Donnerstag, 1. August 2019

Madame le Commissaire und der tote Liebhaber - Pierre Martin

Das Aus für den Ex-Freund oder "vivre le moment présent"


Der 6. Band der Provence-Krimi-Reihe von Autor Pierre Martin heißt "Madame le Commissaire und der tote Liebhaber" und erscheint wie die anderen Bände im Knaur Verlag.

Es ist Sommer in Fragolin in der Provence, in der Luft liegt Lavendelduft und es ertönen die Geräusche der Zikaden. Die Tage ziehen für die provenzalische Kommissarin Isabelle Bonnet während ihrer Reha-Kur nur so dahin. Doch das ändert sich, als man den beliebten Bürgermeister Thierry mit durchschnittener Kehle tot auffindet. Isabelle ist zutiefst betroffen, denn sie war einige Zeit mit Thierry liiert. Trotz einiger Bedenken übernimmt die Kommissarin den Fall und sucht nach Gründen für den Mord, denn brauchbare Spuren sind am Tatort nicht ausfindig zu machen. Die Ermittlungen führen Isabelle nach Sanary-sur-Mer, einem Küstenort, in dem in den Dreißiger und Vierziger Jahren viele deutsche Künstler und Intellektuelle Zuflucht gefunden habe 


Obwohl dies mein erster Krimi aus der Reihe war, konnte ich ihn ohne große Vorkenntnisse verstehen und gut lesen.
Gerade bei solchen Reihen mag ich es, wenn man Einblicke in das Privatleben der Ermittler erhält und man ihnen so näher kommen kann. 
Der Fall ist heikel, Thierry war beliebt und als Ex-Freundin möchte Isabelle natürlich unbedingt den Mörder finden. Welches Geheimnis hatte Thierry, was ihm den Tod brachte?
Isabelle macht sich danach mit ihrem etwas sonderbaren, aber hilfreichen Asisstenten Apollinaire auf die Suche.

Isabelle liebt das Landleben in Fragolin und lebt nach der Devise - vivre le moment présent! Deshalb hat sie auch im Streifenwagen ihr Badezeug dabei und macht immer mal wieder einen Abstecher ans Meer und genießt die Schönheit dieser Gegend. Ebenso sorgt ihre Vorliebe für gutes Essen für eine Spur von savoir-vivre und damit kann man das Flair der Provence als Leser gut miterleben.
Es hat mich etwas verwundert, dass der Autor regelmäßig französische Ausrufe und ihre Übersetzung einbaut, das wäre eigentlich in der Menge gar nicht nötig gewesen. 

Interessanter finde ich, wie Martin politische Hintergründe aus den 30er und 40er Jahren einbaut. In der Zeit nach der Machtübernahme der Nazis flohen deutsche Intellektuelle nach Sanary und einige flohen später nach Amerika. Für Isabelle ist das eine Spur, denn irgendwie scheint Thierrys Tod mit einem Buch über diese Zeit zusammenzuhängen.

Mit einigen Verdächtigen und geschickt eingebauten Wendungen sorgt dieser Krimi für fesselnde und gute Unterhaltung und auch für die nötige Krimispannung. 

Diese Reihe ist für frankophile Leserinnen und für Krimifreunde gleichermaßen geeignet.


***Herzlichen Dank an den Knaur Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***



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