Mittwoch, 26. September 2018

Unverfrorene Freunde - Klemens Pütz

Geniales von Meisterschwimmern und Kieselsteinfressern


Klemens Pütz ist Pinguinforscher, Dunja Batarilo ist Reporterin und Autorin, ihr gemeinsames Buch zeigt Fachwissen und Besonderheiten von Pinguinen auf eindrucksvolle und interessant Weise. Das Sachbuch "Unverfrorene Freunde" erscheint im Ullstein Verlag, es enthält anschauliches Karten- und Fotomaterial. 

Seit fast dreißig Jahren erforscht Klemens Pütz das Leben von Pinguinen und reist jeweils für mehrere Monate in die Antarktis. Er hat sich der Erforschung und dem Erhalt dieser putzigen Tiere verschrieben. Sein Buch eröffnet Einblicke in den Alltag dieser faszinierenden Vögel und zeigt auf, wie wir sie schützen können.

Klemens Pütz, ist promovierter Meeresbiologe und erforscht seit rund dreißig Jahren das Leben der Pinguine. Als Mitbegründer des Antarctic Research Trust kaufte er auf den Falklands mehrere kleine, unberührte Inseln, um dort den Lebensraum für die tierischen Bewohner der Antarktis und der Subantarktis zu erhalten.



Info:
Die Pinguine sind eine Gruppe flugunfähiger Seevögel der Südhalbkugel. Man unterscheidet 18 Arten aus 6 Gattungen. Interessant ist bei ihnen die sogenannte Bergmann´sche Regel: je wärmer die Umgebung, desto kleiner die Pinguine und umgekehrt. Königs- und Kaiserpinguine sind die größten, Zwergpinguine in Australien die kleinsten ihrer Art.

Die meisten Menschen lieben Pinguine und lassen sich von ihrem niedlichen Aussehen hinreißen.  
Pinguine gehören zur Gattung der Vögel, dabei ist ihr eigentlicher Lebensraum das Meer. Durch ihr Federkleid und ihre Körperform haben sie sich dem Leben imWasser evolutionsmäßig angepasst. An Land wirken sie mit ihrem Watschelgang eher unbeholfen und putzig. Zur Eiablage, zum Ausbrüten und der Aufzucht der Jungvögel ist aber ein Landaufenthalt unumgänglich.
Pinguine leben recht sozial, überwiegend monogam, nehmen sich für die Kinder "Elternzeit" und haben sogar einen Kindergarten.  
Ihr Lebensraum ist dem Klimawandel unterworfen, sie leiden unter den Folgen von Ölpest und der zunehmenden Verschmutzung der Meere, insbesondere unter Plastik.


Der Schreibstil ist locker, gut zu lesen, auch wissenschaftlich angehaucht und man erfährt Dinge, wie Klemens Pütz "seine" Pinguine erforscht und was er mit ihnen erlebt hat. Wie Pinguine ihre Nahrung fangen, welche Funktion ihr Federkleid übernimmt. Pinguine sind Indikatoren für ihr Ökosystem.
Vielseitiges Wissen und wissenschaftlich gewonnene  Erkenntnisse werden hier auch für Laien mit einigen Anekdoten unterhaltsam aufbereitet. Das Thema mit ihrer Ernährung bekommt im Buch einen etwas ekligen Beigeschmack, denn der Wissenschaftler untersucht regelmäßig den Mageninhalt der Tiere. Für die Forschung muss man auch unangenehme Dinge in Kauf nehmen, die scharfen Schnabelhiebe der Tiere haben Pütz auch schon häufig zugesetzt.  

Wunderschöne Fotos von Pinguinarten vervollständigen dieses Sachbuch. Wer sich noch mehr mit dem Thema beschäftigen möchte, findet einige weiterführende Literaturangaben und Websites im Anhang. 
Dieses Buch zeigt viel Wissenswertes und reichliche Informationen über das Leben der Pinguine, ihr Verhalten und ihre Lebensgewohnheiten, die Gefährdung der Tiere durch Umweltverschmutzung, Artenschutz und Forschung und Pinguintourismus. Jeder mag diese putzigen Tiere gern und daher ist Aufklärung auch der richtige Weg für den Erhalt dieser teilweise schon bedrohten Arten.
  

Ein geniales Sachbuch, das Fachwissen und Besonderheiten von Pinguinen auf eindrucksvolle und interessante Weise darstellt und es auch Laien verständlich macht. Ein Plädoyer für den Artenschutz von Pinguinen und ein absolut empfehlenswertes Buch über die Welt der Tiere.



***Vielen herzlichen Dank an den Ullstein Verlag für die Übersendung dieses Rezensionsexemplars!***




Kommentare:

  1. Hallo,
    ich grüble grad ein bisschen, was bedeutet "wissenschaftlich angehaucht". Geht es in Richtung "Wissenschaft einfach erklärt" oder ist es eher eine Erzählung, die dann und wann wissenschaftlich untermauert wird?
    Ich hatte einmal das große Glück, einen Pinguin streicheln zu dürfen. Glatt und seidig-weich, so fühlt es sich an. Ich hatte ein Praktikum im Walsroder Vogelpark gemacht und ein Jungpinguin, der von Hand aufgezogen werden musste, wurde mit seinen Artgenossen zusammengebracht. Ein berührendes Erlebnis!
    LG
    Daniela, der Buchvogel

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    1. Hallo Daniela,

      es gibt wissenschaftliche Erklärungen, die man ganz gut nachvollziehen kann. Ansonsten klärt der Autor regelrecht auf, Erzählung trifft es nicht ganz.

      Pinguine sind toll und um dein Praktikum beneide ich dich. Hier ist ein Post von einem Besuch dort. https://sommerlese.blogspot.com/2018/06/weltvogelpark-walsrode.html

      Liebe Grüße Barbara

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