Samstag, 23. September 2017

Preiselbeertage - Stina Lund

Wenn Familiengeheimnisse gelöst werden und in der deutsch-deutschen Geschichte ihren Ursprung haben.  


"Preiselbeertage" von Stina Lund ist ein Roman, der 2017 im Rowohlt Verlag erscheint. 


Ariane verbrachte einige Jahre ihrer Kindheit in Schweden und zog nach ihrer Schulzeit nach Leipzig in die Nähe ihrer Großeltern. Arianes Eltern stammen aus Deutschland und sie waren noch vor der Wende nach Småland gezogen. Von ihrem alten Leben in der DDR sprachen sie nur selten. Als Ariane die traurige Nachricht vom Tod ihres Vaters bekommt, reist sie nach Schweden und merkt, dass ihre Mutter ihr unbedingt ein Geheimnis vorenthält, das mit einem vom Vater geerbten Manuskript zusammenhängen muss. Ariane bleibt in Schweden und entdeckt, wohin sie wirklich gehört. 





"Deine Mutter hat die Wahrheit zwar ganz schön eingefroren, aber ich glaube, du kommst da nicht ran, indem du den Eispickel schwingst. Wart´s ab,... das Tauwetter hat schon eingesesetzt." Zitat Seite 282
 

Der Roman gibt informative Einblicke in die DDR vor der Wende. Die Reiseverbote ins benachbarte Ausland, zu dem auch die Bundesrepublik gehörte, galten für die meisten Bewohner. Nur in Ausnahmefällen konnten Personen für Sport- oder Musikveranstaltungen Nachbarländer besuchen. Angehörige der Stasi und staatstreue Genossen machten Nachbarn und Angehörigen von Republikflüchtlingen das Leben schwer. Es wurde gespitzelt, denunziert und degradiert. 

Im Buch ist Arianes Familie in dieser leidgeprüften Situation, erst allmählich kommt Ariane hinter das Geheimnis ihrer Eltern und Großeltern.

Ihre Mutter Ina versucht lange Zeit, die Vergangenheit ruhen zu lassen. Aber Ariane möchte endlich Licht in dieses Kapitel ihres Lebens bringen. Warum fühlt sie sich zu ihrer Mutter nicht hingezogen und hängt so sehr an den Großeltern? Wieso ist ihre Schwester Jolante so anders als Ariane? 

Man ahnt anhand der Verwicklungen die dahinterliegende Problematik in Verbindung mit der Herkunft aus der DDR. In Rückblenden erfährt man die Geschichte von Ina von 1986 bis 1990, die die Probleme nach und nach deutlich macht.

Diese Zeit habe ich miterlebt, zwar auf westdeutscher Seite, aber mit Verwandten von "drüben". Etliche Kinder von Rebublikflüchtigen wurden in Heimen untergebracht. 

Stina Lund zeigt die Grausamkeit der DDR sehr deutlich und besonders das Schicksal von Ina und ihrer Tochter Ariane geht mir sehr nahe.
Mich hat diese deutsch-deutsche Geschichte sehr berührt, ich habe sie interessiert und gespannt gelesen habe, nur hatte ich Probleme mit einigen Figuren. 

Wieso die eigene Herkunft nie von Ariane und Jolante erfragt wurde, gerade wo die Hintergründe in der DDR liegen, finde ich außerdem sehr fraglich. Wer sich mit der deutschen Geschichte auch nur ansatzweise beschäftigt, hätte doch wohl von allein schon Schlussfolgerungen gezogen, auch wenn die Eltern sich hier verwehrten.  

Es musste ungeheuer schwer für Ina sein, mit einer Lüge zu leben und zu sehen, wie sich die Tochter ihr entfremdet hat.
Die Protagonisten erscheinen sehr eindeutig in ihrer Charakterisierung, manches Verhalten konnte ich aber nicht nachvollziehen.  
 


Preiselbeertage ist ein Buch, das sich mit der deutsch-deutschen Geschichte beschäftigt und auf berührende Weise Schicksalswege beschreibt, die Familien auseinanderrissen und für viel Kummer und Schmerz sorgte.


  ***Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***




Neuzugänge # 60

Hallöchen, meine Lieben! 

Nachdem ich gerade erst vor drei Tagen die letzten neuen Bücher vorgestellt habe, ist schon wieder Nachschub eingetroffen. Mein Postbote fragte mich schon, ob ich mit sehr schlechtem Wetter rechnen würde. :-)
Meinen Einsatz im Garten habe ich erledigt, dann kann ich mir jetzt mal etwas Zeit für die Vorstellung der Buchschätzchen nehmen. 




- Das neue Wohnglück HYGGE: 

Ein sehr schönes Buch, es erinnert ein wenig an ein Wohn- und Lifestyle-Magazin und an den allseits bekannten Katalog eines großen schwedischen Möbelhauses. Die Bilder der gezeigten Räume sind wunderschön, wenn man sich neu einrichten möchte, findet man hier einige gute Ideen. 

- Pasta Mista: 5 Zutaten für die Liebe von Susanne Fülscher:

Das stylische Cover des Jugendbuches hat mir sofort gefallen.
Liv kann es kaum glauben: Überraschend steht der neue Freund ihrer Single-Mutter vor der Tür, der Italiener Roberto. Liv wusste nichts von der Beziehung und dann hat Roberto auch noch seine 16-jährigen Zwillinge Angelo und Sonia mitgebracht. Angelo ist ein echter Traumtyp, der Liv kolossal aus der Fassung bringt, seine bildschöne Schwester scheint eine echte Zicke zu sein. Aber immerhin verbindet Liv und Roberto die Leidenschaft fürs Kochen.


- Die Heuhaufen-Halunken: 

In diesem Kinderbuch gibt es einige Schwarz-Weiß-Zeichnungen, die mit etwas Rot aufgefrischt sind. Mir juckt es richtig in den Fingern, diese Zeichnungen mit Buntstiften auszumalen. :-)

Meggy liebt Dümpelwalde, auch wenn es von Fremden gerne als »Ende der Welt« bezeichnet wird. Blöd nur, wenn die Sommerferien anstehen und kein Urlaub in Sicht ist. Aber Meggy wäre nicht die Anführerin der Halunken, hätte sie nicht längst eine geniale Ganovenidee. Im Bandenquartier in der alten Scheune überzeugt sie ihre Freunde von ihrem großen Ferien-Rettungsplan: Einem richtigen Halunken-Urlaub mit Zelt am Badesee – natürlich ohne Eltern. 


- Heute fängt der Himmel an von Kristin Hamel: 

Diesen Roman hat eine liebe Bloggerfreundin mit 5 Sternen bewertet und auch inhaltlich wurde mein Interesse geweckt. Also musste ich mir den Roman bestellen.
Die Journalistin Emily Emerson befindet sich kurz nach dem Tod ihrer geliebten Großmutter Margaret an einem besonders schwierigen Punkt in ihrem Leben. Da erreicht sie unvermittelt ein mysteriöses Gemälde, das eine Frau unter einem wunderschönen violettfarbenen Himmel zeigt. Schnell erkennt Emily, dass es sich dabei um Margaret handeln muss, doch dem Bild ist nur eine Notiz mit den Worten »Sie war die Liebe seines Lebens.« beigelegt. Emily ist von diesen Zeilen tief bewegt und begibt sich auf die Suche nach dem Absender. Dabei stößt sie auf eine tragische Liebesgeschichte.


- Quarter Life Poetry von Samatha Jayne: 


Wild, witzig und tough – Samantha Jayne gelingt es, das Lebensgefühl der heutigen Mittzwanziger einzufangen, einer Generartion, die zwischen nicht abbezahlten Studienkrediten, Dating-Apps und dem ersten schäbigen Einzimmerappartement ständig an sich selbst zweifelt. Sie hat ein Buch für ihre Generation geschrieben: Was denken die Mittzwanziger wirklich über ihre Beziehungen, ihre Jobs, ihre Körper, im Supermarkt und ja, auch beim Sex? Sie fängt die Sorgen, Unsicherheiten und die symphatische Panik vor dem Leben so charmant wie selbstironisch ein, dass es eine schiere Freude ist. Denn Samantha Jayne trifft mit ihren wunderbar pointierten Sprachbildern und umwerfenden Illustrationen aus dem echten Leben den Nerv der Zeit!


So, das war der Überblick. Kennt ihr eines der Bücher?  



Freitag, 22. September 2017

Freitags-Füller # 56





 

Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

 

1. Wenn ich heute aus dem Fenster schaue, sehe ich einen blauen Himmel mit Schäfchenwolken, ob das jetzt ein Zeichen für schlechtes Wetter ist? Auf jeden Fall sieht es wunderschön aus!


2. Das Leben ist ne Hühnerleiter, kurz und beschissen, doch es geht immer weiter.

 

3. Ich muss daran denken, wie hübsch jetzt ein paar glänzende Kastanien und buntgefärbte Ahornblätter auf unserem Couchtisch aussehen würden. 

 

4. Käsebrot und Weintrauben gibt es heute zum Abendessen, schliesslich essen wir Mittags schon warm.

 

5. Meine letzte Mail begann mit den Worten "Liebe Frau S., hiermit..."

 

6. Erst als ich gestern meine neueste Lektüre beendet hatte, konnte ich endlich einschlafen.


7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf endlich mal wieder auf eine Chorprobe, morgen habe ich hoffentlich schönes Wetter, um im Garten ein wenig zu arbeiten (geplan) und Sonntag gehe ich zum Gemeindefest mit meinem Chor, worauf ich mich schon sehr freue. 

 

Und was macht ihr so? 

Donnerstag, 21. September 2017

Farbenblind - Trevor Noah

Tragisch, ergreifend und wissenswert werden hier Einblicke in das Apartheidsystem Südafrikas gewährt, mit etwas Humor gewürzt.


Trevor Noahs Biografie erscheint als deutsche Übersetzung durch Heike Schlatterer unter dem Titel "Farbenblind" 2017 im Blessing Verlag.

Trevor Noah kam 1984 im Township Soweto als Sohn einer Xhosa und eines Schweizers zur Welt. In dieser Zeit herrschte in Südafrika das Apartheidsregime und "gemischtrassige" Beziehungen standen unter Strafe. 
Trevor war eigentlich ein Kind, das es nicht geben durfte und er erlebte neben Armut und Rassismus auch die mutige Auflehnung seiner "farbenblinden" Eltern. Sie versuchten auf ihre Weise, Trennungen zwischen Ethnien und Geschlechtern zu überwinden. Inzwischen ist Trevor ein bekannter Comedian und lebt in New York. 






Trevor Noah erzählt in seiner Biografie, wie er die Apartheid erlebt hat und trotz der Probleme seinen Platz im Leben gefunden hat.
Dieses Buch gewährt tiefe Einblicke in das Apartheidsystem Südafrikas, erklärt Stammesrivalitäten und zeigt Diskriminierung aus nächster Nähe.
Das Buch beginnt mit dem Immorality Act, das Unsittlichkeitsgesetz von 1927. Dieses verbot außerehelichen Geschlechtsverkehr zwischen, ich zitiere wörtlich: "Europäern und Eingeborenen". Bei Zuwiderhandlung war mit Freiheitsstrafe zu rechnen.  

Trevor wird nicht nur in einem Land mit extremer Rassentrennung groß, er ist auch noch ein Mischlung und gehört damit nicht zu den Schwarzen und nicht zu den Weißen. Das macht seine Situation so schwierig, dass seine Mutter ihn als Kind verstecken muss. Schliesslich hat sie gegen das Gesetz verstoßen. 

Man kann es kaum glauben, denn Trevor Noahs Kindheit ist kaum 30 Jahre her und doch erlebt der Mischlingsjunge am eigenen Leib Rassendiskriminierung. Er erklärt, wie Schwarze, Farbige, also Mischlinge, Inder und Weiße jeweils als eigene Rasse gesehen wurden und sogar die Toiletten danach gekennzeichnet wurden. Doch nicht nur nach der Hautfarbe wurde unterschieden, auch sprachlich gesehen gibt es in Südafrika eine Vielzahl verschiedener Ethnen und Sprachen.

Trevors Schilderungen berühren, klären auf und zeigen tragische Einblicke in sein Leben.
Er ist kein einfach zu bändigendes Kind, seine Erlebnisse sind von der Gewalt des prügelnden Stiefvaters geprägt und er hat große Probleme mit seiner eigenen Identität. Zu welcher Gruppe von Menschen gehört er?
Schliesslich ist e
r ein Mischling, auch wenn er sich als Schwarzer sieht. Gemeinsam mit seiner Mutter
und einer ordentlichen Portion Humor meistert Trevor viele Schwierigkeiten. Sie sorgt dafür, dass er Englisch und andere Sprachen spricht.  
 
Bei dieser Lektüre ist man von einigen Erlebnissen erschüttert, sieht wie Trevor selten Anschluss findet und dank seiner Sprachkenntnisse eigentlich Zugang zu verschiedenen Gruppen findet. Um Geld zu verdienen, erstellt er illegale Raubkopien und verkauft sie, ohne sich einer Schuld bewusst zu sein. Dennoch findet er seinen Weg im Leben. 

Seine komische Ader macht ihn zu einen unterhaltsamen Erzähler, doch nicht alle Kapitel des Buches haben mich gleichermaßen interessiert und unterhalten. Was mich aber fasziniert hat, ist seine im Buch zum Ausdruck gebrachte Liebe zu seiner Mutter.

Am aufschlussreichsten finde ich die Erklärungen über die vielen Sprachgruppen Südafrikas, die Stammeskonflikte dieser Gruppen untereinander und die Probleme, sich gemeinsam als ein Volk zu fühlen.

   
Diese Biografie zeigt emotionale, persönliche und tragische Momente im Leben des Trevor Noah, der seinen Lebensweg mit Mut, Humor und einem gefestigten Charakter eingeschlagen hat. 


 ***Dieses Buch ist ein Reziexemplar des Bloggerportals, herzlichen Dank an den Blessing Verlag!***


Top Ten Thursday # 34

 

 


Donnerstag ist TTT Top Ten Thursday bei Steffis Bücher Bloggeria. Worum geht es beim TTT? Es geht um Listen, eigentlich um Bücherlisten und jeden Donnerstag gibt es eine neue Aufgabe/Frage bei der man seine persönliche Top Ten zusammenstellen kann.

Das aktuelle Thema dreht sich heute nicht um bestimmte Buchtitel, es lautet:
 

10 Lieblingsfilme 


Das ist echt schwer, denn es gibt unwahrscheinlich viele tolle Filme! Wo soll man da anfangen? Nun gut, die Disneyfilme sind abgehakt. (hier noch mal zum Nachlesen der Link: Disneyfilme) Dann entscheide ich mich mal für die Titel, die mir spontan als erste einfallen. 



- Der Name der Rose 1986

- Titanic 1997

- Shakespeare in love 1998 
 
- Mamma Mia 2008 

Kirschblüten - Hanami 2008

- Almanya - Willkommen in Deutschland 2011 
   
- Ziemlich beste Freunde 2011
 
- Les Misérables 2012 Rezi

- Der Medicus 2013

- Der Butler 2013  


- Toni Erdmann Rezi  2016


Ich verzichte mal auf die Fotobeigaben, denn die Rechte daran sind mir zu vertrackt.

 
Welche Liste habt ihr erstellt?



Mittwoch, 20. September 2017

Neuzugänge # 59

Hallöchen, meine Lieben! 

 

Nun ist wirklich der Herbst angekommen, obwohl die schöne Laubfärbung wohl noch ein wenig Zeit braucht. 
Herbst bedeutet auch Neuerscheinungen und darauf schiele ich jetzt schon mit einem Auge. Gerade jetzt wird der Buchmarkt immer massenhaft mit Neuerscheinungen überschwemmt. In der Zeit vor Weihnachten läuft das ganz große Geschäft an. Ich freue mich schon auf ein paar tolle Romane, spannende Krimis und vorweihnachtliche Geschichten. Da gefallen mir besonders Cover mit stimmungsvollen Schneebildern, etwas Glitzer und solche Ansichten, die einen Hauch von Adventsgefühl verbreiten. 
Doch noch ist es nicht soweit, weihnachtlich anmutende Bücher habe im Moment nicht zu präsentieren.

Um euch nicht lange auf die Folter zu spannen, poste ich gleich mal ein Foto der letzten Buchzugänge. 










Zorn Kalter Rauch von Stephan Ludwig 

Diesen Thriller habe ich mir im Buchladen mitgenommen. Es ist der 5. Teil einer tollen Thrillerreihe um die beiden Ermittler Zorn und Schröder, die mich mit ihren witzigen Dialogen immer wieder erfreuen. Es sind Originale und der Autor schafft es immer wieder, sie mit ihren Charakterzügen weiterzuführen.
In diesem Band wird ein falsches Hüftgelenk gefunden und man sucht die dazugehörige Frau. 

Farbenblind von Trevor Noah

In diesem Buch erzählt der Autor seine autobiografische Geschichte und man bekommt einen hautnahen Blick auf die Zustände in Südafrika. Rassentrennung ist ein alltägliches Erleben des farbigen Autors, seine Kindheit war geprägt von Problemen und auch als Erwachsener und nach dem Ende der Apartheid sind die Zustände in Südafrika nicht gerade einfach. 
Ich habe schon reingelesen und bin richtiggehend berührt von diesen Erlebnissen Trevors und verfolge die Geschichte gespannt. 



Preiselbeertage von Stina Lund

Diesen bezaubernd aussehenden Roman habe ich dank der Buchboutique des Rowohlt Verlages erhalten. 
Die Handlung führt die junge Ariane nach Schweden, in die Heimat ihrer Kindheit. Als ihr Vater stirbt, erbt sie ein Manuskript. Doch das ist spurlos verschwunden. Ariane sucht in Schweden nach Erinnerungen, nach Gefühlen und wohin ihr Herz wirklich gehört.


Ich wünsche euch einen sonnigen Herbstanfang! 




Montag, 18. September 2017

Mausetot im Mausoleum - Lotte Minck

Hier ist dieses Mal mehr Krimi als Komödie drin, das steigert die Spannung.


Loretta und die Sprache der Blumen

Autorin Lotte Minck hat hat mit "Mausetot im Mausoleum" den 9. Teil ihrer Krimödienreihe um Loretta Luchs geschrieben. Das Buch erscheint im Droste Verlag.



Ruhrpottpflanze Loretta Luchs ist unglücklich und frustriert. Ihr Freund Pascal hat sich von ihr getrennt und zieht aus, Loretta fühlt sich allein und verbringt die einsamen Nächte lieber bei der Spätschicht im Callcenter. Tagsüber braucht sie nun Ablenkung und findet es in ihrem neuen Hobby, der Fotografie. Ein Unbekannter schickt ihr mysteriöse Blumengrüße. Sie lernt den netten Stefan kennen, der ebenfalls Hobbyfotograf ist und sie verabreden sich zur gemeinsamen Motivsuche auf dem Friedhof. Im Mausoleum findet Loretta eine Leiche vor, genau wie es die Astrologin Stella ihr vorhergesagt hat. Doch dieses Mal hat Loretta die Nase voll und hält sich aus den Ermittlungen  raus. Aber als Pascal dann Opfer eines absichtlich herbeigeführten Verkehrsunfalls wird, beginnt sie den Rosenkavalier zu fürchten und ermittelt wieder in gewohnter Weise.

Dieser Band zeigt sich mal in einem anderen Licht als die bisherigen Bücher der Reihe. Der Humor tritt leise in den Hintergrund, denn Loretta ist todunglücklich, weil ihr Freund Pascal sich von ihr getrennt hat. Die Einsamkeit macht Loretta zu schaffen und der fröhliche Tonfall ist ihr so gut wie vergangen. 

Lotte Minck entführt ihre Leser in diesem Band auf einen Friedhof, es geht an Lorettas Arbeitsplatz bei der Sex-Hotline und wir erfahren, was bestimmte Blumen und Pflanzen für eine Sprache sprechen.   
Hier geht es dieses Mal um einen Stalker, der ohne Rücksicht auf Verluste seine Angebetete für sich gewinnen will. Leider ist Loretta das Ziel seiner Träume und sie versteht die geheime Sprache seiner Blumenbotschaften nicht. 

Lotte Minck hat es wieder geschafft, mich mit ihrem flotten Schreibstil und der abwechslungreichen Handlung an das Buch zu fesseln. Der Krimifall steht dieses Mal mehr im Vordergrund des Geschehens. Auch wenn ich einen Verdacht in Hinblick auf den Täter hatte, so haben mich die Erlebnisse bei der Astrologin, Pascals Unfall und die spätere Entführung Lorettas wunderbar unterhalten. Auch dieses Mal gibt es Situationskomik, wenn auch nicht ganz so umfangreich, denn Loretta leidet schrecklich. Und so leidet man mit ihr und freut sich, dass sie nicht aufgibt und ihre spitze Zunge auch in gefährlichen Situationen behalten hat. Denn Loretta ist wie sie ist und damit sorgen ihre bissigen Bemerkungen, die sie sicherheitshalber nur gedanklich äußert, erneut für humorvolle Momente und Lacherfolge.

Es gibt ein Wiedersehen mit bekannten Figuren aus den Vorgängerbänden, Frank mit seinem unvergleichlichen Ruhrpott-Slang ist natürlich auch wieder mit von der Partie und Erwin als Helfer in der Not mit seiner Doris.


Wer trotz eines Toten im Mausoleum und eines Stalkers über Lorettas Kommentare schmunzeln möchte, dem kann ich diese Krimödie nur ans Herz legen. Es ist ein tolles Wiedersehen für alle Loretta-Fans mit ihrer Kultfigur. Humor ist wenn man trotzdem lacht! 

***Herzlichen Dank für dieses Leseexemplar für die Leserunde bei lovelybooks!***





Hier findet ihr die von mir auf dem Blog rezensierten Vorgängerbände: