Montag, 30. Juli 2018

Die Geschichte des Wassers - Maja Lunde

Wieder ein einzigartiger und berührender Umweltroman von Maja Lunde. 


Maja Lundes Roman "Die Geschichte des Wassers" erscheint 2018 im btb Verlag.


Norwegen, 2017: Die 70jährige Signe kämpft gegen den Abbau von Gletschereis und für den Erhalt von Wasserläufen. Sie versucht die Menschen davon zu überzeugen, wie wichtig es ist, die Natur zu retten. Darüber verliert sie ihre engsten Beziehungen zu ihrer Mutter und ihrem Freund. Mit einer besonderen Fracht segelt sie allein nach Frankreich. 

Frankreich 2041: Überall herrscht Dürre, Regen gibt es schon lange nicht mehr. Die Wasserknappheit verschärft sich täglich mehr und die Menschen in Südeuropa machen sich als Flüchtlinge auf in den Norden. So geht es auch David und seiner Tochter Lou, die in einem Lager Signes altes Segelboot entdecken.


"Das ganze Leben ist Wasser,... und ich nannte meine Welt Erde, aber ich dachte, eigentlich müsste sie Wasser heißen." Zitat Signe Seite 17


"Wir hatten nur das salzige Meer. Und die Dürre. Sie war unsere Flut, sie war unaufhaltbar." Zitat David Seite 34

Auch in diesem Buch befasst sich Maja Lunde nach "Die Geschichte der Bienen" mit der Natur, in diesem Fall dreht es sich um Wasser, bzw. fehlende Wasservorräte, leere Brunnen, Dürre und Perspektivlosigkeit ohne das lebensspendende Nass.

Wenn man in diesem heißen und sehr trockenen Sommer diesen Roman liest, hat man die Dringlichkeit von Klimaschutz und Wasserproblematik doppelt vor Augen. Wir müssen etwas tun zum Erhalt unserer Umwelt und insbesondere gegen das Abtauen der Gletscher an den Polen unserer Erde.

Da wird Gletschereis abgebaut, um irgendwelchen Snobs auf der Welt ihre Getränke extravagant zu kühlen. Was für eine abartige Idee! 

Klimaveränderungen, Polkappenschmelze und fehlender Regen sorgen für Dürre, Pflanzen vertrocknen, die Nahrungsgrundlage für Mensch und Tier wird vernichtet. Überleben auf der Erde kann nur mit Wasser funktionieren. Auch wenn Salzwasser im Überfluss vorhanden ist, bedeutet dieses laut einem Zitat: "Salz bedeutet Tod." 

In zwei Erzählsträngen erfahren wir die persönliche Geschichte von Signe aus Norwegen, die sich als Umweltaktivistin für das Wasser einsetzt. Ihr ganzes Leben widmet sie diesem Kampf, private Lebensziele und Familiengründung bleiben durch ihr Vorhaben auf der Strecke. 

David lebt mit seiner Familie 37 Jahre später in Frankreich und muss vor der Dürre nach Norden fliehen. Dabei verliert er seine Frau und seinen kleinen Sohn, nur seine Tochter ist ihm noch geblieben und er versucht die rettende Flucht nach Norden.

Beide Handlungsstränge handeln vom Wasser, jede hat bestimmte Ausprägungen und Vorkommnisse zu berichten. Doch dann verbinden sich beide Geschichten an einer bestimmten Stelle im Buch auf wunderbare Art und Weise, die mich überrascht und auch sehr berührt hat. 
Der Erzählstil aus Sicht der zwei Protagonisten ist einfach gehalten, kurz, prägnant und trocken, als ob die Charaktere nicht viel Energie auf ihre Erzählung verwenden wollen. Als ob sie mit ihrem Wasserhaushalt im Körper auf diese Weise sparsam ungehen wollen.

Wieder ist Maja Lunde ein einzigartiger Roman gelungen, indem sie sich mit Umweltproblemen auseinandersetzt und ihre Charaktere den Folgen von Naturkatastrophen aussetzt. Sie schafft es, ihre Leser wachzurütteln, mit den großen Klimaschutzproblemen unserer Zeit zu konfrontieren und vielleicht auch im Kleinen ein Umdenken und im eigenen Verhalten zu bewirken.



Ein ganz besonders aufrüttelnder Roman der Extraklasse und ein lesenswertes Buch mit einem unausweichlichen Sog. Ich bin schon auf Maja Lundes nächstes literarisches Werk gespannt.




Kommentare:

  1. Liebe Barbara!
    Mich konnte Maja Lunde mit dieser Geschichte leider nicht ganz überzeugen.
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Hallo Martina,

      für mich war das Buch in der jetzigen Hitzewelle sogar fühlbar. Und ich mochte es, wie die Handlungsstränge zusammenführten.
      Wird sicher bald wieder ein Buch der Autorin erscheinen, vielleicht liegt dir das mehr.

      LG Barbara

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  2. Hey Barbara,

    du hast recht, das ist für die heutigen Temperaturen genau die richtige Lektüre! hihi Obwohl, im Buch herrscht Wassermangel. Hat das nicht noch mehr die Sehnsucht nach Wasser und einer Abkühlung gesteigert? ;-)

    Mich hat das Buch leider enttäuscht. So, dass ich nicht unbedingt Lust auf das nachfolgende habe. Mal sehen, um was es gehen wird, dann entscheide ich spontan.
    HIER kannst du mal in meine Rezi schauen. :-)

    GlG, monerl

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    1. Liebes Monerl,

      klar kam mir die Hitze und mein Durst durch die aktuelle Situation und den Buchinhalt mehr vor, aber ich konnte es ja mit vorhandenem Leitungswasser stillen.

      Deine Rezi habe ich gelesen und ich kann deine Kritik nachvollziehen. Mir hat die Geschichte um David jedoch auch den Zustand von Flüchtlingen vor Augen gehalten und das macht dann doch sehr betroffen.

      Liebe Grüße

      Barbara

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