Unterhaltsamer, etwas unrealistischer Familienroman
Der Roman "Die Elternsprecherin" von Laurie Gelman erscheint im MIRA Taschenbuch Verlag.
Die Kanadierin Laurie Gelman bezeichnet ihre Rolle als Elternsprecherin als den schwierigsten Job in ihrem Leben.
Jennifer Dixon, 47, Mutter von zwei Teenagern und einem Fünfjährigen Nachzügler. In Erziehungsfragen kennt sie sich aus, deshalb lässt sie sich als Elternsprecherin an der
William-H.-Taft-Grundschule wählen. Sie erledigt den Job auf ihre direkte Weise und schickt sarkastische E-Mails. Die Eltern problematisieren jede noch so kleine Sache und machen Jen das Leben schwer.
Ob Öko-Mutter, Überkorrekte
oder Helicoptermutter, alle wollen etwas von Jen und natürlich nur das Beste für ihr Kind. Doch es gibt auch andere Eltern, die coolen Lesben-Mamis und ein Hottie-Dad, mit denen Jen gut auskommt. Sie nimmt die Aufgaben mit Humor, bis einige Eltern sie aus ihrem Amt drängen.
Jen steckt mitten in der Midlife-Crisis. Nur noch Hausfrau und Mutter zu sein füllt sie nicht aus. Der Job als Elternsprecherin kommt da gerade recht. Sie ist unkonventionell, locker und humorvoll und geht voller Tatendrang an die neue Aufgabe. Leider kommen damit nicht alle Eltern klar.
Bei diesem Buch habe ich mich auf den versprochenen Humor gefreut, leider ist der nur unterschwellig in verschiedenen Mails zu finden. Jens Rolle wird ziemlich überspitzt dargestellt. Nun kann das Amt der Elternsprecherin in Amerika anders laufen als hierzulande, aber Partys mit Alkohol zu organisieren, das entbehrt jeder Realität, besonders in Amerika.
Und hier liegt auch meine Kritik. Ich finde diesen Roman einfach etwas langweilig und nicht realistisch. Klar gibt es die Elternfiguren, die speziellen Klischees entsprechen, aber damit muss man umgehen können.
Die dargestellten Eltern haben mich amüsiert, einige habe ich in meiner Elternvertreterzeit auch so kennen gelernt. Nur mit Ich-Erzählerin Jennifer Dixon konnte ich mich nicht so richtig anfreunden, sie trudelt zu sehr in ihrer Midlife-Crisis umher und ist mit ihren sportlichen Aktivitäten beschäftigt.
Der Schreibstil der Autorin gefällt mir recht gut, sie schreibt locker und auch sehr flüssig. Ich kann mir vorstellen, dass sie noch weitere Bücher verfassen wird. Doch dann hoffentlich mit etwas mehr gehaltvollem Inhalt, denn dieses Buch hat mich sehr schnell gelangweilt. Zum Beispiel hätte ich den Badewannensturz im Buch eigentlich gar nicht gebraucht.
Ich vermisse ein realistisches Bild einer Elternsprecherin, wie ich es zur Genüge über Jahre erlebt habe. Wo sind die Klassenkonferenzen über schwierige Schüler? Die Fachkonferenzen und die Beiratssitzungen, ganz zu schweigen von den Protokollen, die man ebenfalls führen muss. Hier geht es irgendwie nur um das Organisieren von Elternabenden, Partys und Schulausflügen und gelangweilte Frauen, die nicht älter werden wollen. Kein Wunder, wenn das amerikanische Schulsystem nicht mit unserem zu vergleichen ist.
Von den Figuren hat mich Max begeistert, er ist ein aufgeweckter Junge und sein Kleidungsstil ist für sein Alter ziemlich extrem, wahrscheinlich wird er mal ein berühmter Designer. Mit Ron hat Jen das große Los gezogen, auch wenn sie das scheinbar immer noch nicht erkannt hat, denn sie träumt immer noch von ihrer alten Schulliebe Don. Jen mag ja durchaus Qualitäten haben, aber sich mit ihrem Alter abzufinden gehört nicht dazu.
Dieser Familienroman unterhält durch den flotten Erzählstil, er zeigt einige Klischees von Eltern, zeichnet ein Bild vom Amerikanischen Schulsystem und speziell einer Mutter in ihrer Midlife-Crisis. Der versprochene Humor hat mir leider gefehlt und dieses Buch wird mir nicht lange in Erinnerung bleiben. Ich vergebe wohlwollende drei Sterne.
***Herzlichen Dank an Harper Collins für dieses Rezensionsexemplar! Leider konnte es mich nicht überzeugen. ***
Ein beeindruckendes Portrait macht das Leben dieser besonderen Künstlerin der deutschen Kunstszene sichtbar.
Echte Kunst ist eigensinnig.
Die Biografie "Gabriele Münter - Ein Leben zwischen Kandinsky und der Kunst" von Stefanie Schröder erscheint im Herder Verlag.
Stefanie Schröder hat Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte
studiert und früh ein Interesse für die Künstlerinnen des 20.
Jahrhundert entwickelt. Sie hat mehrere Romanbiografien über Künstlerinnen verfasst.
Wassily Kandinsky und Gabriele
Münter sind Lehrer und Schülerin. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kreuzen sich ihre Wege. Kandinsky
ist fasziniert von der jungen Frau und ihrer Kreativität.
Sie wird seine Geliebte, seine Gefährtin, seine Muse und sie ist an
seiner Seite, als er zusammen
mit Franz Marc die Künstlervereinigung »Der Blaue Reiter« gründet.
Gemeinsam stellen sie sich den
Widerständen der Zeit, um sich am Ende doch zu verlieren. Auf
feinfühlige Art lässt uns Stefanie
Schröder am Seelen- und Künstlerleben dieser beiden Menschen teilhaben.
"Was liebte Kandinsky an ihr? Sie war nicht schön im landläufigen Sinn.
...Sie wirkte so unbefangen, so frisch, sie war unbeschwert.... Sie
hatte eine Weile in der Weite Amerikas zugebracht, in einer ungeheure n
Freiheit und Großzügigkeit. Dieses Freie, Ungezwungene faszinierte ihn."
Zitat S. 40
Gabriele Münter lebte von 1877 bis 1962, sie wird früh Waise, malt, singt, spielt Klavier und ist ein
intelligentes, aufgewecktes Mädchen. Mit einem Talent zum Zeichnen ist sie gesegnet, doch schon bald versucht sie sich mit Farben auszudrücken. Als Frau wurde ihr der Zugang zu einer Kunstakademie verwehrt, sie geht nach München auf die Privatschule "Phalanx". Dort studiert sie und
lernt Kandinsky kennen. Mit ihm verbindet sie der gemeinsame Bezug zur Kunst. Sie
inspirieren sich gegenseitig, machen gemeinsame Arbeitsurlaube, gehen
eine Beziehung ein, verloben sich trotzt Kandinskys Ehe mit Anja. Lange
hofft Gabriele auf ein Einlösen des Eheversprechens.
Sie ist ein freier Geist, mutig und vielleicht auch ziemlich normal, sie widmet ihr Leben der Kunst und setzt ihren Blick auf die Weiterentwicklung. Sie versucht Freilichtmalerei, Glasmalerei, sieht die Stilrichtungen ihrer Zeit, folgt stilistisch dem Cloisonismus und entwickelt ihren eigenen Stil. Ihre Malerei ist nicht unbedingt naturnah, sie beginnt, die Eindrücke
von Farben und Formen und Stimmungen darzustellen.
Anmerkung: Cloisonismus nannten die Franzosen den Malstil, wenn große Farbflächen mit Konturen umgrenzt werden.
Sie lernt
die großen Künstler ihrer Zeit kennen, reist mit Kandinsky nach Tunesien, Italien und Paris. In Murnau erwirbt Münter ein Haus, dort lebten und arbeiteten Münter und Kandinsky in den Sommermonaten, treffen Künstlerfreunde mit Ehepartnern, empfangen Besucher und Sammler. Münter fühlt sich hier wohl und passt
als intelligenter Mensch als Gesprächspartner in dieser Kunstszene.
Als Kandinsky 1911 mit Franz Marc die Künstlervereinigung "Der Blaue Reiter" gründet, unterstützt Gabriele Münter ihn entschieden. Künstler wie August Macke, Henri Rousseau, Emil Nolde, Max Pechstein, Oskar Kokoschka, Erich Heckel und andere Wegbereiter der modernen Kunst des 20. Jahrhunderts finden sich in diesem Almanach zusammen. Ihre Werke werden dem deutschen Expressionismus zugeordnet.
1916 traf Münter zum letzten Mal Kandinsky in Stockholm, er lebte in Russland und heiratete eine andere Frau.
Im folgenden Lebensabschnitt ist Münter mit Johannes Eichner zusammen.
Später vermachte sie der Stadt München ihre umfangreiche Sammlung an Gemälden.
Stefanie Schröder ist selbst Künstlerin und versteht es gut nachvollziehbar, ihren Lesern die Künstlerin Gabriele Münter näher zu bringen.
Die Romanbiografie liest sich interessant und unterhaltsam, sehr aufschlussreich und sie enthüllt das Leben einer Frau aus nächster Nähe. Man hat direkt das Gefühl, die Autorin würde Münter persönlich erlebt haben. Dabei stützt sie sich auf ihre Erkenntnisse
aus einer umfangreichen Recherchearbeit. Dank Briefen und übermittelten
Gesprächen stellt sie dem Leser diese Frau vor, die so anders war als
ihre Zeitgenossinnen. Mit ihrem Künstlerleben war Gabriele Münter eine Vorreiterin der modernen Frau, sie war Wegbereiterin für Frauen in der Kunst.
Nicht nur für Kunstliebhaber eine interessante Lektüre, die ein eindrucksvolles Bild der Zeit und des Wirkens und Lebens dieser Künstlerin abbildet.
***Herzlichen Dank an der Herder Verlag und den Grützner Literaturtest für die Übersendung dieser interessanten Biografie!***
Rosen schmeicheln jeder Frau
Die Rose gilt als die Königin der Blumen, dornig, wild und wunderschön. Diese edle Planze trägt die schönsten Blüten in vielen prächtigen Farben und einzigartigen Farbverläufen. Ich mag besonders die englischen Züchtungen und die üppig blühenden Beetrosen besonders gern. Aber egal ob Duftrose, Beetrose, Kletterrose oder Edelrose, sie alle zeigen sich in diesem Sommer in ihrer schönsten Pracht.
Es gibt unzählige verschiedene Rosen, etliche Züchter haben sich um sie bemüht und widerstandsfähige Sorten gekreuzt. Die Weiterentwicklung von alten Sorten und viele neuen Züchtungen entstehen in zahlreichen Rosenbetrieben, wie z. B. von David Austin, Tantau, Kordes und ADR. Ihre Rosen sind so vielfältig wie schön und für alle Blumen-Liebhaber eine Bereicherung ihrer Gärten.
Viele Rosen tragen so bedeutungsvolle Namen wie The Mayflower und Spirit of Freedom, daneben klingen Bonanza, Flammentanz und Goldbusch schon eher banal. Schön sind sie alle!
Unter ihren Namensgebern finden sich Nobelpreisträger und Persönlichkeiten aus Dichtung, Showgeschäft oder aus Königshäusern.
Prinzessin Anne, William Shakespeare, Rosita Missoni, Rosi Mittermaier, Lady Di, selbst Heidi Klum wurden Namensgeber für Rosen.
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William Shakespeare |
Dieses Jahr ist ein echter Rosensommer und deshalb habe ich mal einige Impressionen für euch zusammengefasst. Meine William Shakespeare Rose hat übrigens einen betörenden Duft. Viel Spaß beim Ansehen, den herrlichen Duft müsst ihr euch dabei denken!
Gerade
in diesem heißen Sommer blühen die Rosen so üppig und schön wie selten.
Scheinbar ist das genau ihr Wetter: Sonne, viel Wärme und etwas Wind,
nur ordentlich gießen muss man sie.
'Red Leonardo da Vinci'
Im Juli 1830 schrieb Goethe dieses Gedicht:
"Nun weiß man erst,
was Rosenknospe sei,
Jetzt, da die Rosenzeit vorbei.
Ein Spätling noch am Stocke glänzt,
und ganz allein die Blumenwelt ergänzt".
Shakespeare,
William (1564-1616)
SONETT I
Ein schönes Wesen wünscht man fortgesetzt,
daß nie der Schönheit Rose ganz vergehe,
und welkt sie durch die Zeit, daß unverletzt
im schönen Sproß das Schöne auferstehe.
Du aber, nur dem eignen Strahl verbunden,
du, nur genährt, verzehrt von deinem Glanze,
du hast, dich neidend, deinen Feind gefunden,
der dir im Allbesitz mißgönnt das Ganze.
Du, der die Welt beglückt mit jedem Reiz,
des Frühlings Herold, der mit vollen Händen
versagt im Spenden, du gewährst dem Geiz,
dich endlich in dir selbst zu verschwenden.
Gewähre dich der Welt, der zugehört
die Schönheit, die das Grab der Zeit verzehrt.
Friedrich Rückert (1788 - 1866)
Die Rose stand im Tau
es waren Perlen grau.
Als die Sonne sie beschienen,
wurden sie zu Rubinen.
Tantau 2011
Tropical Clementine:
Als sehr frohwüchsige Patiorose wird sie beschrieben und das ist sie auch wirklich.
Red Leonardo da Vinci:
Eine pflegeleichte Beet-Rosensorte, die sich auch gut als Kübelbepflanzung eignet. Dauerhafter Blüher, mit dem ADR-Prädikat sehr widerstandsfähig und winterhart und damit eine meiner liebsten Rosen.
Für mich sind die Rosenimpressionen zum Träumen und für jeden Blumenliebhaber eine wahre Freude. Welche Rosen habt ihr im Garten?
Der letzte Neuzugangspost liegt jetzt 3 Wochen zurück und mich erreichten seitdem wieder einige erhoffte und angefragte, aber auch unerwartete Buchüberraschungen, die ich euch jetzt zeigen möchte. Ich bin gespannt, welche Bücher mich davon beeindrucken werden.
Christina Dalcher war mir bisher kein Begriff, kein Wunder, denn ihr Roman "VOX" ist ihr Debüt im Fischer Verlag und erscheint offiziell am 15.8.2018.
Die gebürtige Amerikanerin promovierte in Theoretischer Linguistik und forschte über Sprache und Sprachverlust.
Das erklärt auch die Thematik des Buches. Eine neue Regierung in den USA ordnet an, dass Frauen ab sofort nicht mehr als
hundert Wörter am Tag sprechen dürfen. Die Protagonistin Jean McClellan will zunächst diese
wahnwitzige Nachricht nicht wahrhaben, doch sie bemerkt bald, es wird unter Strafen durchgezogen. Im 21. Jahrhundert in Amerika.
Diesen Roman habe ich bereits begonnen und finde ihn sehr spannend durch dieses provokante Thema.
Auf den vierten Band der Maierhofen-Reihe von Petra Durst-Benning "Spätsommerliebe" habe ich mich schon lange gefreut. Die Autorin entwickelt die Figuren der Reihe weiter, in die neu geschlossenen Beziehungen ist inzwischen der Alltag eingezogen und zwischen den Liebenden kriselt es hier und da. Natürlich gibt es wieder haufenweise tolle Rezepte, dieses Mal mit griechischem Einfluss und mit sommerlicher Note, die es nachzumachen lohnt.
Diese Woche hat sich dieser Bücherberg bei mir aufgetürmt.
Den Thriller "Immer wenn du tötest" von B.C. Schiller habe ich auf Roland´s Bücher Blog gewonnen. Roland habe ich auf der Buchmesse in Leipzig kennengelernt und nun feierte er bereits seinen 5. Bloggeburtstag. Ich hatte Glück, denn seine Losfee brachte mir diesen tollen Gewinn.
Herzlichen Dank noch einmal an dieser Stelle, lieber Roland!
Tess Gerritsen ist eine erfolgreiche Thrillerautorin, "Scheintot" ist der 5. Band der Reihe um Rizzoli & Isles. Der Roman erschien bereits 2008, im Blanvalet Verlag gibt es eine Neuauflage. Darin geht es um eine Autopsie, bei der die vermeintliche Tote auf einmal die Augen aufschlägt und noch lebt. Eine gruselige Vorstellung, nur gut, dass es im Sommer noch lange hell ist.
"Die Elternsprecherin" von Laurie Gelman ist ein MIRA Taschenbuch.
In diesem Buch geht es humorvoll zu, denn was sich auf Elternabenden abspielt, entbehrt manchmal jeder normalen Sichtweise. Jeder, der da Erfahrung hat, wird viele Gespräche wiedererkennen.
»Bringt Eltern mit einer gehörigen Portion Humor zum Lachen.«
ZDF heute.de
"Gabriele Münter" (1877-1962) war eine ungewöhnliche Frau und begabte Künstlerin und lebte mit Wassily Kandinsky als Liebespaar.
Stefanie Schröder zeigt in ihrem Buch diese ungewöhnliche und starke Frau im
Zwiespalt zwischen Selbstverwirklichung und Konvention zur
Jahrhundertwende.
Zu meinen Lese-Vorlieben gehören Biografien. Gerne tauche ich in realistische Lebensberichte ein und versuche, die Menschen dahinter kennen zu lernen.
Der Herder Verlag schrieb mich an und ließ mir dieses Buch zu.
"Mord nach Strich und Faden" von Frances Brody erscheint bei Bastei Lübbe. Dieser Krimi führt nach England in die Zwanziger Jahre und die Ermittlungen führt die charmante Detektivin Kate Shackleton. Dieses Buch habe ich mir bei Lesejury für meine Rezi-Prämienpunkte eingetauscht.
Habt ihr auch bereits auf einen der Titel ein Auge geworfen? Welche Bücher durften bei euch zuletzt
einziehen?
Liebe Grüße
Sommerlese
Sieht doch lecker aus, oder? Könnt ihr bei Eis widerstehen? Mir fällt das sehr leicht, wenn ich satt bin. Aber nach einem Salatteller blieb noch etwas Platz im Bauch. Und wenn der Sommer so unheimlich heiß ist, schmeckt das Eis umso besser. Meistens kann ich mich kaum entscheiden, die Sortenvielfalt wird ja immer mehr. Hier fiel meine Wahl auf einen köstlichen Amarettobecher, die kleine Portion hinten gehört meinem Mann. :-)

Immer wieder kommt ein neuer Freitag ... und damit der Freitagsfüller!
Dies ist ein Projekt von Barbara von Scrap-Impulse.
Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.
1. Nach welchen Kriterien manche Leser ständig die Höchstbewertung von 5 Sternen vergeben, ist mir schleierhaft.
2.
Wenn der Trend von heißen Sommern in den nächsten Jahren anhält, wird das noch große Probleme mit sich bringen und ich habe Bedenken, wie dann die Ernährung auf der Erde sichergestellt werden soll.
3. In meinem Bett wurden schon viele Bücher gelesen.
4. Meine letzte Anfrage beim Droemer Knaur Verlag war erfolgreich und hat sich wieder mal richtig gelohnt.
5. Anstatt sich auf das Schöne, Positive zu konzentrieren sehen manche Menschen nur das Negative und alles durch eine dunkle Brille.
6. Wenn ich mal keine Lust zu kochen habe, gehen wir gerne in ein Restaurant, gerade jetzt kann man so schön draußen sitzen.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine Chorprobe, morgen habe ich ein Geschenk für meine Tochter zu finden/kaufen geplant und Sonntag möchte ich den Tag einfach so mit gutem Lesestoff verbringen.
Wie sehen eure Pläne für die nächsten Tage aus?
Ich wünsche ein schönes Wochenende!
Mehr durchschnittliche Unterhaltung als überzeugender Wohlfühleffekt
Der Roman "Spätsommerliebe" von Petra Durst-Benning ist der Abschluss einer Reihe aus dem kleinen Dörfchen Maierhofen. Die Reihe erscheint im Blanvalet Verlag. Man kann zwar unabhängig in die Reihe einsteigen, zum besseren Personenverständnis empfehle ich aber, die Reihenfolge einzuhalten.
Im Genießerdorf Maierhofen sind die Liebesbeziehungen vom letzten Sommer mittlerweile im Alltag angekommen. Magdalena
fühlt sich zunehmend genervt von der lockeren Lebensweise ihres Freundes Apostoles, es gibt einen Streit und er geht. Und Christine hat rund um die Uhr mit ihrer Pension zu tun und kann sich nicht an Reinhards Fürsorge gewöhnen. Michelle, ein neuer Gast will in der Pension einen Liebesroman schreiben. Doch was macht Liebe eigentlich aus? Wie werden die Beziehungen der Maierhofen-Frauen ausgehen?
Der Roman beginnt vielversprechend mit einem Aufenthalt auf Kreta. Dort trifft Magdalena die griechische Familie ihres Freundes. Die Stimmung am Strand, die griechische Gastfreundschaft und die köstlichen Gerichte sorgen sofort für Wohlbehagen und man träumt sich urlaubsreif auf die Insel.
Im Roman kehren wir nach Deutschland zurück, es beginnt mit Michelles Wunsch nach einem Ortswechsel und wir erleben den normalen Alltag in Maierhofen. Dort haben alle Freundinnen zwar großen Erfolg mit ihren Vorhaben, der Tourismus boomt, aber die Kehrseite der Medaille bedeutet für alle reichlich Arbeit und wenig Freizeit. Ihre persönlichen Beziehungen leiden natürlich darunter. Es gibt die ersten Beziehungsstreits und das nagt an der teilweise frisch erblühten Liebe.
Petra Durst-Benning schreibt mit viel Nähe zu ihren Figuren und so gelingt es ihr, den Leser an den Handlungen ihrer Figuren teilhaben zu lassen. Alle sind auf
ihre Weise nicht von ihrem derzeitigen Leben überzeugt. Arbeit,
Verpflichtungen und verschiedene Ansichten sorgen oder hindern sie an
einem glücklichen Fortbestand ihrer Lebensträume und ihrer Beziehungen.
Ausgerechnet einen Liebesroman möchte die Autorin Michelle schreiben, die als Gast bei Christine wohnt. Ihre Recherche sorgt bei manchen Frauen zum Erkennen ihrer Probleme und damit noch für mehr Frust. Doch wie kann man der Liebe wieder mehr Bedeutung geben? Die Arbeit muss gemacht werden und bei Magdalena sorgt auch noch ihre Sturheit dafür, dass sie ihrem Apostoles wieder näher kommt. Bei Greta zeigt sich ein unerwartetes Ereignis, dem sie recht skeptisch gegenüber steht. Von einer Reise nach Kanada zu der Ex ihres Freundes ist sie nicht ganz überzeugt und dann kommt es doch ganz anders.
Dieser Roman dreht sich um Liebe, Freundschaft und um das Einteilen der eigenen Kräfte. Liebe muss gepflegt werden und auch Neuorientierung muss gut organisiert werden, sonst verläuft ein Traum im Sande.
Mich haben die lebensnahen Themen zwar unterhalten, aber nicht richtig berührt. Statt sich mit ihren Partnern auszusprechen, ackern die Frauen so vor sich hin und verstecken sich hinter ihrer Arbeit. Auf den Versuch, Arbeit auch mit dem Partner zu erledigen, kommen sie nur äußerst unwillig.
Die Organisation des großen Sommerfestes brachte Schwung in die Handlung, allerdings ist der Ausgang doch sehr offensichtlich. Beim Fest sorgen dieses Mal auch griechische Spezialitäten für Gaumenkitzel und Geschmackserlebnisse, als Leser bekommt man einen sehr umfangreichen Rezeptteil geboten. Darunter befindet sich auch eines meiner liebsten Sommerrezepte, ein Auflauf mit Zucchini, Tomaten, Schafskäse, Knoblauchöl und Gewürzen. siehe Bild unten
Ich habe in diesem Buch den Wohlfühlcharakter der bisherigen Bücher ziemlich vermisst. Auch wenn die Probleme lebensnah erzählt werden, so wollte ich mich doch in die Romantik von Maierhofen und seiner idyllischen Kulisse träumen.
Als Unterhaltungsroman ist "Spätsommerliebe" wieder gut geeignet, die Rezepte sorgen für sommerliche Genussqualität und die Probleme und Sorgen der Frauen zeigen ein authentisches Lebensbild.
***Herzlichen Dank an das Bloggerportal und an den Blanvalet Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***
Ein interessant konstruierter norwegischer Krimi mit einer besonderen Sicht auf Vorverurteilungen
"Jagdhunde" ist ein preisgekrönter Ermittler-Krimi der Extraklasse von Skandinaviens Starautor Jørn Lier Horst und erscheint im Droemer Verlag 2018. Es ist der vierte Band einer Krimi-Reihe um William Wisting.
Norwegen: Hauptkommissar William Wisting wird vom Dienst suspendiert, weil ihm vorgeworfen wird, Beweise
manipuliert zu haben. 17 Jahre nach dem Fall Cecilia Linde wird der Fall wieder aufgerollt. Die Frau wurde damals nach ihrem Verschwinden ermordet aufgefunden und Wisting konnte den Täter überführen. Mittlerweile steht aber fest, dass Beweise gefälscht wurden. Der Hauptkommissar wird vor Gericht angeklagt und von der öffentlichen Presse verfolgt und setzt nun ohne dienstlichen Weg alles daran, herausfinden, was damals wirklich geschah. Seine Tochter, eine clevere Journalistin, ist ihm dabei eine große Hilfe. Ein weiterer Fall einer verschwundenen Frau zeigt Parallelen zu dem alten Fall auf und macht die Ermittlungen damit umso brisanter.

Bei diesem Krimi von Jørn Lier Horst geht es nach gewohnt skandinavischem Strickmuster zu. Es ist Herbst und es regnet häufig. Diese trübe Grundstimmung bildet einen passendenden Hintergrund für die Ermittlungen in der
norwegischen Kleinstadt. Der Krimi wirkt dunkel, finster und recht ruhig, es geht ohne Blutvergießen ab. Die Geschichte ist in relativ kurze Kapitel eingeteilt, die Sprache ist
nüchtern und dennoch anspruchsvoll, weil wortreich beschreibend und man ist schnell in der Handlung gefangen.
Der Hauptfokus liegt auf den akribisch geführten Ermittlungen mit denen der alte Fall erneut untersucht wird. Lag der Fehler auf einer Vorverurteilung des Beklagten und damals verurteilten Täters? Beteiligte und Kontaktpersonen des verurteilten Täters werden nach all den Jahren aufgesucht, um das entscheidende Loch in der Beweiskette zu finden. Wisting wird durch seine Anklage der Pressediffamierung öffentlich ausgesetzt. Diesem Druck muss er standhalten, was ihm zunehmend schwerer fällt. Bei der Ermittlungsarbeit wird Wisting von seiner Tochter Line unterstützt und dank ihrer investigativen Journalistenausbildung kommen sie dem Beweis für Wistings Unschuld auf die Schliche.
Bei den Charakteren erleben wir Wisting als einen erfahrenen, gereiften und damit abgeklärten Menschen. Er vertraut auf solide Polizeiarbeit und als aktiven Gegenpart spielt seine Tochter die impulsive und vordergründig agierende Heldin des Krimis.
Mit dem verurteilten Täter Rudolf Haglund schauen wir auf eine Figur, bei der lange Zeit nicht klar ist, ob er wirklich schuldig ist. Wisting ist davon überzeugt. Insgesamt erscheinen mir die Charaktere eher etwas zu glatt, blass und zu sachlich beschrieben. Ich mag mehr die besonderen Ermittler.
Der Krimi ist gut erzählt, wirkt perfekt konstruiert und bringt mit der Zeit immer mehr Zusammenhänge ans Licht. Es wird deutlich, wie sehr auch Polizisten sich bei ihrer Arbeit von ihrer eigenen Meinung leiten lassen, dann die Beweise zur Untermauerung dieser bestimmten These untersuchen und anderen Indizien nicht genügend Bedeutung beimessen. Wie schnell ist die Vorverurteilung schon bei manchen Ermittlungen gegeben?
Die Spannungskurve entwickelt sich gleichzeitig mit den detektivisch ausgeführten Untersuchungen. Hier wird jedes Puzzleteil neu bewertet und bringt damit neue Erkenntnisse und das Zusammenspiel zwischen Vater und Tochter funktioniert einwandfrei. Beide denken logisch und ziehen an einem Strang.
Ein gut konstruierter norwegischer Krimi, der den Blick auf realistische Polizeiarbeit lenkt. Mir hat besonders der ausgereifte Schreibstil gut gefallen und ich würde gern weitere Fälle dieses Ermittlungsgespanns von Vater und Tochter lesen.
***Vielen Dank an den Droemer Taschenbuch Verlag für die Übersendung dieses Reziexemplares!***