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Montag, 23. September 2024

Schneeflockengrab - Heidi Amsinck

Der Funke sprang nicht über!

Im Knaur Verlag erscheint Heidi Amsincks Thriller "Schneeflockengrab".  

Schauplatz dieses Thrillers ist Kopenhagen im Winter. Die Journalistin Jensen findet einen jungen Obdachlosen unter einer Laterne im Schnee sitzend, er wurde mit vielen Messerstichen ermordet. Auf einem Pappschild steht das Wort »Schuldig«. Jensen ruft Kommissar Henrik Jungersen von der Kopenhagener Polizei zum Tatort, er ist ihr Kontakt zur Polizei und ihr früherer Liebhaber. Der Tote ist bereits der zweite Mord an einem Obdachlosen und schon bald wird eine weitere Leiche gefunden. Tötet hier ein Serienmörder? 
 


 
Die Handlung wird sehr ruhig erzählt und ist für mich kein spannender Thriller, bei dem ich gefesselt weiterlese. Wirklich dramatische Stellen sind nur wenig vorhanden. Dafür ist die Atmosphäre sehr eindrücklich, es ist Winter in Kopenhagen, beim Lesen konnte ich mir die bildhaft beschriebene Kälte und den Schnee gut vorstellen. Leider entwickeln die einzelnen Informationen bei der Ermittlung keine große Spannung und die Todesfälle lassen mich im Dunkeln tappen. Heidi Amsinck rückt ihre Figuren sehr klar in den Vordergrund, dagegen läuft die Ermittlung eher so nebenbei. 

Leider konnte ich zu den Figuren keine Beziehung aufbauen, sie blieben mir merkwürdig fremd und durch und durch unsympathisch. Besonders Jensen ist nicht teamfähig und eckt überall an. Ich finde sie sehr anstrengend mit ihren Launen und ihre on-off-Beziehung zu Henrik, dem verheirateten Kommissar war für mich nur ein Stilmittel, um die Figuren etwas interessanter zu machen.  

Der Fall zeigt Missstände in der Gesellschaft auf und bringt mitleiderregende Dinge ans Licht, doch diese Hintergründe verlieren sich fast vor irrelevanten Nebenhandlungen und die Beweggründe hätte man auch mehr ausarbeiten können.
 
Dieses Buch konnte mich leider nicht überzeugen, an das Level großer skandinavischer Thriller kommt es leider nicht heran. 

Ich vergebe 2 Sterne, weil mich die Handlung nicht gepackt hat und ich lediglich die kalte Atmosphäre beim Lesen gut fühlen konnte.




Dienstag, 15. Januar 2019

Das kleine Café in Kopenhagen - Julie Caplin


Eine warmherzige Geschichte mit reichlich Wohlfühlatmosphäre nach Hygge-Art!


Hygge für Anfänger

"Das kleine Café in Kopenhagen" von Julie Caplin ist der 1. Teil der Reihe "Romantic Escapes" aus dem Rowohlt Verlag. Dieser Roman erschien am 18.12.2018. 


Ein dänisches Kaufhaus möchte den Hygge-Trend auch in einer Londoner Filiale starten und lädt Journalisten zu Besuch nach Kopenhagen. Kate organisiert eine Pressereise nach Kopenhagen und hat mit der Betreuung des bunt zusammengewürfelten Haufens gut zu tun. Besonders mit dem zynischen Ben, der mit dem dänischen Hygge-Hype nichts anfangen kann und auch nicht freiwillig mitreist, gerät sie aneinander. Dabei sieht er so umwerfend aus und könnte genau ihr Typ sein. 




Der Hygge-Hype interessiert mich, denn ich mag die Art, wie skandinavisches Design die Innenräume auf positive Weise verändern kann. Und für Wohlfühlstimmung sorgen vermag dieses Buch auf seine spezielle Weise ebenso.

Zu Beginn erlebt man eine Reisegruppe von erwachsenen Journalisten, die für einige Furore sorgen und wie ein Haufen wilder Flöhe von Kate zusammen gehalten werden müssen. Doch die Personen fügen sich relativ schnell ein und genießen die dänische Hauptstadt, die leckeren Smörrebröds und die Gemeinschaft untereinander. Nur einer tanzt aus der Reihe und das ist Benedict, genannt Ben. Von Hygge hält er überhaupt nichts, für ihn scheint diese Reise echte Zeitverschwendung zu sein. 

Wie sich Kate auch ihm gegenüber durchsetzen kann, welche Erlebnisse sogar zu einer Liebesgeschichte führen und ob das Ganze auch für alle zufriedenstellend endet, muss man selber lesen. 
Der Schreibstil hat mir gut gefallen, ich habe mich regelrecht einhüllen lassen in eine zauberhafte Wohlfühlglocke. Das was allerdings gestört hat, sind einige Rechtschreibfehler und merkwürdige Ausdrücke, die immer mal wieder vorkommen.

Ich habe die Geschichte gern verfolgt, bin abgetaucht in die appetit machenden Beschreibungen von lukullischen Häppchen, erlebte die liebenswürdige Atmosphäre und das gemütliche nterieur in Evas Café Varme und liess mich von der entzückenden Deko in den Auslagen von Lifestyle-Läden begeistern. Kurz, ich habe das Hygge-Gefühl miterlebt und konnte mich in die Geschichte fallen lassen. Gerne wäre ich sofort nach Kopenhagen gereist und hätte alles miterlebt.  

Die Figuren sind mir beim Lesen ans Herz gewachsen. Sie machen teilweise eine Entwicklung durch, die auch ihr Leben positiv beeinflussen wird. Zwar enthält die Geschichte keine tiefliegenden Probleme und auch das Leben der dänischen Bevölkerung kommt kaum realistisch zur Sprache, doch das hatte ich in so einem Roman auch gar nicht erwartet. 


Hier kommt es eher auf den Wohlfühlfaktor an und den spürt man hautnah mit der Reisegruppe beim Sightseeing, Essen und ihren gemeinsamen Vorhaben, so als wäre man ein weiterer Reiseteilnehmer. 
Kate ist die gute Seele der Truppe und auch sie merkt, dass es neben beruflichem Erfolg auch noch anderes im Leben gibt. 
Klar ist es überzogen, dass sich gestandene Journalisten von heute auf morgen von der Hygge-Stimmung einnehmen lassen, "doch mit Gemütlichkeit kommt auch das Glück zu dir".  
Und nichts anderes scheint der Autorin am Herzen gelegen zu haben, ihre Leserinnen einfach nur zauberhaft und warmherzig zu unterhalten. 
 


Ein unterhaltsamer Ausflug nach Kopenhagen mit einer spritzigen und warmherzigen Geschichte, die Sehnsucht nach Dänemark auslöst und mit einer großen Portion Hygge verwöhnt. 


***Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag für die Überlassung dieses Rezensionsexemplars!***