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Samstag, 29. Mai 2021

Böse Häuser - Nicola Förg

Tödliche Wohnungssuche

Kritisch hinterfragend mit aktuellem Bezug und trotzdem humorig!

Nicola Förgs neuer Krimi "Böse Häuser" ist der 12. Band ihrer Reihe um Irmi Mangold, die Reihe erscheint im Pendo Verlag

Kriminalkommissarin Irmi Mangold beabsichtigt mit ihrem Freund Fridtjof Hase einen Hof oder Haus zu kaufen, auch als gemeinsamen Altersruhesitz. Doch in dieser Region Bayerns sind die Preise so exorbitant angestiegen, dass sie ihre Suche immer mehr nach Westen ins Allgäu ausweiten müssen. Sie finden ein alleinstehendes Objekt am Auerberg und punktgenau bei der Besichtigung wird ein weiterer Interessent erschossen. Schon ist Irmi in einen neuen Fall involviert.


Ich mag die Krimis von Nicola Förg, weil sie ihre Protagonisten weiter entwickelt und stets Gedanken zu Tier- oder Umweltschutz aktuell einbezieht. Bei diesem Krimi bin ich gleich in der Handlung abgetaucht und habe mir so meine Gedanken zu den eingebauten Themen gemacht. Dieses Mal dreht sich alles um den knappen Immobilienmarkt, die große Nachfrage und die steigenden Preisen und auch die Pandemie wird ein wenig gestreift. Das alles birgt irgendwo einen Grund für den Mord, den Irmi in diesem Fall mal mit dem zuständigen KommissarWeinzierl übernehmen darf. Schliesslich war sie bei der Tat selbst dabei. 

In diesem Fall sind einige Verbindungen zu verfolgen, die alle für sich genug Grund für einen Mord hätten. Das Opfer ist ein Autohändler von Luxuskarossen, mit einem dieser Wagen, vermietet an einen jungen Mann, kam vor Jahren ein Mädchen zu Schaden. Hat sich nun der Vater des Kindes gerächt? Aber noch andere Dinge führen immer wieder zu diesem "Bösen" Haus. Bei den Ermittlungen ist die Personenmenge sehr umfangreich, das kann für Verwirrung sorgen und es spielt auch der Zufall eine Rolle, was mir nicht so gut gefällt.

Auf ein Wiedersehen mit Irmi habe ich mich gefreut, sie ist eine liebenswerte Person und ihre späte Liebe zu Fridtjof Hase gönne ich ihr sehr. In diesem Krimi dürfen wir ihre Zusammenarbeit mit Weinzierl genießen, das ist eine gelungene Teamarbeit und beide stürzen sich mit Herz und Verstand in die Ermittlungen. Es wechseln sich vergnüglich zu lesende Dialoge mit ernsten Ermittlungshintergründen ab, sodaß für gute Unterhaltung gesorgt wird. 

Dem flüssigen und wunderbar zu lesenden Schreibstil Nicola Förgs kann man gut folgen, ihre Dialektpassagen sind auch für Nicht-Bayern verständlich und es wird auch für Uneingeweihte die merkwürdige Abneigung zwischen Bayern und Leuten aus dem Allgäu deutlich aufgezeigt. 

Einen tieferen Sinn und Gründe zum Nachdenken haben alle Krimis von Nicola Förg, immer aktuell am Zeitgeschehen. Die Zubetonierung der Natur für Straßen und Wohnungsbau, die ins Unermeßliche steigenden Immobilienpreise und die eintönige und naturfremde Einheits-Niedrigenergiebauweise haben politische Brisanz. Es fließt auch die drohende Pandemie in die Gespräche im Krimi ein. 

Diesen lesenswerten Regionalkrimi empfehle ich allen Fans von Mangold und Weinzierl und allen, die sich für Krimi mit Regionalcharakter und ernsten Themen interessieren. Kritisch hinterfragend mit aktuellem Bezug und trotzdem humorig!

 

***Herzlichen Dank an die Autorin und den Pendo Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***



Freitag, 8. März 2019

Wütende Wölfe - Nicola Förg

Wieder ein Krimi mit Tiefsinn und Spannung

Die Rückkehr der Wölfe

Der Alpenkrimi "Wütende Wölfe" von Nicola Förg ist der 10. Band der erfolgreichen Reihe um die Kommissarinnen Irmi Mangold und Kathi Reindl. Die Reihe erscheint im Pendo Verlag, zugehörig dem Piper Verlag.

Kommissarin Irmi Mangold hat eine Auszeit als Hirtin auf einer Kuhalm eingelegt, um zur Ruhe zu kommen und auch über ihr Leben nachzudenken. Mit Luise, eine gestandene Landrätin, bekommt sie zupackende Hilfe und angenehme Gesellschaft. Es wird jedoch weniger eine entspannende Auszeit, denn auf der Alm scheint ein Wolf umzugehen und der versetzt nicht nur die Tiere in Angst. Kurz darauf findet Irmi einen toten Mann, der in einem Schlageisen gefangen ist. Galt der Anschlag einem Wolf? Die Ermittlungen halten Irmi von ihrer Käserei ab und von Auszeit kann man nicht mehr reden.




"Seht ihr im Wolf nicht auch einen Konkurrenten?...Reh, Gams, Rothirsch und Sauen werden nun von Wölfen gefressen und nicht von halbblinden Jagdpächtern erschossen." Zitat Seite 109


Nicola Förgs Krimis leben von den liebevoll und genau gezeichneten Charakteren der Ermittler und Nebenfiguren. Sie sorgen mit interessanten Dialogen zum Thema Wolf und mit privaten Einblicken für angenehme und teilweise humorvolle Unterhaltung. 
Die Spuren der Ermittlungen führen immer wieder zum Ort der Alm zurück und so bleibt Irmi gar nichts anderes übrig, als die Fäden aufzunehmen und ihnen nachzugehen. Von einer ruhigen Almzeit kann man also nicht reden. Der Fall führt in die Vergangenheit zu einen Leistungskurs im Abiturjahrgang. Welche Verbindungen führen von den Schülern damals und ihrem Lehrer zu den aktuellen Vorgängen? Wieder kann man als Leser eigene Mutmaßungen anstellen und gut mitraten.  
Der Fall ist etwas verzwickt, kann aber durchschaut werden, auch wenn die Motive erst zum Ende offengelegt werden.

Für mich sind die Bücher von Nicola Förg immer wieder ein echtes Leseerlebnis!

Denn neben einer gut aufgebauten Krimihandlung finden sich darin immer kritische Anmerkungen und Fragen zu Umwelt und Naturschutz. Dieses Mal geht es um das kontrovers diskutierte Thema der Wölfe, um Kühe mit Hörnern, um Weidehaltung, Milchwirtschaft und Käserei und das Leben auf einer Alm.
Wieder ist es der Autorin gelungen, mich mit ihrer Geschichte nicht nur spannend und gut zu unterhalten, sondern auch noch mit Informationen rund um Weidewirtschaft auf Almen, giftige Pflanzen und über den Wolf zu versorgen. 

Während einer Diskussionsrunde zur Wolfsfrage lässt die Autorin Irmi teilnehmen und damit auch den Leser tief eintauchen. Man erfährt etwas über die verschiedenen Sichtweisen von Naturschützern, Jägern und Anwohnern. Außerdem über die Verbreitung der Tiere, ihr Fressverhalten, die Kosten für Schutzzäune und die Zahlen von tot aufgefundenen Wölfen. 

Seit 2000 gab es in Deutschland 222 tote Wölfe, zwei wurden entnommen, 155 davon starben im Straßenverkehr und 28 durch illegale Aktivitäten. 23 starben eines natürlichen Todes und 12 wurden legal getötet. 
Mit solchem Zahlenmaterial relativiert sich manche Ansichtsweise. 

Nicola Förg beschreibt in ihren Bücher einiges was viele Menschen nicht wissen, sie fügt es  lehrreich ein oder belehrend zu wirken. 
Auf der Alm muss z. B. Kreuzkraut entfernt werden, ehe es die Kühe fressen. 

Kreuzkraut: Vorsicht vor dem stark giftigen Greis- oder Kreuzkraut. Es ähnelt optisch dem essbaren Rucola. Das Jakobs-Kreuzkraut (Senecio jacobaea) ist fürs Rindvieh giftig und für Pferde erst recht.


Wie gewohnt lässt die Autorin Nicola Förg vor der atmosphärischen Kulisse einer Bergalm eine spannende Krimihandlung entstehen. Und natürlich gibt es auch wieder ein aktuelles und heiß diskutiertes Thema aus der Tierwelt. Dieses Mal geht es um die Rückkehr der Wölfe in Deutschland und man erfährt viele Ansichten, Informationen zu den Populationen und zum Beuteschema und Reißverhalten der Wölfe. Es lohnt sich schon deshalb, diesen Krimi zu lesen!
 
 

***Vielen Dank an den Piper Verlag für dieses Leseexemplar!***

 
 



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