Donnerstag, 30. Juli 2026

Ist doch schön hier - Miriam Burdelski

Bewegende Reise zu den Spuren der Vergangenheit

Der Roman Ist doch schön hier von Miriam Burdelski erscheint im Blessing Verlag. 

Drei Generationen von Frauen leben unter einem Dach. Liesel wurde von ihrer Oma Emmi groß gezogen, die sich rührend um sie kümmerte, während ihre Mutter Melanie eher unselbständig war und kaum Gedanken an das eigene Kind verschwendete. Inzwischen ist Emmi dement und lebt in einem Seniorenheim. Liesel ist 19 Jahre alt und überlegt, was sie mit ihrem Leben anfangen soll, doch zuerst möchte sie mehr über die Wurzeln ihrer Familie und über Emmis Vergangenheit und deren Flucht aus Ostpreußen herausfinden. Gemeinsam mit ihrer Oma und dem polnischen Altenpfleger Jascha unternehmen sie einen Roadtrip in Emmis alte Heimat, die nicht ganz glatt läuft, aber doch viele Erkenntnisse mit sich bringt. 


 

"Heimat ist kein Ort auf der Landkarte, Heimat sind die Menschen, die bleiben." Zitat

In diesem Roman haben mich die Beschreibungen über Emmis Demenz sehr berührt. Diese Krankheit verändert Menschen und oft lassen sie ihre Ängste an denjenigen aus, die sich doch am meisten lieben. Miriam Burdelski lässt uns die Tragik der Krankheit nachspüren, doch sie lässt auch humorvolle Töne einfließen und zeigt, wie geschickt Pfleger Jascha mit den Emotionen und Bemerkungen der dementen Emni umgehen kann.

Es hat mich interessiert, wie die Reise der drei Figuren abläuft, ob sich Emmi an Dinge in der alten Heimat erinnern kann und was Liesel mit dem Wissen über ihre Familienwurzeln anfangen kann. Es stellt sich heraus, dass Emmi und auch Melanie ihre Tochter ohne Mann aufgezogen haben und Liesel entdeckt Schuldgefühle, weil sie schon sehr früh ihre eigene Mutter als unzuverlässig abgestempelt hat. 

Ich mochte die anrührende Herzlichkeit, die Emmi ihrer Enkeltochter Liesel schenkte, aber ihrer eigenen Tochter verwehrte. Die Gründe werden im Laufe der Handlung deutlich. Jascha war eine besondere Figur, in gewisser Weise ein Mittler zwischen den Familienmitgliedern.    
 
Der flüssige und lebendige Erzählstil von Miriam Burdelski hat mich gut durch die Geschichte geführt und sie stellte mir die Protagonisten und ihre Lebenswege sehr berührend vor, sodass ich ihnen sehr nahe kam.  

Die Reise in die ehemalige Provinz Ostpreußen bringt Antworten auf die offenen Fragen, die Emmi nicht mehr beantworten kann. Und sie verändert Liesels Sichtweise auf ihre eigene Familie und bringt auch noch unerwartete Überraschungen mit sich. 

In diesem Roman geht es um schwerwiegende Themen wie Demenz, Depression, alte Familiengeheimnisse und enge Familienbande, die zeigen, wie Generationen füreinander einstehen. Das Ganze wird nicht belastend erzählt, sondern mit einer Spur von Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit, die mir gut gefallen hat.   

Eine bewegende Geschichte über eine alte Heimat, Flucht und vom Erinnern und Loslassen!  

***Herzlichen Dank an das Bloggerportal und den Blessing Verlag für das Rezensionsexemplar!***  

 

 

 

 

Mittwoch, 29. Juli 2026

Tschikago - Alexandra Stahl

Ein besonderer Blick aufs Älterwerden! 

Im Claassen Verlag erscheint Alexandra Stahls Roman Tschikago.  

Nach der Trennung ihrer Eltern wohnte die Autorin als Kind in der Nähe ihrer Großeltern in Unterfranken, wo sie viel Zeit verbrachte. Beide waren wie Hund und Katze und stritten regelmäßig über die Macken des anderen Partners. Die Oma fütterte alle streunenden Katzen aus der Nachbarschaft und überall standen Futternäpfe im Weg, die den Großvater ins Stolpern brachten. Er war Elektriker und sammelte alle Arten von Kabeln, Steckdosen und Elektroschrott, was wiederum die Oma störte. Dennoch hielten sie ganze siebenundfünfzig Jahren miteinander aus.


 

Das Buch ist in drei Kapitel unterteilt und beginnt mit dem Teil "Frankfurt ist schlimmer als Chicago". Mit unterhaltsamen. liebenswerten und manchmal auch skurrilen Beschreibungen tauchen wir in die glückliche Zeit der Autorin mit ihren Großeltern ein. Der eingebundene Dialekt vermittelt heimatliche Gefühle und vermittelt die famliliäre Eingebundenheit, dazu kommt eine Prise Humor, die alles auflockert. Diesen Teil habe ich wegen seiner Lebendigkeit sehr gerne gelesen und konnte mich gut in die Schilderung einfühlen und auch die zunehmende Demenz des Großvaters einschätzen. 

Im zweiten Teil "Waren Sie schon mal im Internet?" erleben wir die Gespräche mit Senioren in einem Berliner Pflegeheim, wo Alexandra Stahl als Ehrenamtlliche eine Biografiegruppe anleitet. In diesen Teil habe ich einiges über die Bewohner erfahren, die sich auf ihre eigene Weise erinnern, miteinander reden oder ihre Gedanken ungefiltert zum Ausdruck bringen. Im Berliner Dialekt wirken die Gesprächsfragmente absolut echt und haben mich an eigene Gespräche mit Senior:innen erinnert. Doch wenn man diese Personen nicht persönlich kennt, führt so eine Schilderung häufig ins Leere. Im dritten Kapitel "Winken bis zum Schluss" bezieht die Autorin Stellung zu verschiedenen Themen und lässt unterschiedliche Aspekte einfließen, bei denen mir der rote Faden gefehlt hat. 

Alexandra Stahl beschreibt Themen wie Jugend, Alter, Erinnerung und Vergessen und den Verlust von geliebten Menschen. Dabei taucht sie in die eigene Familie ein und erzählt aus ihrer ehrenamtlichen Biografiegruppe im Seniorenheim, wo die teilnehmenden Senioren aus ihrer Vergangenheit erzählen und alle an ihrem Leben teilhaben lassen. Die Gedankenwelt der Figuren, die Erlebnisse und ihre Sorgen und Ängste werden aus nächster Nähe aufgezeigt und man kann anhand ihrer Dialoge erkennen, was sie erlebt haben, wie sie sich fühlen und was sie umtreibt. Diese Geschichten machen gelebtes Leben sichtbar und sind Zeugen der Achtung von diesen Menschen und ihren Schicksalen. 

Mein großer Kritikpunkt ist der merkwürdige Erzählstil, der meinen Lesefluss behindert hat und durch den ich das Buch am liebsten abgebrochen hätte. Viele Sätze sind einfach nur abgehackt oder werden in einzelnen Fragmenten aneinandergereiht. Manche kurze Aussagen entsprechen sicherlich dem Ausdrucksvermögen der Senior:innen, die Autorin hätte sich insgesamt aber ruhig in flüssigerer Form ausdrücken können. 

Von diesem Buch hatte ich mir mehr versprochen, der fragmentarische Erzählstil liegt mir überhaupt nicht und die drei Teile verbunden sich leider nicht zu einer echten Einheit. Es war für mich leider eine Enttäuschung!

 

***Herzlichen Dank an den Claassen Verlag und an Vorablesen für dieses Prämienbuch!*** 

 

                                      

Sonntag, 26. Juli 2026

Wochenrückblick KW 30/2026

 






 Was war in dieser Woche los?

 
Ich hatte reichlich Unterhaltung in dieser Woche, war beim Gedächtnistraining im Seniorenheim mit dabei, traf mich mit einer Freundin in einem Restaurant, genoss mit meinem Mann die Einladung zum Grillen bei Freunden und habe mich um Post und zwei Nachbargärten gekümmert. Diese Woche war es nicht so warm, dafür aber sehr windig und da trocknen Töpfe und Erde gleichermaßen schnell aus. Um meiner Nachbarin ihre Schwemme an Zucchinis abzunehmen, sollte ich entstehende Früchte ernten. Doch das Wachstum hält sich entgegen aller Erwartungen zurück. Die erste Zucchini (Foto) ist noch ganz klein, die beobachte ich mal, wie schnell sie wächst. Es ist zu erwarten, dass sie sich damit Zeit lässt, damit die Dame des Hauses sie nächste Woche persönlich ernten kann. Aber warten wir mal ab.
 
Meine aktuellen Rezensionsexemplare sind alle erledigt und da ging es mal an den bei mir doch recht kleinen SuB. Ich habe einen Gartenkrimi aus dem Regal geholt, der mir vor knapp einem Jahr als Geschenk zugesandt wurde.  
 
 
Gesehen:   
 
„Oh la la: Wer ahnt denn sowas?“ - Sommerkino: Endlich mal wieder etwas zum Lachen!

Gelesen:   

 

  • Zuagroast - Martina Parker                  4⭐
  • Querfeldein - Alex Capus                      5⭐

  •  
    Getan:  
     
    Gelesen, eingekauft, Blumen und Pflanzen gegossen, lecker gegessen und getrunken, meine Mutter besucht, mit ihr wie jedes Mal Kreuzworträtsel gelöst und im Garten gesessen, Haushalt und Wäsche erledigt.
     
     
    Gefreut:    
     

    Diese Woche bekam ich für meine Punkte auf Vorablesen den Roman "Tschikago" von Alexandra Stahl aus dem Claassen Verlag zugeschickt. Ich bin darauf sehr gespannt!


     
      
    Gegessen: 

    Gebratener Rotbarsch mit Kartoffeln und Salat; Blumenkohl, dazu Kasseler-Minutensteak und Kartoffeln mit selbstgemachter Remouladensauce; Kohlrabi in Rahmsauce mit Kartoffelpüree; Sushi; Spirelli-Nudeln mit Champignon-Hack-Sauce; Omelette mit Champignons; Chicken Bowl (BarCelona); Grillabend mit Rippchen, Steak, Couscous-Salat und Krautsalat; 







    Gedacht:        

    Entsetzlich, schon wieder hat ein psychisch Kranker Menschen in Berlin ein Attentat verübt. Sind das die uns versprochenen Fachkräfte?  

    Gefeiert: 

    Mein Geburtstagsgeschenk in Form einer Einladung zum Grillen bei Freunden eingelöst. In der Weinlaube konnten wir den Sommer so richtig genießen und bei Rippchen, Steaks und Bratwurst sowie Couscous-Salat haben wir es uns gut gehen lassen. 

    Geärgert: 

    Es ist eine Frechheit! In der Nähe von unserem Supermarkt stehen einige Glas- und Altkleidercontainer, vor denen Unbekannte mal wieder Mengen an Schrott, Sperrmüll und kaputtes Glas abgeladen haben. Ich frage mich allen Ernstes, wer einfach so seinen Haus- oder Sperrmüll dort ablädt! Und welche Strafen drohen denjenigen, wenn sie ertappt würden. Wahrscheinlich nur eine Ordnungswidrigkeit. 

    Gekauft:  

    Zutaten für einen Couscous-Salat und Einkauf in der Drogerie.  
     

    Geklickt: 

    Alles Mögliche ...
     

    Ich wünsche euch eine schöne Sommerwoche!

    Liebe Grüße,

    Eure Sommerlese 

    Samstag, 25. Juli 2026

    Zuagroast - Martina Parker

    Unterhaltsames Krimi-Debüt mit Humor und Lokalkolorit! 

    Im Gmeiner Verlag erscheint mit Zuagroast der Auftakt der Gartenkrimireihe von Martina Parker

    Architekt Paul und seine Frau Eva ziehen als Zuagroaste ins Südburgenland, dort gibt es billiges Bauland und Paul wittert lukrative Geschäfte. Auch die Journalistin Vera zieht mit ihrer Tochter aufs Land in das geerbte Haus ihrer Großmutter. 



     

    Durch den schwarzen Humor und dem Frust auf Männer hat mich der Krimi ein wenig an die Bücher von Ingrid Noll erinnert. Martina Parker schreibt sehr unterhaltsam, lebendig und humorvoll und lässt ihre vielseitigen Charaktere so rasant agieren, dass man von der Geschichte sofort eingefangen wird. 

    Eva wird von ihrem Ehemann Paul unterdrückt und möchte endlich aus dieser Ehe ausbrechen. Als sie Vera kennenlernt, freunden sie sich an. Vera ist auch gerade hinzugezogen, arbeitet als Journalistin und kämpft in ihrem Garten gegen viele Nacktschnecken an. Beide Frauen treten in den Klub der Grünen Daumen ein, den Johanna als Gründerin leitet. Johanna kenne sich in Flora und Fauna  gut aus und teilt ihr Wissen mit ihren Klubkameradinnen, die bei jedem Treffen auch mit zubereiteten Köstlichkeiten verwöhnt werden und Tipps und Workshops zur Verwendung der Pflanzen wie beispielsweise Seifen und Tees erhalten. Diese Szenen habe ich genossen und wäre gern selbst dabei gewesen. Gut gefallen haben mir auch die informativen Kapitelanfänge mit Wissenswertem aus Flora und Fauna. Das erfreut alle Freunde der Natur und man lernt noch einige überraschende Fakten hinzu. 

    Bei der Vorstellung und charakterlichen Ausstattung ihrer Figuren hat Martina Parker echtes Talent bewiesen, hier findet man alle Arten von Menschen aus Gottes Garten: fiese, naive, unterwürfige, tierliebe, hilfsbereite, neugierige, hinterwäldlerische, schrullige, lustgesteuerte und gestörte Personen, die der Geschichte ihre besondere Würze verleihen. 

    Das Lokalkolorit verdeutlichen auch diverse Ausdrücke im Dialekt der südburgenländischen Sprache, die nur zum Teil im angehängten Glossar übersetzt werden. Ich war überrascht, dass es so gewaltige Sprachunterschiede zum Deutschen gibt, hatte das Meiste aber durchaus sinngemäß verstanden.   


    Bei "Zuagroast" erfolgt der Kriminalfall erst recht spät, die Story ist mäßig spannend, der große Unterhaltungswert überwiegt jedoch. Ein Krimi, bei dem man das Opfer nicht bemitleidet und am Ende den Täter irgendwie verstehen kann. 

    Ein kurzweiliger Auftakt der Reihe!  

    ***Herzlichen Dank an dieses Geschenk vom Gmeiner Verlag und der Autorin!*** 

     


  • Parker, Martina - Zuagroast 1
  • Parker, Martina - Ausg´stochen
  • Parker, Martina - Eintunkt
  • Mittwoch, 22. Juli 2026

    Querfeldein - Alex Capus

    Ein wunderbares Lesevergnügen

    Alex Capus Roman Querfeldein erscheint im Hanser Verlag.  

    Die Geschichte spielt in einem Dorf namens Ramsen an der deutsch-schweizerischen Grenze, wo sich Händler und Schmuggler ihren Weg umtreiben. Dort baut Arnold tatkräftig seine Gasthof "zur Moskau" auf und betreibt damit seinen Lebenserwerb. Wir lernen den bodenständigen Arnold und seine wachsende Familie kennen, dazu die Dörfler und "Witzbolde" und tauchen ein in das anschauliche beschriebene Alltagslebene ein, das sich von einer ruhigen Phase angesichts der politischen Entwicklungen immer mehr verändert. Die Figuren werden sehr nahe beschrieben, es gibt heitere Szenen, aber einige Menschen werden von tragischen Erlebnissen nicht verschont. Das verleiht der Geschichte eine gewisse Würze, die dann am Ende mit der Erzählung eines speziellen Schicksals und der politischen Einflussnahme der Dörfler gipfelt. 


     

    Die Einbindung der historischen Personalie des Schmugglers und originalgetreuer Briefverkehr machen den Roman so eindringlich und außergewöhnlich und bezeugen die politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen dieser Zeit.

    Alex Capus verleiht mit unnachahmlicher literarischer Ausdrucksfähigkeit seinen Figuren eine wunderbare Lebendigkeit und schildert ihre Charaktere mit eindringlicher Tiefe und unterschiedlichen Temperamenten. Wenn man dieses Buch liest, lernt man die Personen aus nächster Nähe kennen, erkennt ihre Wünsche an das Leben und ihre Vorlieben.   

    Capus schreibt in einem meisterhaft leicht klingenden Erzählstil, in dem ein zuweilen humorvoller Unterton mitschwingt. In unaufgeregter Weise begleitet er seine Figuren auf ihrem Lebensweg und baut geschickt historische Hintergründe in die fiktive Handlung ein, sodass sich neben den alltäglichen Dingen auch eine fesselnde Story entwickelt, in der die Menschen eine besondere Rolle zugewiesen bekommen und den Zeitgeist sichtbar machen. 

    Querfeldein ist ein wunderbar geschriebener, sehr atmosphärischer Roman, in dem historische Fakten in eine besondere Familiengeschichte eingebunden werden. Die Figuren haben mich vollkommen begeistert, mitgerissen und nicht wieder losgelassen. Meine eindringliche Leseempfehlung! 

    ***Herzlichen Dank an den Hanser Verlag und an Vorablesen für diesen Roman, den ich mir für meine Prämienpunkte eintauschen konnte!***

     


     

    Sonntag, 19. Juli 2026

    Wochenrückblick KW 29/2026

     

    Robinie im Sommerkleid



    Wabenhonig vom Imker meines Vertrauens




     Was war in dieser Woche los?

     
    Der Wochenanfang startete mit warmen Temperaturen und schwüler Luft. Das entlud sich Montag Nacht in einem gewaltigen Gewittersturm, wie ich ihn noch nie erlebt habe. Es hat geblitzt und gekracht, dabei kam dicker Hagel und Starkregen runter, bei dem wir glimpflich davon kamen, doch die Autos bei meinem Sohn bekamen alle Hagelschäden. Nun geht der Ärger mit den Versicherungen und Gutachtern los. 
     
    Vor der Abfuhr unserer noch recht leeren Grüntonne stand für mich ein wenig Gartenarbeit an. Ansonsten war die Woche schön ruhig, ich habe mich mit meinem Sohn getroffen und leckeren Wabenhonig bekommen und war mit einer Freundin zum Klönen und Essen verabredet.  
     
     
    Gesehen:   
     
    Mordlichter · Tod auf den Färöer Inseln

    Gelesen:   

  • Tea Time - Ingrid Noll                                                                  5⭐
  • Dabei waren wir uns immer so nah - Jette Kötschau     3⭐
  •     
     
    Getan:  
     
    Gelesen, zwei Rezensionen geschrieben, im Garten gewerkelt, die Bienen meines Sohnes besucht, eingekauft und Vorräte aufgefüllt, nach dem Unwetter aufgeräumt und gefegt, mit meinem Sohn getroffen und Italienisch gegessen, Freundin getroffen, mit meinem Mann essen gewesen, meine Mutter besucht und Wäsche erledigt.
     
     
    Gefreut:    
     

    Diese Woche habe ich keinen Bucheingang zu verzeichnen und habe mal das letzte Rezensionsexemplar von Diogenes, nämlich Ingrid Nolls "Tea Time" genossen. 


     
      
    Gegessen: 

    Strammer Max; Garnelen vom Grill mit Salat und Aioli; Bratwurst aus dem Airfryer mit Kartoffelsalat; italienische Antipasti; Zucchini mit Zaziki und gebackener Schafskäse; Leber beim Griechen mit Pommes; Backfisch mit Brokkoli, Kartoffeln und selbstgemachter Remouladensauce; 









    Gedacht:        

    In Trier kam durch einen grausamen Messerangriff ein junger Mann ums Leben. Was eine schreckliche, unsinnige Tat! Mein Beileid ist bei den Angehörigen des Toten. Der Täter ist ein Afghane, der in die Psychiatrie überstellt wurde. Es muss sich dringend etwas ändern in diesem Land. 

    Gefeiert: 

    Keine Feier, dafür schöne Treffen erlebt. Mit meinem Sohn seine Laube und den Wohnsitz seiner Bienen besucht und gemeinsam essen gegangen. Mit einer Freundin einen Klönabend eingelegt, das Ganze mit einem griechischem Essen gekrönt.

    Geärgert: 

    Bei Hannover gibt es tatsächlich eine Ampel für einen Acker, die der Landwirt einmal im Monat als Zufahrt für sein Land nutzt. Dieses Thema wurde von Extra 3 als "stiller Behördenirrsinn" in einer Sendung vorgestellt. Gibt es eigentlich noch Entscheidungen in der Politik, die sinnvoll sind?

    Gekauft:  

    Wieder jede Menge Gemüse und frisches Obst und ein Kilo marinierte Rippchen für einen Grillabend. 
     

    Geklickt: 

    Neuerscheinungen angesehen und Buchangebote durchstöbert. Wieder einiges angefragt, weil der Lesevorrat zur Neige geht.  
     

    Ich wünsche euch eine schöne Sommerwoche!

    Liebe Grüße,

    Eure Sommerlese 

    Freitag, 17. Juli 2026

    Tea Time - Ingrid Noll

    Schwarzer Humor vom Feinsten!

    Ingrid Nolls Krimi Tea Time erscheint im Diogenes Verlag

    Nina und Franzi sind beste Freundinnen, wohnen sogar im selben Haus in Weinheim und reden gerne über ihre besonderen Macken. Zum gemeinsamen Austausch gründen sie den Klub der Spinnerinnen. Als Nina ihre Handtasche verliert und der arbeitslose Alkoholiker Andreas Haase in ihr Leben tritt, beginnt eine Reihe von verhängnisvollen Aktionen, bei der die Klubmitglieder sich gegenseitig unterstützen. 


     

    Auf diesen Ingrid Noll Krimi habe ich mich sehr gefreut und ich wurde nicht enttäuscht. Die Autorin führt uns ein besonderes Charakterspiel vor Augen, bei dem man immer wieder schmunzeln kann. Ihre Reige von Frauen ist mit speziellen Macken ausgestattet und eigentlich wollen sie nur ein zufriedenes Leben führen. Doch dabei stören manchmal ihre Männer und so möchte die ein oder andere Frau ihnen mal einen boshaften Schreck einjagen. 

    Die Frauen vom "Club der Spinnerinnen" nehmen es mit den Schicksalen der männlichen Zunft nicht so ernst und wenn es für das eigene Leben von Vorteil ist, wird schon mal der ein oder andere Mann aus dem Weg geschafft. Jede der sympathischen Freundinnen hat einen speziellen "Spleen" und ihre eigene skurrile Lebensgeschichte. Sie treffen sich zum Austausch, trinken ihren Tee und erzählen sich Dinge aus ihrem Leben, die nicht ganz rund laufen. Das sorgt für unterhaltsame, kurzweilige Szenen, die sich am Ende zu einem logischen Ganzen verknüpfen.

    Zwischendurch hängt der Spannungsbogen etwas durch, die unerwarteten Zufälle, Lebensumstände und Ereignisse brauchen allerdings auch einfach Raum zum Entstehen und es ist immer wieder überraschend, wie geschickt Ingrid Noll hier die speziellen Vorkommnisse mit den entsprechenden Männern miteinander verwebt, sodass die Frauen allesamt am Ende Dreck am Stecken haben und sie sich auch "der Club der Rächerinnen" nennen könnten.  

    Eine unterhaltsame Geschichte mit skurrilen und erbarmungslosen Frauenfiguren, die nicht von Grund auf schlecht sind, sondern nur in einen Strudel von verhängnisvollen Vorgängen geraten und so manche List ersinnen, um unbescholten aus der Sache heraus zu kommen.

    "Tea Time" ist wieder ein richtig unterhaltsames Krimi-Kunstwerk. Wer schwarzen Humor liebt, ist mit dem Buch bestens bedient!   

     

    ***Herzlichen Dank an den Diogenes Verlag für dieses Rezensionsexemplar!*** 

     


     
  • Noll, Ingrid - Die Häupter meiner Lieben  
  • Noll, Ingrid - Der Hahn ist tot
  • Noll, Ingrid - Kalt ist der Abendhauch  
  • Noll, Ingrid - Kuckuckskind 
  • Noll, Ingrid - Ladylike
  • Noll, Ingrid - Selige Witwen
  • Noll, Ingrid - Gruß aus der Küche
  • Noll, Ingrid - Über Bord  
  • Noll, Ingrid - Nachteule 
  • Noll, Ingrid - Halali 
  • Noll, Ingrid - Goldschatz
  • Noll, Ingrid - Tea Time