Freitag, 17. Februar 2017

Nach ihm die Sintflut - Jule Maiwald

HERRLICH! Mit so viel Witz, Charme und überraschenden und skurrilen Ideen wurde eine Trennung und seine Folgen noch nie beschrieben!



Der Roman "Nach ihm die Sintflut" stammt von Jule Maiwald, dem Pseudonym für zwei Hamburger Journalistinnen, die ihre Trennungs-Erfahrungen in diesem Roman humorvoll zum Besten geben. Das Buch erscheint im Rowohlt Verlag.


Kurz vor ihrem 40. Geburtstag begeht Anne mit ihren Freundinnen symbolisch die Beerdigung ihres Mannes Richard. Diese Veranstaltung beendet endlich ihre Schockstarre. In Wahrheit lebt Richard nämlich noch und das mit seiner neuen Flamme. Nun steht Anne mit ihrer Tochter Maya vor der Job- und Wohnungssuche. Doch sie ist nicht allein, denn ihre lebensfreudige und unkonventionell denkende Tante Martha und ihre Freundinnen halten zu ihr und gemeinsam erleben sie viel aufregende Momente.



"Ich halte es darum mit meinem Lieblingsfriseur, der sagt: "Männer sind wie Frisuren. Wechsle sie, bevor sie tun, was sie wollen, ihre Form verlieren oder langweilig werden." Zitat aus dem Getzwitscher von Tante Martha, Seite 34.

Dieser Frauenroman ist wunderbar unterhaltsam, so lustig und voller skurriler Einfälle und Erlebnisse, dass man wohl keine akute Trennung darüber vergisst, aber doch wenigstens mal wieder richtig lachen kann.

Im Mittelpunkt steht Anne, die ihrem Mann Richard jahrelang als Lektorin bei seinen Arztromanen im Groschenheftchenniveau geholfen hat. Nun wird sie wie in seiner Serie einfach gegen eine jüngere Frau ausgetauscht, Unterhaltszahlungen soll es laut Richard nicht geben. Doch dank ihrer Tante Martha, eine unkonventionelle Frau mit Lebenslust und einer Menge Lebensweisheiten, bekommt sie wenigstens eine neue Bleibe. Die muss sie sich aber mit Felix teilen, dem Sohn von Marthas Freund. Anfangs mögen sich die beiden überhaupt nicht, doch sie gewöhnen sich aneinander.

Anne gründet eine neue Firma, Ex und Hopp, die sich auf Abschiedsevents aufgrund von Trennungen spezialisiert. Schliesslich hat sie selbst die reinigende Erfahrung durch die symbolische Beerdigung ihres Richards gemacht. Die Idee scheint für viele Frauen eine willkommene Verabschiedung zu sein und die Aufträge gehen zahlreich ein. Beruflich geht es also schnell aufwärts und der Rubel rollt.

Kurz gesagt: Anne kommt wieder mitten im Leben an, hat wieder neben Arbeit und Wohnung auch Spaß und lernt neue Männer kennen. Es ist eine Trennungsgeschichte, die mit einer erfolgreichen Neufindung weiter geht und mit einer Liebesgeschichte endet. Eigentlich eine recht vorhersehbare Angelegenheit, aber dank der lustigen Ideen, unterhaltsamen Dialoge und Wortgefechte hat man mit diesem Buch so seinen Spaß.
Sicherlich ist es nicht nur Annes Selbstfindung zu verdanken, dass sie so gut über ihre Trennung hinweg kommt und beruflichen Erfolg verbuchen kann. Dazu nimmt sie wie selbstverständlich die Hilfe ihrer Tante und ihrer Freundinnen dankbar an. Das kann man ihr allerdings auch nicht verdenken, solche Beziehungen und Freunde braucht man in Phasen von Verunsicherung und zerstörten Gefühlen. Ein wenig Schicksal ist natürlich auch dabei, nicht umsonst spielt der Zufall ihr zu dem Haus auch noch einen neuen Mann zu.
Doch das stört wie gesagt alles gar nicht, wichtig ist die gute Unterhaltung, die dieses Buch mit sich bringt. Es zeigt auch, dass man die Hoffnung auf eine positive Entwicklung im Leben nie aufgeben sollte, schon gar nicht in Krisensituationen. 



Ein Buch, das das Thema Trennungen absolut charmant umsetzt und dabei eine locker und amüsante Unterhaltung mit einer Prise Hamburger Lokalkolorit bereithält.  



***Für dieses Buch möchte ich mich bei der Bücherboutique bedanken, die vom Rowohlt Verlag betrieben wird.***

 


Freitags-Füller # 26



 

 

Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse. 

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

  

1. Wir könnten mal wieder meine Mutter besuchen, daher ist dieser Sonntag für sie verplant.


2. In meiner Kommode habe ich blickdichte schwarze, feine hautfarbene und graue Strumpfhosen, dabei trage ich fast überhaupt keine Strumpfhosen. 
 

3. Ich habe gerätselt, welches meiner neuen Bücher ich zuerst beginnen soll, eine Leserunde ist nicht mit dabei, also habe ich freie Wahl. Ich habe mich für "Ein Sommer im Rosenhaus" entschieden. 


4. Auch wenn man immer tolerant, hilfsbereit und einfach nur nett sein möchte, manchmal ist jeder Mensch auch mal ein wenig ignorant.

 

5. Heute ist schon wieder Freitag, Kinder wie die Zeit vergeht!


6. Mal sind es ein paar Chips, gern auch mal ein Mon Cheri oder mal ist ein Apfel mein Snack am Abend. 

 

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine schöne Chorprobe, morgen habe ich noch gar nichts geplant und Sonntag möchte ich einfach einen gemeinsamen Tag mit meiner Mutter verbringen. 
  


Eine gute Woche für euch, 


Sommerlese!

 

Donnerstag, 16. Februar 2017

Neuzugänge # 42

Hallöchen, meine Lieben! 


Und weiter geht der Buchnachschub! 

 

Kaum freue ich mich auf bestimmte Neuerscheinungen wie von mir bei der Montagsfrage # 27 gerade angegeben, schon liegen die Buchschätze hier bei mir auf dem Tisch! 

Das muss entweder mit Magie zu tun haben oder aber es ist einfach nur gutes Timing und eine glückliche Fügung! Wie auch immer, ich freue mich total über diese Bücher! 

 


- "Ein Sommer im Rosenhaus" von Nele Jacobsen: darauf freue ich mich ganz besonders, denn die Autorin hat mir persönlich ein Reziexemplar zugesichert.

- "Blutorangen" von Verena Boos ist ein Roman, der mehrfach mit Preisen überhäuft wurde. Ein Debüt für eine Autorin mit großem Schreibtalent und historischem Recherchehintergrund. Danke an den Aufbau Verlag für dieses Wunschbuch von mir! 

- "Bayerisches Roulette" ist ein Alpen-Krimi von Dinesh Bauer, der sich um eine Anti-Terror-Übung dreht. Skurril, komisch und spannend soll dieser Krimi laut dem Münchner Merkur sein. Ich bin gespannt!  

- "Nach ihm die Sintflut" von Jule Maiwald, dem Pseudonym für zwei Hamburger Journalistinnen, die aus ihren Trennungen Erfahrungen gesammelt haben und die in diesem Roman humorvoll zum Besten geben. Dieses Buch ist sozusagen der "1. Meilenstein der Buchboutique", eine Bücherplatform des Rowohlt Verlages. Ich musste beim Lesen schon viel Lachen und wer gerade eine Trennung durchmacht, kommt hiermit sicherlich auf andere Gedanken.


Und nun lese ich mal ein bisschen!  
Liebe Lesegrüße eure Sommerlese!


Mittwoch, 15. Februar 2017

Bitterer Calvados - Catherine Simon

Wunderschön geschriebener Normandiekrimi! Bitte mehr davon!


Der Normandie-Krimi "Bitterer Calvados" ist der dritte Fall für Kommissar Leblanc aus der Feder der Autorin Catherine Simon alias Sabine Grimkowski. Die Krimireihe erscheint im Goldmann Verlag.

In Deauville zieht das Krimi-Festival "Mord am Meer" viele Besucher an. Sogar der gut aussehende Bestsellerautor Jean-Paul Picard hält eine Lesung und lockt damit etliche weibliche Fans an. Doch am nächsten Morgen findet man JPP tot in seiner Hotelsuite, sein letzter Calvados enthielt Zyankali. Mord oder Selbstmord? Kommissar Leblanc ermittelt in einem Umfeld von neidischen Autoren, geldgierigen Verlegern und den zahlreichen Geliebten des Autors.  




"Wissen sie, vorstellen kann ich mir viel, ich bin Schriftsteller, die Fantasie ist mein Beruf. Aber in Wirklichkeit einen Mord begehen? Der Hass müsste so groß sein, dass er jede Moral außer Kraft setzt." Zitat Seite 125

In diesem Krimi verschmelzen Literaturszene, Landschaft der Normandie, Esskultur und ein ruhig und besonnen ermittelnder Kommissar zu einem tollen Ganzen!

Es ist mein erstes Buch der Autorin und ich kann der Handlung auch ohne Vorkenntnisse wunderbar folgen.

Leblanc findet schnell heraus, dass JPP nicht der perfekte Mensch war, für den ihn seine Fans hielten. Er war absolut narzisstisch, rücksichtslos und zudem unfähig, persönliche Bindungen aufzubauen. Geliebte kamen und gingen und wurden nur ausgenutzt.
Bei der ausführlichen polizeilichen Ermittlung geht Leblanc jeder noch so kleinen Spur nach und findet lange Zeit nichts. Das führt auch beim Leser zu einem spannenden Mitraten und allerlei Mutmassungen.

Inhaltlich wird die Literaturszene näher beleuchtet. Man erfährt, wie Bestsellerautoren aufgebaut werden und welche Konkurrenz die Bücherbranche umtreibt. Aber auch gesellschaftskritische Themen wie Polygamie oder die Problematik durch ausbeutendes Verhalten von Großkonzernen in Afrika werden inhaltlich gut mit eingebunden.


Bei diesem Krimi gibt es eine ausgewogene Mischung zwischen den Ermittlungen im Mordfall und dem Pivatleben des Kommissars. Auch wenn mir Jacques Leblanc nicht unbedingt sympathisch ist, so hat er doch eine ruhige Art, die mir gefällt. 

Meine Heldin ist auf jeden Fall Nadine, seine Assistentin. Sie findet bei Befragungen stets den richtigen Ton, kann sich auf die Personen einstellen und durchschaut ihren Chef wie keine andere Frau. Denn der lässt sich nur zu schnell von Frauen ablenken und einwickeln. Leblanc befindet sich in einer Midlife-Crisis und verliebt sich in eine blutjunge Frau. Nur seine Liebe zum Essen stellt fast die Liebe zu den Frauen in den Schatten. 
In diesem Krimi wird mit vielen köstlichen Gerichten und Produkten der der Patisserie die Esskultur der Normandie vorgestellt und das passt gut zu den landschaftlichen Beschreibungen der Gegend und der einzigartigen Stimmung dort am Meer. Catherine Simon kennt sich vor Ort gut aus und vermag dieses Flair bildhaft deutlich werden zu lassen. Ihr Schreibstil hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Hier wird ganz ohne großes Blutvergiessen und Brutalität eine Krimihandlung beschrieben, die mit liebevoll ausgeschmückten Details nicht nur die Szenerie der Normandie ins rechte Licht rückt, sondern auch eine fesselnde Ermittlung in den Mittelpunkt stellt. 




Ein wunderbar entschleunigter Krimi mit dem Flair der Normandie und einer fesselnden verzwickten Ermittlung um einen Krimiautor. Absolut mein Geschmack!
 


***Vielen herzlichen Dank an den Goldmann Verlag und das Bloggerportal für dieses Reziexemplar !***


 

Dienstag, 14. Februar 2017

Lesereise in den Tod - Jürgen Schmidt

Ein umtriebiger Privatdetektiv, ein mysteriöser Mord und Lokalkolorit machen diesen Krimi zu etwas ganz besonderem.

 

"Lesereise in den Tod" ist nach einigen Romanen der erste Krimi des Autors Jürgen Schmidt, den er gleich in seiner Heimat Bad Münstereifel ansiedelt. Das Buch erscheint 2017 im Edition Oberkassel Verlag.


Mona de la Mare ist eine junge unbekannte Autorin, die alles dransetzt, berühmt zu werden. Sie wählt diesen klanghaften Namen, der an einen früheren englischen Autoren erinnern soll und plant ihre Leserreise zu ihrem Buch "Passwort Hurensohn", um endlich ihren Durchbruch im Buchgeschäft zu erreichen. Doch ihre Tour endet bevor sie groß durchstarten kann, in Bad Münstereifel wird sie ermordet aufgefunden. 




In diesem Krimi ermittelt der Privatdetektiv und das ermöglicht eine Sichtweise, die manchem Polizisten verwehrt ist. Dank Mückes umgänglicher Art, kommt er den Befragten auf Augenhöhe entgegen, trinkt schon mal mit ihnen einen über den Durst und flunkert was das Zeug hält, nur um ihnen Informationen oder die Wahrheit zu entlocken. Hier fehlt die autoritäre Distanz, die sich automatisch Polizeibeamten gegenüber einstellt. Außerdem ist Andreas Mücke ein Mensch, der relativ normal wirkt, dank zwei geschiedener Ehen mit zwei Kindern typische Alltagssorgen hat und hart für sein Geld arbeiten muss. Da kommt ihm dieser Job wie gerufen.  


Bei diesem Krimi hat man das Gefühl, gemeinsam mit Mücke den Gegebenheiten auf den Grund zu gehen und ihm beim Ermitteln über die Schulter zu schauen. Man erlebt sein Agieren stets hautnah mit. Ob er nun in eine Prügelei verwickelt wird, auf Sauftour ist oder wie ein Frischverliebter seine Frauenschwärmereien pflegt, die für Privatermittler ja schon fast ein echtes Klischee bedeuten, als Leser ist man einfach mit dabei. 

Was er über die "Möchte-gern-Autorin" Mona de la Mare ausgräbt, führt den Leser tief ins Selfpublishing Geschäft und zeigt, wie unbekannte Autoren sich abstrampeln müssen, um in diesem Metier Erfolg zu haben. Auch diese Einblicke geben diesem Krimis einen besonderen Reiz.

Aber auch Mückes Stadtführungswissen hat mich beeindruckt. Wer sich in dieser Gegend auskennt, fühlt sich sicher gleich heimisch. Der Lokalkolorit flammt hier und da wieder auf und man hat die Orte gut vor Augen.

Das einzige Problem hatte ich mit dem Täter, auch ihn begleitet man gedanklich und möchte gern seine Beweggründe nachvollziehen. Er kommt wie ein Phantom daher und hier hätte ich mir am Ende noch ein paar abschließende Erklärungen gewünscht. 



Dieser Krimi hat mich mit einigen Wendungen überrascht und bis zum Schluss gut unterhalten. Den unflätigen Männerjargon muss man zuweilen aushalten können, ansonsten siegt hier mal wieder ein Privatdetektiv über die Polizei. Matulla lässt grüßen!



***Herzlichen Dank an Jürgen Schmidt für die Zusendung des Krimis und die Leserundenbegleitung auf lovelybooks! ***



 

Montag, 13. Februar 2017

Montagsfrage # 27

 






Jeden Montag veröffentlicht Buchfresserchen eine Frage auf ihrem Blog, die man dann innerhalb von 7 Tagen beantworten kann. So lernt man die jeweiligen Blogger besser kennen!


Welche Neuerscheinung auf die du dich freust, erscheint als nächstes? 

Ich freue mich auf den Krimi "Bayerisches Roulette" von Dinesh Bauer, der im Aufbau Verlag erscheint. 








Außerdem bekomme ich den Roman "Ein Sommer im Rosenhaus" von Nele Jacobsen persönlich zugeschickt. Es ist ebenfalls ein Buch aus dem Aufbau Verlag und der Vorgängerband "Unser Haus am Meer" hat mir schon so gut gefallen. 


Liebe Grüße und eine angenehme Woche,
Sommerlese!


Sonntag, 12. Februar 2017

Gedichte am Wochenende # 4 Der Schnupfen von Christian Morgenstern

Meine Gedichtvorstellung möchte ich heute wieder fortsetzen und es inhaltlich ganz der Jahreszeit anpassen. Daher gibt es mal ein Gedicht zum Thema Gesundheit im Winter! :-)

Heute stammt es aus der Feder von Christian Morgenstern, einem deutschen Dichter, Schriftsteller und Übersetzer, der sich mit seiner komischen Lyrik einen ganz besonderen Namen gemacht hat. Ich finde, diese Gedichte durch ihre positive Art so wunderbar leicht und einzigartig und gerade der Schmunzeleffekt macht sie so ganz besonders. 



Der Schnupfen 

 
Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse,
auf dass er sich ein Opfer fasse
- und stürzt alsbald mit großem Grimm
auf einen Menschen namens Schrimm.
Paul Schrimm erwidert prompt: „Pitschü!"
und hat ihn drauf bis Montag früh.



Christian Morgenstern
(1871-1914)





In diesem Sinne, bleibt gesund und munter,
Eure Sommerlese!