Mittwoch, 12. August 2020

Grandhotel Schwarzenberg – Der Weg des Schicksals

Wunderbares Lesevergnügen mit Suchtpotential


Sophie Olivers historischer Roman "Grandhotel Schwarzenberg – Der Weg des Schicksals" ist der Auftaktband ihrer Grandhotel-Reihe aus Bad Reichenhall. Das Buch erscheint im Lübbe Verlag.

Bad Reichenhall, 1905. Anna Gmeiner lebt in bescheidenen Verhältnissen mit ihrem Vater zusammen, der Bruder verunglückt bei der Arbeit. Anna verliebt sich in den Salzsieder Michael und beide träumen von einer gemeinsamen Zukunft. Durch trügerische Umstände verliert Michael seine Anstellung und will in Amerika sein Glück suchen und dann Anna ehelichen. Doch das Schicksal spielt ihnen ein übles Spiel und Anna muss in eine Notehe einwilligen.


Bei diesem Roman geht es um zwei Frauen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten. Anna, die aus einer ärmeren Familie stammt und Katharina, die als Tochter der Familie von Feil in einer Burg wohnt und einen hohen Lebensstandard gewohnt ist. Sie liebt einen Rittmeister, der allerdings nicht standesgemäß erscheint und heiratet einen reichen Geschäftsmann. Die Ehe verläuft allerdings nicht sehr glücklich. 

Sophie Oliver stellt ihre Geschichte vor den Hintergrund der Jahrhundertwende im aufstrebenden Kurort Bad Reichenhall. Im Salzhandel gewann die Stadt an Einfluß und Reichtum, jetzt bieten Kuranwendungen den reichen Gästen Entspannung und angenehmen Aufenthalt. Dafür sorgen die einfachen Leute, die als Bedienstete schwer arbeiten und auch der Meinung ihrer Vorgesetzten willkürlich ausgesetzt sind. Welche Möglichkeiten und Widrigkeiten die kleinen Leute haben, wird in diesem Buch sehr eindrucksvoll am Beispiel von Anna Gmeiner und ihrer Familie gezeigt. Die Gesellschaftsschichten zu überwinden und auch am Reichtum teilzuhaben, war schlichtweg unerwünscht und wurde mit allen Mitteln verhindert.

Ein einnehmender und wunderbar zu lesender Schreibstil bezaubert mit bildhaften Beschreibungen der Mode, des Lebensstils und der Figuren, das sorgt für ein echtes Lesevergnügen und lässt ein Kopfkino ablaufen. Mir haben besonders die fein gezeichneten Charaktere, die bösen Figuren und die Wortwechsel gut gefallen, sie entsprechen dem Zeitgeist und ich konnte mich genau in diese Zeit hineinversetzen. 
Auch an Spannungspotential fehlt es nicht, die Autorin erreicht mit einigen dargestellten Widrigkeiten, Übergriffen und willkürlichen Entscheidungen reichlich Dramatik, die den Leser an den Roman fesselt und mit den Figuren mitbangen und hoffen lässt.  

Anna hat große Schwierigkeiten, allein durchzukommen, doch sie kämpft sich auch ihrer Not heraus vorwärts und lässt sich nicht unterkriegen. Katharina hat nicht diesen Kampfgeist, sie ergibt sich in ihre Situation und hat mit ihrem Selbstmitleid zu kämpfen. 
   
"Grandhotel Schwarzenberg" hat mir sehr gut gefallen, einige Figuren sind mir ans Herz gewachsen und ich habe mit diesem Roman wunderbare Lesezeit verbracht. Ein toll geschriebener historischer Auftaktband mit Suchtpotential!


***Herzlichen Dank an den Lübbe Verlag und Literaturtest für die Zusendung eines Leseexemplars!***




Kommentare:

  1. Liebe Barbara,

    es freut mich sehr, dass du so tolle Lesestunden mit dem Buch verbracht hast und dich auf die Fortsetzung freuen kannst. ;)

    Ich bin bei Reihen sehr zurückhaltend geworden und verfolge nur wenige konsequent.

    Hoffentlich lässt Band 2 nicht allzu lang auf sich warten, damit du das Lesevergnügen schon bald wiederholen kannst?!

    Sei mir ganz lieb gegrüßt, Hibi

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    1. Liebe Hibi,

      deine Besuche auf meinem Blog habe ich schon vermisst. Und auch immer mal auf deinem Blog gestöbert.

      Dieser Auftakt war einfach toll, ob ich die weiteren Bände lesen werde, ist noch fraglich. Schliesslich kommen immer wieder andere gute Romane raus, aber ich würde die Reihe schon gern weiter verfolgen.

      Herzliche Sommergrüße
      Barbara

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  2. Liebe Barbara,
    das Suchtpotential habe ich auch empfunden!
    Ich hatte die Geschichte in kurzer Zeit durchgelesen und war genau so wie Du begeistert!
    Ich werde die Trilogie auf jeden Fall weiterlesen.

    Liebe Grüße
    Conny

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    1. Hallo Conny,

      deine Rezi habe ich noch gar nicht entdeckt. Hattest du vielleicht das e-book?
      Wie schön, dass wir nun wieder eine neue Gemeinsamkeit haben. :-)

      Liebe Grüße
      Barbara

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    2. Hallo Barbara,
      ja ich habe ein eBook, auch über Literaturtest erhalten.
      Die Rezi muss ich noch schreiben, ich hänge mal wieder hinterher....

      Liebe Grüße
      Conny

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    3. Hallöchen Conny,

      ach so, ich dachte, das e-book wäre von dir schon rezensiert und ich habe die Rezi nur nicht entdeckt.
      Mit manchen Rezis lasse ich mir auch gern Zeit, es schreiben sich auch nicht alle gut.
      Liebe Grüße
      Barbara

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  3. Liebe Barbara,
    nun habe ich ja endlich meine Rezi dazu auch geschrieben und kommentiere gern bei "anderen" Bloggern. Ich mach das immer gern erst hinterher. Ja das ist eine Reihe genau nach meinem Geschmack. Bin gespannt wie es weitergeht. Warte dann halt auf TB, lese ja keine E-Books ☺
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Hanne

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    1. Liebe Hanne,

      das kann ich gut verstehen. Vor meinem eigenen Rezientwurf lese ich andere Rezis auch ungern. So mancher Gedanke bleibt hängen und das möchte ich nicht.


      Liebe Grüße und dir auch ein schönes Wochenende
      Barbara

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  4. Liebe Barbara,

    Schön, dass dir das Buch so gut gefallen hat und du dich jetzt auf den nächsten Band der Reihe freuen kannst. Für mich ist es glaube ich nicht so ganz das richtige Buch. Ich bin ein wenig übersättigt, was das 19. und 20. Jahrhundert angeht. Mal sehen wie lange dieser Trend noch anhält. Leider findet man im historischen Bereich derzeit kaum noch etwas anderes, zumindest bei den Neuerscheinungen.

    LG, Moni

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  5. Liebe Moni,

    zu dem Zeitbereich gibt es einiges, das stimmt. Ob ich den nächsten Band noch lese, kann ich nicht genau versprechen, auch wenn ich es vorhatte. Ich habe einige Bücher zu rezensieren, und das braucht auch seine Zeit, auch eine Leserunde ist noch dazugekommen.

    Liebe Grüße
    Barbara

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