Dienstag, 22. September 2015

Pur genießen - Natürlich & Gesund - Pascale Naessens

Einfaches Kochen mit gesunden Zutaten

 

Das Kochbuch Pur genießen: natürlich und gesund von Pascale Naessens erscheint im 2015 Zabert Sandmann Verlag.

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Gesunde, leckere und einfache Kreationen präsentiert die in zahlreichen Ländern erfolgreiche Autorin in ihrem neuesten Titel.
"Essen, das glücklich macht", umschreibt sie ihr Thema, bei dem Ernährungs- und Gesundheitsbewusstsein ohne Verzicht oberstes Prinzip sind. Hauptzutaten ihrer Rezepte: naturbelassene, unverarbeitete Basics und gute Fette. Die Fisch-, Fleisch- und Gemüsekreationen sind raffiniert und leicht zuzubereiten.



In ihrem Kochbuch zeigt Pascale Naessens ihre eigenen Rezept-Ideen für gesundes Kochen. Sie legt Wert auf natürliche Lebensmittel in Form von Gemüse und Salat, gutes Fleisch und frischen Fisch und vermeidet Kohlenhydrate in Form von Kartoffeln, Nudeln, Reis und Brot. Damit verfolgt sie eine Ernährungsphilosphie auf der Basis der Trennkost und stellt ihre Grundgedanken zu dieser Ernährung mit anschaulichen Beispielen vor. Diese sind auf ernährungswissenschaftliches Hintergrundwissen aufgebaut und werden dem Leser logisch näher gebracht. Auch auf die Kombination der verschiedenen Lebensmittel geht sie genauer ein.

Pascale Naessens war Modell und wollte nicht nur schlank, sondern auch gesund bleiben. Also suchte sie nach geeigneten Mahlzeiten, die sie fit und gesund erhalten, aber trotzdem auch noch gut schmecken und satt machen. Ihre Devise lautet: einfach, gesund, lecker und schön muss Essen sein. 

Außerdem ist ihr der gemeinschaftliche Aspekt des geselligen Essens sehr wichtig. Wenn man sich streng nach ihrer Ernährungsweise richtet, nimmt man nicht zu und kann sogar ein paar Pfunde verlieren ohne zu hungern. Dabei ist die Bandbreite ihrer Rezepte wirklich umfangreich und vielfältig. Da ist von Gemüse und Kräutern, Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten eigentlich alles vertreten, auch süße Speisen findet man unter den Rezepten. Die Gerichte werden mit  verführerischen Fotos und hübschen Locations toll in Szene gesetzt und machen schon beim Ansehen gute Laune und Lust zum Nachkochen. 

Nach 30 Seiten der Einführung in ihre interessante Ernährungsphilosophie geht es mit den Rezepten los, die sich in 8 Kapitel aufteilen:

- Schnelle und einfache Mittagsmahlzeiten 
- Köstliche Gemüsegerichte 
- Überraschendes mit Käse 
- Aus Flüssen und Meeren 
- Krustentiere und Muscheln 
- Kurkuma: das goldene Gewürz 
- "Echtes Fleisch" 
- Mit Genuss zu sündigen ist eine Kunst


Ich habe Einiges nachgekocht und bin von der einfachen Zubereitung und den wenigen Zutaten sehr überzeugt. Hier wird kein ausgefallener Schnickschnack verwendet, der danach nicht mehr benötigt wird, sondern es wird Wert gelegt auf frische Produkte, die mit simplen Kochmethoden einfach zubereitet werden. Mein liebstes Rezept aus dem Buch ist ein Ofengericht, dass ich selber schon seit Jahren in ähnlicher Form mache. Es heißt "Tomaten, Auberginen und Zucchini mit Mozzarella aus dem Ofen". Für mich als Allergikerin nicht geeignet sind die einige Rezepte mit Nüssen.   

Besonders interessant zu wissen sind auch die den Rezepten zugeordneten ernährungswissenschaftlichen Hinweise für gesunderhaltende und evtl. Krebs hemmende Lebensmittel wie beispielsweise Kurkuma, Spinat, Knoblauch, Linsen und Zwiebeln.

Gerichte mit Kurkuma (Gelbwurzel) sollen vor Krebs und Demenz schützen und bei Gelenkbeschwerden gute Dienste tun.  

Als Schlusswort erklärt Pascale Naessens, wie wichtig es ist, sich selbst und seine Gesundheit zu respektieren. Viele Menschen ernähren sich zu sehr von Kohlenhydraten und raffinierten Lebensmitteln, die der Körper in dem Maße auch bedingt durch Bewegungsmangel, nicht verbrauchen kann, sondern zum Fettaufbau des Körpers nutzt. 

Die Autorin hat auch ein Händchen für Ästhetik, so richtet sie die Gerichte wunderschön auf von ihr selbst hergestellten Keramiken effektvoll an. Auch die ausgewählten romantischen Naturplätze sind gelungen und schön anzusehen.

Dieses Kochbuch ist mehr als eine reine Rezeptsammlung!
Zu der hochwertigen Ausführung mit ansprechenden Fotos kommen die interessanten Informationen hinzu, die eine gesunde Ernährungsgrundlage erklären. Die Rezepte sind einfach zuzubereiten, schmackhaft und zeigen wie einfach frisches Kochen sein kann.


         ***Rezensionsexemplar von vorablesen- 
                               Vielen Dank für das Leseexemplar!***
                     

Montag, 21. September 2015

ADAC Reiseführer Teneriffa

Übersichtliche Vorstellung der Urlaubsinsel im Atlantik

Der ADAC Reiseführer Teneriffa ist eine gute Vorbereitung auf den anstehenden Urlaub. Nana Claudia Nenzel hat die wichtigsten Punkte kompakt zusammengefassst. 
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Im Atlantik, auf Höhe der Sahara, liegt vor der Westküste Afrikas Teneriffa, die größte der Kanarischen Inseln. Der Tourismusboom auf dem vielfältigen Eiland mit Spaniens höchstem Berg, dem Teide (3717 m), ist ungebrochen. Hier fühlen sich Wanderer, Sonnenanbeter und Naturfreunde gleichermaßen wohl, und Jahr für Jahr genießen Tausende Badespaß und Sonne satt.   




Dieser Reiseführer punktet durch die kompakte handliche Ausgabe, die Gegenden werden im Groben vorgestellt und man erhält einen Überblick über die vielfältigen Ziele auf der Insel Teneriffa.
Natürlich kann hier nicht auf jedes noch so kleine Detail eingegangen werden und dennoch werden Kirchen, Freizeitparks und Wandertouren angesprochen.

In sechs Kapiteln werden die verschiedenen Küsten- und Inlandsabschnitte vorgestellt. 


- Santa Cruz de Tenerife: Hafen , InselhauptstadtL
  La Laguna: viele Prachtbauten, Carneval

- Nordosten: Wanderparadies und Strandvergnügen
  Playa de las Teresitas: toller Strand
  San Andrés: Fischerdorf
  Taganana: Weinanbau
  Anaga-Gebirge : Wanderparadies

- Nordwesten:
  Puerto de la Cruz: alte Hafenstadt mit Vulkansand- Stränden, lebendige      Altstadt 
  Lido San Telmo von Cesar Manrique geschaffen.
  Loro Parque: bekannter Vogel- und Tierpark
  La Orotava: Bergstädtchen in 345 m Höhe
  Icod de los Vinos: Winzerstädtchen über Lavaküste, ältester Drachenbaum der  Welt
  Garachico: Vulkanausbruch 1706 sorgte für die Entstehung dieser Landzunge. romantisches Städtchen

- Südwesten: Strandleben, Urlaubsfreuden. Tenomassiv wirkt als Wetterscheide. Daher gibt es hier immer viel Sonne. Vergnügungsparks und Touristenhochburgen entstanden hier in Hülle und Fülle.
  Los Gigantes, Puerto de Santiago: schwarzer Lavasandstrand, San Juan: kleiner Naturhafen und im Hinterland Bananenplantagen, große Blumenzucht vor allen Chrysanthemen für Export.
  Guia de Isora: Bergstädtchen 600m hoch gelegen. Tomaten, Kartoffeln Mandelbäume. 
  Adeje: Wanderparadies zur Höllenschlucht. Playa de las Americas, Costa Adeje, Los Christianos, Las Galletas, El Medano: Urlaubszentren

- Südosten: Trockenfeldbau durch Tuffstein, auch Bimsstein genannt, zwei Ernten im Jahr möglich: Kartoffeln, Weizen und Hülsenfrüchte.
  Fasnia: Paraglider
  Güimar: Stufenpyramiden aus alter Zeit

- das Zentrum
  Vilaflor: malerisches Dorf, Ausgangsort für Wanderungen
  Pico del TEIDE: Höchster Berg Spaniens mit 3718m
Wandergebiet mit bizarren Tuffsteinkegeln in Paisaje Lunar TeideNationalpark

Die Top Tipps verweisen jeweils wie bei ADAC Reiseführern üblich auf Sehenswürdigkeiten, schöne Strände und beste Hotels oder Restaurants.



Auf den letzten Seiten stellt sich Teneriffa aktuell von A bis Z vor. Hier erfährt man alles über Reiseinformationen, Essen und Trinken, Fährverbindungen, Feste, Klima, Nachtleben, Sport, Unterkunft. Ein kleiner Sprachführer für Spanisch schliesst sich an. Ein alphabetisches Register und ein Stadtplan von Santa Cruz de Tenerife beenden das Buch.

Dieser Reiseführer macht schon einmal mit den wichtigsten Einzelheiten der Insel vertraut und gibt einen allgemeinen Überblick über die Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten der Insel. Auch Hotel- und Restaurantvorschläge, sowie eine geschichtliche Einführung versorgen den Reisenden mit Informationen.


                        

Sonntag, 20. September 2015

Das Vogeltribunal von Agnes Ravatn

Mysteriös, bedrückend und fesselnd erscheint dieser Thriller

Von Schuldgefühlen verfolgt

Agnes Ravatn wurde 1983 geboren und arbeitet als Journalistin bei einer großen norwegischen Tageszeitung.  2007 schrieb sie ihren ersten Roman.   Das Vogeltribunal ist ihr zweites Buch und wurde mit einem wichtigen norwegischen Radiopreis ausgezeichnet. Das Buch erscheint im btb Verlag.
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Das VogeltribunalDie Dozentin Allis hat für eine Affäre alles aufs Spiel gesetzt – und verloren. Ihre Ehe besteht weiterhin, doch sie flieht aus ihrem bisherigen Leben. Sie antwortet auf die Anzeige von Sigurd Bagge, der für den Sommer jemanden sucht, der ihm in Haus und Garten hilft. Sie rechnet mit einem älteren pflegebedürftigen Mann, doch Bagge entpuppt sich als in sich gekehrter wortkarger Mittvierziger. Er bestimmt die Spielregeln von Allis Arbeit, die sich auf drei Mahlzeiten und Garten- und Hausarbeit beschränkt. Er sucht keine Konversation oder Zerstreuung und geht Allis aus dem Weg. In dem einsamen Haus am Fjord sind beide aber aufeinander angewiesen und kommen sich zwangsläufig immer näher – doch wer sich zu nahe kommt, kann nichts mehr vor dem anderen verbergen.


Dieser Thriller hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen.
Dabei geht es sehr ruhig los, aber die Autorin schafft gerade mit dieser vermeintlichen friedlichen Ruhe eine Ruhe vor dem Sturm. Man ahnt, hier wird noch etwas passieren. Es macht sich eine bedrohliche Ahnung breit, die Gefährliches ankündigt. 

Die Charaktere geben langsam Geheimnisse preis und stellen sich dennoch nicht wirklich dem Leser vor. Man ahnt mehr als man von ihnen weiß. Das liegt auch an den Dialogen zwischen den Protagonisten, die mehr fragen als antworten. Doch gerade das macht den Reiz dieser Geschichte aus.

Das friedlich wirkende Leben am Fjord in der Abgeschiedenheit zeigt wie einsam die beiden Menschen hier leben. Dabei nimmt ihr Alltagsleben von Garten- und Hausarbeit den Großraum des Tages ein. Ansonsten gehen sich Allis und Sigurd mehr oder weniger aus dem Weg.
Allis findet immer mehr über Sigurds Vergangenheit heraus. Sie kommt ihm langsam näher und entwickelt Gefühle für Sigurd. Dieser wirkt schon sehr wortkarg und einsiedelhaft, man freut sich schon, wenn er mal lächelt oder Humor zeigt. Er macht Allis klar, dass er das Sagen hat. Allis fügt sich und macht ihre Arbeit. Doch sie sitzen auch häufiger zusammen und trinken viel Alkohol. Das sind dann gemeinsam verbrachte,  gemütliche Zeiten. 

Allis erzählt ihm eine nordische Heldengeschichte über den Gott Balder, die sich inhaltlich um Töten, und daraus folgernd um Schuld und Buße dreht. Damit bezieht sich Allis auch auf ihr eigenes Leben und Sigurd scheint aus für sich Wichtiges aus der Geschichte zu ziehen.
Diese Einbindung schafft die Aussage des Verbüßens von Schuld, die auf den Schuldigen früher oder später immer zurück kommt.

Diese Sage hat mich erst etwas verunsichert, aber dann doch inhaltlich erschlossen. Zu dieser Mythologie passen auch die Angriffe von Vögeln, die am Fjord geschehen. 
Sigurd Bagge wird von Geschehnissen verfolgt, die Erinnerung an Schreckliches lässt ihm gedanklich keine Ruhe. So kreisen auch die Vögel wie drohende Erinnerungen über ihm.

Die manchmal nicht einzuschätzende Stimmung der beiden Personen untereinander, beängstigt, baut bedrohliche Spannung auf und lässt Böses ahnen. Ich möchte an dieser Stelle nicht das Ende verraten.

Dieser Thriller ist ein wenig bedrückend, wirkt mythisch und ist mal ein Buch, das in der Ruhe des Erzählstils seine Spannung aufbaut. Ein Buch für die dunkle Jahreszeit, mit Gewitter und Hagelschauer sicher noch besser wirkend.



    ***Rezensionsexemplar vom Bloggerportal - Vielen Dank für die Bereitstellung des Buches!***


                 

Samstag, 19. September 2015

Der Chinese von Henning Mankell

Der Chinese ist eines der zahlreichen Werke von Henning Mankell aus dem Jahr 2008.

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http://www.nachtschwaermerphilipp.de/wordpress/wp-content/uploads/2015/03/der-chinese.jpgAn einem frostigen Januartag 2006 macht die Polizei in Schweden eine grausige Entdeckung. In dem kleinen Dorf Hesjövallen gab es ein Massaker, bei dem achtzehn Menschen auf bestialische Weise getötet wurden. Der Tatort gleicht einer Hinrichtung, die meisten Bewohner waren ältere Menschen. Lediglich drei Dorfbewohner haben das Massaker überlebt.

Als Richterin Birgitta Roslin von der Tat liest, wird ihr sofort klar, dass die Pflegeeltern ihrer Mutter, August und Britta Andrén, unter den Mordopfern sind. Und mehr noch: So gut wie alle Ermordeten haben etwas mit ihr zu tun. Sie erkennt, dass die Polizei eine falsche Spur verfolgt, und beginnt zu recherchieren. Ihre Suche führt sie nach China, wo sie auf die grausamen Machenschaften der politischen Führungselite stößt.


Der Chinese ist ein packendes Buch auf höchstem Niveau. Allerdings gelingt die genremässige Einordnung nicht eindeutig: es gibt eine kriminalistische Handlung, historische Episoden und thrillerhafte Teile im Buch.

Die Handlung wird gewohnt souverän von Wallander erzählt, es gibt einige Nebenstränge, die Licht in die Hintergründe bringen, aber den Autor auch etwas abschweifen lassen. Trotzdem ist diese Geschichte atemberaubend spannend und hat mich gepackt.
Zu diesen Hintergrundinformationen gehört auch die Einsetzung von
chinesischen Strafgefangenen beim Eisenbahnbau quer durch Nordamerika Mitte des 19. Jahrhunderts. Ähnlich der Sklaverei in Afrika wurden die Chinesen als Arbeitskräfte entführt und skrupellos ausgenutzt.

Ein weiterer Handlungsstrang zeigt eine chinesische Konferenz im Jahr 2006, die Pläne ausarbeitet, wie die arme Landbevölkerung nach Afrika übergesiedelt werden soll, um dort als Bauern das Land zu bearbeiten.
Diese Fiktion ist Mankell in Hinblick auf sein Afrikaengagement wichtig und er stellt die Theorie im Roman vor und lässt sie auf den Leser wirken. Die Verbindung zu seinem schwedischen Massaker gerät dadurch etwas ins Hintertreffen.

Dennoch hat mich das Buch in seiner Vielfältigkeit begeistert und nachdenklich gemacht.


Dieses Buch zeigt nicht nur eine fesselnde Handlung, sondern sie erzählt auch von der wirtschaftlichen Supermacht Chinas, die im Inneren ihre Bevölkerung politisch unterdrückt. Auch der Eisenbahnbau in Nordamerika wirft ein ganz anderes Bild auf die Amerikaner.   


Freitag, 18. September 2015

Die unendliche Geschichte von Michael Ende

Vom Zauber des Lesens


Der 11-jährige Bastian Balthasar Bux ist leicht verträumt und ziemlich ungeschickt. Er liebt Geschichten und wird er von seinen Mitschülern ausgegrenzt und gehänselt.

Eines Tages flüchtet Bastian sich in ein Antiquariat und gelangt in den Besitz eines Buches. Dessen Held Atreju hat viele Abenteuer zu bestehen. Gemeinsam mit diesem stellt er sich dem Kampf gegen das Nichts, um die kindliche Kaiserin und letztendlich ganz Phantasien zu retten. Unbewusst gerät er immer tiefer in den Bann des Buches, doch als er dies erkennt, ist es zu spät. Er ist längst ein Teil der unendlichen Geschichte.


Michael Ende erschafft hier eine ganz wunderbare fremde Welt, in die man eintauchen und sie genießen kann. 
Dieser Fantasy-Roman ist inzwischen schon längst ein Klassiker der Jugendliteratur und kann mit Recht gelobt werden. Auch für Erwachsene ist die Geschichte durchaus sehr lesenswert.  

Bastian erlebt mit seinen Freunden Atréju und Fuchur großartige Abenteuer im Land Phantasien und muss dafür recht viel Mut beweisen.
Michael Ende erschafft hier eine fantastische Parallelwelt, die für Bastian immer mehr Realität wird und ihn die Bekanntschaft mit vielseitigen Charakteren machen lässt.
Die alte Morlar und der Glücksdrache Fuchur sind dabei für mich die schönsten Figuren, die ich mir immer lebhaft vorstellen konnte. 

Hier wird die Fantasie des Lesers angeregt und mit einer Fülle von Figuren und Schauplätzen bedient. Dabei löst sich die Trennung von Lebens- und Vorstellungswelt langsam auf und man erlebt die Parallelwelt gleich der Realität.

Eine wunderbare Geschichte, die die Fantasie entfesselt und fliegen lässt.
Mittlerweile ein Klassiker des Fantasy-Genre und ein tolles Buch des erfolgreichen deutschen Autors Michael Ende.


          


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Donnerstag, 17. September 2015

Die Frau an der Schreibmaschine von Suzanne Rindell

Fantastischer Mix aus Historie, Krimi und Drama

Rose und der falsche Schein von Glamour

Die amerikanische Autorin Suzanne Rindell schrieb 2013 mit ihrem Roman Die Frau an der Schreibmaschine ihr Debüt. Das Buch erscheint 2015 als deutsche Übersetzung im btb Verlag.
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Bildergebnis für die frau an der schreibmaschine buchRose Baker lebt 1923 in New York, der zweite Weltkrieg ist überstanden. Sie ist alleinstehend, teilt sich mit einer Frau ein Zimmer in einer kleinen Pension und arbeitet als Stenotypistin im New York City Police Department. Auch Frauen verdienen jetzt ihr Geld selbst. Doch es ist Prohibition und die Polizei hat viel zu tun mit den Protokollen um den verbotenen Alkoholkonsum. Rose bekommt eine Kollegin, Odalie, die gern raucht, Alkohol trinkt und schon emanzipierter ist als Rose. Das fällt Rose auf, die eher das bescheidene ruhige Mädchen geblieben ist. Wird sie wie Odalie werden? 
Wie entwickelt sich Roses Leben, wird auch sie ein mondänes Frauenzimmer werden?


Dieser Roman hat mich sehr überrascht und beeindruckt, er stellt eine gelungene Mischung aus Krimi, Drama und Historie dar, der man sich nicht entziehen kann.

Rose ist ein sittsames Mädchen, in einem Waisenhaus aufgewachsen und recht intelligent. Sie ist keine auffallende Erscheinung und hängt den alten Moralvorstellungen mit kniebedeckenden Röcken und langen Haaren nach. Ihre Arbeit im Verhörraum erledigt sie sehr gewissenhaft und gründlich und ihren väterlichen Seargent himmelt sie heimlich an, doch zu mehr Gefühlen ist es in ihrem Leben noch nicht gekommen.
Sie bekommt eine neue Kollegin, Odalie, die mit ihrem glamourösen Auftreten alle in ihren Bann zieht. Odalie raucht, trägt einen Bob und trinkt Alkohol, außerdem wohnt sie in einem luxuriösen Appartment und trägt kostbare Kleidung. Rose fühlt sich von Odalie wie magisch angezogen und die Frauen freunden sich an. Gemeinsam ziehen sie in die Nachtclubs der Stadt und teilen sich Odalie Wohnung. Odalies Lebensstil färbt auch bei Rose ab, sie genießt die Freundschaft und erledigt Botengänge für Odalie. Dabei erkennt sie zu spät die Lügengebilde Odalies. Als ein mysteriöser Mord geschieht, ist es zu spät, um ohne Schaden aus der Sache heraus zu kommen. Rose wurde in ein übles Spiel verwickelt, sie hängt in einem Spinnennetz, das Odalie langsam, aber sicher aufgebaut hat.

Der Zeitgeist der 20er Jahre findet sich im Buch durch die Beschreibung der speziellen Atmosphäre der Nachtclubs und der Prohibition, die einfache Wohnsituation in Zweierbelegung von Privatzimmern und die unterwürfig wirkende  Arbeitssituation im Policeoffice. Man kann sich die Zeit gut vorstellen und taucht in diese stimmungsvolle Welt ein. 
Die handelnden Personen sind zeitgemäß sehr passend beschrieben. Ihre Sprache, die Kleidung und ihre Ansichten stimmen mit den Moralvorstellungen der 20er Jahre exakt überein. Die Röcke der Frauen und ihre Haare waren noch lang, die Emanzipation beschränkte sich auf die Arbeit als Schreibkraft in der Berufswelt der Männer. 

Die Sprache ist mit einer zeitlichen Anpassung versehen, die nicht übertrieben wirkt, der Schreibstil ist etwas gehoben, sehr unterhaltsam und flüssig gehalten.
Im Roman wirkt eine unterschwellige ansteigende Spannung wie ein Sog auf den Leser. Man bemerkt die Veränderung von Rose und sieht wie sie in Odalies Fänge gerät, fühlt eine Wendung der Geschichte auf ein tragisches Ende hin und liest gefesselt weiter. Ein wirklich überraschendes Ende gibt der Handlung eine tragische Facette, die aufklärt, aber auch Fragen aufwirft.

Die beiden Frauen sind sehr genau und mit besonderem Stil beschrieben, auch hier ist das Frauenbild passend zum historischen Handlungsrahmen eingehalten worden. Ich konnte mir Rose und Odalie ausgezeichnet vorstellen.


Zusammenfassend kann ich nur sagen: die Autorin hat hier großartige Arbeit geleistet und einen erstklassigen Roman abgeliefert, der durch seinen ungewöhnlichen Mix von Krimi und Roman auffällt und eine Scheinwelt beschreibt, in der die glitzernde Welt von Glanz und Glamour Menschen beeinflusst.  Höchste Leseempfehlung von mir!


              
            ***Rezensionsexemplar von vorablesen - 
                               Vielen Dank für das Leseexemplar!*** 

             
                       

Der Geist der Mirabelle von Siegfried Lenz

Sonderbare Geschichten zum Schmunzeln

Die Erzählungen Der Geist der Mirabelle schrieb Autor Siegfried Lenz im Jahr 1975. Das Büchlein erscheint im DTV.
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Bildergebnis für Der Geist der Mirabelle von Siegfried Lenz
Bollerup, ein fiktives Dorf an der Ostsee: Sven Feddersen war acht Jahre verlobt, als er endlich den Hochzeitstermin bekanntgab. Von den 214 Personen, die er sogleich in den Mühlenkrug einlud, hießen 198 Feddersen - von einigen dieser tapferen Leute handelt dieses Buch.




Siegfried Lenz kennt das Leben und beschreibt es so wie es ist, auch seine Charaktere sind erfüllt von wahrem Leben. Sie sind arbeitssam, schrullig und manchmal auch nur einfach gutherzig und hilfsbereit.
Lenz vermittelt dem Leser durch die Ansprache "Nachbar" eine ausgesprochene Nähe zu seiner Geschichte. Fast meint man die verwandten und zerstrittenen Feddersens auch persönlich zu kennen.

Die Vielfalt an gleichnamigen Personen der Feddersens ist nur durch ihre Namenszusätze zu unterscheiden. Da wäre zum Beispiel die Kneifzange, der Schinken-Peter, der Dorsch oder die Schildkröte.
Aber eines haben sie zusätzlich zum Namen alle gemeinsam: ihre Liebe zum selbstgebrauten Mirabellengeist. Unter diesem Einfluss entstehen merkwürdige Vorgänge und erstaunliche Einfälle, die Siegfried Lenz auf wunderbare Weise mit großer Sprachgewalt schildert. Diese einzigartige Erzählweise macht das Lesen zu einem großen Vergnügen und die Landschaftsbeschreibungen kann man nur genießen.  


Die Geschichten sind:
Ein Bein für alle Tage- Das unterbrochene Schweigen- Ein teurer Spaß- Ursachen eines Streitfalls- Hausschlachtung- Frische Fische- Der Denkzettel- Ein sehr empfindlicher Hund- Hintergründe einer Hochzeit- Die Bauerndichterin- Die älteste Einwohnerin im Orte- Der heimliche Wahlsieger

Lenz lässt den Leser teilhaben an den Problemen und auch Ereignissen des Dorfes. Man taucht ein in eine Zeit, die noch nicht der Technik verfallen war und das Leben trotz der harten Arbeit noch beschaulich und gediegen. Manche der Geschichten sind sehr komisch, wirken aber nie gehässig. 

Siegfried Lenz ist ein wunderbarer Erzähler, dessen Geschichten seine Leser einfach verzaubert und in schmunzelnder Weise zurücklässt.