Ein abwechslungsreicher Cosy Crime mit einem gewitzten Ermittler-Quintett
Der Krimi "Tote essen keine Eierschecke" von Anja Schenk erscheint im Gmeiner Verlag.
Dieser Cosy Crime spielt in Sachsen im Tharandter Wald, wo die nächste Krönung der neuen Baumkönigin ansteht. Bei einem Spaziergang durch den Wald entdeckt der Hund der Rentnerin Bruni Hase eine verbuddelte weibliche Leiche. Bruni informiert ihre Nordic-Walking-Freundinnen, die Quasselstöcke, von dem Fund und natürlich auch die Polizei. Da Bruni die Tote als amtierende Baumkönigin identifiziert, ist ihr Interesse geweckt und sie stürzt sich gemeinsam mit ihren Freundinnen in die Ermittlungen. Darüber ist die Polizei natürlich nicht sehr begeistert.
Die Story lebt von den liebenswerten, etwas ausgefallenen Figuren, die alle das Rentenalter erreicht haben und sich mit Nordic-Walking durch den schönen Tharandter Wald fit halten. Die verbrauchten Kalorien holen sie sich dann in gemütlicher Runde bei leckerem selbstgebackenem Kuchen zurück. Der Fund einer alten Bekannten bringt plötzlich neuen Schwung in die Freundinnen-Runde und sie machen sich auf die Suche nach dem Täter.
Der westdeutsche Kommissar Hansen untersucht den Fall und besitzt anders als seine ostdeutsche Kollegin das nötige Fingerspitzengefühl, um für die alten Damen Verständnis aufzubringen. Dass sie ebenfalls ermitteln, ist ihm allerdings gar nicht recht, denn hier scheint ein Serienmörder unterwegs zu sein, der es auf Baumköniginnen abgesehen hat.
In diesem Krimi geht es turbulent zu, die Rentnerinnen stecken ihre Nasen in jede noch so kleine Spur, sie decken alte Geheimnisse auf und finden neue Erkenntnisse über ihre Mitbewohner heraus. Bruni Hase hat den Tod ihres dritten Mannes noch nicht überwunden und ein Trauma aus ihrer Vergangenheit setzt ihr gewaltig zu. Durch die hilfreiche Unterstützung ihrer Freundinnen und dank der Schönheit der Natur kann sie sich schliesslich davon befreien.
Die Figuren sind vielseitig angelegt, allesamt liebenswert und mit speziellen Eigenheiten ausgestattet, die sie zu erkennbaren Persönlichkeiten machen. Ich fand es schön, wie sich die Freundinnen mit ihren speziellen Macken akzeptiert und die Fähigkeiten jeder einzelnen geschickt genutzt haben.
Anja Schenk lässt in ihren wunderschönen und naturnahen Beschreibungen die Flora und Fauna der Gegend bildhaft werden, sodass ich die Natur wie in einem Film vor Augen hatte und die Szenen sehr genoss.
Die Ermittlungen werden durch ständige neue Spuren erweitert und man kann gut mitraten, wer denn nun der Täter sein könnte. Allerdings sorgen einige Wendungen für neue Spannung und am Ende bringt sich Bruni selbst in Gefahr.
Ein abwechslungsreicher Cosy Crime mit einem gewitzten Ermittler-Quintett, das mit sächsischem Charme punkten kann.
***Herzlichen Dank an den Gmeiner Verlag und an die Autorin für die Vermittlung des Rezensionsexemplars!***


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