Sonntag, 14. Februar 2016

Der Knochenpoet - Susanne Kraus

Ein Buch aus meinem Bücherschrank, von dem ich nicht so angetan bin.


Im Jahr 1158 besucht Kaiser Barbarossa den Marktflecken Lautern in der Pfalz. Da wird auf der nur wenige Meilen entfernten Burg Beilstein eine mysteriöse Truhe voller Menschenknochen entdeckt. Und noch ein weiterer Mord hält die Burgbewohner in Atem. Als der Burgherr Merbodo verdächtigt wird, stellt seine Tochter Rotrud auf eigene Faust Ermittlungen an. Doch welche Rolle spielt der zwielichtige Spielmann Trushard, auch der "Knochenpoet" genannt - jener Mann, in den Rotrud sich verliebt? 





 

Historische Kriminalromane finde ich immer sehr interessant und habe mit diesem Roman unterhaltsame Stunden gehabt, aber nicht so sehr Spannung gefühlt.  

Die Figur der Rotrud passt mit ihren Zaubertränken gut in die Zeit, ihre Gedankengänge waren allerdings recht sprunghaft und ihre Sprache entspricht nicht der Zeit des Mittelalters. Sie hat mich leider gar nicht überzeugt.
Auch der Knochenpoet kommt mir mit seinen vielseitigen Talenten als Dichter, Messerwerfer und Musiker und seinen ausschliesslich guten Charakterzügen zu übertrieben daher. So ohne Makel war früher sicher kein Spielmann.  

Dieser Roman beeinhaltet ein buntes Treiben von Kaiser und Papst, diversen Kirchenoberen, Burgherren, Ketzern und Hexen. Diese Fülle wirkt leider wie in den Roman gepresst. Zu viel des Guten ist auch zuviel!

Der Erzählstil ist gefällig, aber er wirkt nicht so authentisch und geht auch wenig in die Tiefe. Dabei ist die Rahmensituation um Kaiser Barbarossa eigentlich ein interessanter Aufhänger.
Die Ermittlung geht recht vorhersehbar vonstatten und so ist man auch nicht so gespannt als der Täter gefunden wird.


Dieser Roman hat ein historisch interessantes Umfeld, eine einfache Krimihandlung und einen guten Ausgang. Ein leichte Lektüre zum Ausspannen nach Feierabend. 

 
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Samstag, 13. Februar 2016

Blick in die Küche

Schweinefilet mit Ratatouille und Vollkornnudeln

Da es am Vortag Ratatouille mit Reis gegeben hatte, eines meiner Lieblingsessen, von dem ich immer zu viel koche, suchte ich eine Idee für ein neues Mittagessen. Denn natürlich war noch ein Rest im Kühlschrank!
 
Beim Einkaufen sah ich dann beim Metzger meines Vertrauens das frische Schweinefilet und Vollkornnudeln habe ich immer im Haus.
So kann man aus Resten manchmal vollständige Gerichte zaubern ohne dafür groß in der Küche zu stehen. 





Und weil dazu ein wenig Tischdeko in Frühlingsfarben auch ganz hübsch wirkt, kam noch ein bunter Tulpenstrauß in meinen Einkaufswagen.



Ich wünsche euch ein schönes sonniges Wochenende und natürlich gute Lektüre!
Liebe Grüße
sommerlese!

Donnerstag, 11. Februar 2016

Auf glühendem Eis - Mike Mateescu

Wurde leider nicht ganz warm mit dem Buch!

Auf glühendem Eis ist der 2. Band von Mike Mateescu um Enitta Carigiet aus dem Emons Verlag. Der erste Band ist Mordsfondue. 


Die Protagonistin Enitta Carigiet ist selbsternannte Privatdetektivin in Zürich. Finanziell läuft es nicht so gut mit ihren Aufträgen, ein Halbtagsjob bei Carrington Davenport International sorgt für regelmäßiges Einkommen. Doch der ist leider auch nicht so nach Enittas Geschmack und alles andere als zufriedenstellend. Aber dort bekommt sie Informationen, die sie auf die Spur zur verschollenen wertvollen Zorilla-Rose bringen. Am Verbleib dieses wertvollen Kunstwerk sind allerdings auch andere interessiert.   



Der heiter lockere Erzählstil mit großem Detailreichtum ist typisch für Mike Mateescu und seine vielen Eigenwortschöpfungen haben mich amüsiert und unterhalten. 
Der Sprachstil ist zwar authentisch, aber doch ziemlich speziell, denn er ist eine bunte Mischung aus angesagtem Szenejargon der Jugend und Schwyzerdütsch. Wer im entsprechenden Alter die Clubs, Kneipen und Bars in Zürich besucht, gehört wohl eher zur Zielgruppe als ich. Diese Sprache gefällt mir zwar, es hemmt aber doch meinen Lesefluss enorm und ich finde mich in der Partywelt nicht zurecht. Zu viel fremde Schauplätze, Places-to-be und Drogen verwirren mich und das Lesen erwies sich als recht anstrengend.
Obwohl ich mich häufig über diese tollen Wortschöpfungen freue, muss ich mich auch mehr oder weniger durch das Buch mühen. Der rote Faden ist immer mühsamer zu finden.
Zu den Sprüchen und Verballhornungen möchte ich diese Beispiele anführen:

Seite 36:   Staycation auf Gran Gerania
Seite 180: Fuck you war das neue I love you.
Seite 189: Hartzienda IV-Party

Mit Charakteren wird nicht gespart, man trifft sich halt häufig und viel in der Szene. Jeder scheint jeden zu kennen und es wird gerappt, gefeiert und dabei allerhand Alkohol und Drogen konsumiert.

Mike Mateescu hat seine Charaktere farbenfroh, lebendig und gut vorstellbar gezeichnet. Es sind schon schräge Typen dabei, die sich hier in einem bunten Reigen vorstellen: Vom brutalen Geldeintreiber, dem skurrilen DJ Prügelsuff,  Enittas Kollegin Marie-en-toilette über den stinkreichen Schuhfabrikanten hin zu Felix, den Radkurier, der endlich seine Liebe zu Enitta entdeckt und auf seine vielen Flammen ihr zuliebe verzichten will. Dazwischen wuselt Enitta aktiv mit ihrem "Velo" durch die Stadt und ist dem Schatz der Zorilla Rose immer auf der Spur.


Es gibt in diesem Krimi etwas Action, vielfältige und zum Teil auch schräge Charaktere und eine solide Rahmenhandlung. Die Spannung sackt im Mittelteil etwas ab und bekommt zum Ende noch mal in Fahrt. Die Idee dieser Geschichte ist interessant, die Suche nach diesem Schweizer Kunstkleinod verliert sich aber zwischen anderen Nebenhandlungen immer wieder.
Enitta hat sich aber in ihrer detektivischen Art im Vergleich zum Vorgängerband durchaus gesteigert. Waren es dort eher Zufälle, die ihr zur Lösung des Falles verhalfen, so setzt sie jetzt Ermittlungsgeschick ein, um Insiderkenntnisse sinnvoll zu nutzen. Sie scheut kein Risiko und setzt sich mutig jeder Gefahr aus.


Unterhaltsamer Krimi mit Einblicken in die Zürcher Party- und Szenewelt, der ein reales Flair dieser Stadt im Winter zeigt. Durchaus noch Entwicklungspotential gibt es beim Hauptanliegen des Buches und seinem roten Faden, hier gibt es entschieden zu viele Nebenschauplätze.


 ***Leserundenexemplar von lovelybooks - Vielen Dank
             an den Emons Verlag für die Bereitstellung des Buches
!***

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Mittwoch, 10. Februar 2016

Gebrauchte Neuzugänge

Meine reBuy-Bestellung ist da! 

 

Ab und zu bestelle ich mir interessante gebrauchte und damit günstige Bücher bei reBuy.
Gerade bei älteren Bucherscheinungen macht es für mich mehr Sinn, diese Ausgaben Secondhand zu erwerben. Das spart den Geldbeutel und freut die Vorbesitzer! Gern nehme ich auch diese Bücher mit in den Urlaub und lasse sie dort im Bücherschrank. Für 1-2 Euro ist das eine dankbare Sache, denn auch ich freue mich immer, wenn ich im Urlaub auf unverhoffte Bücher treffe. 

Einen Teil meiner Neuerwerbungen habe ich dieses Mal der Autorin Ingrid Noll gewidmet. Durch "Die Apothekerin" bin ich ihrem wunderbaren Schreibstil verfallen und diese Exemplare sind meine neuesten Errungenschaften, für die ich gerade mal 12 Euro bezahlt habe.




Kennt ihr Bücher der Autorin und welches hat euch denn am besten gefallen?

Herzliche Grüße Eure 
sommerlese!

Dienstag, 9. Februar 2016

Blaubeermorde - Mareike Marlow

Amüsanter Wohlfühlkrimi zwischen Blaubeerfeldern und Misthaufen


Der Kriminalroman Blaubeermorde ist das Debüt von Mareike Marlow aus dem Knaur Verlag und der erste Band einer Reihe.

Tessa ist 32, arbeitet als Fotojournalistin in Berlin und verliert ihren Job. Eine Erbschaft lockt sie aufs Land. Dort lernt sie Jana, ihre 63-jährige Halbschwester kennen, die als Ärztin gerade in den Ruhestand gehen will. Nun muss sie sich mit ihrer neuen Schwester arrangieren und unter einem Dach leben. Hier machen sich eine quirlige Berliner Göre und eine gestandene norddeutsche Eiche zusammen an die Lösung ihres ersten Mordfalls.





Dieser Krimi hat mich in eine angenehme Wohlfühlatmosphäre versetzt, der auch ein paar Tote nichts anhaben konnten.

Im beschaulichen Burgheide fühlte ich mich auch gleich wohl und es war wie ein zweites Zuhause für mich. Man sieht sich dank der bildhaften Beschreibungen direkt in die ländliche Idylle hinein versetzt und lernt auch schnell die verschiedenen Bewohner kennen.

 
Dabei hat mich der flüssige, ungekünstelte und humorvolle Schreibstil der Autorin durch die Seiten fliegen lassen und besonders die liebevoll gezeichneten Charaktere verleihen der Geschichte einen besonderen Charme. Aus der Sicht der Protagonistinnen Jana und Tessa lernt man die Figuren und die Handlung genauer kennen. 
 

Zu Beginn werden sehr unterhaltsam die Personen eingeführt und schnell wird deutlich, sie haben alle so ihre Ecken und Kanten.
Tessa und Jana werden auf einmal zu Schwestern und kommen sich trotz allerlei Vorbehalte auch gegen ihren gemeinsamen Vater schliesslich näher.
Alle im Dorf lieben Tee oder Kaffee und auf jeden Fall Selbstgebackenes des Dorfpolizisten Martin. Der ist zwar schüchtern, aber backen kann er wie kein anderer.
Nachdem man also sich im Dorf heimisch fühlt und die ländliche Idylle geniesst, hat die schöne Harmonie plötzlich ein Ende, denn es gibt einen Leichenfund. Das gehört sich ja auch für einen Krimi so! 

Jana und Tessa haben eines gemein: sie sind neugierig und nicht auf den Kopf gefallen, daher nehmen sie kurzerhand die Täterermittlung auf. Das findet Martin ganz wunderbar, nicht aber sein Vorgesetzter, der nicht gerade die hellste Flamme am Kommissarhimmel ist.
Er sitzt viel lieber im schönen Reviergarten und verzehrt Martins legendäre Backerzeugnisse.
Es gibt immer wieder etwas zu lachen, ob nun das neue Haustier namens Lassie oder der Dorftratsch ist, ich musste häufig schmunzeln und fühle mich in diesem Buch bzw. in Burgheide richtig wohl. Auch wenn in diesem Krimi kein Blut fliesst, ist die Täterermittlung doch interessant und spannend zu lesen. Denn die Detektivschwestern setzen alles dran, den Täter dingfest zu machen.

Dieser Krimiauftakt ist unterhaltsam, amüsant und toll zu lesen. Die ländliche Idylle und die verschiedenen Figuren machen Spaß und die Spannung kommt auch nicht zu kurz. Der nächste Band dieser Reihe erscheint bald und ich freue mich schon auf ein Wiedersehen im schönen Burgheide.  




    ***Leserundenexemplar von lovelybooks - Vielen Dank
             an den Knaur Verlag für die Bereitstellung des Buches und 

          an die Autorin für die nette Leserundenbegleitung!***

 

Sara - Toril Brekke

Von den Anfängen des Berufsstandes der Hebamme

Toril Brekke ist eine norwegische Autorin, die in ihren historischen Romanen Zeitgeschichte anschaulich widerspiegelt. Ihr Roman Sara ist aus dem Jahre 2003 und sollte unbedingt wieder aufgelegt werden. Das Buch erschien im Droemer Knaur Verlag

Sara Cold ist die die Tochter eines Vogts und soll mit einem viel älteren Witwer verheiratet werden. Doch aus Verzweiflung brennt sie mit Oskar, einem armen Fischer durch. Den hat sie kurz zuvor kennen und lieben gelernt. 
Sara heiratet, lebt mit ihrem Mann an der westnorwegischen Küste und bekommt drei Kinder. Als Fischerfamilie haben sie mit Armut und auch mit viel Arbeit zu kämpfen. Ihr Mann bleibt auf See, leider für immer.
Sara kennt die Schwierigkeiten der Geburt und die harten Schicksale gestorbener junger Mütter und interessiert sich für eine Ausbildung als Hebamme, die ihr die Stadtobersten bezahlen. Ihre Kinder bleiben bei Verwandten. Nach Beendigung der Ausbildung kehrt sie zurück und versucht, ihre Kinder wieder als Familie zu verbinden. Sie heiratet den Lehrer, doch das ist ein Fehler. Ihren Beruf muss sie aufgeben und nur noch wie damals üblich Frau und Mutter sein. Etliche Geburten machen ihr danach zu schaffen.
Der zweite Teil des Romans zeigt die Geschichte der ältesten Tochter unter dem Titel "Die Frauen vom Fjord".  


Dieser Roman führt in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Norwegen und zeigt die ärmlichen Bedingungen der Bevölkerung und auch die schlechte medizinische Situation der Zeit. Aber auch die unterwürfige Stellung der Frau der damaligen Zeit wird besonders hervor gestellt. 

Die Figur der Sara ist der Autorin meisterhaft gelungen. Sie ist die Heldin des Romanes und ihr einfühlsam geschildertes Schicksal begeistert mich ungemein. Man kann sich wunderbar hineinversetzen in Saras Rolle, die sie zu spielen hatte und ist tief betroffen, wie sehr Frauen nur als Muttertiere und Arbeitskräfte und ohne eigene Meinung angesehen wurden. Strenge Moralvorstellungen und männliche Doktrien waren die obersten Lebensrichtlinien, nach denen die Frauen zu funktionieren hatten. Ausbildungen von Frauen waren die Ausnahme und wurden nur so lange geduldet, bis eine Verheiratung die Frauen ihrer Selbständigkeit entriss. Was für ein schrecklicher Gedanke, wie hier mit Frauen umgesprungen wurde und wie es in manchen Kulturkreisen ja auch heute noch üblich ist.

Toril Brekke ist eine fantastische Erzählerin und überzeugt mit ihren lebensecht wirkenden Charakteren und einem wunderbaren Schreibstil.
Sie gibt den Lesern einen authentischen Einblick in das Leben dieser Zeit und zeigt die menschlichen Nöte und Sorgen sowie rückständige Moralvorstellungen. Mit emotional wirkender Schilderung wird man in dieses Zeit zurück versetzt und erlebt die Angst und Verzweiflung fast selbst mit. Das einfache harte Leben als arme Fischersfamilie schildert Brekke sehr deutlich, doch dort spürt man Harmonie und Hoffnung, während das reiche Zuhause Saras mit ihrem Lehrer eher Unterdrückung und eine leidende Seele offenbahrt.


Ein wunderbarer Roman, der in die Ursprünge der weiblichen Emanzipation eintaucht und einzigartig zu lesen ist. Unbedingt wieder neu auflegen, bitte!  
 



Sonntag, 7. Februar 2016

Monatsgewinn abgestaubt

Tolle Gewinnpost angekommen

Seit längerer Zeit kaufe ich gerne bei Weltbild ein, es gibt auch in meinem Wohnort eine gut sortierte Filiale und zur Not geht es ja auch online wunderbar. 

Auch meine Rezensionen stelle ich ab und zu gerne auf der Weltbild Seite ein. 
Im Januar habe ich nun mit der folgenden Besprechung den Kommentar des Monats abgeräumt.
Eschi Fieges Mittagstisch 

Der Gewinn ließ nicht lange auf sich warten: ein supernagelneuer Tolino shine!
 



Da kann man mal wieder sehen, auch mit Büchern kann man viel Glück im Leben haben!

Herzliche Grüße und noch einen schönen Sonntag wünscht euch 

Eure sommerlese!