Mittwoch, 19. Juli 2023

Emil Nolde Farbige Notizen - Christian Ring

Persönliche Skizzen von Emil Nolde

 
Im Prestel Verlag erscheinen Emil Noldes "Farbige Notizen /Coloured Notes", die von Christian Ring zusammengestellt und beschrieben werden. Christian Ring (*1976) ist seit 2013 Direktor der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde in Seebüll. 
 
Emil Nolde fertigte als Momentaufnahmen Skizzenblätter an, die er selbst als „intime farbige Notizen“ bezeichnete. In diesem Geschenkband sind dreißig der schönsten Skizzenblätter enthalten, von denen zwölf erstmals hier veröffentlicht sind. 
  
 

Der Künstler Emil Nolde (1867–1956) gilt als einer der Hauptvertreter des deutschen Expressionismus und als Künstler der Klassischen Moderne. Nach Studienjahren entfernte er sich unter dem Einfluss des Neoimpressionismus vom romantischen Naturalismus und begann mit seinen farbig leuchtenden Blumenbildern und reiste um 1913/14 in die Südsee. Er blieb zeitlebens mit der Natur und seiner Heimat im deutsch-dänischen Grenzgebiet verbunden.
 
In diesem schön ausgestatteten Buch darf man sich auf dreißig farbige Kreidezeichnungen Noldes freuen, die er in erster Linie für sich als Gedankenstütze für spätere Gemälde angefertigt hat.  
 
Christian Ring startet mit einer Einführung über den Expressionisten Emil Nolde und gibt darin Erklärungen zum persönlichen Schatz des Künstlers ab, seine kleinen, farbigen Kreidezeichnungen, von denen es etwa vierhundert gibt. Sie befinden sich im Nachlass des Künstlers, der in der "Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde" verwaltet wird. Das Buch hat eine Besonderheit, denn der Text wird im Anschluss an den Deutschen auch auf Englisch vorgestellt. 
 
Zu den Skizzen wird der Titel und die Größe des Bildes genannt, teilweise auch das Entstehungsjahr.   Die Skizzen zeigen Flora und Fauna, aber auch Personen und erstrahlen in voller Farbbrillanz, die Reproduktion der Werke ist also qualitativ hochwertig. Man kann die Strichführung, die Schattierungen und auch den Farbauftrag sehr gut erkennen. Auf mich persönlich wirken die Skizzen jedoch nicht so ausdrucksstark wie die Gemälde.
 
Nach dem Abschnitt mit den Kreidezeichnungen gibt es eine kurze Biografie mit den wesentlichen Daten des Künstlers. Auch diese wird auf Englisch wiederholt. 
Den Abschluss des Buches macht der Artikel "Zur Südseereise", in der Christian Ring Noldes Porträt-Auftrag der Bevölkerung erwähnt und seine späteren Gedanken zum Kolonialismus zitiert.

 
Für Nolde-Fans ist dieser hübsche Geschenkband eine Möglichkeit, mehr über den Künstler zu erfahren und durch die Skizzen den persönlichen Moment zu sehen, den Noldes Augen als Motiv faszinierte.

***Herzlichen Dank an den Prestel Verlag und das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar!***
 

 

 Emil Nolde (Christian Ring) - Die Kunst selbst ist meine Sprache

 

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