Dienstag, 21. April 2020

Siebzehnter Sommer - Maureen Daly

Ein nostalgischer, einfühlsamer Roman über die erste Liebe

"Siebzehnter Sommer" von Maureen Daly erscheint im Kein & Aber Verlag

Angie freut sich nach Beendigung der Schule auf ihre Zeit auf dem College, dann kann sie endlich ihre Heimat verlassen. Doch vorher genießt sie einen langen wunderbaren Sommer in der US-Kleinstadt. Sie ist 17 und wächst sehr behütet mit drei Schwestern in den 40er Jahren auf. Ihr Vater reist als Handelsvertreter durch die Gegend, ihre Mum umsorgt die Familie als Hausfrau. Als sie der Mädchenschwarm Jack um ein Date bittet, verlieben sie sich ineinander und wissen, vielleicht ist diese Liebe nur für einen Sommer. 


"Jahr für Jahr hatten wir beobachtet, wie die ersten Blumen ihre Blütenblätter fallen ließen, ...wie das Laub in den Bäumen lichter wurde, aber nie wollten wir uns eingestehen, dass der Sommer vorüber war, bis...die Schwalben da waren. " Zitat Seite 290

Dieser Roman erschien 1942, er zählt in Amerika zu den Klassikern der Literatur.

Die Verwirrungen der ersten Liebe, die neuen Gefühle und die Aufregung der schüchternen Angie kann man wunderbar miterleben. Ausgerechnet der Mädchenschwarm Jack bittet Angie um ein Date und die zurückhaltende Angie sagt begeistert, aber auch etwas verunsichert zu. Nach einer kurzen Annäherung fühlen sich Jack und Angie immer mehr zueinander angezogen. Als Erzählerin lässt Angie den Leser an ihren Gefühlen ständig teilhaben, was aber auch dazu führt, dass man andere Figuren nur aus ihrer Sichtweise kennen lernt. 

Die schön beschriebenen Liebesgefühle, die ersten Schmetterlinge, erinnern an die eigene erste Liebe. Das verzaubert und ist zeitlos wie die Liebe selbst. Allerdings liefen diese Treffen in dieser Zeit und auch das amerikanische Alltagsleben ganz anders ab als heute. Der erste Kuss war für Angie schon ein Höhepunkt in Sachen Liebe. Die Sicht der Eltern war konservativ, Mädchen hatten nicht mit Jungen rumzuhängen, vor allem nicht immer mit demselben.

Was den Roman so besonders macht, ist der wunderbare poetische Ton der Sprache. Hier wird mit ausschmückenden Worten die Natur gemalt, die Hitze des Sommers wird lebendig und die Erlebnisse sind beschaulich und doch stimmungsvoll erzählt und damit spürbar.
Man kann eintauchen in eine Erzählung, die die Schauplätze und Gefühlswelt dieser ersten Liebe fühlbar macht.
Einige Längen machen sich zwar bemerkbar, doch die sind auch dem langsamen Vergehen der Ferientage geschuldet. Ohne Handys oder soziale Netzwerke war die Zeit damals einfach nicht so schnelllebig wie heute. 



Ein wunderschön erzählter Sommerroman, der in Ferienstimmung und Erinnerungen an die eigene erste große Liebe schwelgen lässt.


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