Der Kampf für die Gleichberechtigung beginnt!
Im Piper Verlag erscheint der Roman Zwei Frauen von Katja Maybach.
1912: Als Hannahs Vater stirbt, ist sie 22 Jahre alt, ihr Bruder verzichtet auf den Hof und überschreibt ihn ihr, was im Dorf als Skandal gehandelt wird. Doch darum schert sich die selbstbewusste Hannah nicht und trotz allen Anfeindungen. Sie lernt Julie kennen, die mit dem Notar verheiratet ist, der die Formalitäten der Überschreibung regelt. Julie führt ein privilegiertes Leben, ganz anders als Hannah und ist fasziniert von Hannahs Mut als Frau einen Hof zu führen und von ihrer Eigenständigkeit. Beide Frauen werden zu engen Freundinnen und unterstützen sich in unterschiedlichen Lebensabschnitten bei Freud und Leid oder in Krieg und Frieden.
Wer schon einmal einen Roman von Katja Maybach gelesen hat, weiß, dass sie sich durch einen einnehmenden Erzählstil auszeichnen. Das ist auch bei diesem Buch der Fall, die fesselnde Story sorgt für unterhaltsame und spannende Lesezeit, denn die beiden Frauen erleben in der von Männern dominierten Welt ihrer Zeit persönliche Einschränkungen, sie sollen sich fügen und ihre Rolle als Frau ausfüllen.
Die Geschichte handelt von zwei Frauen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Während Hannah nach dem Tod ihres verhassten Vaters die schwere Arbeit auf ihrem Hof als Chance ergreift, um frei zu leben und sich unabhängig zu machen, lässt sich Julie von ihren Dienstmädchen bedienen und lebt in einem reichen Haushalt. Doch dafür büßt sie ihre persönliche Freiheit ein, denn sie muss sich ihrem Mannes fügen, der für sie entscheidet und dem sie zu Willen sein muss. Wie sehr sie dieser Zustand beeinflusst und krank macht, ahnt sie bei ihrer Eheschließung noch nicht.
Im Laufe der Handlung erleben wir, wie die enge Freundschaft beide Frauen prägt und sie gegenseitig verbindet. In dieser Zeit erstarken die Stimmen mutiger Frauen, die für Gleichberechtigung kämpfen und es ihren Vorkämpferinnen aus England nachmachen. Und Hannah und Julie kämpfen gegen ihre eigenen Schwierigkeiten und schicksalshaften Erlebnisse an.
In der Geschichte wird der Alltag und das Leben der Frauen beschrieben. Ich mochte es, wie die Autorin uns die Mode dieser Zeit detailreich vor Augen führt, dafür hat sie ein besonderes Händchen.
Es gilt für beide Frauen einiges durch zu stehen, beide werden schwanger, doch unter verschiedenen Vorraussetzungen. Gefesselt habe ich ihre Lebenswege und Entschlüsse mitverfolgt und konnte mich in beide Frauen gut hineinfühlen. Ihre jeweilige Lage wird verständlich beschrieben, mit dem Krieg gehen alte Sicherheiten verloren, ihr Leben ist schwieriger geworden. Es ist bewegend zu sehen, wie sich beide Frauen entwickeln.
Eine Freundschaft, die über gesellschaftliche Grenzen hinaus reicht und Mut macht für eigene Entscheidungen!
***Herzlichen Dank an den Piper Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Ab dem 25. Mai tritt die neue Verordnung der DSGVO (Datenschutzgrundverordung) in Kraft.
Mit Absenden eines Kommentars erklärst Du Dich einverstanden, dass personenbezogene Daten (z.B. IP-Adresse, Standort des Logins etc.) abgespeichert und für Statistiken von Google weiterverarbeitet werden .
Weitere Informationen von Google und die Datenschutzerklärung findest Du hier :
https://policies.google.com/privacy?hl=de