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Mittwoch, 24. Juni 2026

Giftige Blüten - Luca Ventura

Krimivergnügen vom Feinsten

"Giftige Blüten" aus dem Diogenes Verlag ist der 7. Band der Capri-Krimireihe von Luca Ventura.

Lina Verde ist angehende Parfümeurin und benötigt für ihren Duft noch die besondere Blütenessenz einer seltenen Orchidee, die sie an den steilen Hängen von Capri sucht. Wenig später wird von Touristenführer Zeno leblos aufgefunden, der behauptet, er wäre mit Lina verlobt. Das ist fragwürdig, denn auf Nachfragen kann er kaum nähere Angaben zu der jungen Frau machen. Zeno ist als Lügner verschrien und für Rizzi und Cirillo sofort verdächtig. 

 



Auf Capri tauchen wir dieses Mal in die Welt der Düfte ein, wo sich Rizzi und Cirillo einem Fall widmen, der einige Fragen aufwirft. Die erste Aussage der Pathologie geht von einem Genickbruch als Todesursache aus, der auch die Folge eines Unfalls sein könnte. Doch der Instinkt der Ermittler sagt etwas anderes. Agente Rizzi und Cirillo sind ein eingespieltes Ermittlerduo, die ihre Theorien zum aktuellen Fall hartnäckig verfolgen und mit ihren Alleingängen ihren Vorgesetzten Lombardi zur Weißglut bringen.

Die Geschichte baut sich nach und nach auf und lässt Einblicke in das Leben der Verdächtigen und der Familie der Toten zu. Wir tauchen in die Welt der Parfümeure ein und erfahren, wie die Essenzen aus den Blüten entstehen und wie sehr dieser Markt von großen Erfolgen getrieben ist. 

Während Rizzi und Cirillo zu ihren Befragungen über die Insel streifen und aus berufliche Ausflüge nach Neapel unternehmen, erlebt man die frühlingshafte Natur dieser Gegend Italiens und bekommt Lust auf einen Urlaub auf der wunderschönen Insel. Zur Urlaubsstimmung passt der bildhaft angenehme Schreibstil perfekt und unterhält mit den gut gezeichneten und sehr lebendigen Figuren ohne dass Langeweile aufkommt. Ich habe das Buch in kürzester Zeit durchgelesen und wurde am Ende mit der Auflösung überrascht.  

Während Zeno den ersten Platz als Verdächtiger erhält, bringen neue Hinweise neue Verdachtsmomente mit sich und neue Spuren führen zu interessanten Wendungen im Fall. Hier gibt es einige Charaktere, die etwas verbergen und nicht mit offenen Karten spielen.  

Durch die Mischung von spannender Ermittlung, italienischem Flair und eingebautem Privatleben Rizzis und Cirillos ist dieser Band wieder rundum gelungen. Die gezeigten Probleme mit den Vorgesetzten, die  willkürliche Führung von Mitarbeiter:innen im Polizeiapparat und die Alleingänge der beiden Ermittler sorgen für interessante Szenen. Erst im Erfolgsfall ist ein Agente ein gewünschter Mitarbeiter.  

Rundum gelungener Krimi mit interessantem Fall, vielschichtigen Charakteren und einem schönem Setting. 

***Herzlichen Dank an den Diogenes Verlag für dieses Rezensionsexemplar!*** 

                                    

Donnerstag, 15. Mai 2025

Grünes Gold - Luca Ventura

Gute Krimiunterhaltung mit Inselflair

Im Diogenes Verlag erscheint der Capri-Krimi Grünes Gold von Luca Ventura, es ist der sechste Band der Reihe. 

Ein Mann fährt früh am Morgen mit dem Sessellift auf den Monte Solaro auf Capri und wird tot im Sitz an der Bergstation gefunden, er wurde erschossen. Zu diesem Mordfall werden Spezialisten der Kriminalpolizei von Neapel angefordert, doch die Inselpolizisten Enrico Rizzi und Antonia Cirillo ermitteln ebenfalls. Die erste Spur führt sie zu einem Olivenhain, der ein Geheimnis zu verbergen scheint. Die Oliven sind kostbar und sehr hochwertig, grünes Gold für das manche Menschen alles tun würden!


 

Der Tote im Sessellift kommt Enrico nicht gerade recht, denn privat hat er so einige Dinge, die ihn umtreiben, er überlegt zu heiraten und auch Antonias Gedanken kreisen gerade um ihren Sohn Oscar, der sich bis spät in die Nacht auf Capri rumtreibt. Wegen der Zuständigkeitsbürokratie wird die Kripo Neapel hinzugezogen, dabei haben die Inselpolizisten durchaus das Talent selbst zu ermitteln. Sie befassen sich intensiv mit dem Fall und finden heraus, dass Alessandro Nadi regelmäßig den Sessellift um diese Zeit benutzte und dass er durchaus Feinde hatte. Bei ihren Erkundigungen stossen sie auf einen kostbaren Olivenhain mit altem Baumbestand. 

Luca Ventura erzählt wunderbar bildhaft mit fühlbaren Stimmungen, sodass man die Lektüre einfach nur genießen kann. Capris Flair wird spürbar transportiert, man hört die knatternden Vespas, sieht das blaue Meer in der Sonne Italiens glitzern und fühlt sich wie im Urlaub. Wäre da nur nicht der Mordfall, der Rätsel aufgibt. Ich habe mitgerätselt, doch die vielen Fährten machten es mir schwer und das wahre Tatmotiv blieb mir bis zum Ende verborgen. Die Art und Weise der menschlichen Verwicklungen erfordern zahlreiche Nachforschungen, die am Ende schlüssig aufgeklärt werden. 

Ich finde es toll, dass sich Venturas Krimi erneut um ein spezielles Thema rankt, so wie in "Der blaue Salamander". Dieses Mal ist das grüne Gold im Visier, dazu hätte es ruhig mehr Informationen zur Olivenernte, der Ölgewinnung oder der Kultivierung von Oliven geben können.  

Das Spannungslevel ist nicht besonders hoch, wobei das für mich kein negativer Punkt ist. Ich konnte mich viel mehr auf das Leben auf Capri konzentrieren und wurde mit privaten Dinge der Ermittler gut unterhalten.

Dieses Buch hat mich schnell in Urlaubsstimmung versetzt, mir gefällt besonders die wunderschön beschriebene Landschaft und das stimmige Flair von Essen, Natur, Ölgewinnung und der Mentalität der Inselbewohner. Die Lösung des Mordfalls ist ganz sicher ein Teil des Ganzen, den höreren Stellenwert hat aber das Leben der Ermittler und der Inselbewohner.

  

***Herzlichen Dank an den Diogenes Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***

 


  • Ventura, Luca - Der blaue Salamander
  • Ventura, Luca - Grünes Gold 6