um einen von Weihrauch trunkenen Pfarrer! Hätte spannender sein können!


 

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