Montag, 5. November 2018

Montagsfrage # 86



                                    Scan (verschoben)


Die aktuelle Montagsfrage von Antonia von Lauter & Leiser heißt heute: 


Unterhalten dich Biografien, oder findest du die non-fiction Geschichten anderer Menschen eher öde?

 

Das ist eine sehr interessante Frage.

Ich mag Biografien, finde sie sogar teilweise total spannend, denn die besten Geschichten schreibt ja bekannterweise das Leben selbst. 


In letzter Zeit habe ich einige Biografien gelesen, eine über Otto Walkes, Herman van Veen, über Coco Chanel und über Gabriele Münter.  
Dazu muss ich jedoch fairerweise auch zusagen, dass es natürlich sehr auf die jeweilige Person ankommt. Wenn mich die Person nicht im wahren Leben interessiert, wird auch das Buch für mich bestimmt kein Hit. Es gibt Personen, bei denen ich genau weiß, dass sie mir nichts zu sagen haben.

Der Erzählstil ist außerdem gerade bei Biografien wichtig, damit man mit Interesse der Geschichte oder dem Leben der jeweiligen Figur folgen mag. Es sollte schon relativ sachlich geschrieben sein, aber auch mit unterhaltsamen Anekdoten gespickt sein. Die besonderen Charakteristika der Figur muss erkennbar sein, sonst wird es ein Einheitsbrei und die Figur wäre total austauschbar. Dabei sollten auch Emotionen fühlbar werden, das Erlebte sollte ehrlich gezeigt werden und nicht zu übertrieben aufgebauscht werden.  

Nicht jeder Autor versteht auch aber, die Wahrheit, Fehler und die Schwierigkeiten der Figur in ihrem Leben ehrlich darzustellen. Ich denke da an Drogensucht, Alkoholprobleme oder Beziehungsschwierigkeiten.
Bei manchen Biografien wird das Negative dann einfach mal verschwiegen oder versteckt angedeutet und die positiven Seiten werden dagegen groß aufgemacht.
So etwas mag ich gar nicht, denn das ist kein realistisches Bild. 
Ich bewundere, wie Autoren über einen Menschen schreiben können, wenn sie die Figur noch nie persönlich getroffen haben und dennoch gut darstellen. Wenn ein Autor das in realistischer Weise vermag, kann man die Biografie nur als perfekt einstufen.


Nun freue ich mich auf eure Kommentare und wünsche euch allen einen guten Start in die neue Woche!
Eure Sommerlese

Sonntag, 4. November 2018

Neuzugänge im November 2018

Herbst ist Lesezeit!


Was kann es Schöneres geben, als im Herbst gemütliche Lesestunden zu verbringen?
Da bieten sich auch im November wieder schöne Bücher an, einige Neuerscheinungen stehen bereits bei mir im Regal und warten auf ihre Lesung, bzw. darauf, nachgekocht oder angesehen zu werden.


                       🍁🍂🍁🍂🍁🍂🍁🍂🍁🍂🍁🍂🍁🍂🍁

Bei Lovelybooks habe ich bei einer Verlosung vom EMF Verlag (Edition Michael Fischer) mitgemacht und wurde eine der glücklichen Gewinnerinnen von drei wunderschönen Kochbüchern, die ich euch schon bald genauer vorstellen werde. Sie wurden in einem zweckmäßigen Stoffbeutel mit LB-Aufdruck geliefert und eine Box mit praktischen Bambus-Küchenlöffeln gehört ebenfalls dazu.   

Ich liebe Kochbücher und hole mir immer wieder gerne Inspirationen für neue Rezepte, meistens wandele ich sie für uns etwas nach meinem Geschmack ab. Jetzt habe ich die Qual der Wahl, denn die drei Bücher versprechen viele Kochvorschläge und ich werde mich damit jetzt der Reihe nach befassen. 





In der Edition Michael Fischer gibt es eine große Vielfalt an kreativen Buchideen zu entdecken. Egal ob Handarbeiten, Basteln, Malen und Zeichnen, Garten oder Essen & Trinken, hier findet man viele tolle Geschenkideen für Weihnachten, die bestimmt gut ankommen werden. Schaut doch mal auf der Homepage von EMF rein, man wird dort für jeden Geschmack und für jedes Hobby fündig.


                       🍁🍂🍁🍂🍁🍂🍁🍂🍁🍂🍁🍂🍁🍂🍁



Die Weihnachtszeit rückt immer näher, da liegt es nahe, dass ich mich auch auf dem Kinderbuchmarkt ein wenig nach geeigneten Weihnachtsvorschlägen umsehe. Beim Durchforsten der Neuerscheinungen fiel mir sofort ein Buch von Maja Lunde ins Auge. Sie ist mir als Autorin seit "Die Geschichte der Bienen" ein Begriff und ich habe erst jetzt erfahren, dass sie bereits etliche Kinder- und Jugendbücher geschrieben hat. 

Ihr neues, zauberhaft schön illustriertes Werk heißt "Die Schneeschwester" und erscheint im btb Verlag. Mit Illustrationen von Lisa Aisato


Eigentlich wollte ich mich mit diesem winterlichen Bilderbuch noch etwas gedulden, ich habe nur mal die schönen Bilder angesehen und dann gleich angefangen zu lesen. Die Bilder haben mich sofort fasziniert, schaut mal hier:



Wer wäre bei diesem hübschen Anblick nicht schwach geworden? 


                         🍁🍂🍁🍂🍁🍂🍁🍂🍁🍂🍁🍂🍁🍂🍁


Beim Bloggerportal habe ich den Roman "Mein Menn, der Rentner, und dieses Internet" von Rosa Schmidt aus dem Penguin Verlag angefragt und nun erhalten. Es verspricht eine humorvolle Lektüre zu werden. 




Vom MIRA Taschenbuch Verlag habe ich den weihnachtlichen Roman "Zuckerküsse und Lamettaglitzern" bekommen, es ist eine romantische Geschichte mit viel Gefühl.   




                              🍁🍂🍁🍂🍁🍂🍁🍂🍁🍂🍁🍂🍁🍂🍁 
 


Nun wünsche ich euch eine gute Woche und hoffe, dass euch ein paar Buchvorschläge interessieren oder als Geschenkidee für Weihnachten weiter helfen.

Liebe Grüße
eure Sommerlese!

 

Die Schwestern vom Ku'damm - Brigitte Riebe

Der Aufbau West-Berlins wird hier lebendig und nachfühlbar erzählt 


Brigitte Riebe startet ihre historische Romanreihe "Die Schwestern vom Ku'damm." mit dem ersten Band "Jahre des Aufbaus" einer 50er-Jahre-Trilogie. Die Reihe erscheint bei Rowohlt Wunderlich.

Wirtschaftswunder, Kaufrausch, Träume in Pastell - drei Schwestern und ein Kaufhaus am Ku'damm.

Berlin im Mai 1945: Der Krieg ist überstanden, die Stadt ist besetzt von den Siegermächten, Trümmer beherrschen das Stadtbild und die Menschen leiden an ihren persönlichen Verlusten und an Hunger und Entbehrung. Auch das alteingesessene Kaufhaus Thalheim wurde bei einem Bombenangriff zerstört. Der Vater Friedrich Thalheim ist inhaftiert und ihr Bruder Oskar ist verschollen. Die Familienvilla wurde beschlagnahmt und die Töchter Ulrike, Silvie und Florentine Thalheim arbeiten als Trümmerfrauen, um nicht zu hungern. Rike träumt vom Wiederaufbau des Kaufhauses und möchte mit farbenfrohen Kreationen die Modebranche wieder ankurbeln. Nach der Währungsreform scheint dieser Traum sich immer mehr zu erfüllen, doch ein dunkles Geheimnis wirft seine Schatten auf die Familie Thalheim.  



Dieser Roman beschäftigt sich mit dem aufkommenden Wirtschaftswunder, mit Lebensmittelmarken und Währungsreform, mit Schwarzmarkthandel und mit neuen Lebensträumen der Menschen nach dem überstandenen Krieg. Die Zeitspanne umfasst die Jahre 1945 bis 1951.

Vater Thalheim ist noch in Gefangenschaft und so übernimmt die älteste Tochter Rike die Verantwortung für ihre Familie. Sie sorgt für einen Neustart eines Modegeschäftes und erfährt im Laufe der Handlung von einen Geheimnis, an dem die Familie zu zerbrechen droht.

Silvie Thalheim ist ein lebensfroher, aber sprunghafter Charakter, sie fällt durch ihre wechselnden Beziehungen auf, singt in verschiedenen Clubs und setzt ihre Reize auch erfolgreich auf dem Schwarzmarkt ein.

Die jüngste Schwester Flori liebt das Zeichnen und Malen und sie lehnt ihren Vater wegen seiner Mitgliedschaft in der NSDAP ab und arbeitet aktiv in der Entnazifizierung mit.


Rikes Freundin Miriam ist Jüdin, wie durch ein Wunder hat sie den Nationalsozialismus überlebt und nun nähen und entwerfen sie Kleidungsstücke aus Uniformen, Flaggen und alten Stoffresten. Die Schwestern starten eine Modenschau vor ihrem zerstörten Kaufhaus und wecken damit nach all der Entbehrung in den Menschen neue Träume. Sie wollen wieder Freude am Leben haben, bunte Kleidung ist da ein erster hoffnungsvoller Anfang.


Die Ausarbeitung der Figuren ist Brigitte Riebe ganz wunderbar gelungen, sie sind lebendig und erkennbar charakteristisch gezeichnet. Ich konnte gar nicht anders als mit ihnen zu fühlen und auf einen guten Ausgang zu hoffen.

Die Geschichte zeigt sehr anschaulich und glaubwürdig wie sich das alltägliche Leben dieser Nachkriegsgeneration abspielte. Auch wenn die Geschichte der Thalheims fiktiv ist, so baut sie Brigitte Riebe authentisch in das Zeitgeschehen ein und macht historische Ereignisse nachvollziehbar. Das alltägliche Leben im besetzten Berlin wird hier sehr realistisch in die Handlung eingearbeitet. Wer über diese zeitliche Entwicklung nähere Informationen benötigt, findet sie in einer ausführlichen Zeittafel am Ende des Buches. 
 
Sehr lebendig und realistisch versteht es Brigitte Riebe, ihre Leser in das Zeitgeschehen einzuführen und den Aufbau West-Berlins mit Leben zu füllen. Mit Schicksalen, Entbehrungen, Hoffnungen, Nöten und die enorme Aufbaustimmung zu verdeutlichen. 
Das allein macht ihr Buch zu einer wunderbaren Lektüre, die lebendig die Zeit darstellt und zusätzlich auch spannend unterhält. 


Dieser Auftaktband der Schwestern vom Ku'damm weckt Interesse für die weiteren Bände, er informiert über das Zeitgeschehen und speziell den Aufbau West-Berlins und ist ein kurzweiliger Roman zum Eintauchen in die Zeit. 


***Mit herzlichem Dank an den Rowohlt Verlag für die Übersendung dieses Rezensionsexemplars!***


               

Weitere Romane der Autorin auf meinem Blog:
 
Riebe, Brigitte - Marlenes Geheimnis
 

Samstag, 3. November 2018

The Future is Female - Scarlett Curtis

Think Pink - Frauen sind das Rückgrat der Familie.


Vielfältige Berichte weisen einen gemeinsamen Weg für alle Frauen

 
Das Sachbuch "The Future is Female" erscheint im Goldmann Verlag und wurde herausgegeben von der Journalistin Scarlett Curtis.

Die Welt, in der Frauen heute leben, ist trotz #MeToo und noch immer nicht gleichgestellt mit der der Männer. "Was Frauen über Feminismus denken" ist eine einzigartige und vielstimmige Textsammlung von Frauen. Ob Hollywood-Ikone oder Teenie-Aktivistin, sie alle erzählen darin ihre ganz persönliche Geschichte und machen damit ihr gemeinsames Ziel klar. Sie wollen den Feminismus als Notwendigkeit darstellen. Girlsday ist überall!
 
Herausgeberin von »The future is female« ist die britische Style-Kolumnistin und Pink-Protest-Gründerin Scarlett Curtis. Beiträgerinnen sind unter anderem: Emma Watson • Keira Knightley • Bridget Jones (von Helen Fielding) • Saoirse Ronan • Dolly Alderton • Jameela Jamil • Kat Dennings • Rhyannon Styles und viele mehr.


 
"Frauen tragen die ganze Welt." Zitat S. 204 von Akilah Hughes 
 

Dieses Buch enthält vielfältige Essays von Frauen aller Kulturen, Altersklassen und Berufen. Sie alle geben ihre Meinung zum Thema Gleichberechtigung zum besten. Lassen uns an ihren Gedanken teilhaben, aber auch an ihren Erlebnissen, die mich besonders im Bereich der Genitalverstümmelung besonders emotional getroffen haben. 
Sie alle haben nur ein Ziel, das Leben für Frauen gerechter zu machen, ihnen genau die Schulbildung zu ermöglichen, die allen Jungen auch zusteht, Freiheit in der Wahl ihrer Ehepartner, Gesetze, die gegen sexuelle Übergriffe greifen, gleiche Bezahlung der Arbeitsleistung usw.

Es geht um Gleichberechtigung, allgemein betrachtet mag das bei vielen Jungen und Mädchen zutreffen. Doch in einigen Kulturen werden Jungengeburten bejubelt und Mädchen eher als unerwünscht angesehen, man denke nur an China. Mädchen haben es schwer, sie müssen für ihre Selbstbestimmung kämpfen. Dabei zeichnet sich in westlichen Kulturen deutlich ab, dass eher Jungen an ADHS und Autismus leiden und sie auch anfälliger für Alkoholmissbrauch und Computerspiele sind. Das möchte ich hier nicht weiter ausführen. Es geht um die Frauen, die schon als Mädchen ihre Familien unterstützen, indem sie ihre Geschwister betreuen, in der Landwirtschaft arbeiten, anstatt wie ihre Brüder zur Schule zu gehen.
Man muss sich klar werden, das Frauen auch heute noch häufig als das schwächere Geschlecht bezeichnet werden. Körperliche Kraft beweisen sie seit Urgedenken in ihrer Rolle als Schwangere, Gebärende, Mutter und Stütze der Gesellschaft in vielen Bereichen.

Viele berichtende Frauen in diesem Buch kenne ich nicht, ihre Namen sagen mir nichts, doch mich überzeugt ihre gemeinsame Haltung, für die Sache der Frauen zu kämpfen und ihre Meinung darzulegen. Manche Frauen sind Betroffene, Unterdrückte, andere wiederum haben es geschafft und haben ihren Platz in der Hierarchie unter Männern in Führungsebenen erreicht. 

"Verkauft euch niemals unter Wert!" Zitat Seite 148 Trisha Shetty Aktivistin 


Die Emanzipation hat bereits in vielen Ländern ihre sichtbaren Wellen geschlagen, es gibt immer noch Bereiche, die verbesserungswürdig sind. Man denke nur an die sexuelle Übergriffsthematik und Zwangsverheiratungen.

Diese Essays sind so vielfältig wie ihre Verfasserinnen, sie zeigen, dass diese Frauen alle ein gemeinsames Ziel haben und ihren Platz im Leben behaupten und verteidigen werden. Sie kämpfen für die Schwächeren unter ihnen, für Gleichheit auf der ganzen Welt. Es gibt sicherlich Länder, wo die Gleichberechtigung schon auf einem hohen Niveau angekommen ist, aber es gibt immer noch viel mehr Frauen, die da noch einen langen Weg vor sich haben. Solange kämpfen die Feministinnen auch weiter für die Rechte von Frauen. 

Diese Berichte machen deutlich, wie Frauen sich alle auf einem gemeinsamen Weg befinden, für ein selbstbestimmtes Leben unter gleichen Bedingungen wie ihre männlichen Mitbewohner auf der Welt. Die Berichte machen mich zuversichtlich, es ist ein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft kommender Frauengenerationen. 

Gemeinsam schaffen wir das! Girlsday ist jeden Tag.
 

Dieses Buch ist ein vielseitiger Aufruf für die gemeinsame Sache der Frauen für gleiche Rechte und die Selbstbestimmung der Frau. Es macht deutlich, wie Frauen über Feminismus denken und welche Hürden ihnen in den Weg gelegt werden.



***Herzlichen Dank an den Goldmann Verlag und Literaturtest für dieses Rezensionsexemplar!***



Freitag, 2. November 2018

Mulans Töchter - Bettine Vriesekoop

Dieses Buch öffnet die Augen für die Lebensart von Frauen in China



In ihrem Buch "Mulans Töchter" geht Autorin Bettine Vriesekoop der Frage nach, wie moderne Frauen das Gesicht Chinas verändern. Es ist ein Sachbuch mit der Einbindung zahlreicher Interviews und es erscheint im Pirmoni Verlag.

Bettine Vriesekoop studierte Sinologie und arbeitete als Auslandskorrespondentin für niederländische TV- und Rundfunkstationen in Peking.  

Die Journalistin Bettine Vriesekoop führte zahlreiche Interviews mit Frauenrechtlerinnen, Unternehmerinnen, Prostituierten, Lesben und Wissenschaftlerinnen und entführt den Leser in eine Welt, die den meisten im Westen unbekannt und fremd sein dürfte, und ermöglicht so einen Einblick in die ungeheuren gesellschaftlichen Veränderungen des modernen Chinas. 




Selbstakzeptanz ist für junge Chinesen sehr schwierig, denn zu Hause und in der Schule bekommen sie zu hören, dass sie die Normen und Werte anderer zu erfüllen haben. Zitat Seite 178

Bettine Vriesekoop nimmt Mulan als typisches Sinnbild für die mutige Heldin in China. 

Bei den Chinesen gilt Konfuzius und seine Lehren heute noch als Vorbild, diese Ideologie überdauerte alle Dynastien und prägt noch heute chinesisches Denken und Handeln.

In ihrem unterhaltsam wie hochinteressant geschriebenem Buch erklärt die Autorin die Lebenssituation chinesischer Frauen, ihre gesellschaftliche Rolle und Besonderheiten im Laufe der Geschichte. Die Familienstrukturen früherer Zeit lebte in Großfamilien, Hungernöte um 1960 sorgten für ein Umdenken und 1979 wurde die Ein-Kind-Politik ausgerufen. Das führte zur Tötung vieler neugeborener Mädchen und heute noch gibt es einen extremen Frauenmangel. 

Von Frauen wurde neben ihrer Schönheit, ihre Rolle als Mutter erwartet. Ein Beispiel für die chinesische Vergangenheit ist das fragliche Schönheitsideal der gebundenen Füße, Lotusfüßchen genannt, das unter großen Schmerzen und Qualen von den Mädchen und Frauen ertragen wurde und wie lange es gedauert hat, bis auf ein gesetzliches Verbot auch das endgültige Aus folgte.

Heutzutage werden die geltenden Schönheitsideale bei jungen Frauen von Schauspielerinnen vorgegeben. Schönheitsideale sind traditionell verwurzelt, heute boomt das Geschäft mit Schönheits-Operationen. Früher Lotusfüße, jetzt liegt der Fokus der Schönheit auf dem Gesicht und langen Beinen. In gewisser Weise ist das eine Emanzipation der Frau, aber dennoch folgen sie damit nur der chinesieschen Ideologie, um dann in den Hafen einer Ehe einzulaufen. Doch das Rollenverständnis vieler Frauen verändert sich allmählich, viele Chinesinnen sind gut ausgebildet und suchen andere Wege von Beziehungen. Aber immer noch wird von vielen Eltern auf Heiratsmärkten der Ehepartner ihrer Kinder ausgesucht und die Veränderung geht nur langsam vonstatten. 

Vriesekoop redet mit ihren Interviewpartnerinnen über die Aufklärung von Frauen und Mädchen, über Sexualität, HIV, Prostitution und Verhütung. Ganz besonders aussagekräftig ist die Meinung von Li Yinhe, Soziologin und Chinas größte Feministin unserer Zeit. Sie ist für Toleranz gleichgeschlechtlicher Verbindungen und für mehr Rechte der Frauen. Doch das ist noch ein fernes Ziel.

Der enorme wirtschaftliche Wandel, der China seit 1980 in extremer Weise vorangebracht hat, lässt sich leider nicht in allen Lebensbereichen und gesellschaftlichen Ebenen wiederfinden. Männer sitzen immer noch am längeren Hebel war Rollenverständnis und Einfluss ausmacht.


Der Epilog liest sich interessant und ein Glossar gibt Auskunft über wichtige Themen wie die Ein-Kind-Politik, Beamtenelite und chinesische Begriffe wie Banwei, Hukou und Wuwei.



Das Buch liest sich sehr interessant und es öffnet den Blick für das Leben von Frauen in China. Hier wird erklärt, wie die Rolle der Frau in der Gesellschaft entwickelt und verändert hat. Sehr informativ, aber auch interessant und unterhaltend zu lesen.





Freitags-Füller # 110







Mittlerweile haben die meisten Bäume ihre Blätter fast vollständig verloren. Manche schöne Herbstbepflanzung oder die roten Beeren mancher Büsche leuchten jedoch gegen das triste graue Einerlei gegenan. So kann auch der November noch schöne optische Farbpunkte setzen. 


 

Immer wieder kommt ein neuer Freitag ... und damit der Freitagsfüller! 

 

Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

 

1. Jetzt ist es schon wieder früh dunkel und die ersten vom Rauhreif überzogenen Dächer gab es auch bereits. Man kann es nicht mehr leugnen, der Herbst ist da.

 

2. Maschsee und Berggarten sind die Lieblingsorte in meiner Stadt.

 

3. Ein Feuerchen: Dieser Begriff klingt so verharmlosend, dabei ist Feuer so zerstörerisch und gefährlich.

 

4. Die Fenster müsste ich schon wieder putzen, jedenfalls nicht heute.

 

5. Bügelwäsche kann man auch übertreiben, nicht alles muss ja gebügelt werden.

 

6. Obstsalat und Suppen könnte ich gerade jeden Tag verspeisen. 

 

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine weitere Probe vom Gospelchor, morgen habe ich einen Einkaufsbummel geplant und Sonntag möchte ich einige Kleidungsstücke aussortieren, etwas für den Blog vorbereiten und lesen.

 

Wie sehen eure Pläne für die nächsten Tage aus?  

Ich wünsche ein schönes Wochenende!

Eure Sommerlese

 

Donnerstag, 1. November 2018

Das Weihnachtswunder - Angelika Schwarzhuber

Hätte noch weihnachtlicher sein können


Ein Schutzengel zum Bewachen

 

Angelika Schwarzhuber schrieb den Roman "Das Weihnachtswunder", der im Oktober 2018 im Blanvalet Verlag erscheint. 

Kathi arbeitet als Sekretärin in der Werbeagentur WUNDER. Obwohl sie dort viele kreative Ideen entwickelt, schmücken sich andere mit ihren erfolgsversprechenden Einfällen. Durch ihre Arbeit trifft sie den Fotografen Jonas, findet ihn sehr sympathisch, doch durch ein Missverständnis auf einer Firmenweihnachtsfeier zeigt sie ihm  das Gegenteil. Ihr Job ist ebenfalls gefährdet und so verlässt sie die Feier überhastet, stürzt im Schneetreiben und kommt erst wieder zu sich, als sich ihr Schutzengel über sie beugt. Dieser bietet Kathi seine Hilfe an, um ihr endlich zum Glück zu verhelfen. Kann dieses Wunder wahr sein?



Kathi ist Single, beruflich wie auch privat gerade völlig im Stress. Einerseits möchte sie es allen recht machen und sagt nie Nein, andererseits möchte sie in ihrer Agentur endlich im Werbebereich tätig sein und nicht ständig nur als Mädchen für alles ausgenutzt werden. Zumal ihre Ideen auch noch von anderen als ihre ausgegeben werden. Sie lernt Jonas kennen, könnte sich durchaus vorstellen, mit ihm befreundet zu sein, doch es kommt alles ganz anders. Ein besonderer Vorfall lässt sie von der Weihnachtsfeier weglaufen, sie landet mitten im Schneetreiben auf dem Friedhof und fällt dort auf den Boden. Ein Schutzengel namens Angelo verspricht ihr, ihren Herzenswunsch zu erfüllen. Doch lange Zeit kann Kathi gar nicht sagen, welches denn nun ihr persönlichster Herzenswunsch sein könnte. Eine schlankere Figur, ein besserer Job in der Werbeagentur, einen festen Freund oder doch endlich hinter das Geheimnis um ihren Vater zu kommen.

Dieser Roman hat mich gut unterhalten, die Geschichte mit dem Schutzengel ist nicht nur mit einem zwinkernden Auge zu betrachten und Kathi entwickelt sich von einer unsicheren Frau mit einem großen Herzen zu einer selbstbewussten Frau, die zu ihren Kurven steht und sich endlich gegenüber anderen behaupten kann.  

Die Szenen mit ihrem persönlichen Schutzengel sind kursiv gedruckt und zeigen die Sichtweise Angelos. Für mich war das etwas irreal, doch es hätte in der Geschichte auch etwas gefehlt, wenn man nicht mehr über ihn erfahren hätte.

Der stimmungsvolle Schreibstil von Angelika Schwarzhuber hat mich gleich mit der Geschichte gepackt und ich habe mich auf Kathis Seite geschlagen und für sie gehofft und ihre Entwicklung gern miterlebt. Dennoch hätte ich mir während der Handlung auch etwas mehr weihnachtliche Stimmung gewünscht und nicht erst am Ende des Buches. Dort sorgen einige Rezepte für Ideen, die eigene Wohlfühlstimmung damit zu verschönern. Zimtsterne, Schokokugeln und Gewürzkuchen verlocken zum Nachmachen.


Ein schön zu lesender Roman zur Winterzeit mit einem Schutzengel als Botschaft für Weihnachten.
 

***Herzlichen Dank an den Blanvalet Verlag und das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar!***