Freitag, 6. April 2018

Verblendung: Die Millennium-Trilogie 1 - Stieg Larsson

Ein exquisiter Thriller mit Lesesogwirkung


Der Thriller "Verblendung" war der große Auftakt des schwedischen Schriftstellers Stieg Larsson, der 2004 im Alter von nur 50 Jahren verstarb. Die Millennium-Trilogie wurde ein Riesenerfolg und wird im Heyne Verlag aufgelegt.

Aufhänger des Thrillers ist die Person Harriet Vanger. Ihr mysteriöses Verschwinden während eines Familientreffens bleibt spurlos und 20 Jahre später lässt ihr Onkel, der Fabrikant Henrik Vanger den Wirtschaftsjournalisten Mikael Blomkvist in dieser Sache recherchieren. Offiziell betreut er Mikael mit dem Schreiben seiner Biografie und verspricht ihm hochbrisantes Material, das Blomkvist für seine investigative Tätigkeit von Nutzen sein kann. Blomkvist zieht die talentierte, aber sehr eigenwillige Hackerin Lisbeth Salander hinzu. Gemeinsam stossen sie auf dunkle Kapitel in der Geschichte der Familie Vanger. Dadurch wird viel Staub aufgewirbelt, der tiefgreifende Folgen hat. 



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"Verblendung" habe ich schon vor einigen Jahren gelesen, das Buch hat mich beim Lesen mitgerissen, es ist ein hochspannender und perfekt aufgebauter Thriller, der eine unbeschreibliche Sogwirkung hat. 
Auch wenn das Buch über 750 Seiten  Auf rund 750 Seiten schafft es Stieg Larsson den Leser immer wieder auf falsche Fährten zu führen und erläutert dabei noch zusätzlich die Untiefen und Abgründe der Familie Vanger. 
 
Dieser Thriller beeindruckt meiner Meinung nach besonders durch seine speziellen Protagonisten und ihre ausgeklügelte harmonische Zusammenarbeit, die schon regelrechte Überfliegerqualitäten aufweist. Manche Geheimnisse werden allerdings zu übertrieben ausgekundschaftet, so ist keine noch so gesicherte Datenbank vor Lisbeth sicher. Sie ist die Hackerin schlechthin, dabei ist sie eigentlich eine sozial recht inkompetente Person, die traumatische Erlebnisse hinter sich hat und sogar unter Vormundschaft gestellt ist. Durch ihr auffallendes Äußeres mit Tattoos und Piercings hat sie einen großen Wiedererkennungswert. Sie misstraut jedem und ist gnadenlos und kämpferisch und ist trotz ihrer merkwürdigen Art ein sehr interessanter Charakter.

Dagegen wirkt Mikael Blomkvist relativ blass. Er wird zwar als von Frauen umschwärmter Typ dargestellt, doch das wirkt ziemlich unglaubwürdig. Vielmehr gibt er jeder Frau eine Chance und weiß scheinbar nicht, ob er überhaupt eine monogame Dauerbeziehung führen möchte. Als Ermittler punktet er jedoch mit Entschlossenheit und Mut und findet ständig neue Ermittlungsideen.

Aber gerade die speziellen Schwächen der Protagonisten lassen die Ecken und Kanten entstehen, die Personen erst richtig lebendig machen.

Ein recht langer Auftakt führt den Leser in die Handlung ein. Dabei ist manche Ausführung schon sehr gedehnt. Auch die Familiengeschichte der Vangers und die wirtschaftlichen Verknüpfungen sind recht kompliziert und nicht so leicht zu durchschauen. Leider fehlte mir der inhaltliche Bezug des Titels völlig. 

Der Schreibstil ist ziemlich flüssig und klar und man folgt der Geschichte gespannt. Hier wird gut dargestellt, wie die Personen ticken, welche Atmosphäre bestimmte Orte umgibt und wie Handlungen und Ermittlungsergebnisse die Stimmung beeinflussen.  Auch die Spannungskomponente ist gut ausgebaut und steigert sich bis zum Ende.


Ein super spannender Thriller mit ausgefallenem Potential der Charaktere und einer gut durchdachten Geschichte mit unerwarteten Wendungen. Besonders die 007 Qualitäten von Lisbeth Salander muss man gelesen haben. 



[Werbung] Ich möchte darauf hinweisen, dass ich für diesen Beitrag nicht bezahlt wurde und ihn aus freien Stücken veröffentliche.

Ältere Rezi, die ich der Vollständigkeit halber auf meinem Blog posten möchte. 

Kommentare:

  1. Hallo Barbara,

    ich gebe dir absolut recht! Dieses Buch und die ganze Trilogie ist grandios. Eine meiner liebsten Krimireihen. Ich habe sie verschlungen, obwohl sie ja recht dick sind. Aber der Autor hatte so ein feines Händchen für die Geschichte und die Charaktere, was selten in dem Maße der Fall ist.

    Den 4. Teil, der von David Lagercrantz geschrieben wurde, fand ich auch noch ganz gut. Den neuesten 5. Band traue ich mich aber nicht mehr zu lesen / hören. Habe zu viele gespaltene Meinungen gelesen und bin mir nicht sicher, zu welchem Lager ich tendieren werde. Lieber behalte ich die ersten vier Bücher in sehr guter Erinnerung. ;-)

    Hab ein schönes Wochenende,
    glG vom monerl

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    1. Wow, Monerl!

      Du bist ja schnell mit deinem Kommentar.
      Leider habe ich die Bücher nicht mehr in meinem Schrank, ich glaube, ich hatte sie ausgeliehen.
      Den 4.und 5. Teil habe ich beide noch nicht gelesen. muss ich unbedingt mal nachholen.

      Auch für dich ein schönes, vor allem sonniges Wochenende und entspannende Erholung mit einem guten Buch.
      LG Barbara

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  2. Hi Barbara, die Reihe ist wirklich klasse. Ich bin noch immer etwas traurig, wenn ich daran denke, wie früh der Autor verstorben ist. Die Nachfolgebände sind auch sehr spannend, aber ich glaube, wenn Stieg Larsson selbst hätte weiterschreiben können, wäre es noch besser geworden.
    Liebe Grüße
    Walli :-)

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    1. Hallöchen Walli,

      ich war damals auch völlig geschockt, das weiß ich noch.
      Das glaube ich auch, deshalb habe ich mich auch nicht drangewagt.

      Liebe Grüße und bei dir geht es sicher bald wieder mit Rudern weiter! :-)
      Barbara

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  3. Hallo liebe Barbara

    Ich habe die Trilogie geliebt. Mit den Protagonisten gebe ich dir völlig Recht. Besonders Lisbeth ist eine Wucht. Ab dem Zeitpunkt wo sie in der Geschichte auftaucht ist die Geschichte nur noch genial. Auch die Filme mochte ich sehr.

    Liebe Grüße,Gisela

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    1. Liebe Gisela,

      die Bücher fand ich noch besser als die Filme. Vielleicht habe ich von Lisbeth auch nur ein anderes Bild gehabt als filmisch dargestellt.

      Scheinbar bist du wieder fit, das freut mich sehr.

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende mit viel Sonne,
      Barbara

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  4. Bei mir ist es auch schon ein paar Jahre her, als ich die Millenium-Trilogie gelesen habe. Den ersten Band fand ich den besten von allen. War das Buch ein Reread oder konntest du dich nach all den Jahren tatsächlich noch so gut an den Inhalt erinnern?
    Und hast du den Film dazu auch gesehen? Ich habe die US-Fassung gesehen und war begeistert :)

    Liebe Grüsse ♥
    paperlove

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    1. Hallo,

      ich war auch hin und weg von dem Buch, sodass ich danach die beiden Folgebände lesen musste. Ich habe schon früher Rezensionen für mich selbst verfasst, daher konnte ich auf den entsprechenden Text zurückgreifen. Den Film mochte ich, aber nicht die Lisbeth. Eine Frage des Geschmacks! :-)

      Liebe Grüße
      Barbara

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