Donnerstag, 28. Juni 2018

Portugiesische Tränen - Luis Sellano

Die Krimigeschichte war leider nicht mein Fall. Sehr atmosphärischer Krimi!


"Portugiesische Tränen" ist der dritte Teil von Luis Sellanos Lissabon- Krimireihe, dieser Band erscheint 2018 im Heyne-Verlag.

Expolizist Henrik Falkner hat in Lissabon das Antiquariat seines Onkels Martin übernommen. Zu den gesammelten Kuriositäten gehören aber auch Artefakte, die mit ungelösten Verbrechen zusammenhängen. Als Henrik eine Fahne findet, die die Abbildung eines japanischen Kois zeigt, ist er einem neuem Rätsel auf der Spur. Gemeinsam mit der schönen Polizistin Helena steht er schon bald vor er ersten Leiche, die die Sammler der Kois hinterlassen. Eine gefährliche Spurensuche beginnt!




Mit diesem Band fängt Luis Sellano nicht nur die atmosphärische Stimmung Lissabons ein, er gewährt dem Leser Einblicke in das japanische Milieu und in die beliebte Koihaltung und stellt einen ganz speziellen Fall in den Mittelpunkt.

Luis Sellanos Sprachstil ist sehr angenehm, manchmal wunderschön beschreibend wie ein Roman, dann wieder knackig sachlich und genau auf den Punkt in den Krimiteilen. Wer Lissabon kennt, wandert in diesem Buch erneut durch die Stadt und sieht die verschiedenen Schauplätze vor dem inneren Auge wieder. Gerade dieses besondere Flair sorgt in der Buchreihe für einen großen Wiedererkennungswert.

Es gibt Szenen mit actionreicher Verfolgung, die sich mit umfangreichen Recherchen vor dem eindrucksvollen Hintergrund Lissabons abspielen. Doch die Handlung hat auch einige Ungereimtheiten. Warum gerade Japan habe ich mich gefragt. Gibt es in Lissabon einen realen Bezug zu japanischer Kultur oder eine große Bevölkerungsgruppe? Hätte Henrik bei einem Besuch in Japan die Koi-Zucht für sich entdeckt, wäre dieses Thema für mich logischer gewesen.
 
Die Krimihandlung ist nicht über die Maßen spannend, denn hier mischen sich einige ungereimte Hintergründe, die in der Ermittlung um den verschwundenen Koi und im Grunde um den verstorbenen Onkel Martin münden. Die Zusammenhänge erscheinen mir doch recht zusammengesucht. 
Mich hat eher das Leben Henriks interessiert. Seine Freundschaft mit Helena besteht schon die ganze Buchreihe und man verfolgt gespannt die weitere Entwicklung in ihrer Beziehung. Dieser Band beginnt mit dem wirklich spannend gemachten Ende des Buches und geht dann im gesamten Inhalt auf die Aufklärung des recht konfusen Fall ein.

Die Motive für die Taten werden erst am Ende schlüssig erklärt, das Rätsel um den Tod von Henriks Onkel bleibt immer noch offen und plötzlich tritt Catia wieder auf die Bildfläche. Wer das ist? Zum besseren Verständnis muss man die gesamte Reihe gelesen haben. 
Weitere Cliffhanger sorgen für Neugier auf die weiteren Bände.

Dieser Krimi hat mir bis zur Hälfte sehr gut gefallen, danach ging es eher bergab. Ich vergebe 3 Sterne, weil ich die Stadtansichten wieder genossen habe. 

Dieses Buch macht Lust auf einen Trip nach Lissabon und nur die Krimigeschichte war leider nicht mein Fall.


***Vielen Dank an den Heyne Verlag und an das Bloggerportal für die Übersendung dieses Rezensionsexemplars!***

 

Kommentare:

  1. Danke für deine Rezension, Barbara!
    Jetzt kann ich das Buch von meiner Wunschliste streichen. Denn das Rätsel um Onkel Henry nun noch immer nicht aufgelöst wird, nervt. Nervte mich schon in den vorherigen Bänden. Ich mag solche ungelöste Dinge, die sich über mehrere Bände hinziehen, überhaupt nicht. Auch bei TV-Krimiserien nicht. Als ob den Autoren nichts mehr in den Sinn kommt und alles künstlich in die Länge ziehen...
    Liebe Grüsse
    Anya

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    1. Hallo Anya,

      wie schön, dass es auch anderen so geht. Bei Filmen, die als Folge laufen und dann nicht zu viel Zeit verstreichen lassen, gefällt mir ein Cliffhanger gut. Wenn aber wie bei Büchern mehrere Monate vergehen, verliere ich die Lust und weiß im nächsten Band sowieso nicht mehr genau, was nun gerade spannend erschien.

      Liebe Grüße
      Barbara

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