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Samstag, 22. Mai 2021

Das Haus des Leuchtturmwärters - Kathleen Freitag

Authentisch, emotional und packend erzählter Roman um Freiheit und Republikflucht

Kathleen Freitags Roman "Das Haus des Leuchtturmwärters" erscheint im HarperCollins Verlag.   

1992: Franzi ist Thrillerautorin und leidet gerade an einer Schreibblockade. Sie erhofft sich von einer Reise in ihre alte Heimat im kleinen Leuchtturmwärterhaus in Lützow die nötige Ruhe und Inspiration für neue Ideen. Mit dem Haus sind viele Erinnerungen verbunden und als sie unter einer losen Diele ein altes Tagebuch findet, ist ihr neuer Roman vergessen. Wer mag diese Zeilen wohl geschrieben haben? 


In diesem Roman geht es um die deutsch-deutsche Vergangenheit, wir tauchen dabei in zwei Zeitebenen ein. Die aktuelle Ebene um Franzi spielt 1992, sie versucht Elses Geheimnis zu klären und die um 1962 zeigt Else, die Schreiberin des Tagebuches und Tochter des Leuchtturmwärters im DDR-Regime. Gemeinsam mit ihren Freunden Lulu und Otto plante sie damals die Flucht aus der DDR.

Dieser packende Roman lässt sich durch Kathleen Freitags flüssige, bildhafte und einfühlsame Sprache wunderbar lesen und man wird durch die authentisch wirkenden Erlebnisse und Vorkommnisse der Protagonisten regelrecht gefesselt. In die Handlung eingewoben ist das damalige politische Gedankengut der DDR, der Wunsch nach Freiheit bei Else, Otto und Lulu und ihre Abneigung gegen die Ideologie und demzufolge die Fluchtgedanken, sowie ihre Angst, entdeckt zu werden. Das alles liest sich spannend, wir nehmen am Leben der drei Freunde teil und fühlen die Träume, die bedrohliche Überwachung und die Ängste hautnah mit. Ebenfalls wichtig für die Geschichte ist das Schicksal von Elses Mutter, deren Tod ihr Vater lange Zeit unkommentiert ließ. 

Ich habe betroffen mitgefiebert, dass die Flucht über die Ostsee gelingen würde und wurde von den Vorgängen dann überrascht. In diesem Buch wird die ganze Bandbreite an Emotionen sichtbar, Freundschaft, Freiheitsgedanken, Liebe, Vertrauen und Verrat werden hier authentisch zu einer runden Geschichte verwebt, die einfach nur mitreißt.

Kathleen Freitags Roman bietet eine authentische Geschichte, die den realen historischen Hintergrund von Republikflüchtlingen näher beschreibt und den Leser auf eine fesselnde Zeitreise mitnimmt. Beim Lesen macht sich große Spannung breit und es ist ein Leseerlebnis, das noch lange nachhallt. 

 

***Herzlichen Dank an den Harper Collins Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***


Mittwoch, 23. September 2020

Körbchen unterm Mistelzweig - Petra Schier

Romantisch, ohne kitschig zu sein und einfach nur schön zu lesen. 

Petra Schiers Hunderomanreihe hat Zuwachs bekommen, in "Körbchen unterm Mistelzweig" aus dem Harper Collins Verlag sorgt Miss Daisy für gute Unterhaltung.

Viola hat sich bereits im Sommer mit einem Wunsch an Santa Claus gewandt, sie wünscht sich einen Mann. Leider ist ihre Schüchternheit ein Grund dafür, dass sie immer noch ohne Freund dasteht. Dabei ist sie eine energische Frau, die sich im Berufsleben behaupten kann. Privat sieht das leider anders aus. Zufällig findet sie mit Lukas, dem Bruder ihrer Schwägerin, die kleine ausgesetzte Schnauzerhündin Miss Daisy, in die sich beide sofort verlieben. Durch die Hündin kommen sich beide näher und Lukas bietet sich für ein Flirttraining an.

 

Und wieder einmal muss Santa Claus mit seinen Elfen etwas nachhelfen, um bei einem Paar die Liebe zu entfachen. Er schickt ihnen eine kleine Hündin, die beide sofort behalten wollen, jedoch jeder für sich. Viola und Lukas beschließen, sich wechselseitig um Miss Daisy zu kümmern. Dadurch verbringen sie mehr Zeit miteinander und lernen sich besser kennen. Beide entwickeln die ersten tieferen Gefühle und es macht Spaß zu sehen, welche Treffen zwischen ihnen stattfinden. Judomatte, Filmabende und Weihnachtsmarkt gehören dazu. Nebenbei lernt man ihre Familien näher kennen und natürlich gibt es Reibepunkte oder auch Kuppelversuche, die dem Buch etwas Spannung verleihen. 

Petra Schiers warmherzige und lebensnahe Erzählweise lässt sich flüssig und mit einem Wohlgefühl lesen. Mir gefällt es besonders, dass ihre Figuren sehr normal verhalten, liebenswert wirken und man sich diese Geschichte genauso vorstellen kann. Hier wird nichts übertrieben und es geschehen auch keine mysteriösen Absonderheiten, wenn man mal von Santa Claus und seinen Elfen absieht.

Wie in allen weihnachtlichen Romanen mit Hund, gibt auch Daisy ihre Meinung im Buch kund. In Kursivschrift erfahren wir ihre Gedanken, was manchmal sehr drollig ist.

Die Geschichte ist sehr schön zu lesen, auch wenn man schon von Anfang an genau ahnt, dass Viola und Lukas ein Paar werden. Ich habe natürlich auf ein glückliches Happy End gehofft und musste den Roman in einer nächtlichen Aktion durchlesen. Die Liebesgeschichte entwickelt sich im richtigen Tempo und hält einige Kuschelmomente vor. Weihnachtlich wird es im Buch natürlich auch, der Besuch auf einem Weihnachtsmarkt und die alljährliche Keksbäckerei von Violas Familie versetzen den Leser schon etwas in Vorfreude. Natürlich gibt es auch ein Weihnachtsfest, denn der Mistelzweig muss ja im Buch vorkommen. Trotzdem ist es nicht so übertrieben weihnachtlich, sodass man das Buch auch gut schon im September lesen kann. 


Ein schön zu lesender, romantischer Liebesroman, der mit etwas Weihnachtsduft winkt und durch die Natürlichkeit der Figuren und die kleine Hündin glänzen kann. 

 

***Herzlichen Dank an Harper Collins für dieses Rezensionsexemplar!***


Dienstag, 24. März 2020

Kirschkuchen am Meer - Anne Barns

Ein echtes Wohlfühlbuch mit kulinarischem Setting und wunderbaren Protagonisten.

Der Roman "Kirschkuchen am Meer" von Autorin Anne Barns erscheint im Harper Collins Verlag.

Als Marie die Nachricht vom Tod ihres Vaters Enno erhält, erfährt sie von seiner Seebestattung. Gemeinsam mit ihrer Mutter und Oma macht sie sich auf den Weg nach Hooksiel. Seit vielen Jahren hat sie keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater, ihre Eltern sind geschieden, die neue Frau ist ein Biest. Doch mit ihrer gerade hochschwangeren Schwester Lena erinnert sie sich auch an schöne Momente und Ferientage beim Angeln mit ihrem Vater. Am Rande der Bestattung fällt Marie eine weinende Frau mit roten Haaren auf. Wer ist diese Frau, sie macht sich auf die Suche und findet nicht nur einiges über ihren Vater heraus, sondern lernt ihn und sich erst richtig kennen.


Anne Barns hat mich mit ihrem schönen Wohlfühlroman wieder sehr erfreut. Gerade zu dieser Zeit sorgt das Buch für ein heimisches Gefühl mit leckeren Köstlichkeiten und liebenswerten Figuren, die man alle selbst kennen möchte. 

Es ist nicht nur der einfühlsame und wunderbar flüssige Schreibstil, der mich durch das Buch geführt hat. Auch die abwechslungsreiche Handlung mit Höhen und Tiefen in Maries Leben, mit Emotionen und mit Erinnerungen an eine glückliche Kindheit sorgen für einen wunderbaren Lesefluss. Interessant sind die Erkenntnisse, die Marie von ihrem Vater und seinem Leben erfährt. Erst jetzt, nach seinem Tod, lernt sie ihn und sein Leben richtig kennen. 

Auf der Suche nach der unbekannten Frau reist Marie nach Norderney und dann nach Juist und so darf der Leser sich auch an diesen Schauplätzen aufhalten, die Meeresluft schnuppern und die kulinarischen Köstlichkeiten miterleben, die es in den Cafés gibt. Aber auch Familienrezepte wie der warme Hefezopf werden hier aufgetischt und der Kirschröster ihres Vaters sorgt für wundervolle Erinnerungen Maries an ihre glückliche Kindheit mit Sonne, Meer und Kirschkuchen. Das Kirschröster-Rezept befindet sich übrigens im Anhang, wie bei Andrea Russo ja üblich. Wer diese Bücher liest, darf sich immer wieder über neue Rezepte freuen.  

Die Suche nach den Spuren ihres Vaters lässt Marie auch eigene neue Wege und Möglichkeiten entdecken. Ihr Traum von einem eigenen Strandcafé ist aber schwer umzusetzen, denn ihr Freund Marc gehört auch zu ihrem Leben, auch wenn sie sich da gerade beide nicht so sicher sind. 

Mir hat besonders die harmonische Beziehung in Maries Powerfrauen-Gruppe gut gefallen, dagegen sorgen die negativen Personenbeispiele für spannende Momente im Buch. Insgesamt überzeugt auf alle Fälle der Wohlfühleffekt, der mit den warmherzigen Menschen direkt auf den Leser überschwappt. Wie aus Erbstreitigkeiten Familienzwist entstehen kann, wird hier in der Handlung aufgezeigt. Die Hintergründe zu Testament und Erbe hat die Autorin sehr verständlich eingebaut und damit die Geschichte auch tiefer gehen lassen.

Das Buch beginnt mit einem Trauerfall, doch die Begleitung der warmherzigen Figuren, der Zusammenhalt in der Familie, viele kulinarische Leckereien und das Inselflair, sowie die interessanten Nachforschungen machen das Buch letztendlich zu einem Wohlfühlbuch, bei dem die schönen Momente auch den Leser glücklich machen. 

Dieser Roman hat mich mit seinen Figuren und ihrem Zusammenhalt, dem Insel- und Caféflair und der Familiengeschichte sehr gut unterhalten. Anne Barns hat es geschafft, mir schöne Stunden zu bereiten und die Sorgen des Lebens zu vergessen. Vielen Dank dafür!


***Herzlichen Dank an die Autorin für dieses signierte Buch!***