Montag, 26. August 2019

Großstadt Wildnis - Sven Meurs/Jörg Hülsmann

Interessantes Naturbuch bietet viele Anregungen zur Tierbeobachtung 

Stadtflucht von Tieren sorgt für Großstadtdschungel

Hinter dem Titel "Großstadt Wildnis" von Sven Meurs/Jörg Hülsmann verbirgt sich ein Sachbuch. Es geht auf Tiersafari in unseren Städten. Das Buch erscheint im Knesebeck Verlag.

Es sind nicht nur die Menschen, die es in die Großstädte zieht, auch verschiedene Wildtiere haben sich dort ihren neuen Lebensraum erobert. Nicht selten trifft man inmitten von Häuserreihen und Stadtparks auf wilde Tiere, Füchse gibt es inzwischen fast überall, denn sie das Nahrungsangebot ist für sie groß.   Berlin ist die Hauptstadt der Wildschweine, in München findet man wieder Biber an der Isar und Frankfurt am Main gilt als die Stadt der Vögel. 
Was lockt Wildtiere überhaupt in die Städte? Und wie ist kommen Stadtmensch und Stadttier miteinander aus? 


"Großstadt Wildnis" zeigt Tiere in der Stadt, hinterfragt die Gründe für diese Nischen und erklärt die Lebensgemeinschaften von Mensch und Tier näher. Die städtische Natur hat mehr Vielfalt als viele Bewohner es ahnen. Was wir tun können, um diese Tiere auch in Städten zu entdecken und zu schützen, zeigt dieses Buch.

Wenn man die Augen offen hält, kann man immer wieder besondere Tiere auch in der Stadt entdecken. Bereits zweimal hatte ich das seltene Erlebnis, wunderschöne Seidenschwänze als Wintergäste aus dem hohen Norden in meiner Heimat sehen zu dürfen. Doch auch andere Tiere haben sich dauerhaft ihre Nischen in den Städten gesucht: Stadtflucht nennt man das Phänomen bei Menschen.
Tiere entdecken bestimmte Lebensräume neu, verlieren ihre Scheu vor Menschen und finden gute Fress- und Unterschlupfmöglichkeiten. 


Am Beispiel einiger deutschen Städte werden die größenmäßigen Verhältnisse gemessen in Hektar und Prozent vorgestellt. 
Beispiel München Einwohnerzahl: 1539298, 
Stadfläche in Hektar 31070, Landwirtsch. Nutzfläche 5217 = 17 %, Wasserflächen 469 = 2%, Grünflächen 9843 = 32%, Erholungsflächen 3514 = 11% , Naturschutzgebiete 4 mit 877 Hektar

Folgende Tierpopulationen werden im Buch näher untersucht:
Hamburg: Schwäne
Wuppertal: Igelkrankenhaus
Rosengarten in Neuss: Eisvogel und Nutrias
Stuttgart: Nilgänse
Ruhrgebiet: Uhus
Kassel: Waschbäralarm
Düsseldorf: am Rheinufer sind viele Eisvögel heimisch
München: Biber
Berlin: Wildschweine

Als Besonderheit des Buches fallen mir die gezeigten Foto-Hotspots für die Aufnahmen von Tieren in den jeweiligen Städten auf. Solche Tipps klingen verführerisch, können aber auch zu einem regelrechten "Run" auf die Tiere sorgen.

Wirklich interessant finde ich die Interviews des Autors mit verschieden Personen, wie mit dem Wildtierbeauftragten in Berlin oder mit einem Imker oder mit der Tierheilpraktikerin in einem Igelkrankenhaus.


Wenn Wildtiere sich in der Stadt aufhalten, werden sie unweigerlich zu den Lieblingen der Bewohner, das verleitet zum Füttern und sie können auch zur Plage werden. Mehrfach weist der Autor daraufhin, das man das tunlichst lassen sollte. Die Gründe kommen allerdings nicht zur Sprache. Da hätte ich gern mehr Input gewünscht.

Dieses ausgesprochen interessante Naturbuch bietet viele Anregungen zur Naturbeobachtung und zeigt die Nischen für wilde Tiere in Städten auf. Auf faszinierenden Fotos und eindrucksvollen Illustrationen wird dem Leser die Tierwelt direkt vor der eigenen Haustür näher gebracht.  


***Herzlichen Dank an den Knesebeck Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***




Kommentare:

  1. Vielen lieben Dank zu den netten Worten.
    Ich freue mich das das Buch Begeisterung schafft.

    Herzlichst

    Sven

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    Antworten
    1. Lieber Sven,

      dein Buch ist Klasse und die tollen Fotos ebenfalls.
      Es ist äußerst selten, dass sich ein Autor auf einen Buchblog verirrt, vielen Dank für deinen Besuch!

      Liebe Grüße
      Barbara

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