Samstag, 8. Juli 2017

Nadel, Faden, Hackebeil - Tatjana Kruse

Slapstick-Krimi mit flotten Sprüchen, skurrilen Figuren und wunderbar gelungener Unterhaltung. Hier geht es Stich für Stich dem Fall näher!

 

"Nadel, Faden, Hackebeil" ist Tatjana Kruses zweiter Seifferheld-Krimi aus dem Jahr 2011. Das Buch erscheint im Knaur Verlag.
[Werbung nach § 2 Nr. 5 TMG]
 
Der in Schwäbisch Hall lebende Hauptkommissar a.D. Siggi Seifferheld wird von der Polizei zu Hilfe gerufen als der  Landtagsabgeordnete Lambert von Bellingen auf einer Herrentoilette ermordeter macht. Während die Polizei ein politisch motiviertes Verbrechen vermutet, hat Seifferheld eine ganz andere Spur, die ins Privatleben des Toten führt. Von Bellingen hatte eine Affäre mit der ortsansässigen Souvenirladenbesitzerin, die von Siggi regelmäßig Stickkissen für ihren Verkauf abnimmt. Als Seifferheld die Dame besucht, um ihr selbst gearbeitete Stickkissen zum Kommissionskauf anzubieten, entdeckt er sie mit zertrümmertem Gesicht hinter der Theke. Schlagartig ist sein Kriminalinstinkt geweckt und er geht der Sache auf den Grund. 





"Echte Kerle stickten selbst! Mit männlicher Präzision stickten sie kernige Motive auf Textil, die schwielige Linke um das Handstickrähmchen geschlungen, in der groben Rechten Nadel und Faden, im Auge wilde Entschlossenheit." Zitat Seite 117

Nach dem tollen Beginn der Reihe habe ich mir nun auch diese Episode zur Unterhaltung gegönnt. Inhaltlich geht es mit herrlich schwarzem Humor und tollen Sprüchen als Kapitel-Überschriften zur Sache.

Überschrift Seite 105: Kunst kommt von können, käme es von wollen, hieße es Wunst. 


Das Buch ist durchgehend amüsant, manchmal etwas klamaukig, aber dennoch lustig. Mir macht es Spaß, besonders Siggi mit seinem Harem (Schwester Irmi, Tochter Susanne und Nichte Karina) zu beobachten, das ist unbeschreiblich kurzweilig und immer ein Erlebnis. Der Hund Onis (durch seine Knick-Rute nicht zur Zucht zugelassen) begleitet Siggi mal wieder auf Schritt und Tritt. Außerdem haben sich die Freunde von Susanne und Karina nebst einem kleinen Bruder im Haus einquartiert und so wird es mehr als nur turbulent. Nebenbei erlebt man noch Siggis eifersüchtige Freundin MaC und die erfrischenden Treffen der Freunde des VHS Männerkochkurses.

Aber auch die Krimihandlung nimmt neben der heiteren Kulisse und den außergewöhnlichen Figuren keine unscheinbare Hintergrundposition ein. Gespannt kann man die Ermittlungen von Seifferheld mitverfolgen und die Auflösung am Ende kommt zwar überraschend, aber auch mit logischer Erklärung. Insofern ist dieser Band gegenüber dem ersten schon deutlich mehr Krimi als nur Komödie.

Wer Tatjana Kruses Schreibstil kennt, weiß, hier geht es mit viel Humor und einer mitreißenden, schrägen Geschichte dem Leser an die Lachmuskeln. Die skurrilen Charaktere und ihre Erlebnisse sorgen Knall auf Fall für durchgängig gute Unterhaltung. Hier wird mit Gags nur so um sich geschossen und das schafft absolut gute Unterhaltung.


Nach diesem Band muss ich unbedingt auch noch die anderen Bände der Reihe lesen. Hier ist die Übersicht:

1. Kreuzstich, Bienenstich, Herzstich Rezension klick
2. Nadel, Faden, Hackebeil
3. Finger, Hut und Teufelsbrut
4. Gestickt, gestopft, gemeuchelt
5. Sticken, stricken, strangulieren
6. Der Tod stickt mit 



Wer Krimis mit Slapstick-Charakter und skurrilen Figuren mag, der sollte sich diese Reihe unbedingt näher ansehen. Vor lauter Situationskomik bleibt kaum ein Leser ernst und die Serie ist süchtig machend. Siegfried, der stickende Held hat meine vollste Sympathie.  






Freitag, 7. Juli 2017

Freitags-Füller # 45



 

 

Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

 

1. Ferien im Sommer sind für Schulkinder die schönsten Ferien: spaßige  Tage im Freibad, wundervolle Urlaube mit den Eltern oder ein Besuch bei den Großeltern. Das fand ich als Kind auch schon wunderbar!

  

 

2. Warum denn schon wieder diese Frage um den Grill? Wir grillen fast gar nicht, aber Bratwürste sind meine Favoriten auf dem Grill.


 

3. Meine Bikinifigur ist natürlich nicht mehr so wie früher, aber für ein Bad im Meer ist sie absolut tauglich.


 

4. Denk ich an Michael Jackson, kommt mir sofort der Earthsong in den Sinn, den ich im Chor singe. Ein ganz tolles Lied!

 

 

5. Mein Lieblingsschmöker diesen Sommer: da kann ich mich nicht an einem einzigen Buch festlegen und verweise einfach mal auf meine Sommerlesetipps .


 

6. Wenn beim Aufwachen am Morgen schon die Sonne scheint und die Vögel zwitschern, dann ist das die beste Art den Tag zu beginnen.



7. Was das Wochenende angeht, heute (Abend) freue ich mich auf einen Besuch bei meiner Mutter mit einem leckeren Essen, morgen habe ich ein paar Besorgungen geplant und Sonntag freue ich mich auf einen faulen Lesetag, hoffentlich auf der Terrasse.  


Was macht ihr so? Ich wünsche euch auf jeden Fall ein schönes Wochenende! 

 


Donnerstag, 6. Juli 2017

Mein Herz ist eine Insel - Anne Sanders

Das Debüt der Autorin hat mir um Längen besser gefallen!


Anne Sanders zweiter Roman heißt "Mein Herz ist eine Insel" und führt den Leser auf die Insel Bailevar vor Schottland. Das Buch erscheint im Blanvalet Verlag. [Werbung nach § 2 Nr. 5 TMG]

Isla Grant ist 32 Jahre alt, ihr langjähriger Freund hat sie gerade verlassen und sie steht ohne Wohnung und ohne Job da. Deswegen beschliesst sie, in ihre Heimat, auf die kleine schottische Insel Bailevar zurückzukehren. Dabei hatte sie kaum noch Kontakt zu ihrer Familie und auch die sind erstmal nicht gerade begeistert. Auf der kleinen Insel bleibt es nicht aus, dass sie ihre Jugendliebe Finn wiedertrifft und das wühlt unliebsame Erinnerungen auf. Es gibt aber einen Menschen, den sie liebend gern wiedersieht, ihre Großmutter Shona. Diese erzählt besonders gern die Legende von der verschwundenen Insel. Wie wird es Isla in ihrer alten Heimat ergehen, wird es ihr erneut zu klein und eng werden? Die Vergangenheit holt sie jedenfalls unaufhörlich ein.




"Liebe ist nicht an Bedingungen geknüpft. Liebe ist absolut. Liebe ist, den anderen dafür zu lieben, was er ist. Nicht dafür, war er sein könnte." Zitat Seite 273

Anne Sanders hat mich mit ihrem Debütroman "Sommer in St.Ives" regelrecht verzaubert. Ihr zweiter Roman wurde als neuer witziger Sommer-Wohlfühlroman angepriesen, ich habe ich daraufhin beim Blogger-Portal angefragt und hatte Glück. 


Auch hier hat die Autorin wieder einen unterhaltsamen Roman geschrieben, der dieses Mal auf die winzige schottische Insel Bailevar geht, die es in Wirklichkeit nicht gibt. Doch die Schauplätze haben genau den wahren Charakter, den die spezielle schottische Landschaft und deren Bewohner ausmacht. Hier leben Fischer und Schafzüchter ein recht zurückgezogenes und karges Leben. Hier werden noch alte Legenden weiter erzählt und die Menschen sind erst einmal misstrauisch Fremden gegenüber. So präsentiert sich mir auch der Blick auf die Insel im Buch. 


Es geht auch in diesem Buch um eine Familie, die vorherrschenden Themen sind Liebe, Vertrauen, das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb einer Familie und die unausgesprochenen Wahrheiten. 

Der flüssige Schreibstil mit den vielen emotionalen Nuancen liest sich unterhaltsam und man taucht in die Familie und deren Probleme ein. Doch dieses Mal erscheint mir die Protagonistin Isla doch etwas unnahbar, ihre Geschichte geht mir nicht so recht nah. Echte romantische Gefühle versagt sie sich teilweise und sie geht auch nicht so sehr auf ihre Familienmitglieder zu. Auch ihre Freundschaft mit Finn zieht sich sehr in die Länge und bei mir konnte kein Interesse für die beiden Figuren aufkommen. Für mich ist eher Shona meine Buchheldin, denn ihr Leben ist geprägt von ihrer Fröhlichkeit, ihrer herzlichen Hilfsbereitschaft und dem tragischen Geheimnis, das sie mit sich trägt. Allgemein hat sich kein Wohlfühlgefühl eingestellt und auch humorvolle Szenen habe ich vermisst. 


Ein Roman, der in den kargen schottischen Norden führt, eine junge Frau auf ihrem Weg in ihre alte Heimat begleitet und letztendlich ein ungeahntes Familiengeheimnis lüftet.


Wer Familienromane liebt und Schottland bereisen möchte, findet hier die richtige Lektüre.

***Herzlichen Dank an das Bloggerportal von Randomhouse und an den Blanvalet Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***






Auch von der Autorin: 

Top Ten Thursday # 26




 
 
Donnerstag ist TTT Top Ten Thursday bei Steffis Bücher Bloggeria. Worum geht es beim TTT? Es geht um Listen, natürlich um Bücherlisten und jeden Donnerstag gibt es eine neue Aufgabe/Frage bei der man seine persönliche Top Ten zusammenstellen kann.

Das aktuelle Thema lautet:

10 Bücher, deren Titel mit einem "N" beginnen:

 

Hier ist meine Liste: 



- Nimmergrün von Elinor Bicks Rezi klick 

 

- Never Knowing - Endlose Angst von Chevy Stevens Rezi klick

 

- Null-Null-Siebzig: Truthahn, Mord und Christmas Pudding von Marlies Ferber Rezi klick
 
 
- Noch so eine Tatsache über die Welt von Brooke Davis Rezi klick 

 

- Nach einer wahren Geschichte von Delphine de Vigan Rezi klick

 

- Nadel, Faden, Hackebeil von Tatjana Kruse (lese ich gerade) 
Bild folgt
 

- Nordische Nächte von Tania Blixen Rezi klick

 

- Nussschale von Ian McEvan Rezi klick



- Nach ihm die Sintflut von Jule Maiwald Rezi klick

 

- Nichts wie es war von Kathrin Heinrichs Rezi klick

 


Dieses Mal konnte ich aus einer Vielzahl von 24 Buchtiteln mit einem N wählen. 
Habt ihr davon auch etwas gelesen?  

 
Ich wünsche euch eine schöne Woche und tolle Lektüre! 
Sommerlese

Mittwoch, 5. Juli 2017

Was man von hier aus sehen kann - Mariana Leky


Was macht ein Okapi im Westerwald? 

Mariana Leky schrieb den Roman "Was man von hier aus sehen kann". Das Buch erscheint im Dumont Verlag.
[Werbung nach § 2 Nr. 5 TMG]

Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman.
›Was man von hier aus sehen kann‹ ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen, Liebe, die scheinbar immer die ungünstigsten Bedingungen wählt. Für Luise zum Beispiel, Selmas Enkelin, gilt es viele tausend Kilometer zu überbrücken. Denn der Mann, den sie liebt, ist zum Buddhismus konvertiert und lebt in einem Kloster in Japan … 




"Dass mein Großvater gestorben war, hatte ich mir selbst erschlossen, keiner hatte das ausdrücklich gesagt. Selma hatte behauptet, er sei im Krieg gefallen, was in meinen Ohren hieß, dass er gestolpert war, und mein Vater hatte gesagt, er sei im Krieg geblieben, was in meinen Ohren hieß, dass der Krieg etwas war, in dem man sich irgendwann im Leben länger aufgehalten hatte." Zitat Seite 72

Etwas abstrus und philosophisch kommt der Roman am Anfang daher, aber dann kommt Bewegung in die Geschichte und man versteht die Zusammenhänge und die Menschen besser. Außergewöhnlich ist der spezielle Erzählstil von Mariana Leky, der durch seine Lebensbetrachtung interessant wirkt, mal humorvoll, mal schwermütig, so wie das Leben selbst.

Die Geschichte erscheint zuerst etwas ungewöhnlich, wenn man sich ihr allerdings widmet, lernt man viele wunderbare Figuren kennen und erfährt viel über die Liebe, das Leben und das Sterben.

Man sieht die Welt aus Kindersicht der kleinen Luise, die als Protagonistin in einem kleinen Dorf im Westerwald bei ihrer Großmutter aufwächst. Ihre Eltern haben sich getrennt und sind beide weggezogen. Luise erlebt mit den Nachbarjungen Martin eine wunderbare Kindheit, bis ein Unglück passiert. Die Geschichte spielt bis zu Luises Erwachsenenalter, dabei ist die Entwicklung ihres Charakters glaubhaft und sehr schön nachzuvollziehen.

Dieser Roman zeigt das unglaubliche Sprachvermögen der Autorin. Sie spielt mit der Sprache, zeichnet Bilder mit einfachen Worten, die man so nie zuvor gelesen hat. Dadurch erschafft sie Beschreibungen, die nicht immer direkt greifbar sind, sie schafft eine symbolische Bedeutung und dieser Stil zieht sich durch das ganze Buch.

"Es geht im Leben darum, eine Intimität mit der Welt herzustellen." Seite 237
Solche Sätze lassen mich nachdenklich zurück.

Auch wenn dieser Roman nicht immer deutlich wird, sich etwas in Andeutungen und Wortspielereien verliert, so bringt die besondere Sprache eine unnachahmliche Stimmung in die Geschichte, der man gebannt folgt.

Es ist eine Geschichte, in der die Liebe eine große Rolle spielt. Es beginnt mit der Liebe der Enkelin Luise zu ihrer Großmutter Selma. Dann gibt es die unausgesprochene Liebe zwischen dem Optiker und der Großmutter. Weitere folgen und nicht immer kommen die Liebenden zusammen. Manchmal stehen ihre Lebenswege ihrer Liebe im Weg oder sie suchen nach dem Sinn des Lebens, dabei begegnen sie dem eigentlichen Leben und auch dem Tod. 


Mir haben die vielen lebensnahen Passagen in Luises Leben und auch die Reaktion der Dorfbewohner auf Selmas Okapi-Träume sehr gefallen.
Ein Buch mit Gefühlen, die es im wahren Leben auch gibt: Liebe und Freude, Trauer und Leid und eine Prise Humor, die das Leben würzt.  



Mariana Leky schafft es, mich in die Welt von Luise zu ziehen und mich mit ihren Lebensweisheiten zu überraschen und nachdenklich zu machen. Ein erstaunliches Buch, das ich ausdrücklich und gern empfehle.
 

***Herzlichen Dank für dieses Rezensionsexemplar, das ich über die Aktion Buchflüsterer von buecher.de bekommen habe!***



Dienstag, 4. Juli 2017

Willkommen in der Provence - Brigitte Guggisberg

Vom Luxusweib zur Gästehausmutter


"Willkommen in der Provence" ist der Debütroman von Brigitte Guggisberg, herausgegeben vom Diana Verlag.
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Vivianne fällt aus allen Wolken, als ihr Mann Victor nach fünfundzwanzig Ehejahren einfach verschwindet und sie in ihrem Haus in Aix-en-Provence auf einem Berg Schulden sitzen lässt. Aus der Not macht sie eine Tugend, aus dem verwaisten Schlafzimmer eine Gästeunterkunft. Doch gerade als Chez Madame Vivianne zum heißen Tipp für Touristen wird und Vivianne dem gut aussehenden Félix begegnet, taucht Victor wieder auf ...





"Der Trick dabei ist, sich nicht über Mängel aufzuregen, die man nicht beheben kann. Ein etwas üppiger Hintern? Ein Doppelkinn? Schnittlauchhaare oder hängende Lider? Egal. Niemand besteht nur aus einem Hintern...Jede Frau hat etwas Schönes an sich." Zitat Seite 198


In diesem locker und humorvoll geschriebenen Debüt führt uns Brigitte Guggisberg direkt in die zauberhafte Landschaft der Provence. Mitten hinein in das Leben von Endvierzigerin Vivianne, die seit über 25 Ehejahren an der Seite von Victor, seines Zeichens Bankdirektor, ein unbeschwertes, recht luxuriöses Leben führt. Doch damit ist plötzlich von einem auf den anderen Tag Schluss. Victor verschwindet und hinterlässt Vivianne nicht nur ein gebrochenes Herz, sondern auch eine Mengen Schulden. 


Vivianne macht aus der finanziellen Not eine Tugend und verwandelt ihr großes Haus in eine Gästeunterkunft. Ihr zur Seite stehen unveränderlich ihre Freundinnen, mit denen sie bisher ihre Freuden und nun auch ihre Sorgen und Ängste teilen kann. Im Verlauf der Handlung erfährt man bei einem Blick hinter die Fassaden, dass auch in deren Beziehungen die offensichtliche Harmonie getrübt ist.

Die Veränderung in Viviannes Leben ist nicht nur vom Verlust ihres Mannes geprägt, es wird deutlich gezeigt, wie Vivianne mit Tatkraft das Unternehmen Gästehaus durchsetzt. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg, so könnte ihre Devise lauten. Für den Leser ist es sehr kurzweilig zu sehen, welche verschiedenen Gästetypen hier vorgestellt werden. "Chez Madame Vivianne" entwickelt sich zu einem Renner und Vivianne gewinnt neuen Lebensmut zurück. Sie lernt Félix kennen und kann sich plötzlich auch wieder ein Leben ohne Victor vorstellen. Aber so einfach ist das Leben nicht, denn Victor taucht wieder auf. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. 

Mich hat dieser Roman mit seinem wunderschönen Schreibstil mitgenommen auf eine zauberhafte Reise in ein ganz besonderes Gästehaus. Vivianne ist eine tatkräftige Frau, die mir zwar nicht richtig sympathisch wurde, aber doch eine bemerkenswerte Frau darstellt, deren Lebensweg ist gern begleitet habe. Bei dieser Geschichte finde ich die Frauenfreundschaften realistisch geschildert, emotionale Dinge geschehen und dennoch überwiegt der humorvolle Charakter des Ganzen. Einige Sätze sind so schön formuliert, dass man nur vergnügte Leseerlebnisse damit hat. Siehe Zitat oben!


Dieser Roman ist ein Mutmach-Buch, ein Wohlfühl-Roman vor sommerlicher Provence-Kulisse, bei dem man abtauchen kann und entdeckt, wie Neuanfänge Wege eröffnen können, von denen man vorher nie geträumt hätte, sie jemals zu betreten. 

*** Herzlichen Dank an das Blogger-Portal von Randomhouse und an den Diana Verlag für die Überlassung dieses Rezensions-Exemplares! Ich hatte vergnügliche Lesestunden mit diesem Roman!***




Montag, 3. Juli 2017

Montagsfrage # 45





Gibt es ein Buch, bei dem du nach dem Lesen sofort wusstest, dass du es noch einmal lesen würdest?


Es gibt so viele Bücher, die mir richtig gut gefallen und die ich gerne nochmals lesen würde. Bei einigen habe ich das auch schon geschafft, wie bei vielen Kinderbüchern und einigen Romanen.

Spontan fällt mir hier dieses Buch ein: "Das Ende der Regenzeit" von Brigitte Beil. Die Rezi entstand noch vor der Zeit meines Blogs, daher findet ihr sie nur auf LB. Rezi

Oder der Roman "Michelangelo" von Irving Stone, ein historischer Schinken, der mich total umgehauen hat. Rezi

Bei einigen Krimis sind manche Charaktere so gelungen, dass man sie immer wieder lesen könnte, auch wenn man natürlich schon den Tathergang des Buches kennt. Aber häufig sind das Reihen, da lese ich dann lieber die Nachfolger oder fehlende Bände und man trifft die liebgewonnenen Figuren wieder.

Realistisch betrachtet, komme ich seit Beginn der Bloggerei nicht so sehr zu rereaden! Dazu fehlt mir schlicht und einfach die Zeit, außerdem reizen mich die vielen schönen Neuerscheinungen alle viel zu sehr, um sie zu ignorieren und auf "alte" Bücher auszuweichen. Die vielen guten Rezis machen einfach Lust auf neue Buchwelten, die sich mir noch nicht erschlossen haben. 

Es ist ja leider mit den Neuerscheinungen so wie mit einem reißenden Fluss, man wird mitgerissen von der Flut und kann nicht auf der Stelle bleiben.



Liebe Grüße und einen guten Wochenstart, Eure Sommerlese!