Dienstag, 5. September 2017

Leberkäsjunkie - Rita Falk

Auch wenn ich mich amüsiert habe, der Eberhofer schwächelt etwas, gesundheitlich und literarisch.


"Leberkäsjunkie" ist der siebte Teil von Rita Falks Provinzkrimireihe um Franz Eberhofer. Die Reihe erscheint bei der dtv Verlagsgesellschaft.

In Niederkaltenkirchen gibt es bei der "Mooshammerin Liesl" einen Hausbrand, sie war aber gerade im Urlaub. Ihr Pensionsgast Saskia Grimm verbrannte bei dem Feuer jedoch. Allerdings stellt sich bald heraus, dass Saskia vorher ermordet wurde und das Feuer nur zum Vertuschen gelegt wurde. Liesl findet bei den Eberhofers ein neues Notquartier, Franz ist alles andere als erfreut. 
Als Tatverdächtiger wird die Schwarze Perle des FC Rot-Weiß Kaltenkirchen, der angolanische Fußballer Buengo verhaftet. Natürlich möchte der Bürgermeister nicht auf diesen torstarken Spieler verzichten und holt Franz wieder aus München zum Ermitteln nach Niederkaltenkirchen zurück.




Ich bin bekennender Fan vom Eberhofer und dieser Krimireihe. Zu gern lese ich von den mir bekannten schrulligen Charakteren und begleite Franz bei seinen Ermittlungen. Wie er seine Fälle aufklärt, ist immer wieder eine große Überraschung, denn seine Methoden sind alles andere als geniale Aufklärungsarbeit. Meistens hilft ihm sein alter Spezi Rudi Birkenberger dabei. 

Beim vorliegenden Mord an der jungen Saskia Grimm hat Franz eine harte Nuss zu knacken, doch er kann sich kaum auf den Fall konzentrieren, denn er ist richtig krank. Er hat starke Schmerzen, seine Cholesterinwerte sind extrem hoch und so wird er vom Arzt auf eine fleischlose, gesunde Diät gesetzt. Dabei sind Schweinsbraten, Speckknödel und Leberkäse Franz Lieblingsgerichte. Aber auch die Oma, sonst immer ein Garant der fleischlastigen Küche, zieht mit dem behandelnden Arzt an einem Strang und serviert zum Frühstück Smoothies, mittags Gemüsecurry und lauter gesunde Sachen. Franz ist verzweifelt, doch den Weg zum Simmerl findet er allemal. 

Diese Diätversuche, vor allem aus der Sicht vom Franz, haben mich sehr amüsiert. Auch die Sache mit Franz Papa hat Schwung in die Geschichte gebracht, er wandelt jetzt auf Freiersfüßen und Franz erkennt ihn kaum wieder. Die anderen skurrilen bekannten Figuren wie Flötzinger und Simmerl Junior sorgen ebenfalls für Wiedersehensfreude beim Lesen.

In diesem Krimis geht es vermehrt um das Privatleben vom Franz, wir lernen seinen Sohn Paul kennen, der mit Mutter Susi die Freitagnachmittage gemeinsam mit Franz verbringt. Mehr Familienleben ist aber nicht vorgesehen und so lebt Franz eigentlich immer noch wie ein Junggeselle in seinem Saustall.
Die Krimihandlung benötigt einige Anlaufzeit und auch dann kommt sie nur schwer in Gang. Die Auflösung ist unwiderlegbar, ich hätte mir mehr Spannung gewünscht und die Erzählkraft verebbt auch ein wenig in Franzens Ernährungsproblem.  

Alles in allem ein unterhaltsamer Krimi mit dem gewohnten Lokalkolorit und den bekannten Figuren. 

 




Kommissar Franz Eberhofer
1: Winterkartoffelknödel
2: Dampfnudelblues
3: Schweinskopf al dente
4: Griessnockerlaffäre
5: Sauerkrautkoma
6: Zwetschgendatschikomplott
 
 

 

Kommentare:

  1. Einen wunderschönen guten Abend:)
    Die ganzen Bücher bzw. Krimis vom Eberhofer kenne ich auch- das wizige ist, tauschst Du das "E" mit einem "O", dann hast meinen Nachnamen :D
    Die Bücher sind sehr witzig und gut geschrieben. Die Verfilmungen hingegen mag ich nicht. Der Schauspieler ist mir total zuwider- kennst Du die auch bzw. wie ist Deine Meinung dazu?
    Wusstest Du, dass es von diesen Büchern auch ein Kochbuch gibt?
    Wäre für Dich vielleicht sehr interessant, da Du ja schon einige Bücher von dem Autor rezensiert hast.
    Liebste Grüße
    Andrea

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    1. Hallo Andrea,

      auch für dich einen schönen Abend! Langsam hält der Herbst Einzug und man freut sich auf die Wärme im Haus.

      Der Buchstabentausch bei den Namen ist ja echt witzig!

      Ich mag den Schauspieler sehr gerne, schliesslich spielt er den Franz genauso, wie ich ihn mir im Buch immer vorgestellt habe. Aber Geschmäker sind nun mal verschieden.
      Von dem Kochbuch habe ich schon gehört, aber in den Büchern gibt es ja auch immer einige Rezepte. Wenn ich wirklich mal etwas bayrisches kochen will, habe ich hier genügend Kochbücher zum Nachschlagen liegen.

      LG Barbara

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