Sonntag, 14. Juni 2020

Ein dunkler Sommer - Thomas Nommensen

Solider Krimi mit lebendigem Erzählstil und interessantem Fall


Der Kriminalroman "Ein dunkler Sommer" von Thomas Nommensen erschien bereits 2014 im Rowohlt Verlag.

10 Jahre liegt die Entführung der kleinen Ulrike zurück, grausam versteckt in einem Kanalschacht, in dem sie auch verstarb. Nach der Aussage des Belastungszeugen, dem damaligen Polizeiermittler Georg Harms, wurde der Familienvater Jens Brückner zu 10 Jahren Haft verurteilt und saß die Zeit im Gefängnis ab. Nach seiner Entlassung steht er vor einem Scherbenhaufen, die gewonnene Freiheit wird ihm schwer gemacht. Als wieder ein Kind vermisst wird, ermittelt Kommissar Arne Larsen. 



Dieser Krimi hat es thematisch gesehen in sich, Kindesentführung mit Todesfolge ist immer ein abgründiges und schweres Verbrechen. Und die Menschen gehen solche Täter oder Verurteilte auch scharf an, auch wenn sie ihre Haftstrafe abgesessen haben, das muss auch der Tatverdächtige und Verurteilte Jens Brückner erfahren. Jahrelang beteuerte er seine Unschuld. Als er nach seiner Freilassung mit Oskar Sartorius reden will, findet er ihn ermordet auf und taucht unter. Ihm würde niemand mehr glauben.

Die Handlung fängt ruhig an, führt in die Hintergründe des alten Falls ein und zeigt, wie Jens Brückner nach dem Absitzen seiner langen Haftstrafe vor dem Nichts steht.
Es geschieht wieder ein Mord, Brückner entdeckt den Toten, würde sicher wieder verdächtigt, also flieht er. Die Ermittlungen beschäftigen Arne Larsen und Frank Kuhlmann. In Sartorius Werkstatt finden sie ein Verließ, das auf den Aufenthalt von Kindern hindeutet. Und wieder wird ein Kind vermisst. Hängt der alte Fall mit dem neuen in Verbindung?

Beim Lesen erkennt man schnell, dass in dem neuen Fall auch Ermittler Harms und Brückner irgendwie involviert sein müssen. Doch die Puzzleteile werden mit einigen Wendungen geschickt so verteilt, dass man als Leser nicht auf die Lösung kommt.

Die Ausgangslage hat mich bei diesem Buch interessiert. Wie entgeht es entlassenen Straftätern, die ihre Schuld leugnen und denen man nicht mehr glauben mag. Mit der Schilderung von Albträumen, Schuldgefühlen und dementen Ansätzen gewinnt man Einblicke in die verletzte Seele von Menschen, allerdings konnte ich einige Handlungen und Motivationen nicht nachvollziehen. Die hochsommerliche Wetterlage mit Gewitter und Starkregen sorgt zusätzlich für eine düstere Atmosphäre und auch die bildhaften Szenenbeschreibungen haben mich gepackt. Ein Kritikpunkt sind für mich die Figuren, zu denen ich trotz all ihrer detailreichen Charakterisierung keine Nähe aufbauen konnte. 

Ein interessanter Krimiauftakt mit psychologischen Betrachtungen und einigen Wendungen. 


***Vielen Dank an den Autor für dieses Leseexemplar!***


Wochenrückblick KW 24/2020

                                             

Was habe ich diese Woche eigentlich gemacht?


Ich bin nach einer schönen Urlaubswoche an der Ostsee wieder glücklich zuhause gelandet. Nach dem Ausladen habe ich sofort meine Rosen bewundert, die stehen jetzt in voller Blüte. 





Gesehen:   

Expedition ins Tierreich und einen Krimi

Gehört/Gesungen:
   
Viel schöner Vogelgesang, u.a. von einer Schafstelze, vielen emsigen Amseln, Zilpzalp und eintönigen Tauben. Meine neue App auf dem Handy zeigt mir die jeweiligen Vögel an.
 
Gelesen:
Getan: 

An frischer Luft Radfahren und Spaziergänge an der Ostsee, einen Tag lang hatten wir richtige Brandung, ansonsten lag das Meer platt da. Auf unserem Balkon habe ich vier Bücher gelesen, fast alle vom SuB. 
 
Gegessen: 

Krabbenbrot; Pellkartoffeln mit Hering Hausfrauenart; Seelachs gebraten mit Bratkartoffeln und Gurkensalat (Burgstaaken); gedünsteter Dorsch mit Weinschaumsauce, Spinat und Kartoffeln; Spanferkelbraten mit Krautsalat; rosa Crevetten aus der Pfanne mit Knobi und Baguette; gebratener Lachs mit Brokkoli und Bandnudeln in Käsesauce; geräucherte Makrele mit Vollkornbrot und Tomatensalat, Baiserkuchen mit Rhabarber






 
 
Gedacht: 

Es ist sehr voll hier an der Küste, die Leute kommen auch mal nur für ein Wochenende, da ballt sich alles hier am Strand. Und die Strandkörbe stehen sehr eng beieinander. Wir sind lieber an der Wasserkante oder auf der Promenade gelaufen, da kann man den Leuten ausweichen. Und dies war der Ausblick von unserem Balkon, einfach herrlich. 

Gefeiert:  

Urlaub ist doch wie Dauerfeiern. :-)

Gestaunt:  
Über die vielen schönen Blumen und die Natur. 





                


Gefreut: 
  
Über die schönen Tage an der See. Außerdem habe ich eine Freundin besucht, die nach Fehmarn gezogen ist. Solche unverhofften Wiedersehen sind doch immer schöne Erinnerungen.


  
Getrauert:  

Über eine Jungmeise, die gegen eines unserer Fenster geflogen ist und leider starb.     
                
Gekauft:

Großeinkauf und Fisch in allen Variationen, das muss man doch an der Ostsee ausnutzen.

Geklickt:

Webcams und Infos zu Restaurants.

Ich wünsche euch eine gute Woche und bleibt gesund,

Eure Sommerlese

Samstag, 13. Juni 2020

Sanddorninsel - Lena Johannson

Schöne Sommerlektüre für Rügen-Liebhaberinnen, die Familienzusammenhalt und Urlaubsgefühl aufzeigt

 

Im Knaur Verlag erscheint der Roman "Sanddorninsel" von Lena Johannson.

Ihren 80. Geburtstag möchte Ursula mit ihrer Familie feiern und lädt dazu ihre Tochter Heike, Enkelin Rahel und Urenkelin Emmi zu einer Reise nach Rügen ein. Sie wohnen in der Villa Sanddorn. Ursula möchte auf Rügen nähere Informationen über ihren ehemaligen Brieffreund Jens einholen, er ging noch zu DDR-Zeiten nach Kuba. Ihre Familie erfährt anhand seiner Briefe Details aus seinem Leben und über die Situation auf Kuba und hilft emsig bei der Spurensuche. Sie verleben eine turbulente und schöne Sommerwoche auf der zauberhaften Ostsee-Insel, die die Frauen einander näher bringt und auch einige Überraschung mit sich bringt.



Wer etwas Sommerfeeling, Rügen-Flair und eine Prise Tiefgang sucht, liegt mit diesem Roman genau richtig. Es ist ein Wohlfühlroman, bei dem die Figuren und deren Erkungung der Insel einfach gut unterhalten. Dabei hat die Familie untereinander noch einige unausgesprochene Probleme und auch einige Wünsche und Lebenspläne werden hier neu durchdacht.
  
Von Anfang an war ich gern mit dieser Familie nach Rügen gereist, da gibt es die üblichen Unstimmigkeiten und verschiedenen Befindlichkeiten, die man aus jeder Familie kennt. Doch die Frauen raufen sich zusammen und beginnen, diesen Urlaub auch zu genießen. Einzig Rahel nutzt die Zeit auch für einen beruflichen Auftrag, der ihr Weltbild aber auch ins Wanken bringt. 

Gemeinsam erlebt man die Inselsehenswürdigkeiten, kann die Sanddornfelder und die Ausflüge mit genießen und hört durch die Briefe von Jens interessante Details vom Leben auf Kuba, von der politischen Situation und den Zuständen vor der Revolution dieses sozialistischen Staates. 

Bei der Suche nach Jens Familie finden sich zunächst keine Spuren, doch am Ende sorgt eine besondere Entdeckung für die große Überraschung.

Die stimmungsvolle Inselerkundung habe ich gern begleitet. Bei den Gesprächen der Frauen konnte ich mich in ihre Gedanken und Ansichten einfühlen und merkte, wie sich lang aufgestaute Probleme allmählich lösen und die Charaktere wieder als Familie zusammenwachsen.
Jede Frau macht auf dieser Reise ihre persönliche Entwicklung, Emmi lernt einen Jungen kennen und möchte Kiten lernen, Rahel geht ihrer Arbeit nach und entdeckt, wie intensiv manche Menschen an ihrem Betrieb und ihrer Existenz hängen. Heike war bisher die stimmlose, graue Maus, sie entdeckt ihre künstlerische Ader neu und Ursula freut sich, wenn sie ihre Lieben bei sich hat und ihnen diese Reise auch als Familie gut tut. 

Sprachlich fand ich manche Jugendbegriffe etwas zu massiv eingesetzt und der Ausruf "Gottchen" nervte mich, je öfter ich ihn las.
 

Bei dieser sommerlichen Urlaubslektüre hat mir das Rügen-Flair gefallen und ich habe die Reise mit der Familie genossen.


                      

Freitag, 12. Juni 2020

Freitags-Füller # 192






Unser letzter Urlaubstag an der Ostsee ist angebrochen. Wir haben es hier sehr gut getroffen, die Ferienwohnung ist gut ausgestattet, hat einen großen Balkon mit Sonnenliegen und wir hatten richtig Glück mit dem Wetter. Es war einfach perfekt und die Woche ist, wie so oft im Urlaub, leider schnell vergangen. Bei circa 14 Grad Wassertemperatur habe ich übrigens kein Bad im Meer gewagt.



 

Immer wieder kommt ein neuer Freitag ... und damit der Freitagsfüller! 

 

Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse. 

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

 

1. Meine Füße funktionieren tadellos.

 

2. Ab und zu esse ich gerne Kartoffelchips, da sind mir die Kalorien auch völlig egal.

 

3. Ich lernte in meinem Leben schon vieles, nicht immer hat es mir etwas genützt.

 

4. Auf mein Zoom_Meeting musste ich leider im Urlaub verzichten, die Chat-Funktion war beim Rooter nicht für unser Appartment aktiviert.

 

5. Es ist erstaunlich, wie man sich doch an den FF gewöhnen kann, heute morgen habe ich ihn schon vermisst.

 

6. Einige Freunde und Verwandte möchte ich unbedingt in diesem Jahr noch besuchen.

 

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ein letztes gemütliches Essen im Urlaub, morgen haben (ich) wir die Rückfahrt geplant und Sonntag werden wir erst mal wieder zuhause ankommen, die Post sichten, mich über meine Blumen freuen, Bücher auspacken *freu und die Mitbringsel verteilen.  

 

Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende!

Liebe Grüße Sommerlese

Donnerstag, 11. Juni 2020

Ladylike - Ingrid Noll

Bitterböse Mischung aus Roman und Krimi mit reichlich schwarzem Humor


Ingrid Nolls Roman "Ladylike" erscheint im Diogenes Verlag.


Mit 73 darf man doch noch etwas vom Leben erwarten, deshalb starten Lore und ihre Freundin Anneliese noch einmal richtig durch. Sie gründen eine Frauen-WG und begeben sich auf eine große Reise durch Deutschland.  


 

Die Freundinnen Lore und Anneliese haben ihre Männer hinter sich gelassen und genießen zu zweit ihre Wohngemeinschaft. Jetzt möchten sie all das nachholen, wozu sie bisher keine Gelegenheit hatten. Als Annelieses Jugendfreund Ewald auf der Bildfläche erscheint, möchten ihn beide für sich gewinnen, die Idylle beginnt zu bröckeln. Erst müssen sie sich um Ewalds schwerkranke Frau kümmern und dann gilt es Ewald dingfest zu machen, denn auch er schätzt seine neu gewonnene Freiheit sehr. 

Ingrid Noll erweckt die Charaktere der Frauen regelrecht zum Leben, man nimmt an ihren aufrichtigen Gedanken über Männer, perfekte Figuren, Lebenseinstellungen und geheimen Wünschen teil. Beide arrangieren sich und ihr Leben, lächeln über die Schwächen der anderen, aber wenn ein Mann im Spiel ist, kennen sie kein Pardon.
Ingrid Nolls Erzählweise sorgt für perfekte Unterhaltung, die Handlung ist spannend und die bösen Gedanken und giftigen Teemischungen werden fast beiläufig erwähnt. Nie würde man im wahren Leben hinter diesen zwei liebenswerten Frauen bösen Menschen vermuten. Denn Anneliese kennt sich mit dem Heilkräutern aus, damit lassen sich nicht nur Zipperlein beseitigen, sondern auch Störenfriede.


Ein typischer und perfekter Ingrid Noll-Roman, sie bleibt ihrem Erzählstil treu und es wird gleichermaßen böse wie humorvoll. Alten Frauen traut man selten etwas Böses zu, das ändert sich spätestens nach dieser Lektüre. 

                                 
                           
 
 
  • Noll, Ingrid - Die Häupter meiner Lieben  
  • Noll, Ingrid - Der Hahn ist tot
  • Noll, Ingrid - Kalt ist der Abendhauch  
  • Noll, Ingrid - Kuckuckskind 
  • Noll, Ingrid - Ladylike
  • Noll, Ingrid - Selige Witwen
  • Noll, Ingrid - Gruß aus der Küche
  • Noll, Ingrid - Über Bord  
  • Noll, Ingrid - Nachteule 
  • Noll, Ingrid - Halali 
    • Mittwoch, 10. Juni 2020

      Florence - Jessica Brockmole

      Das schwere Schicksal der Radium-Girls


      Der Roman "Florence" von Jessica Brockmole erschien 2018 im Diana Verlag.

      Los Angeles, 1952: Die Schauspielerin Louise Wilde erbt das Vermögen der Drehbuchautorin Florence Daniels, obwohl sie sie kaum kannte. In den Hinterlassenschaften entdeckt Louise unverfilmte Drehbücher und auf alten Fotos erkennt sie ihre früh verstorbene Mutter Ethel. Welche Verbindung bestand zwischen den Frauen? Fast dreißig Jahre vorher reist Florence für einen Job quer durch die USA nach Hollywood. Ihre Begleitung ist ihre beste Freundin Ethel.

       


      1926 reist Florence von New Jersey nach Hollywood, sie möchte Drehbuchautorin werden, ihre Freundin Ethel begleitet sie, ihr Mann Carl hat sie verlassen und auch ihre Tochter Louise mitgenommen. Ethel will ihre Ehe retten.

      Dieser Roman hat mich dem besonderen Anfang am meisten beeindruckt. Es beginnt mit einer Testamentsverlesung, welches von der Verstorbenen Florence wie ein Drehbuch verfasst wurde.

      Im Laufe der Geschichte wechseln sich die Perspektiven und Handlungsorte ab und man bekommt allmählich einen Eindruck, wie die Figuren zueinander standen und welche Schicksale und Charakterzüge sie haben.

      Louise findet nach ihrer Erbschaft Gefallen an den Drehbüchern von Florence, solche Rollen möchte sie gern spielen. Finanziell kommt sie über die Runden und unterstützt ihren Mann Arnie, ein traumatisierter Kriegsinvalide. Sie wünscht sich größere Rollen und stürzt sich auf das Tagebuch von Florence, weil diese scheinbar ein erfülltes Leben mit ihrer Arbeit leben durfte.

      Jahre zuvor fand der Roadtrip von der freiheitsliebenden Florence und der eher angepassten Ethel statt. Die Reiseschilderungen sind durch die ständig wechselnden Perspektiven etwas verworren, man muss sehr genau lesen, um alles zeitlich und personell richtig einordnen zu können.  
      Dabei kommt auch ein tragisches Kapitel von einer Erkrankung zur Sprache, die sich Ethel bei der Arbeit als Zifferblatt-Malerin in einer Radiumfabrik zugezogen hat. Die Spätfolgen einer Vergiftung hat vielen Arbeiterinnen das Leben schwer gemacht und sie sehr leiden lassen. In ihrer Danksagung klärt die Autorin über die Hintergründe auf.

      In diesem Roman geht es um Freundschaften, Beziehungen und seelisches und körperliches Leiden. Obwohl alle drei Frauen sehr unterschiedliche Typen und starke Persönlichkeiten sind, hofften sie alle an den Traum von einem selbstbestimmten Leben. Bei Flo und Ethel verlief es nicht so wie sie es sich erhofft hatten. Die Figuren habe ich interessiert mitverfolgt, etwas mehr Emotionen hätte ich mir aber gewünscht. Der Erzählstil hat mir gut gefallen, man erlebt die Zeit durch authentisch geschilderte Hintergründe und kann sich die Szenen und Schauplätze gut vorstellen, erlebt neben dem Glamour von Hollywood auch Probleme in Beziehungen, die Folgen eines Kriegseinsatzes im Koreakrieg und entdeckt eine tragische Erkrankung durch die Arbeit in einer Radiumfabrik.  

      Die Autorin bringt viele Themen in diesem historisch angelegten Roman unter. Man kann die Zeit nacherleben und wird in die Handlung hineingezogen, die Schicksale sind auch ohne große Emotionen sehr ergreifend beschrieben. 


                                   
       
       

      Sonntag, 7. Juni 2020

      Klugscheißer Deluxe - Thorsten Steffens

      Amüsant, humorvoll und sehr nah an der Realität

      "Klugscheißer Deluxe" wurde geschrieben von Autor Thorsten Steffens und erscheint im Piper Verlag.


      Timo Seidel ist 29 und hat leider beruflich noch nicht viel erreicht. Das ist auch seiner großen Klappe zu verdanken, denn Timo weiß grundsätzlich alles besser. Als chronischer Klugscheißer hat man es nicht leicht, doch jetzt glaubt Timo endlich erwachsen genug zu sein, um sein geschmissenes Lehramtsstudium wieder aufnehmen zu können. Finanziell hält er sich mit einer Aushilfsstelle an einer Abendschule über Wasser. Und an der Uni macht er so einige Kontakte, die ihm den Kopf rauchen lassen und sogar den Kopf verdrehen. Man darf gespannt sein auf diese Story des Klugscheißers. 


      Dank der Ich-Erzähler-Perspektive bekommt man als Leser trotz aller Zurückhaltung Timos im Besserwissen dennoch alle seine diesbezüglichen Gedanken mitgeteilt, was mir wieder sehr gut gefallen hat. Ich musste wieder häufig schmunzeln, denn Timo ist ein Spaßvogel und mochte auch die vorgestellten Begriffserklärungen zu Wörten wie "Intelligenzpomeranze", "Vatersprachler", "Feindespaar", "Narzistenantenne" und habe dabei sogar noch etwas dazugelernt. Auch ein positiver Effekt dieses Buches. Als angehender Englischlehrer beschäftigt sich Timo dieses Mal mehr dem Englischunterricht als mit Deutsch.

      An der Schule treffen wir auf bekannte Figuren vom Vorgängerband "Klugscheißer Royale", Timos Direktorin Frau Penner, die große Stücke auf ihn hält und natürlich auf seine verhaßte Kollegin Barbara, weibliches Modell einer typischen "Suppenbärbel". Das kann natürlich nicht ohne Konflikte und Wortgefechte funktionieren und auch an der Uni läuft nicht alles nach Plan. Die Dozenten haben auch so ihre Macken und mit ungeahnter Unterstützung seiner Oma gelingt es Timo schliesslich doch, sein erstes Semester erfolgreich durchzustehen und noch einen weiteren Schritt in Sachen Liebe zu gehen. Wer "Fack ju Göthe" als Film mochte, sollte dieses Buch lesen. Es gibt einige Parallelen.

      Mit speziellen Charakteren, einem lockeren Humor und der Situation eines "späten" Studenten ist dieses Buch gut zu lesen. Die Umsetzung von Lebensplänen braucht manchmal ein paar Jahre, die realistische Darstellung orientiert sich da völlig nah am Leben. Eine Komödie, die nicht nur Lehrenden gefallen wird.


      ***Herzlichen Dank an den Autor für dieses Leseexemplar, ich habe mich sehr darüber gefreut!***