Dienstag, 18. Juli 2017

Tod und Amore - Andrea Süssenbacher

Rasanter Krimi mit actionreifen Szenen vor italienischer Kulisse lüftet ein Geheimnis um Casanova

Casanovas letzte Liebe 

"Tod und Amore" heißt das Krimidebüt von Andrea Süssenbacher, das im Emons Verlag erscheint.


Schriftstellerin Alexandra zieht sich in das malerische Dörfchen Cormòns im Friaul zurück. Die junge Frau, die vorher in ihrer Wohnung gewohnt hat, wird getötet und plötzlich steht Alex unter Mordverdacht. Will ihr hier jemand ein Verbrechen unterschieben? Der Fund eines mysteriösen Amuletts bringt Alex auf eine Spur, die sie gemeinsam mit dem charmanten Kunstdieb Angela auf eine abenteuerliche Jagd von Venedig bis Triest führt.





Die Autorin startet ihren Krimi mit einem tollen Prolog, der sehr detailliert und für einen Krimi mit etwas pathetisch wirkenden Worten formuliert ist. Immer mal wieder blitzen diese Worthülsen durch die ansonsten eher rasante Krimihandlung hindurch, wenn die Autorin Schauplätze oder Stimmungen so bildhaft genau schildert, dass man meint, sie selbst vor Augen zu haben. Auch wenn ich diesen schönen Schreibstil mag, so kommt er mir doch für einen Krimi etwas untypisch vor. 

Der Krimi spaltet sich in zwei Handlungsebenen auf, die sich kapitelweise abwechseln und so den Spannungsbogen kontinuierlich steigern. Mal geht es um Alex und ihre irre Jagd durchs Friaul und dann begleitet man den Commissario bei seinen Ermittlungen. Durch diese direkte Nähe zu den Protagonisten gewinnt die Story an Spannung und nötigem Schwung.
Alex und Angelo werden als flüchtige Tatverdächtige von der Polizei verfolgt, doch es gibt scheinbar auch noch andere Verfolger, die ihnen nach dem Leben trachten. Oder sind die Verfolger korrupte Beamte?  Bei dieser spannenden Jagd geht es teilweise um Leben und Tod und man bangt als Leser richtig mit. Schon fast thrillerartig geht es hier zur Sache und Lesepausen möchte man nur höchst ungern einlegen, denn die aktionsgeladenen Szenen bei Autoverfolgungen oder durch unterirdische Tunnel sind einfach absolut fesselnd. 


Die Story spielt im Friaul, spürbar durchdringt das traumhaft schön geschilderte italienische Flair die gesamte Handlung auf allen Ebenen.
Das bewirken auch die häufig eingebauten italienischen Dialoge, sie bringen mit der wohlklingenden Sprache das Temperament und die authentische Geräuschkulisse mit. Sprachliche Verständigungs-Probleme sollte es keine geben, denn entweder werden die Sätze übersetzt oder die Bedeutung ergibt sich aus dem Inhalt heraus.  

Die Charaktere sind zahlenmäßig gut überschaubar und differenziert gezeichnet. Alexandra kommt als etwas chaotische Autorin daher, doch für eine Mörderin hält man sie nun wirklich nicht. Daher fiebert man umso mehr mit, dass ihr ihre Flucht bzw. die Täterjagd erfolgreich und unbeschadet gelingt.
Angelo ist ein verurteilter Kunstdieb, ein gut aussehender Adonis, der dem Krimi genügend Amore-Potenzial gibt, sodass die Handlung nicht zu krimilastig gerät. 

Die Thematik um den sagenumwobenen Casanova und seine Frauengeschichten hat Andrea Süssenbacher geschickt in ihren Krimi eingebaut und neben interessanten Einblicken sorgt besonders sein Herz in Form eines Amuletts für aufregende Erkenntnisse.
Ein ganz spezieller Code wird meiner Meinung nach jedoch etwas sehr flott und einfach entschlüsselt, hier fehlte mir persönlich das nötige Insiderwissen und ich wurde vor vollendete Tatsachen gesetzt. Hier hätte ich gern selbst ein wenig mitgeraten.



"Tod und Amore" bietet spürbares italienisches Flair, eine logische Story mit rasanten Verfolgungsjagden und gefährlichen Überfällen und ist einfach ein gelungener abenteuerlicher Krimi. Von dieser Autorin hoffe ich bald wieder zu hören bzw. zu lesen.  



Kommentare:

  1. Huhu!

    Bei uns gab's jetzt grad nen Italienschwerpunkt in der Buchhandlung (Bietet sich ja an in der Urlaubszeit), da war das Buch auf einem Messedisplay glaube ich auch dabei. Bei Emons hab ich allerdings immer Probleme, mir die Cover zu merken, weil die sich für meinen Geschmack oft viel zu ähnlich sehen. Immer der gleiche Aufbau, der gleiche Schriftzug, das macht es mir nicht einfach ... Wie auch immer: Das Buch klingt nach einem perfekten Sommerkrimi, ich werde das Buch mal auf die Urlaubswuli setzen :D.

    Liebe Grüße
    Luna

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    1. Hallo Luna,

      ja Emons haben mit ihrer Aufmachung Wiedererkennungscharakter, aber die Fotos gefallen mir immer richtig gut.
      Danke für deinen Hinweis!

      Liebe Grüße
      Barbara

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