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Freitag, 26. Mai 2023

Minestrone um Mitternacht - Simone Hausladen

Bonnie und Clyde lassen grüßen! 


Im Emons Verlag erscheint der kulinarische Krimi "Minestrone um Mitternacht" von Simone Hausladen

Clara ist Anfang dreißig, arbeitet als Köchin und führt ein eintöniges Leben ohne große Abwechslung. Ihre Beziehung zu Franklin ist eingefahren und langweilig und so sehnt sie sich nach aufregenden Abenteuern. Dann lernt sie Viktor kennen, einen Kunstfälscher und Dieb, verfällt seinem Charme und ihr langweiliges Leben bekommt plötzlich eine neue Wendung. Denn Clara hilft ihm bei seinen kriminellen Machenschaften. Als Viktor in London einen Millionenbetrug vorbereitet, ist ihnen ein Kunstexperte von Interpol auf der Spur. Was er Clara über Viktor erzählt, mag sie gar nicht glauben. Wie wird sie sich entscheiden, soll sie Viktor verraten oder selbst als Kriminelle gesucht werden?
 

Bei diesen genussvollen Krimi erlebt man eine unterhaltsame Diebesreise mit Verfolgungsjagd und wird auch von kulinarischer Seite sehr gut unterhalten. Denn Clara ist ein Kochtalent, ihr gelingen wunderbare Gerichte, die sie vor unseren Leseaugen zubereitet. Alle Gerichte sind italienisch angehaucht, die Kapitel tragen die Namen dieser Köstlichkeiten und im Anhang gibt es die passenden Rezepte.  
Die sympathische, etwas naive Clara erstickt in ihrem Leben voller Alltagstrott, sie sehnt sich nach neuen Abenteuern. Und dieses Abenteuer erreicht sie in Person von Viktor, der als Kunstdieb und Fälscher sein Unwesen treibt und Clara als Hilfskraft in seine Pläne einbindet. Doch Viktors Bruder Gabriel ist ihm als Interpol-Agent auf der Spur und nimmt Kontakt zu Clara auf. 
Im Verlauf der Handlung entsteht ein Katz-und Maus-Spiel, wie man es von Bonnie und Clyde kennt. Doch ist die Liebe zwischen Clara und Viktor echt? 
 
Dieser Krimi sorgt für gute Unterhaltung. Interessant ist die persönliche Verwicklung der Charaktere, die ein wenig wie Kunstfiguren wirken und etwas klischeereich vorgestellt werden. Im Laufe der Handlung taucht man in die Vergangenheit der Beteiligten ein und erlebt auch emotionale Wünsche und Verluste. Man kann Clara durchaus verstehen, dass sie keine Lust mehr auf ihren Chef und ihren Freund hat und sich von Viktor umgarnen lässt. Doch irgendwann geht ihr ein Licht auf. Spannend war, ob sie früh genug den Absprung schafft. Insgesamt stehen die Figuren im Vordergrund und haben Vorrang vor der Krimihandlung, bei der nicht die Ermittlung entscheidend ist, sondern die abwechslungsreichen Taten ein Eigenleben entwickeln.   

Der angenehm ruhig erzählte Krimi spricht Leser:innen an, die eine Vorliebe für unblutige und kulinarische Krimis haben. Mir hat er bis auf kleine Schwächen gut gefallen!

Ein locker-schräger Genuss-Krimi mit unterhaltender Krimi-Spannung plus Romanze!

***Herzlichen Dank an den Emons Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***


                                            

Freitag, 15. März 2019

Mord im Piemont - Gabriele Kunkel

Ein Genusskrimi für die Sinne rund um Trüffel


"Mord im Piemont" erscheint am 04. März 2019 beim Münchner Verlag Louisoder als Hardcover, es ist der zweite Roman der Autorin Gabriele Kunkel.

Von Trüffeln, Tod und heißer Liebe

Südpiemont: Sina ist Deutsche mit südländischem Blut und arbeitet als Foodscout für einen Münchner Feinkostladen. Pünktlich zur Trüffelsaison reist sie ins italienische Trüffelmekka Alba, welches als Paradies des weißen Goldes gilt. Doch im Trüffelgeschäft herrscht nach einem langen und sehr heißen Sommer Flaute. Als ein Toter gefunden wird, befindet sich Sina mitten unter den Verdächtigen. Gibt es einen Zusammenhang mit diesen kostbaren Trüffeln?  



Das Wein- und Trüffelstädtchen Alba im Piemont ist der Schauplatz dieser genussvoll erzählten aufregenden Geschichte. 
Sinistra Cassotto, kurz Sina genannt ist eine aufgeweckte junge Frau. Wir begleiten sie auf ihrer Reise als Foodscout durch das wunderschöne Piemont und entdecken wunderschöne Schauplätze, dörfliche Restaurants und erleben beschauliche Szenen beim Kochen, Essen und auf den Märkten. Hier scheint sich alles nur um die Trüffel zu drehen.
Dabei kann man die kulinarischen Genüsse als Leser als appetitanregende Kochanweisungen wunderbar genießen. Ob Gnocci, Pane al tartufo, Vitello tonnato oder Tajarin con burro e tartufi, überall kommen Trüffel hinzu und beim Lesen läuft einem schon einmal das Wasser im Munde zusammen. 
Es ist interessant zu sehen, wie die kostbaren Alba-Trüffel gehandelt und verarbeitet werden. Doch sie ziehen auch Kriminelle aus Osteuropa an, denn die Preise für ein Kilo Trüffel sind horrend hoch. 

Info:
Die weiße Alba Trüffel ist die Königin aller Trüffelarten, sie gehört zu den kostbarsten Lebensmitteln der Welt. Zur Zeit bezahlt man für 50 g circa 160 Euro. Sie haben ein Aroma, welches intensiv nach Knoblauch, Schalotten und Weichkäse riecht.  
 
Als Sinas alter Lancia verschwindet, macht sie sich auf die Suche. Mit ihren Alleingängen sorgt Sina für unterhaltsame Spannung in der Handlung, sie besucht die Verkäufer der begehrten Trüffel und zeigt sich ihnen mit ihrem Bargeld, wie eine Motte dem Licht. Sie ist mutig und folgt ihrem Bauchgefühl für die kriminellen Vorgänge und scheut keine Gefahr. Dabei ist mit den Gegnern nicht zu spaßen und Falcone ermahnt sie mehrmals, sich nicht in die Ermittlungen einzumischen. Doch Sina ist in dieser Hinsicht ein Sturschädel. 
 
Gabriele Kunkel liebt das Piemont und aus dieser Begeisterung für Land und Leute ist nun ihr erster kulinarischer Krimi entstanden. 
"Ein Krimi, der nach weißem Trüffel duftet und nach blutrotem Barolo schmeckt."

Während man den Krimifall eher nebensächlich, aber dennoch interessant erlebt, kann man mit auch kulinarisch wunderbar in dieses Buch eintauchen. Hier wird gekocht, gegessen und getrunken und mit vollen Sinnen genossen. Mir haben die Helden Sina und der männliche Commissario Falcone gleichermaßen gut gefallen, aber auch die anderen Charaktere sind lebendig beschrieben. Da gibt es eigenwillige Trüffelhändler, sympathische Frauen, die gerne kochen und maffiöse Typen, denen man lieber aus dem Weg geht.


Wer sich auf eine bevorstehende Reise ins Piemont mit einer stimmungsvollen Geschichte einstimmen möchte, der sollte diesen kulinarischen Krimi lesen. Auch für Krimi- und Trüffelfreunde ein absoluter Lesegenuß mit einer leicht knoblauchhaltigen Note!


***Vielen herzlichen Dank an den Louisoder Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***




Samstag, 16. Februar 2019

Strandbudenzauber - Ella Danz


Ein solider und sehr unterhaltsamer Krimi, bei dem besonders das Essen einen hohen Stellenwert einnimmt.


Zum zehnten Mal lässt Autorin Ella Danz ihren fränkischen Kommissar Georg Angermüller in ihrem neuen Krimi "Strandbudenzauber" ermitteln. Die Krimireihe erscheint im Gmeiner Verlag. >WERBUNG<

Der fränkische Kommissar Georg Angermüller hat eine berufliche Auszeit genommen, doch schon nach ein paar Wochen Müßiggang macht sich gähnende Langeweile breit. Erfreut nimmt er deshalb das Angebot seiner Freundin Derya an für ihre Freundin Wiebke undercover zu arbeiten. Wiebke führt das gut gehende Restaurant "Die alte Strandbude" direkt am Ostseestrand mit exquisiter Küche. Doch ein Unbekannter stört sich an ihrem Erfolg und sabotiert sie. Angermüller tritt als Kellner auf und will den Bösewicht enttarnen. Als es nebenan beim Italiener einen Mordfall gibt, sieht sich Georg seinen Kollegen vom K1 gegenüber. Eine missliche Situation.


Angermüller möchte er die Sabotagefälle in Wiebkes Restaurant aufklären, sein Kellnerjob ist dafür die beste Tarnung. Er fühlt sich hier an der Lübecker Bucht rundum wohl, Polettes Küche sei Dank und auch Wiebke wird ihm sympathisch. Als ein Mord geschieht, zeigt sich, das Georg mit ganzer Seele Polizist ist und sich trotz Auszeit sofort ans Ermitteln macht. 

Bei diesem Krimi sorgt ein unaufgeregter Erzählstil und eine ruhige Handlung für eine entspannte Atmosphäre. Hier stehen mehr die mitmenschlichen Beziehungen und die Sorge um die Angriffe auf die Strandbude im Vordergrund und es geht recht beschaulich und gelassen zu. Verfolgungsjagden und blutige Szenen wird man hier nicht finden. Der Mordfall wird eher zweitrangig geschildert, mehr Aufmerksamkeit bekommen die persönlichen Sorgen und Probleme der Figuren und natürlich die Genusswelt von Polette. Dank der von ihr gezauberten Gerichte wünscht man sich ständig in ihr kleines Restaurant. Auch Georg Angermüller fühlt sich hier wohl und wird kulinarisch gut umsorgt. Da stört es ihn wenig, wenn er ein wenig in der Strandbude" mitarbeiten muss.


Wer gerne kocht, findet am Ende die Rezepte für die leiblichen Genüsse aus der Handlung des Buches zum Nachkochen. Tante Illes Ostseetorte, Geschmorte Ochsenbäckchen und Steirisches Apfelhuhn oder doch lieber Tafelspitz, da hat man die Qual der Wahl. 

In diesem Krimi habe ich die unterhaltsame Stimmung genossen, ich fühlte mich mit den Köstlichkeiten in der Strandbude sehr wohl und habe mitgeraten, wer hinter der Sabotage und dem Mord stecken könnte.  


Ein solider Krimi, der sich im Mittelteil etwas zieht, aber ansonsten gut unterhalten hat.  


***Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für die Überlassung eines Rezensionsexemplars!***



[Werbung] Ich möchte darauf hinweisen, dass ich für diesen Beitrag nicht bezahlt wurde und ihn aus freien Stücken veröffentliche.