Samstag, 1. Januar 2022

Unser kostbares Leben - Katharina Fuchs

Das Jahr fängt mit diesem Lesehighlight gut an

Diese intensiv erzählte Zeitreise weckt Erinnerungen an meine Jugend

Im Droemer Verlag erscheint Katharina Fuchs neuer Roman "Unser kostbares Leben". 

Mainheim 1972: Minka und Caro sind Nachbarskinder und Freundinnen, ihre Väter haben als örtlicher SPD-Bürgermeister und Direktor der ansässigen Schokoladenfabrik völlig unterschiedliche politische Einstellungen. Zu dieser Zeit kommt das vietnamesische Waisenkind Claire im Kinderheim an, sie ist eine von vielen Boatpeople, die in Deutschland aufgenommen werden. 

 



In diesem Roman lässt Katharina Fuchs die 70er und 80er Jahre aufleben und beschreibt mit einer bildhaften, fesselnden und leicht wirkenden Erzählweise das Zeitgeschenen und lässt es authentisch durch die Lebenswege ihrer Protagonistinnen Minka, Caro und Claire auf uns wirken. 

Minka und Caro wachsen in einer kleinen Industriestadt auf und merken immer mehr, wie die ehemals grüne Idylle ökologisch zu kippen droht. Inzwischen ist das Flusswasser vergiftet und die ansässige Pharmaindustrie setzt zahlreiche Tierversuche und Experimente mit Psychopharmaka ein, die nicht nur die Tiere schädigen. Das erwachende Umwelt-Bewusstsein der Mädchen sorgt dafür, dass sie etwas ändern wollen und sich dafür einsetzen, sei es als Journalistin oder als Aktivistin und politisch Engagierte. Denn am Ende muss man sich fragen: Wie kostbar ist ein Leben?

Meine Kindheit und Jugend habe ich in der Zeit der 70er und 80er Jahre verbracht und konnte beim Lesen mit meinen eigenen Erinnerungen genau in diese Zeit eintauchen. Katharina Fuchs beschreibt die damalige politische Situation und die Entwicklung eines neuen, grünen Umweltbewusstseins so intensiv und umfassend, dass ich von ihrem Buch einfach nur begeistert bin. Mit ihren Protagonistinnen verleiht sie der Zeit eine anschauliche und emotionale Seite, die Schicksale zeichnet, erklärt und das damalige Leben aus Kinder- und Jugendsicht deutlich macht. 

Bei diesem Buch zeichnet die Autorin ein umfassendes Bild der damaligen Zeit zu der Umweltzerstörung, politische Mitsprache der Bevölkerung durch Demos und das Leben in Kommunen gehören. Mitten in diese Bereiche tauchen ihre Protagonistinnen ein und machen auf lebendige Weise die Zeit realistisch spürbar. 

Die Charaktere sind einfach perfekt gewählt, aus kindlicher Anschauung heraus entwickeln sie das Bewusstsein für die beginnende Umweltverschmutzung, erleben am eigenen Leib Versuche mit Psychopharmaka und merken, dass sie sich für die Verbesserung der Natur und Gesellschaft einsetzen müssen. Minka schlägt den Weg des Protests ein und lebt in einer Kommune, Caro möchte Klarheit hinter so manchen Skandal bringen und wird Journalistin und ser fleißigen wie intelligenten Claire liegt die Gesundheit der Menschen am Herzen und sie geht in die Forschung.

Bei diesem umfangreichen Buch wird man von Anfang bis Ende gut unterhalten, es bleibt durch die Lebenswege und Enthüllungen dauerhaft spannend und ich fühlte mich in diese Zeit zurückversetzt und es kommen beim Lesen Erinnerungen hoch. 

Mit "Unser kostbares Leben" ist Katharina Fuchs ein packendes Leseerlebnis gelungen, sie entwickelt sich immer mehr zu meiner Lieblingsautorin. Bisher hat mich jedes ihrer Bücher überzeugen können und ich kann alle uneingeschränkt weiterempfehlen. 

 

***Herzlichen Dank an Vorablesen und den Droemer Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***

 

2 Kommentare:

  1. Huhu,

    wie, das Jahr ist gerade mal 16 Stunden alt und du hast schon ein Buch durchgelesen? Ich habe noch nicht eine Seite gelesen. O.O

    Ich habe bisher was gegessen, Skispringen geschaut und nebenbei meinen Bücherstapel aus 2021 aufgebaut, um ein Foto zu machen, die Spülmaschine angestellt und eine Waschmaschine durchgejagt. Ende. Du bist der Wahnsinn!

    Schön, dass das erste Buch direkt so gut gewesen ist! Das darf dann ja so weitergehen!

    Erstaunte Grüße,
    Sandra

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    1. Hallo Sandra,

      ach, doch nicht an einem Tag! :-) An dem Roman lese ich seit 6 Tagen und habe ihn gestern um 10 Minuten vor 24 Uhr beendet. Da kommt heute gleich mal die Rezi, vorhin hatte ich die Zeit dazu und auch die Muße.

      Ich bin seit 8 Uhr wach, wir haben gefrühstückt, sind dann spazieren gegangen (ich habe geschwitzt bei den lauen 13 Grad), außerdem musste ich nicht groß kochen, bei uns gab es den Salat von gestern und dazu noch Vitello tonnato vom Supermarkt.

      Ich hoffe doch auch, dass die Buchauswahl weiter so gut läuft. Du hast hoffentlich noch ein paar schulfreie Tage!

      Liebe Grüße
      Barbara

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